Wie ein Blatt im Wind

Will wie ein Blatt zu Boden fliegen,
der Herbstwind, er soll sanft mich wiegen,
 
lass‘ hinter mir die warmen Zeiten;
muss langsam mich nun vorbereiten,
 
auf Stürme stark und kalte Nächte.
Wenn doch der Winter wieder brächte
 
den neuen Lenz mir, voller Sehnen,
mit allen lebensfrohen Tönen.
 
So weiß ich doch, was folgen wird;
geh‘ meine Wege unbeirrt,
 
bis ich das Ziel dann vor mir sehe.
Ist es erreicht, ruf ich: Ich gehe!
 
Nehme mein Leben, der es lenkte,
der es mir einst mit Liebe schenkte.
 
So wandelt sich das Erdenleben
zum geistig Licht erfüllten Streben.
 
Gott wird begleiten meine Zeit
bis zum Beginn der Ewigkeit.

Kleiner Rückblick – Kindheit

Fortsetzung Teil 3

Beim Kartoffel-Setzen im Garten

Ja, Opa hatte es nicht leicht! Trotzdem sah man ihn niemals schlecht gelaunt. Er war immer freundlich, geduldig und hatte ein sonniges Gemüt. Als ich heranwuchs, genoss ich in seiner Obhut einen besonderen Schutz. Ich hielt mich gerne in seiner Nähe auf, weil er ganz das Gegenteil des autoritären Vaters war.

Mit dem Opa konnte ich spielen und lachen, ohne Ermahnungen und Schläge fürchten zu müssen. Von ihm ließ ich mich beschützen und tragen und die Natur erklären. Sobald er von der Arbeit nach Hause kam, lief ich zu ihm, um nach dem Essen mit ihm in den Garten zu gehen. Er zeigte mir, wie man Kartoffeln setzt und Bäume veredelt, Strauch- und Heckenschnitt, Saat und Ernte. Mit ihm zusammen ging ich auf Entdeckungsreise. Opa offenbarte mir, dass das „Männlein im Walde“ durchaus auch in der Hecke stehen konnte. Von den Hagebutten wurde Tee gekocht, man sammelte gemeinsam Kamille und Minze, Salbei und Bohnenkraut.

Ich schaute zu, wenn er die großen Stangen für die Bohnen richtete und später, wie sich die Ranken ihren Weg bis an die Spitze bahnten. Es wurden Erbsen „gedöppt“, Sauerkirschen, „Wimmelchen“ (Johannisbeeren), Stachel- und Erdbeeren gepflückt, Rhabarberblatthüte getragen und die Stangen in Zucker getaucht gegessen. Bereits als Vierjährige stand ich mit einem Körbchen auf dem Acker, um die von Opa gegrabenen Erdlöcher mit Pflanzkartoffeln zu belegen oder schaute in der alten Laube, inmitten herrlich duftender, roter Rosen, auf dem Boden oder unter Steinen nach Kellerasseln und Silberfischen.

Wenn ich die rot lackierte Holztüre des Hinterausgangs durchschritt, kam ich in „meine Welt“. Bei gutem Wetter tollte ich beim Ballspielen auf dem Hof herum oder schaukelte stundenlang dem Himmel entgegen. Dabei sah ich meinem Schatten zu, wie er sich bei jeder Auf- und Ab Bewegung an der Wand des Nachbarhauses hob und senkte. Hinter dem Haus stand eine alte Bank, wo wir abends, nach getaner Arbeit, oft beisammen saßen. An lauen Sommerabenden konnte ich dort die Mückenschwärme tanzen sehen, oder ich lauschte dem Zirpen der Grillen.
Im Garten gab es viel Schönes zu entdecken. Wenn das Gepflanzte heranwuchs und mit ersten zartgrünen Blättchen die dunklen Erdschollen durchbrach, wurde das von mir mit dem größten Interesse beobachtet. Ebenso erregte jedes Getier meine Aufmerksamkeit. Ob es nun Spinnen, Käfer, Heuschrecken, Raupen oder Schmetterlinge waren: Jedes Krabbeltier wurde genauestens beschaut und bestaunt, in Behälter gesammelt und hinterher wieder freigelassen. Besonders Katzen machten mir damals schon große Freude. Sie wurden angelockt und gestreichelt, sobald sie unseren Garten oder den Hof durchquerten.
Jeden Herbst verbrannte Opa Strauchwerk und Kartoffelkraut auf den abgeernteten Äckern, und wir aßen in der Glut gegarte Kartoffeln, die herrlich schmeckten.
Die geernteten Kartoffeln wurden im Hof ausgebreitet, damit sie trocknen konnten, bevor sie eingekellert wurden. Von den winzig kleinen machte Oma die leckersten Bratkartoffeln, und da mir ihr Essen viel besser schmeckte als das meiner Mutter, schlug ich mir fast täglich den Bauch damit voll.
Bei Oma kamen köstliche Dinge auf den Tisch. Ihr eingepökeltes Fleisch war so zart, wie ich es nie wieder gegessen habe und ihre Pfannkuchen, die sie oft für uns Kinder zubereitete, waren, neben ihren selbst gemachten grünen Klößen mit Mehlschwitze und „Spirkel“ (dicke Rippchen) „ein Gedicht“.
Zu Beginn des Frühjahrs musste Opa die Grube unter dem hölzernen Klosett und die Mistkuhle im Garten entleeren, die mit Küchenabfällen gefüllt war. Dann wurde der Inhalt mit einem Eimer, der an einer langen, hölzernen Stange befestigt war, als Dünger in die Kartoffelacker im Garten eingebracht. In dieser Zeit lag über Hof und Garten ein bestialischer Gestank. Wege und Beete waren mit gelblich-braunen Flecken überzogen, hier und da konnte man sogar noch einige Zeitungsfetzen ausmachen, und man mied nach Möglichkeit für eine Weile diesen Ort.

