Kleiner Rückblick – Ewig grüßt das Murmeltier

Fortsetzung Teil 40

„Mein Liebes! Hast Du den Unterschied bemerkt? Damals, vor zwei Jahren kamst Du aus dem Urlaub zurück und hast ein volles Postfach vorgefunden. Ich hatte Dir damals so eine Art Tagebuch geschrieben…und vom „Jahrhundertgefühl“, das ich für Dich empfand.
Gestern war Dein Postfach leer. Ich hatte nichts zu sagen, weil ich leer bin…genauso wie Dein Postfach…“

So fühlte es sich tatsächlich an. Ich hatte ihm nicht viel zu sagen, bis auf die vielen Wiederholungen, die mir selbst zum Hals heraus hingen. Es würde immer so weitergehen: Feste mit der Familie, einsames Warten und nicht zuletzt der nächste Familienurlaub.

Wie immer beschwichtigte K. alles:
„Mein Liebes, natürlich habe ich bemerkt, dass Du nichts geschrieben hattest. Aber das ist kein MUSS! Du MUSST mir nicht schreiben und Du MUSST mir keine Beweise Deiner Liebe schenken.
Ich WEISS, dass wir verbunden sind und das genügt mir!
Ich bin kein Mann, der Dich nur für eine ‚einzige Sache‘ (wie Du es genannt hast) braucht. Ich brauche keine Äußerlichkeiten, keine Geschenke und keine regelmäßigen Bestätigungen unserer Verbundenheit. Ich WEISS, dass wir verbunden sind. Ist Dir eigentlich schon einmal aufgefallen, dass ich noch nie (noch nie!) diese ‚einzige Sache‘ von Dir als Bestätigung unserer Verbindung gefordert habe? Ich brauche keine Bestätigungen dieser Art – weder als Mann noch als Mensch.
Du schreibst, dass uns nichts verbindet! NICHTS? NUR das Gefühl? Ist das für Dich NICHTS? Ich weiß, dass Du mir Deine ganze Liebe und Dein ganzes Vertrauen schenkst. DAS genügt mir! Ich brauche dafür keine Beweise oder Bestätigungen. Ich habe Dir meine Seele genau so offen und frei vor Dir ausgebreitet, wie Du Deine vor mir. Es irritiert mich immer, wenn Du sagst, dass Du nicht weißt, was gerade in meinem Kopf vorgeht und was ich denke. Ich müsste für Dich eigentlich offen wie ein Buch sein, in dem Du jederzeit lesen kannst. Aber Du hast Recht: das Gefühl verbindet uns! Und das ist gut so! Ich küsse Dich! Dein K.“


K., der Mann der Ausrufezeichen! War das alles nur so dahingesagt? Ich wollte das nicht glauben, obwohl ich einsah, dass das nur Worte waren, keine Taten.
Es genügte mir nicht, NUR zu wissen, dass wir verbunden sind. Ich muss es auch fühlen, durch Gesten, Berührungen, geistige und körperliche. Ständiges Getrenntsein löst die Verbundenheit auf. Wenn er glaubte, dass ich in den Tagen ohne ihn Sehnsucht nach Sex mit ihm hatte, dann irrte er sich. DAS ist mir völlig egal! Es sind die kleinen, wichtigen Dinge, die mir fehlten: Blicke, Gesten, Berührungen, seine Stimme, seine Anwesenheit. Es geht nicht ohne. Aber seine Anwesenheit genoss schon seine Frau. Ein Zeichen, dass er sich ihr viel mehr verbunden fühlte, als mir. Meine Gegenwart brauchte er nicht.
Es gab nur EINEN einzigen Weg aus dem Teufelskreis: Die endgültige Trennung!
Ich war so müde, und es schien so aussichtslos zu sein.
In jedem Brief spürte ich das nahende Ende, den ewig langen Weg ins Nichts, den jedes Wort von uns pflasterte.

