Nicht alle Schmerzen sind heilbar

Nicht alle Schmerzen sind heilbar, denn manche schleichen
Sich tiefer und tiefer ins Herz hinein,
Und während Tage und Jahre verstreichen,
Werden sie Stein.

Du sprichst und lachst, wie wenn nichts wäre,
Sie scheinen zerronnen wie Schaum.
Doch du spürst ihre lastende Schwere
Bis in den Traum.

Der Frühling kommt wieder mit Wärme und Helle,
Die Welt wird ein Blütenmeer.
Aber in meinem Herzen ist eine Stelle,
Da blüht nichts mehr.

Frühlingssonne

Der Morgentau klebt an den Blütenblättern
der ersten Frühlingsblumen, wie in jedem Jahr
 
zwitschern die Vögel laut, bei trüben Wettern,
als wären warme Sonnenstrahlen da.
 
Noch scheint sie schwach und stark verhangen,
als wolle sie nicht durch die Wolken brechen;
 
der Tag hält sanft das Morgenlicht gefangen,
will mild sich für die kalten Nächte rächen.
 
Der Winter geht mit langem Trauerscheiden
und zieht sein dunkles Band am Horizont;
 
die Welt vergisst ihr tristes Winterleiden
und atmet tief: Ein neuer Frühling kommt!

Blütentraum

Mit tausend Blütenblättern
hast du über Nacht
ein weißes Leuchten in die Welt gebracht.
Des süßen Kernes lockender Genuss
strömt in den lauen Tag –
ein stiller Gruß
von allerhöchster Stelle,
denn von der Himmelsschwelle
leert Gott ein Füllhorn aus,
und die Natur,
sie malt mit bunten Farben
ein duftig‘ Frühlingsbild daraus.