Wo es während des Krieges und danach nur diese Toilette gegeben hatte, die ihre Funktion noch lange Jahre beibehielt, baute mein Vater Anfang der 50er Jahre ein Badezimmer in die Küche der Schwiegereltern ein. Dazu wurden neue Leitungen gelegt und Wände gesetzt, jedoch ohne Genehmigung der Baubehörden. Da eine Toilette mitten in der Küche weder den Hygiene- noch den Bauvorschriften entsprach, musste das Machwerk, nach behördlicher Anordnung, ein Jahrzehnt später wieder abgerissen werden.

Oma beobachtete missmutig die Aktivitäten ihres Schwiegersohnes, der seit seinem Einzug damit begonnen hatte, gewisse Dinge in Haus und Hof zu modernisieren und Überflüssiges zu entfernen.

Der riesige Birnbaum mitten im Hof hatte den letzten Krieg überstanden und war auch durch einen direkten Bombeneinschlag im Anbau des Hauses nicht zerstört worden. Aber er musste weg, denn er versperrte nicht nur die Sicht, sondern saß im Sommer voller Insekten. Im Herbst lag das Fallobst faul im Hof herum, wo es Schwärme von Wespen anzog. Zu gefährlich für mich, weil sich unter dem Baum meine Schaukel und ein Sandkasten befand.

Einzige Gegnerin dieser Pläne war natürlich Oma, denn sie musste sich für immer von ihren in Essig-Zuckerwasser mit Gewürznelken eingemachten Birnen verabschieden, die neben selbstgemachtem Apfelmus, im Sommer geernteten Sauerkirschen und anderen eingekochten Köstlichkeiten das ganze Jahr über in den Kellerregalen standen.

Nachdem die Pläne jahrelang aufgrund des schwiegermütterlichen Widerstandes zurückgestellt worden waren, hatte ich bereits das fünfte Lebensjahr erreicht, als mein Vater sich endlich durchsetzte. Oma murrte, ließ ihn jedoch diesmal gewähren. Ganz allein fällte er zu Beginn des Frühjahres den alten, riesigen Baum und verarbeitete ihn nach und nach zu Brennholz.

Oma hatte schon auf vieles verzichten müssen, das ihr wert und teuer gewesen war, wie zum Beispiel auf ihre Hühner und Enten. Anstelle eines Hundes hatte viele Jahre lang ein Ganter darauf aufgepasst, dass kein Fremder den Hof betrat. Ein „stinkender Köter“, wie sie sagte, kam ihr nicht ins Haus, denn sie mochte Hunde überhaupt nicht.

Einen besonderen Widerwillen hatte sie gegen Ferdinands Schäferhund, der während der Besuche immer unter dem Tisch lag und nur darauf wartete, dass sich jemand bewegte. Dann begann er sofort das Knurren und Zähnefletschen und konnte nur mit Mühe von Ferdi beruhigt werden. Ich fürchtete mich sehr vor dem langhaarigen, bissigen Gesellen, was zur Folge hatte, dass ich den Hunden aus dem Weg ging, wo immer ich es konnte.

Als der Gänserich das Zeitliche gesegnet hatte, musste Anfang der 50er Jahre durch Initiative meines Vaters auch der Hühnerstall und der Ententeich weichen. Das war das Aus für die täglich frischen Eier, und es nahm meiner Oma schließlich auch ein kleines Stück Heimat, die in ihr durch die Erinnerungen an den elterlichen Bauernhof in Ostpreußen lebendig blieb.

Was zunehmend wie eine gesteigerte Zerstörungswut aussah und von Oma auch so gedeutet wurde, sollte am Hausprojekt in eine lebenslange, ehrgeizige Sanierungs- und Erhaltungsarbeit übergehen. Dafür investierte mein Vater nicht nur alles Geld, sondern auch alle seine Kräfte.