„Mein Liebes, sei nicht traurig! Ich verstehe Dich! Ja, ich verstehe Dich! Du schreibst: „Je schöner es ist mit Dir, umso trauriger macht mich das.“ Das ist kein Paradoxon! Es ist nur dann paradox, wenn man Vergleiche zieht: Du schreibst: „Auf der einen Seite steht die ganz große Liebe, die besondere Nähe, die Geborgenheit und das Vertrauen. Auf der anderen Seite steht Dein familiäres Glück, die daraus resultierende unüberbrückbare Ferne, die gestohlene Zeit, die leeren Abende, Wochenenden etc.“. Ich weiß, dass es nicht zu Dir passt, das voneinander trennen zu können. Für Dich ist es eine (!) Erfahrung, die nicht voneinander zu trennen ist: Gutes und Schlechtes immer zur gleichen Zeit. Dadurch wird es für Dich zu einem Paradoxon. Aber es ist ein zeitliches Paradoxon und kein inhaltliches! Zur gleichen Zeit, in der Du Glück empfindest, empfindest Du auch Trauer und Sehnsucht nach dem noch fehlenden Glück, nach gemeinsamen – öffentlichen – Spaziergängen, nach unbegrenzter Zeit der gemeinsamen Nähe, nach Ruhe, nach häuslichem Glück und vor allem … nach Zuhause. Das verstehe ich sehr gut!
Aber deshalb ist ein gemeinsamer Spaziergang durch die Rheinauen oder sonst wohin doch kein ‚Almosen‘. Es ist ein zusätzlicher Moment des Glücks und der Freude – für mich, aber ganz bestimmt auch für Dich, oder? Das hat nichts mit Almosen zu tun. Almosen sind Dinge, die man an jemanden weggibt, die man nicht mehr braucht und die für einen selber keine Bedeutung oder Wichtigkeit mehr haben. Für mich sind die Spaziergänge mit Dir wichtig! Ich küsse Deine Lippen und streichle Dein Haar! Dein K.“


Von mir, Klappe, die 100ste:

„Merkst Du nicht, was Du mit mir machst? Du lebst Dein Leben weiter, als würde ich gar nicht existieren!
Wie kannst Du das tun, wenn Du mich liebst? Wie ist das möglich?
Du musst Deine Frau doch noch immer sehr lieben, wenn Dir das Risiko, mich zu verlieren, weniger Kopfzerbrechen machst, als das Risiko, sie zu verlieren, was Du ja unter allen Umständen vermeiden willst.
Wenn Du sie immer noch liebst, ist es besser, wenn wir uns trennen! Ich warte nicht jahrelang auf einen Mann, der eine andere Frau liebt.“

„Ach Liebes, das kann doch nicht wahr sein! Wieso eskaliert es immer so oder so oft? Ich verstehe das nicht! Ich will Dich nicht verlieren. Dein K.“

„Wieso? Weil mir gestern dieses Wahnsinnsgefühl zwischen uns wieder einmal klar gemacht hat, dass ich den Spagat zwischen Liebe und Verzicht nicht schaffe, weil er mich auseinander reißt! Weil Du mir immer wieder zeigst, dass ich Dir im Grunde gar nicht wichtig bin! Du willst Deine Familie nicht verlieren…und Du willst mich nicht verlieren. Wann wirst Du endlich zu dieser Liebe stehen? Du weißt immer noch nicht, was Du willst.
Wenn ich Dich verliere geht für mich die Welt unter! Aber wie kann ich Dich verlieren, wenn Du weiterhin zu ihr gehören willst?“

„Mein Liebes, ja! Es ist ein Wahnsinnsgefühl zwischen uns! Gerade deshalb dürfen wir uns nicht verlieren! Die Welt wird dann zwar nicht ‚untergehen‘, aber sie würde leer und kalt sein. Das darf nicht passieren! Dein K.“

„Liebes, so weit darf es nicht kommen! Wir dürfen uns nicht verlieren! Für mich würde das Leben ganz bestimmt nicht weitergehen wie bisher, wenn Du weg wärst! Ich hätte mich nach den fünf Monaten ganz bestimmt wieder gemeldet. Vielleicht etwas später nachdem Du Dich gemeldet hattest, aber ich hätte es ganz bestimmt getan. Ich würde auch verrückt werden! Schlafe gut und tausend Küsse für Dich ! Ich brauche Dich! Dein K.“

Großes Theater! Unsere Rollen waren längst bühnenreif.

