Über meine Gedichte

Entstehung und Weitergabe

Hesiod and the Muse“ von Gustave Moreau – 1826-1898

Schon häufiger wurde ich gefragt, wie ‚jemand so etwas schreiben kann‘. Deshalb hier eine Erklärung:

Jeder Mensch bringt bestimmte Talente mit auf die Welt, die leider teilweise ungenutzt bleiben. Oft geschieht das auch, weil andere Personen diese unterdrücken und verhindern wollen. Bei mir begann es bereits als Kind mit meiner Begeisterung für Tiere und mit einer gewissen Neugierde auf religiöse Dinge.

Katzen waren meine erste Liebe und werden mit aller Wahrscheinlichkeit auch meine letzte sein.

Mit ca. 4 Jahren

Unsere Familie lebte im Haus meiner Großeltern. Oma war fromm, evangelisch erzogen und las täglich in der Bibel. Niemand meiner Familie ging in den Gottesdienst, nur ich, freiwillig, mit ca. 10 Jahren. Danach kam Dick und Doof in die Kinos, und mein Interesse wechselte an diesen Ort.

Damals war ich interessiert an Malerei, und ich begann zu zeichnen. Zunächst in Bleistift, später malte ich mit Ölfarbe. Den Großteil meiner Bilder habe ich verschenkt, aber selbst meine Eltern mussten anerkennen, dass die Zeichnungen gut waren.

Ausschnitt aus einem Märchenbild in Aquarellmalerei

Da ich bereits mit 5 Jahren lesen konnte und deshalb eingeschult wurde, habe ich Bücher geradezu ‚verschlungen‘.

Als ich danach auf die Handelsschule ging, waren Gedichte die ersten Berührungspunkte im Fach Literatur. Als erste, zaghafte Eigenhandlung verfasste ich einen Roman, den meine Mutter fand und ins Feuer warf. Danach waren meine Talente stillgelegt, und ich wurde nach der Schule in einen Büroalltag gesteckt, den ich anfangs nicht wollte.

Mit der Zeit lernte ich meine Träume zu lesen, die mir zunächst Bilder brachten, die ich nicht verstand. Als ich meine Lebensstellung erhielt, träumte ich von einem Haufen lebender Ferkel, die mitten auf dem Gehweg lagen. Der Traum sagte aus: Das ist dein Lebensglück. Und so war es auch. Der Traum wiederholte sich später ein zweites Mal vor einer Darmoperation.

Michelangelo – Sixtinische Kapelle

Mein Interesse an Religion blieb, trat jedoch in den Hintergrund. Ich ließ mir von verdutzten Kollegen eine Bibel schenken, die ich auch las, aber damals nicht verstand.

Das Leben formte mich gnadenlos zu einer tiefgründigen, starken Person, die dieses Leben meistern musste, meist alleine und ohne Familie. Ich war fast 50 Jahre alt und wollte mir eine ehrenamtliche Tätigkeit suchen, um die leer gewordenen Beziehungslücken mit sinnvollen Dingen zu füllen. Mein jüngster Sohn bekam im Jahr 2002 immer noch die Kirchenzeitung der evangelischen Kirche, die normalerweise sofort in den Müll wanderte. Doch diesmal stand dort die Suche nach einer ehrenamtlichen Mitarbeiterin in einem Altenheim in Duisburg. Ich bewarb mich, und mir wurden dort diverse Aufgaben zugeteilt, unter anderem das Schreiben für die Heimzeitung.

Die dortige Mitarbeiterin war der Esoterik sehr zugewandt, von der ich bis zu dem Zeitpunkt keine Ahnung hatte. Sie selbst malte Engelbilder. Es hat mich alles sehr interessiert, und ich tauchte ein in diese Welt, in der die Anhänger glauben, sie seien auch Gott. Damit kann ich bis heute nichts anfangen. Alles was Gott erschafft ist lebendig…was der Mensch erschafft ist tote Materie.

Auf jeden Fall kam diese Sozialarbeiterin irgendwann auf die Idee: „Ich male die Engelbilder und du machst dazu Gedichte.“ Was ich bis dahin nicht wusste: Ihre Bilder passten nicht zu dem, was und wie ich schreibe und die Verbindung kam nie zustande.

Auf jeden Fall war ich damals der Meinung, dass ich das nicht kann. Irgendwann im Spätsommer nahm ich einen Schreibblock und setzte mich in meine Gartenlaube. Ich bat den Himmel um Input…und plötzlich ‚floss‘ es aus mir heraus aufs Papier. Es waren sehr viele Gedichte, aber unterschiedlicher Struktur. An den meisten feilte ich, um sie zu verbessern und zu veredeln. Aber es gibt einige, die schrieb ich nur auf und musste nichts ändern. Ich merkte, dass diese Gedichte speziell für mich bestimmt waren. Geschrieben von ‚höherer‘ Stelle…direkt aus dem Jenseits heraus.

Verbindung

Ich weiß, manch einer wird hier irritiert den Kopf schütteln. Aber es gibt so manches, was sich der Kausalität entzieht.

Was sich vielleicht anhört, wie eine Mahnung von mir, kommt ebenfalls von dieser anderen, lichtvollen Ebene. Ich bin dann nur die empfangende Person, die aufgeschrieben hat.

Nach den Gedichten folgte meine Ich-Biografie über Friedrich Schiller und danach die anderen Romane. Dazwischen schob sich eine zum Scheitern verurteilte Liebesverbindung, Gedichte zur Verarbeitung dieser unglücklichen Episode, die zum Glück nicht in einer ‚romantischen Kurzschlussreaktion‘ endete.

Seitdem, Rückkehr zur Religion…vielmehr zur Mystik, mit Interesse an den hebräischen Schriften und deren Auslegung.

Die Website habe ich gemacht, um Gedichte kostenlos weiterzugeben, die ich ebenfalls umsonst erhalten habe.

An allem Erlebten erkennen wir uns selbst und finden uns darin. Die ganze Welt ist in uns, wenn wir einst aus dieser Welt zurückkehren.

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Elisabeth Vigée-Lebrun [1755 – 1842]

Leere Blätter

Die Tage gingen – Leere-Blätter-Zeiten –
mir fehlten uns’re Wortverbundenheiten;
in meinem Innern fühlte ich nur Leere,
trennten mich von dir und deiner Sphäre
doch nur die bloßen Alltagslücken,
lassen sich mit Gedankenbrücken nun neu verbinden –
ein ewig Wiederfinden.

4 Gedanken zu „Über meine Gedichte“

  1. Liebe Gisela,

    das hast du sehr berührend geschrieben. Deine Geschichte ist wirklich sehr tiefgründig und man ist richtig gefesselt beim Lesen.
    Ganz schlimm empfinde ich den Abschnitt, als deine Mutter deinen ersten Roman ins Feuer geschmissen hat … das ist so unendlich traurig.
    Ja, das Leben hat dich geformt und du musstest schon so oft stark sein!
    Sehr bemerkenswert.

    Liebe Grüße
    von Karin

    1. Danke, liebe Karin,
      ich freue mich, dass Du meine Seite abonniert und die Seite gelesen hast.
      Meine Geschichte ist teilweise traurig, zumal es auch mein Lieblingstier war, das im Feuer verschwand. Das war damals ein Schock.
      Aber das ist Vergangenheit. Wir können sie nur nicht einfach loslassen. Sie verfolgt uns überall hin.
      Das Leben formt. Entweder man zerbricht daran oder wird stark daraus hervorgehen.
      Wir lassen uns so schnell nicht unterkriegen.
      Vielen Dank für Deinen Kommentar.

      Herzliche Grüße
      von Gisela

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