Auch Opa hatte zuvor schon Pionierarbeit am Bau geleistet und neue Stromkabel und Wasserrohre verlegt. Wenn man nun im Wohnraum den Lichtschalter betätigte, gingen die Lampen im Schlafzimmer an, was natürlich so nicht gewollt war.

Durch die Detonation einer Bombe im Nachbarhaus gegen Ende des Zweiten Weltkrieges war ein Teil der Zimmerdecke des Wohnraumes eingestürzt. Opa hatte sie nur notdürftig flicken können, weil ihm zum damaligen Zeitpunkt die dafür erforderlichen Baustoffe fehlten. Das hatte zur Folge gehabt, dass sich Anfang der 50er Jahre über dem Sofa erneut ein riesiger Deckenriss gebildet hatte, was wenige Zeit später einen weiteren Einsturz nach sich zog. Da es mittlerweile wieder alle Materialien zu kaufen gab, wurde 1957 die gesamte Decke neu eingezogen.

Wird fortgesetzt…

Neues Leben

Aquarell von Sulamith Wülfing 1901-1989

Auf einmal bist du da,
so fremd auf dieser Welt.
Gefangen – körpernah,
vom Daseinsschmerz gequält.

Dein Blick ins Weltenreich
trifft unbekanntes Land.
Die Heimat, unerreicht,
dein Geist in Gotteshand.

Ein Ruf erging an dich,
mit Schmerz bist du erwacht.
So unabänderlich
folgst du, bis es vollbracht.

Die Jahre gehn dahin,
du lernst und übst Verzicht.
Fühlst manchen leeren Blick,
den Schlag in dein Gesicht.

Das Böse in dir selbst,
lehrt andere verstehen.
So kannst du unbetrübt
in die Vergebung gehen.

Und jeder Augenblick
bringt dich an eine Wende,
verwandelt dein Geschick;
stets ist dein Weg zu Ende.

Erkenne und erwähle
der Gottheit reiches Geben.
Bild‘, wanderfrohe Seele,
das Kunstwerk deines Lebens.

Kleiner Rückblick – Kindheit

Fortsetzung Teil 2

Meine Großeltern

Obwohl mein Opa täglich zehn Stunden und mehr im Stahlwerk schuftete, bekam er nur ein kleines Taschengeld, womit er sich ab und zu Zigarren der Marke „Weiße Eule“ oder Stumpen kaufen konnte. Darüber freute ich mich als Kind, denn die Bildchen, die sich in jeder Packung befanden, kamen wie ein Schatz in eine kleine Zigarrenkiste, die ich sorgsam hütete.

In den Nachkriegsjahren hatte Opa selbst im Garten Tabak angepflanzt, und er trocknete die geernteten Blätter in seiner Werkstatt. Das war ein übel riechendes, kaum genießbares Kraut gewesen. Wenn die Taschengeld-Zuteilung aufgebraucht war, gab es nur unter heftigsten Vorhaltungen von Oma einen Nachschlag.
Penibel war ihre häusliche Buchführung. Dafür benutzte sie jedes Blättchen, das sie trotz der Papierknappheit finden konnte. Selbst Opas vergilbte Gedichtheftchen, mit Deckblättern aus alten Feldpostkarten, wurden derart „entehrt“. Neben den einst von ihm gedichteten, sehnsuchtsvollen Liebesversen standen nun Zahlenkolonnen und Auflistungen von Ein- und Ausgaben, Kosten für Tabakwaren, Benzin für das 1936 angeschaffte Motorrad und Notizen über Weinansatz und Hypothekentilgung. Hin und wieder konnte man dort auch den Text eines Volksliedes finden. „Ja, grün ist die Heide…“, von Hermann Löns, hatte es Oma besonders angetan.
„Was die schöne Heide weiß, geht die Mutter gar nichts an…“, war eine Stelle aus diesem Lied. Wann immer es ihr in den Sinn kam, gab sie es lautstark zum Besten. Neumodische Musik war ihr ein Gräuel, und auch ihrem Mann war es nicht erlaubt, derartige „Niggermusik“ zu hören. Das Röhrenradio von Nordmende wurde lediglich zum Nachrichtenempfang genutzt. Abends, immer um dieselbe Zeit, saßen meine Großeltern beisammen und lauschten dem Hörfunksprecher.

Meine Oma war als Tochter eines Gutsbesitzers zusammen mit acht Geschwistern aufgewachsen und hatte bei einem Kürschner das Nähen gelernt. In stillen Stunden schwelgte sie sehnsuchtsvoll in Erinnerungen, erzählte von der elterlichen Trakehner-Zucht und dem geschwisterlichen Spiel auf dem Heuboden. Sie schwärmte von den Störchen, die sie besonders liebte, aber auch von den dunklen Wäldern, den Elchen, dem Flussufer der Memel mit Wiesen voller Frösche und Libellen und der Weite des Landstriches, von dem sie sagte, dass er dem Niederrhein ähnlich sei. Doch ihr Heimatland lag nicht nur weit vom Ruhrgebiet entfernt, sondern war im Krieg, nach Vertreibung der Deutschen und Besetzung durch die Russen, unerreichbar für sie geworden.