Ende August hatte ich diesen Traum:

Piet Mondrian (1872-1944)

…“In einem weiteren Traumabschnitt befand ich mich mit einer männlichen Person, die ich nicht erkennen konnte, in irgendeinem Wald. Wie immer wollte ich schnell nach Hause, fand aber den Weg nicht. Es ging steil bergauf, bis auf einmal links ein seltsames Haus erschien, vor dem wir Halt machten. Draußen an der Hauswand waren Gipsköpfe befestigt, die aussahen wie Totenmasken. Mit einem Mal waren ganz viele Leute um uns herum, aus Touristenbussen. Wir fragten, ob wir ins Haus gehen dürften, um uns alles anzusehen, aber der Mann am Eingang wollte niemanden hineinlassen. Dann machte er doch eine Ausnahme, und ich ging hinein, durch viele Räume hindurch, die voller eigenartiger Männer waren. Alle waren beschäftigt. Es war wie in einer Werkstatt. Dann sah ich an einer Wand, zwischen ca. zwanzig anderen Männern, meinen Ex-Mann stehen und meinen ältesten Sohn. Beide nahmen keine Notiz von mir. Es waren überhaupt keine Frauen dort. Ich weiß nur noch, dass ich immer weiter gelaufen bin, von Raum zu Raum. Dann bin ich aufgewacht.“

Anscheinend war es ein Fehler gewesen, K. von meinem Traum zu schreiben. (?) Danach wurde mir klar, wie falsch es gewesen war, ihm von meiner Vergangenheit zu erzählen.

Seine Traumdeutung war mir nicht gerade angenehm:

„Der zweite Traumabschnitt ist eigentlich klar: das Haus mit den zwanzig Männern ist die Verkörperung Deiner bisherigen sexuellen Beziehungen zu anderen Männern. Du irrst herum und findest nicht den Richtigen. Du bist an keinem dieser Männer wirklich interessiert und suchst immer weiter, bis Du aufwachst, obwohl ich doch schon vorher mit Dir im Wald war und Du mich nicht erkannt hast. Wir sind zusammen zu diesem Haus gegangen, damit Du erkennst, dass in diesem Haus niemand ist, der Dich interessiert und der sich wirklich für Dich interessiert. Wenn Dir das bewusst geworden wäre, bevor Du aufgewacht bist, hättest Du mich bestimmt erkannt. Ich war Dein Begleiter, der Dich im Wald beschützt und Dir den Weg zu diesem Haus gezeigt hat, damit Du erkennst, dass ich für Dich da bin, und dass alle anderen Männer nur Deinen Körper und ihre eigene sexuelle Befriedigung gesucht haben. Und die vielen ‚Touristen‘, die in Dein ’sexuelles Haus‘, in Deinen Körper, hineindrängten, ob-wohl Du das nicht wolltest, wollten Dich nur kurz zu besuchen, um ihren Spaß an Dir zu haben und Dich zu benutzen. Verzeih mir bitte, aber das waren meine ganz spontanen Gedanken zu diesem Traum. Dein Gefühl, in diesem Haus in einer Werkstatt gewesen zu sein, beschreibt das ‚Mechanische‘ in diesen sexuellen Beziehungen sehr gut. Deshalb waren auch keine Frauen dort in diesem Haus.“

Ich musste ihm teilweise Recht geben: Man hätte es so sehen können. K. gab mir einerseits das Gefühl, dass ich ihm nicht gleichgültig bin, andererseits trafen die „kurzen Besuche“ doch auch auf ihn zu.

