Kleiner Rückblick – 20. Umzug

Fortsetzung Teil 48

Nachdem ich Anfang 2015 meinen Kater „Dibo“ hatte einschläfern lassen müssen, und ich zunächst alle mich daran erinnernden Sachen an das Tierheim verschenkt hatte, fühlte ich die Leere in meiner Wohnung immer mehr. Da war nichts Lebendiges, nichts, mit dem ich kuscheln und die Liebe weitergeben konnte, die in mir war. Ich fühlte mich mehr als überflüssig.

Mehrere Wochen blieb ich alleine, doch dann entschied ich mich für eine Fahrt ins Katzenhaus nach Homberg, in dem heimatlose Tiere untergebracht waren, die zur Vermittlung freigestellt wurden. Ich hatte mich sofort in ein schwarz-weißes Geschwisterpärchen verliebt und machte spontan einen Kaufvertrag. Die Hauskatzen machten einen lieben Eindruck und waren sehr zutraulich. Als ich mich an dem verabredeten Übergabetermin meldete, wollte man mir die Tiere nicht geben. Man sagte mir, sie hätten Pilze und die Behandlung wäre noch nicht abgeschlossen. Das war das erste Mal, dass ich davon hörte, und ich fühlte mich betrogen. Schriftlich trat ich vom Kaufvertrag zurück und bekam nach einem Entschuldigungsschreiben mein Geld wieder.

Außenkratzbaum, Foto: Gisela Seidel

Um so etwas auszuschließen, wendete ich mich an eine Züchterin in Voerde und kaufte zwei Norwegische Waldkatzen, die man mir im Alter von 12 Wochen nach Hause brachte. Der Aufwand war gigantisch. Die Katzen allein kosteten 1.300 Euro, die restliche Ausstattung verschlang insgesamt 3.700 Euro. Manch einer wird nun den Kopf schütteln, aber ich wollte, dass es die beiden gut bei mir haben.

Es sind keine Schoßkatzen, dafür aber sehr anhänglich. Die kleine Katze ‚spricht‘ mit mir und steht genau um 22 Uhr vor mir, um mich ins Schlafzimmer zu bringen. Die große Katze schläft dann neben mir und lässt sich krabbeln, bis ich eingeschlafen bin. Meine beiden Engelchen möchte ich nie wieder hergeben.

Frisch kastriert, Foto: Gisela Seidel

In Friemersheim hatten die beiden einen großen Balkon mit Katzennetz und Blick ins Grüne. Ich schaffte zusätzlich zum Wohnungskratzbaum einen Baum für draußen an, und es war schön, ihnen beim Toben zuzusehen. Als sie fast ein Jahr alt waren, ließ ich sie kastrieren, was beide ohne Probleme überstanden haben.

Alles war soweit in Ordnung. Doch Ende 2016 stand fest, dass meine Vermieterin ihre Wohnung verkaufen wollte. Ich musste also zum 20. Mal umziehen. Von den kompletten Geldausgaben hätte ich ohne weiteres ein Haus kaufen können.

Wenn ich sauer bin, weckt das schlummernde Kräfte in mir. Am liebsten wäre ich von heut auf morgen umgezogen, aber das brauchte leider einen gewissen Vorlauf. Aber ich hatte ja bereits Routine. Nur hatten sich meine Kräfte deutlich verringert. Ich dachte an meine mit großen Mühen eingebaute Holzküche und musste mich davon innerlich verabschieden. Ein weiteres Aufbauen würde sie nicht überstehen. Doch zunächst musste ich eine neue Wohnung finden.

Es zog mich wieder an meinen Heimatortsteil zurück. Dort wohnte niemand mehr, außer meine Tante und meine Cousine. Auf genau dieser Straße wurde eine Wohnung frei und sie gehörte einem öffentlichen Wohnungsbauunternehmen. Ich schellte einfach an der Haustüre und der Mieter zeigte mir bereitwillig sie Räume. Es war eine schöne, geräumige 80 qm Wohnung, mit großer Wohnküche und kleinem Balkon. Zwar lag sie nicht so schön gelegen, wie in Friemersheim, aber hier könnte ich mich wohlfühlen und meine Katzen auch. Sofort bewarb ich mich um einen Mietvertrag, den ich nach ein paar Tagen bekam. Bereits Anfang März 2017 konnte ich einziehen.

Enya – Foto: Gisela Seidel

Ich hatte Glück und bekam eine Ausstellungsküche ohne lange Lieferzeit. Einige Lampen und Schränke hatte ich übernommen und die leere Wohnung war schnell von einem früheren Kollegen gestrichen. Auch ein neues Katzennetz wurde angebracht, mit der Erlaubnis des Vermieters. Der Umzug verlief reibungslos. Eine Nacht und alles war eingeräumt und die Kartons im Keller, abholbereit. Ich hatte es mal wieder geschafft!

Die Katzen hatten Angst vor den vielen fremden Stimmen der Umzugsfirma. Mein Sohn Patrick kümmerte ich im Schlafzimmer um sie. Erst, als die Luft wieder rein war, wagten sie sich aus ihrem Versteck. Alles wurde kritisch beäugt und später angenommen. Ich war froh; obwohl die Wohnung viel lauter war, als die alte, war die Raumaufteilung viel ansprechender.

Doria, Foto: Gisela Seidel

Fortsetzung folgt…

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

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