Ihre Eltern starben bereits in den 30er Jahren. Ihr Lieblingsbruder Eugen Ewald war 1944 in Labian gefallen. Zwei ihrer Schwestern, Hedwig und Olga, waren ihr nach Duisburg gefolgt, wo sie im Stadtteil Beeck eine Unterkunft fanden; Maria Meta verstarb bereits 1920 in Essen, Bruder Artur Hermann 1922 in Jagstellen/Ostpreußen; von zwei Brüdern zog Georg Willy nach Köln und August Emil nach Büderich bei Werl. Ihre Schwester Elisabeth Marta – von allen „Ratta“ genannt – lebte nach Kauf des Hauses, zusammen mit ihrem beamteten Mann, ebenfalls in einem Raum des Erdgeschosses im Hause der Großeltern.
(Fotos siehe: www.gottes-bilderbuch.de/ueber-mich/zum-gedenken/ostpreussen )

Nachdem ihr Gatte im Krieg gefallen war, verlor sie all ihre Lebensfreude und versank mehr und mehr in eine tiefe Depression, die sie mit billigem Fusel und Branntwein aus Methylalkohol zu betäuben versuchte. Sie verwahrloste völlig, hörte schließlich auf zu essen und unterließ jegliche Körperpflege. Manchmal saß sie im Bademantel mit wirren Haaren auf dem unteren Treppenabsatz und aß dick mit Wasser angerührten Malzkaffee-Brei. Als ihre Krankheit den Höhepunkt erreichte, lief sie ihrem Schwager im Garten mit einer Axt hinterher und schrie voller Verzweiflung: „Erschlag mich! Bring mich doch endlich um!“
Ratta, die, wie mein Vater sagte, einst eine patente Frau gewesen war, hatte ihre Gehirnzellen endgültig dem Alkohol geopfert. Aufgrund dessen wurde sie schließlich Anfang der 50er Jahre, von Wahnvorstellungen geplagt, in die Nervenklinik nach Bedburg-Hau eingewiesen, wo sie im Jahre 1964 verstarb.


Mein Opa stammte von einem Großbauern aus Lütz an der Mosel. Er war ein geselliger, ruhiger und gutmütiger Mann, handwerklich geschickt, der die sämtlichen Arbeiten am Haus erledigte und acht Jahre jünger war, als seine Frau.
In den 20er Jahren hatten beide ihre Heimat verlassen und waren ins Ruhrgebiet gezogen, weil es dort Aussichten auf ein gutes Auskommen gab. Opa hatte als Stahlwerker eine Arbeit bei den Krupp-Werken in Rheinhausen bekommen, und Oma kaufte mit ihrem Erbteil das 1896 erbaute Haus für 7.000 Goldmark.

Vor ihrer Heirat war es bei beiden Familien in Ostpreußen und an der Mosel zum Eklat gekommen, denn Oma war Protestantin und Opa Katholik. Das wurde seinerzeit wie ein kirchlicher Verrat angesehen und stieß überall auf herbe Kritik. Selbst in der Nachbarschaft wurde hinter vorgehaltener Hand darüber geschwätzt. Eine der unmittelbaren Nachbarfamilien war „schwarz-katholisch“ und ging nicht nur täglich in die Messe und zur Beichte, sondern pilgerte auch regelmäßig zur Wallfahrt nach Kevelaer.
Oma fand dafür nur ablehnende Worte. „Die Katholiken werden doch von Kindheit an durch die Beichte zum Lügen erzogen“, behauptete sie. „Denen kann man nicht trauen!“
Ob Katholik oder Protestant: Alle waren davon überzeugt, den einzig wahren Glauben zu haben. Wer andersgläubig war, wurde belächelt und verurteilt. Für diese Religionseiferer einen gemeinsamen Nenner zu finden, war ein Unterfangen, auf dem kein kirchlicher Segen ruhen konnte, denn konfessionelle Mischehen waren verpönt. Zeitlebens schimpfte Opa deshalb auf „die Pfaffen“, aber seine Frau war pietistisch fromm für beide zusammen.