„Mein Liebes, ich weiß, dass meine Traumdeutung sehr hart und grausam war. Ich wollte sie auch zunächst wieder löschen, aber dann habe ich es doch nicht getan, weil es das war, was ich ganz spontan beim Lesen dabei empfunden habe. Für mich war das dann in diesem Moment die Wahrheit. Ob das die ‚wirkliche‘ Wahrheit ist, kann ich nicht sagen, aber Du bist es wert ganz offen und ehrlich zu Dir zu sein. Auch wenn es manchmal sehr weh tut. Ich achte und respektiere Dich!
Du bist so viel mehr als eine Frau, die nur aus einem ’sexuellen Haus‘ besteht. Du hast ganz, ganz viele Häuser in Dir mit ganz, ganz vielen Räumen, von denen Du selbst viele wahrscheinlich überhaupt noch nicht kennst. Ich werde Dich beim Entdecken dieser Räume und Häuser begleiten. Dein K.“

Ich war es wert, dass er ganz offen und ehrlich zu mir war? Seine Frau dann wohl anscheinend nicht! SIE genoss seinen völligen Schutz, weil er sich selbst damit am meisten beschützte.

K. wollte mit mir zusammen diese anderen Räume und Häuser entdecken. Das machte mich zwar stutzig, aber beflügelte meine Laune umso mehr. Seine Worte wirbelten mir durch den Kopf:

„Meine höchstpersönliche Hausmaus im neuen Haus mit den vielen, schönen und hellen Räumen? MEINE alleinige, superliebe, sanfte, zärtliche, durch nichts und niemanden ersetzbare, schlaue, knuddelige, schmusige, hübsche, sensible HAUSmaus!!!? MEINE? Irgendwann?
Nie wieder andere Männer, die mich nur auf meine Geschlechtsteile reduzieren!? (?) Nur noch Dich und ein kuscheliges Zuhause ganz für uns…wo die Welt draußen bleibt…und unsere Liebe, die wir nie mehr loslassen werden?! Keine einsamen Wochenenden mehr, sondern Kuchen mit Sahne und Küsse von Dir, gemeinsame Spaziergänge und gemeinsames Fernsehen, wobei ich Dich nicht loslassen werde. Selbst die lästigen Einkäufe wären schön, wenn Du dabei wärst. MEINE HAUSMAUS! Jetzt würde ich Dich gerne knuddeln und ganz festhalten! Deine Mieze.“

Außerdem hatte ich ihm die Aktfotos geschickt, die er schon immer von mir haben wollte. Das brachte ihn vollkommen aus dem Häuschen:

