Natur

Carl Spitzweg 1808-1885

Ein weites Land breitet sich aus,
küsst fern den Horizont,
das wie des Wandrers buntes Haus
unter den Himmeln wohnt.
 
Geleitet rastlos wie der Wind,
so sonnenwarm beschienen,
vertreibt die milde Luft so lind,
die Bitterkeit der Mienen.
 
Die Welt als grenzenloser Raum
lädt ein zur stillen Rast;
Natur sie winkt mit Strauch und Baum,
grüßt dich als lieben Gast.
 
Genieße still am lichten Tag
lauschend die Vogelrunde.
Vergiss der Mühen Leid und Plag
in schöpfernaher Stunde.
 

Weltenwanderer Mensch

Du ringst und rufst nach Glück!
Kaum zeigt es sich,
so lässt es dich
in Einsamkeit zurück.
Denn es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Das Leid, wie es dich schreckt!
Schon hat’s den Arm gestreckt,
dich zu erfassen –
und muss dich lassen!
Es ist ja eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Das Werk, das du erstrebtest,
dem du, dich opfernd, lebtest –
kaum hast du es getan,
gehört es andern an.
Ach, es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
So läuft der Erde Zeit.
Erst scheint der Tod dir weit,
dann ist er nah,
auf einmal ist er da!
Doch er ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Und neuer Fähigkeiten frische Kraft
in andern Leben neue Werte schafft,
und ein Erkennen löst das andre ab;
Erfahrung wird des früh’ren Wissens Grab.
Auch Wissen ist nur eine Sprosse auf der Leiter,
komm weiter!
 
Auch wir im Geistessonnenlicht,
auch wir im andern Land erschauen nicht
das Ende unsrer Leiter,
komm weiter!
 
<Ephides>

Zauberwald

Im Zauberwald, tief, dort im Buchenhain,
da tanzen Elfen mit duftigen Schleiern.
Sie teilen mit Trollen Nektar und Wein,
verweilen an Bächen und Weihern.
 
Auf einem grünen Bett aus weichem Moose,
da träumt die Elfenkönigin.
Umkränzt von Akelei und Herbstzeitlosen,
verborgen schön – seit Welten Anbeginn.
 
Märchenwesen an verwunschenen Orten,
verzaubern mit Lichtern und wispernden Klängen,
bewachen der Wälder finstere Pforten,
verwirren den Wandrer mit ihren Gesängen.
 
Dort wo das Einhorn steht am Waldesrand
und Zwerge Hüter sind der Märchenschätze,
wo Trugbilder verschleiern den Verstand,
da herrschen die alten Gesetze.
 
Tief unten auf dunklem Baches Grund,
des alten Wassermanns Revier,
da tummeln sich singende Sommerfeen und
färben mit ihren Flügeln bunt, die Wiesenblumen hier.
 
Wenn einmal die Sonne nicht scheinen mag
und Regenwolken ihr Leuchten verhüllen,
dann beginnen die Elfen mit Liebe den Tag
und mit Regenbogenlicht die Wiesen zu füllen.

Trauer dieser Welt

William Adolphe Bouguereau 1825-1905

Göttliche Segenswünsche:

Die Trauer dieser Welt,
ich will sie tragen
und fern in alle Winde streuen;
ich will sie an den dunklen Tagen,
mit hellem Himmelslicht erfreuen,
will ihr ein Lächeln zaubern,
wenn heiße Tränen rinnen
und durch Verzweiflungsmauern
den Zweig der Hoffnung bringen;
will nie den Mensch vergessen,
tief sitzt sein Weltenschmerz,
drum pflanz’ ich statt des Leidens
nur Liebe in sein Herz.

Keramikflies Quelle: Wikipedia

Dumme sterben niemals aus

Corona – eine Dornenkrone

Sie haben damals geschrien wie heute,
sind gegen alles und gehn mit der Meute.
Dumm ersetzt Wahrheit durch lautes Schreien,
um dem Schwachsinnigen Gehör zu verleihen.

Corona Leugner und Impfgegner Blues.
700.000 Tote weltweit – alles ‚fake news‘?
Was sind das nur für Ego-Ignoranten?!
Sind schuld mal wieder die Asylanten?

Die Einfalt, die nichts verstanden hat,
streut Unwahrheiten über Land und Stadt.
Die, die mit falschen Tönen demonstrieren,
werden unser Land in den Abgrund führen.

Von Eigenschutz und Rücksicht weit entfernt,
haben sie die ‚Vogel-Strauß-Taktik‘ gelernt.
Freiheit! – Die Spaßgesellschaft lässt grüßen.
Schutzlos lässt sie die Alten dafür büßen.

Es ist so wie einst in uralten Tagen,
da hat man Jesus ans Kreuz geschlagen,
obwohl Er den Menschen Gutes brachte,
hing er am Kreuz und die Meute lachte.

Corona setzt ihnen die Krone aufs Haupt.
Die Kirche schweigt. Gibt’s die überhaupt?
Das Christliche scheint längst ausgestorben.
Die Ego-Gesellschaft regiert uns morgen.

Das „C“ in den Parteien glänzt fad.
Wo ist Nächstenliebe in diesem Staat?
Die Lager sind voll, die Menschen am Ende.
Wann hat dieser Holocaust ein Ende?

Herr der Lüfte

Unter den Wolken möchte ich gleiten,
so wie ein Adler, mit offenen Schwingen.
Möchte das Strahlen der Sonne durchschweifen,
als Luftherr die hohen Nebel durchdringen.
 
Möchte die Freiheit der Himmel erleben,
treiben, vorüber an Felsen und Wänden.
Will mich von unten nach oben erheben,
spähend, auf windigen Händen.
 
Schwebend und hoheitsvoll grüßt’ ich den Tag,
hätte Freyja und Pan als Gefährten.
Würde dankbar mit jedem Flügelschlag,
überfliegen Wiesen und Gärten.
 

Lieblosigkeiten

Dante und Vergil im 9. Kreis der Hölle – Gustave Doré 1832-1883

Lieblosigkeiten –
sie kleben an dir,
wie unerlöste Seelenteile;
trunken von Trübsinn,
in Tränen getränkte
Schleier deiner
Erinnerungen.

Sie tragen an der Schwere
deiner Vergangenheit.
Sie schlichen in dein Ich
und machten es krank,
dein Dasein trüb,
und die Stellen in deinem
Körper schmerzen,
denn sie sind wie Stein
gewordene Verhärtungen
deiner Seele.

Erlöse die Erinnerungen;
vergib den Menschen,
deren Lasten du immer noch trägst,
obwohl sie längst dahin sind.
Niemals wirst du vergessen!
Schaue deinen Rückblick in Verklärung,
denn du bist niemals in den
Schuhen der anderen gegangen.

Morgenlicht

Es dämmert schon –
gleich wird der Tag erwachen!
Das Licht kämpft gegen die Dunkelheit.
Der Wind reißt Löcher in die Wolkendecke
und lässt das Blau des Himmels erahnen;
friedlich und still ruht die Welt,
zärtlich streichelt sie die Nacht,
umschließt sie sanft mit einer Aura kosmischer Liebe.
Erde und Himmel im göttlichen Licht;
kühl ist der Morgen.
Schwingungen des Geistes
schenken wärmende Gedanken,
damit unsere Seelen nicht frieren.