Auch Opa hatte Geschwister. Einer seiner Brüder war nach München gezogen, der zweite, mit Namen Ferdinand, hatte zunächst Omas Schwester Olga geheiratet. Dann wechselte er zur Schwester Hedwig und begann zunächst ein Verhältnis mit ihr. Als die bedauernswerte Olga gezwungenermaßen mit beiden zu Dritt in einem Bett schlafen sollte, erhängte sie sich aus Kummer. Später heirateten Hedwig und Ferdinand. Es war ihre zweite Ehe. Ihrem ersten Ehemann war sie zwei Tage nach der Hochzeit in Ostpreußen davongelaufen.
Hedwig und Ferdi kamen häufig zu Besuch. Dann wurden die hauchdünnen, „guten“ Weingläser aus dem schwarz-braunen, goldfüßigen Schleiflack-Schrank geholt, und man saß bei Moselwein zusammen und schwelgte in Erinnerungen.


Als ich heranwuchs und begann, meine Umwelt bewusster wahrzunehmen, war das Gesicht von „Onkel Ferdinand“ ein besonders anziehender und gleichermaßen abstoßender Blickpunkt für mich. Seine linke Gesichtshälfte bedeckte nämlich ein Blutschwamm, der sich bis über den gesamten Hinterkopf erstreckte.

„Ist der Onkel krank?“, fragte ich immer wieder, und obwohl meine Oma hier ein deutliches „Nein“ aussprach, wurde die Frage stets wiederholt, sobald Ferdi zu Besuch kam. Meiner Oma war das peinlich, und sie versuchte es zu erklären, in dem sie mir erzählte, die Mutter von Onkel Ferdinand hätte sich während der Schwangerschaft vor Feuer erschreckt.

Ob das Aberglaube war oder nicht, Oma hatte immer Recht, wenn von solch mystischen Dingen sprach. Einmal blühte im Spätherbst die Hecke nach. Das war ihr ein Zeichen, dass jemand aus der Nachbarschaft sterben würde, und es traf ein. In der Nacht, als der Nachbar starb, hatte Oma Geistwesen in ihrem Schlafzimmer gesehen, die über den Kranken im Nebenhaus sprachen. Wie weiße Schwaden hätten sie im Raum gestanden und geflüstert: „Jetzt ist es vorbei!“

Ein anderes Mal wuchs einer Blume im Garten eine Knospe, in der sich zwei Blüten befanden. Jemand aus der Familie würde heiraten, prophezeite Oma, und so kam es dann auch.
Schon, als ich noch relativ klein war, erzählte mir Oma die Geschichte ihres Bruders Artur Hermann, der sich auf dem elterlichen Gutshof erhängt hatte.
„Er hat das „Sechste und Siebente Buch Moses“ gelesen“, hatte sie gesagt, „und damit die Toten gerufen!“ Anschließend sei er sie nicht mehr losgeworden. Das Buch wäre sieben Mal versiegelt gewesen. Der Bruder hätte aus Neugierde alle diese Siegel gebrochen und wäre deshalb immer tiefer in die Hände der Geisterwelt geraten. Schließlich hätte ihn das zum Selbstmord getrieben.
„Die Toten muss man ruhen lassen!“, warnte Oma. „Niemand darf sie rufen!“ Früher einmal hatte sie mit anderen zusammen Séancen abgehalten und den Geistern beim „Tischchen rücken“ Fragen über die Zukunft gestellt.
„Wenn die Toten schon lange von der Erde weg sind, wird ihre Schrift undeutlich“, hatte sie über das „automatische Schreiben“ gesagt, „dann ist es eine Sünde, sie zurückzuholen.“
Über Marta erzählte Oma ähnliche mysteriöse Dinge. Einmal sei diese ins Dorf zum Tanz gegangen und hätte dort einen Mann kennen gelernt. Völlig verändert wäre Marta danach ins elterliche Haus zurückgekehrt. Sie sei fortan wie verhext gewesen und geistesabwesend herumgeirrt. Oma erzählte, sie habe ihre Schwester daraufhin gefragt, was denn passiert sei.
„Jede Nacht kommt jemand und holt mich!“, hatte Marta ihr wie in Trance berichtet.

Oma wollte das nicht glauben und bot ihr an, am nächsten Abend das Bett zu tauschen. Als Oma in Martas Bett lag, erwachte sie mitten in der Nacht, weil jemand an ihrer Decke zog und raunte: „Das ist sie nicht!“ Dann wäre ein Heulen durch Haus und Garten gegangen, das Tor sei mit einem lauten Knall ins Schloss gefallen, und die Tiere im Stall hätten gelärmt. Der Spuk war nach diesem Vorfall vorbei gewesen und Martas Zustand hatte sich wieder normalisiert.