Károly Brocky (1807–1855) – Schlafender Bacchant

„Ich wünsche meiner lieben Schönen einen wunderschönen guten Morgen mit viel strahlendem Sonnenschein!
Gestern war ein guter Tag! Ein sehr guter Tag! An diesem Tag hast Du endlich den Traum geträumt, den Du schon lange träumen solltest. Du hast endlich erkannt, dass Du Dich von Deinem alten sexuellen Haus mit den Werkstattmännern und den Touristen, die Dich besuchen, trennen musst, weil es leer und eigentlich ohne Bedeutung für Dich ist. Es ist Vergangenheit! Wenn Du bisher an Deinen Körper gedacht hast, hast Du immer daran gedacht wie schön Dein Körper in der Vergangenheit war („Ach ja, früher war ich doch viel dünner, früher hatte ich keine Falten im Gesicht usw.“). Dein sexuelles Selbstbewusstsein bezog sich meistens nur auf die Vergangenheit, weil Du Dich damals körperlich schöner gefunden hast. Du brauchtest die Werkstattmänner zu Deiner sexuellen Bestätigung. Du brauchtest sie, damit Du Dich selber und Deinen Körper lieben konntest, weil Du Dich nur dann für begehrenswert und wertvoll hieltst. Du hast Dich nur für wertvoll gehalten, wenn man Dich begehrt hat. Das ist jetzt vorbei! Du kannst jetzt dieses Haus verlassen und mit mir zusammen ein neues aufbauen.
Gestern war ein guter Tag! Ein sehr guter Tag! An diesem Tag hast Du Dich mir zum ersten Mal GANZ gegeben. Du hast zum ersten Mal erkannt, dass Du andere Männer nicht zur Bestätigung Deines sexuellen Wertes brauchst. Du hast Dich mir gezeigt wie Du bist: wunderschön und aufregend! Du hast nicht mehr daran gedacht, dass die Zeit ihre Spuren in unseren Gesichtern und Körpern hinterlässt, sondern daran, dass Du JETZT (!!!) schön bist. Das spürt man auf dem Foto, auch wenn Du noch etwas die linke Hand zusammendrückst, weil Du Dich nicht ganz wohl fühlst. Aber das ist egal! Du hast Dich mir GANZ gezeigt und gerne! Das ist das Wichtige! Du bist jetzt stolz und selbstsicher was Deinen schönen Körper betrifft! Du bist JETZT schön! Dafür brauche ich auch keine rosarote Brille, die alles in einem schöneren Licht erscheinen lässt. Ich sehe Dich viel besser als Du denkst und mein Blick auf Dich ist viel klarer als Du ihn bisher jemals hattest! Du bist aufregend und faszinierend! Das Schönste an Gestern war, dass Du das jetzt auch erkannt hast. Du brauchst keine sexuelle Bestätigung aus der Vergangenheit mehr in der Du zwar von ganz vielen Männern begehrt warst, die Dich aber nur wegen Deiner Jugendlichkeit und Verletzlichkeit besitzen wollten und nicht wegen Deiner Schönheit. Diese Schönheit Deines Körpers ist unabhängig vom Alter, und ich bin sehr dankbar dafür, dass ich sie Dir gestern für Dich wieder bewusst machen durfte. Aber das hast Du selbst getan, weil Du keine Angst mehr hattest Dich mir GANZ zu zeigen. Du hast die Schönheit Deines Körpers wiederentdeckt! Damit meine ich nicht Deine innere Schönheit, sondern ganz bewusst die äußere, erotische Ausstrahlung Deines Körpers!
Ich bin sehr glücklich! Gestern war ein guter Tag! Dein K.“

Noch mehr Ausrufungszeichen! Ich konnte seine Euphorie über die Fotos überhaupt nicht verstehen und den Hinweis auf die „vielen Männer“ empfand ich als „voll daneben“.

„Aha, UNSER Haus wird also doch nur ein rein sexuelles Haus sein! So ein Haus brauche ich nicht! MEIN Fundament für unsere Verbindung ist sowieso die Treue. Das Haus würde zusammenbrechen, wenn DU dieses Fundament erschütterst, denn dann würde das Haus einstürzen oder grobe Risse erhalten. Es wird keine Gäste oder Besucher geben, solange ich auf das „Irgendwann“ hoffen kann. Es ist zwar für den Moment ein gutes Gefühl, von anderen Männern ‚gesehen‘ zu werden, aber da ihr Interesse nicht auf mein Innen gerichtet ist, sind mir solche Pseudo-Bewunderungen eher zuwider, als erwünscht.
MEINE Schönheit kommt – wenn überhaupt – von innen und nicht von außen. Wer sie nicht sieht, wird mich nicht lieben können. Wer mich nicht lieben kann, wird zukünftig auch nicht mehr als Gast geduldet werden! Deine G.“

Dann folgte ein weiterer Traum, der mich sehr mitnahm, denn er zeigte mir ein schreckliches Bild:
Ich stand alleine und schweigend in meiner Küche. Alles war still. Als ich zur Türe blickte, sah ich K. im Flur zur Haustüre hinausgehen, wie in Nebel hinein.
Dann vernahm ich eine Person neben mir, groß, ohne Gesicht, mit einer braunen Kutte bekleidet, die Kapuze über dem Kopf. Als er meine Hand umfasste, gruselte es mich. Dann bin ich erwacht.

Dieses Traumbild machte mir Angst, denn ich empfand plötzlich eine tiefe Einsamkeit. Da ahnte ich, dass das Ende der Affäre mit K. kurz bevor stand. Und so war es dann auch.