Im Haus hatte Oma das Sagen und führte ein sanftes Regiment, dem sich ihr Mann nicht zu widersetzen wagte. Ihr Schwiegersohn hingegen sehr. Als Oma eines Tages, wie immer mittags um 12 Uhr, ihren Mann mit einem lauten „Robert!“ zum Essen herbei rief, platzte meinem Vater fast der Kragen. Eine dringende Arbeit im Hof sollte gemeinsam mit dem Schwiegervater erledigt werden, doch Opa ließ nach dem zweiten Mahnruf die Arbeit sinken und machte sich auf zum Mittagstisch, wo sein Weib bereits sehr ungehalten auf ihn wartete. Der häusliche Frieden war ihm wichtiger. Er gab immer klein bei und schien sich mit allem abzufinden.
Irgendwann in späteren Jahren fragte mein Vater den Schwiegervater: „Warum haust du ihr nicht einmal eine runter?“
Dieser zuckte nur mit den Schultern und erwiderte kleinlaut: „Ach, sie ist doch schon so alt!“

Oma behielt die Hosen an und ließ ihren Mann durch ihre barsche und fromme Art in punkto Sexualität und Romantik „verhungern“. Das war nicht ihre Welt! Aber es wäre durchaus die von Opa gewesen, hätte er seine Sinnlichkeit denn ausleben können. So etwas brauchte sie genauso wenig wie die Musik. Sie hatte eine Tochter zur Welt gebracht, und aus war es fortan mit der körperlichen Liebe und den ehelichen Pflichten gewesen.

Notgedrungen ergötzte ihr Mann sich deshalb an der Unterwäsche der Nachbarin, wenn sie ihre Höschen zum Trocknen auf die Wäscheleine hängte oder an diversen pornografischen Fotos, die er mit sich herum trug wie ein kleiner, ungezogener Junge. Manchmal verschwand er damit im Plumpsklo auf dem Hof, das von allen Bewohnern des Hauses benutzt wurde.
Zeitungen dienten dort nicht nur der morgendlichen Lektüre, sondern wurden auch im stark verkleinerten Zustand zum Abputzen des „Allerwertesten“ benutzt, weil Toilettenpapier Luxus war, den man sich nicht leisten konnte.

wird fortgesetzt…

Nebel

Überzieht das Land mit feuchten Schleiern,
verbirgt den Weg, der vor uns liegt.
Silhouetten lassen die Ferne erahnen;
Scherenschnitt-Bäume,
gnädiger Weichzeichner der Natur,
versteckst Arges unter grauen Tüchern,
 
verlangsamst unsere sicheren Schritte,
schaffst unscharfe Blicke
durch verminderte Transparenz;
Unwegsamkeit des Lebens
im gefilterten Licht;
Erinnerungen an den Herbst.
 

Kleiner Rückblick – Kindheit

Zur Info: Alle hier von mir beschriebenen Personen sind inzwischen verstorben.

1955

Meine Mutter gab sich Fremden gegenüber immer freundlich und gut gelaunt. So habe ich sie jedenfalls in Erinnerung behalten. Nach außen hin wirkte sie stets zufrieden und heiter. Hinter verschlossenen Türen wechselte sie oft ihr Gesicht. Dann machte sie ihrem Sternzeichen „Skorpion“ alle Ehre, wenn sie Worte wie Pfeile in meine Richtung schoss. Das tat sie besonders gerne, wenn andere Leute dabei waren. Das Kompromittieren machte ihr Spaß. Mit einem Schaudern denke ich an die letzten Worte zurück, die meine Mutter für mich hatte.
Ihr: „Mach’ bloß, dass du wegkommst!“, werde ich wohl zeitlebens nicht mehr vergessen können. Doch muss ich zu ihrer Entschuldigung sagen, dass sie 1997, als diese Worte fielen, schwer an Alzheimer erkrankt war. Mein Vater hatte nicht eingegriffen und die Situation entschärft. Beide wollten das nicht wahrhaben. Mit einer solchen Erkrankung konnte mein Vater gar nicht umgehen. Vielleicht war es ihm lieber gewesen, dass ich ging!? Grund des damaligen Rausschmisses war meine Absicht gewesen, mit zum Arzt gehen zu wollen, weil meine Mutter sich mit der Begründung gesund zu sein, weigerte, ihre Medikamente zu nehmen. Drei Monate später war sie tot.
Als junge Frau hatte sie in einem Textilgeschäft in Alt-Homberg den Beruf der Verkäuferin gelernt. Nach ihrer Heirat führte sie als Nur-Hausfrau ein weniger abwechslungsreiches Leben. Doch damals hatte die Hausarbeit noch ein anderes Volumen als heute.
In der Mitte der 50er Jahre hatte „Schmalhans“ die deutschen Küchen verlassen. Wir hatten immer genügend zu Essen, wenn auch weniger mannigfaltig als heutzutage. Es wurde vieles selbst angepflanzt oder hergestellt. Damals war man sparsamer als heute. Es gab wenig Müll und keine Wegwerf-Mentalität. Die Menschen schätzten die Handarbeit. Es wurde selbst gekocht, genäht und gestrickt. Fast alle Tätigkeiten und Reparaturen im Haus erledigte man eigenhändig, so gut es ging. Bis auf die Grundnahrungsmittel gab es nur wenig zu kaufen und wenn doch, dann war es sehr teuer. Geld war damals knapp und die Löhne niedrig.
Die Läden in der Stadt führten wieder ein vielfältiges Sortiment. Es gab Drogerien, Buch- und Schreibwarenläden, Kohlehändler, Schuhgeschäfte und Apotheken, ein kleines Tabaklädchen, eine Leihbücherei und mehrere Bäcker, Metzger und Krämerlädchen. Zwei Mal wöchentlich war Markt.
Als Vierjährige war ich fröhlich hüpfend an der Hand meiner Mutter gelaufen, wenn sie mittwochs und samstags zum Wochenmarkt ging. Dort hatte ich mich über ein kleines Stückchen Wurst gefreut, das ich jedes Mal von der freundlichen Marktfrau am Fleischerstand gereicht bekam. Wenn die Einkäufe erledigt waren, hopste ich genauso fröhlich wieder neben meiner „Mami“ nach Hause zurück, allerdings durstig und erschöpft.
„Hast du Durst, dann geh nach Frau Wurst, die hat ein kleines Hündchen, das pinkelt dir ins Mündchen“, sagte meine Mutter dann oft lachend auf dem Nachhauseweg. Immer war es dasselbe Ritual… eine der guten Erinnerungen, an einen kurzen, glücklichen Moment meiner Kindheit. Stolz trug ich die frisch gefüllte Milchkanne aus Blech am Holzgriff in meinen kleinen Händen und fühlte mich neben meiner Mami geborgen und furchtlos.

Ich wuchs im Hause meiner Großeltern auf. Meine Eltern bewohnten dort seit 1951 die obere Etage. Bei einem Tanzvergnügen hatten sie sich kennengelernt, nachdem Friedrich, mein Vater, aus französischer Gefangenschaft nach Hause zurückgekehrt war. Anschließend hatte er eine Laborantenlehre bei dem hiesigen Chemieunternehmen absolviert und seine Arbeit so gut gemacht, dass man aus oberen Reihen bestimmte, er solle die Stelle eines Chemiemeisters in einem der Betriebe übernehmen. Wieder musste er intensiv lernen, in fast jeder Minute seiner Freizeit, bis er auch diese Prüfung erfolgreich absolviert hatte.

Mit Bitterkeit dachte mein Vater manchmal an die schwere Nachkriegszeit in Südfrankreich zurück, wo er in Bergerac bei einem Bauern Dienst tun musste, bis man ihn nach sechs langen Jahren „Kohldampfschieben“ und Schinderei endlich freigelassen hatte. Der Krieg hatte seine Seele auf dem Gewissen, und er trauerte seiner verlorenen Jugend hinterher.
Mit fünfzehn Jahren war er von den Nationalsozialisten zum Militärdienst herangezogen und zunächst auf eine Schule für Unteroffiziere nach Skandinavien gebracht worden. Das war nichts für ihn. Ihm lag das Dienen nicht. Nach der Grundausbildung ging er zurück ins Ruhrgebiet, von wo aus man ihn anderweitig im Militärdienst einsetzte. Ganz im Gegensatz zu ihm, war sein Vater Ernst mit Leib und Seele Soldat gewesen. Schon im Ersten Weltkrieg war er als Offizier für Deutschland in den Kampf fürs Vaterland gezogen. Doch der Krieg hatte erbarmungslos seine Opfer gefordert. Vaters einstige Kameraden von der Offizierschule waren in blutjungem Alter allesamt nach Stalingrad abkommandiert worden und dort elendig umgekommen. Nicht einer von ihnen war zurückgekehrt.

Auch der Vater meines Vaters fand 1944 als Feldwebel der Waffen-SS in Frankreich bei Auray/Morbihan sein Grab und wurde in Pornichet beigesetzt.

Vater hatte Glück im Unglück, dass er nach Kriegsende aus einem Lager bei Rheinberg von den Alliierten nach Frankreich gebracht worden war. Sein Äußeres wirkte wegen seiner schwarzen Haare dem Deutschen ganz und gar untypisch.

In den letzten Jahren seiner Gefangenschaft war der Feindeshass langsam gewichen. Zwangsläufig hatte er die französische Sprache erlernen müssen und engere Kontakte zum Eigner des Gutshofes geknüpft. Fast zwei Jahrzehnte nach seiner Entlassung flatterte ihm von diesem eine Einladung nach Bergerac ins Haus. Es berührte ihn sehr, als er den parfümierten Brief aus Frankreich in Händen hielt. Das Wiedersehen seiner Leidensstätte lehnte er jedoch ab. Zu viele bittere Erinnerungen hingen daran, die er nicht vergessen konnte. Von Frankreich wollte er zeitlebens nichts mehr wissen.

Er war 23 Jahre alt gewesen, als er nach der Gefangenschaft seine Heimat wiedersehen durfte. Dort lernte er meine zwei Jahre ältere Mutter Almuth beim Tanzen kennen. „Zur Lindenwirtin“ hieß das Lokal, das sich ganz in der Nähe des Chemiewerkes befand und unweit seines Elternhauses auf derselben Straße lag. Als das Unternehmen das Firmengelände erweiterte, wurden die kleinen Häuser und Gärten dem Erdboden gleich gemacht.

Danach lebte seine Mutter ganz in der Nähe ihres alten Zuhauses, in einer engen Zwei-Zimmerwohnung ohne Küche. Die Angehörigen ihrer Familie waren allesamt rothaarig. Mein Vater glich dem schwarzhaarigen Vater. Der „Schwatte“ war immer der Böse. Das Verhältnis zwischen ihm und seiner Mutter hatte man nicht gerade als liebevoll bezeichnen können. Es schien eher oberflächlicher Natur zu sein; der Kontakt zur Mutter ein familiäres Muss.
Er hatte sich als Kind stets von ihr vernachlässigt gefühlt. Geprägt und hart gemacht hatte ihn das, und er konnte es nicht vergessen. In punkto „nicht vergessen können“ glich er zeitlebens einem Elefanten.

Sein Bruder Günter, im Gegensatz zu ihm blond und blauäugig, war als Frühgeburt nach ihm zur Welt gekommen und hatte wegen seiner Kränklichkeit immer mehr Zuwendung erhalten als er. Zwischen erhitzten Backsteinen, die die Funktion eines Brutkastens übernehmen mussten, war Günter nach seiner Geburt mühsam am Leben erhalten worden. Im ersten Jahr kam eine Rippenfellentzündung hinzu, und der Vater musste täglich den Eiter mittels einer Spritze aus dem Rücken des armen Säuglings ziehen. Das hatte die Bindung zur Mutter vertieft.
Deutschland befand sich im Wiederaufbau; Wohnungen waren knapp, viele Häuser ausgebombt. Also zog das junge Paar zum Leidwesen meines Vaters in das Haus der Schwiegereltern in Hochheide. Hier bewohnten sie eine kleine Wohnung mit Schlafraum und Wohnküche, die mit Gasheizung, spartanisch, aber modern eingerichtet war.

Mit seiner Schwiegermutter stand mein Vater von jeher auf Kriegsfuß, denn sie war eine dominante Frau. Da er selbst seine patriarchalische Einstellung nicht ablegen konnte, rasselten beide nur allzu oft aneinander. Dann ging man sich eine Zeit lang aus dem Weg.  

Meine Oma Helene stammte aus Kantarischken im Kreis Heydekrug in Ostpreußen. Sie dachte stets sachlich, praktisch und fromm, ohne jemals sentimental zu sein, war dunkelblond, eher breithüftig, als schlank, und vom Wesen her ruhig, aber resolut, mit unverkennbar ostpreußischem Dialekt. Sie war sehr sparsam und drehte jeden Pfennig dreimal rum, bevor sie ihn ausgab. Oma war in unserer Familie die einzige Person, die immer Geld hatte.

Krankheiten wurden selbst therapiert, weil ein Arzt zu teuer und obendrein in ihren Augen überflüssig war. Einer dieser „Quacksalber“, wie sie die Ärzte nannte, hatte sie in den 40er-Jahren für unheilbar krank erklärt und ihr den baldigen Tod prophezeit. Damals war sie an schwerem Rheuma erkrankt, das ihr aufs Herz geschlagen war. Der üblen Diagnose zum Trotz behandelte sie sich selbst und wurde wieder gesund. Aufgrund dessen ließ sie bis an ihr Lebensende im 93. Jahr keinen Arzt mehr ins Haus. Sie kurierte sich mit „Haarlemer Öl“, ein widerlich riechendes Allheilmittel aus Schwefel und Terpentin, das neben Franzbranntwein und Pferdesalbe ein Muss in der häuslichen Apotheke war.

wird fortgesetzt…

Tagträume

Fotograf unbekannt


Lau weht der Wind.
Das Blattwerk flüstert leis’
und flatterhaft
dreht sich’s im Kreis,
mal hin, mal her.

Ich schau hinaus.

Der Himmel blaut.
…Mein Schreibtisch wird nicht leer.
Die Welt schaut fröhlich,
wie aus Veilchenaugen.
…Gleich der Berufsverkehr!

Ein Bild!

Es steigt die Lerche hoch
vom Wiesengrund,
und aus dem dunklen Mund
des Waldes atmet’s Kühle.

Büro-Gedankenspiele!

Träum mich weit fort
von tristen Formularen,
hinauf zum Wald.
Ich laufe still den Weg
bis an den Ort,
dort, wo die Weiden waren.

Das Telefon!

…Ich leg den Bleistift nieder.
Verklärt schau ich die schönen Bilder wieder,
ganz weltverloren
und treibe fort,
im Sonnenschein geborgen,
allein.

…Gleich fahr ich heim.