Ein Hauch von Liebe

Liebe ist auf dieser Welt nur ein Hauch der göttlichen Liebe. Die Macht des Geistes ist das Höchste; es gibt nichts Größeres in dieser Welt. Die Liebe ist die größte Macht von allen; Liebe ist die Macht des Geistes in Aktion. Liebe, so steht es in der Bibel, ist die Erfüllung des Gesetzes.

Gott, der Große Geist, ist der Inbegriff von Liebe und Weisheit. Er ist die Dynamik, die es allem ermöglicht, zu existieren, zu atmen, sich zu bewegen, Gefühle zu haben und sich auszudrücken. Gott ist jenseits allen endlichen Verständnisses, jenseits aller Begrenzung und Beschränkung. Er ist der unendliche Geist, die Quelle von allem, was je gewesen ist und je sein wird. Er ist der Geist, der die Liebe möglich macht und alles Bewusstsein mit den Attributen Seiner Göttlichkeit ausgestattet hat. Er ist der Geist, der sich im Menschen regt und ihn befähigt, sich zu Höhen des Idealismus, der Selbstaufopferung und des Dienstes zu erheben. Wir sind Teil seines Plans.

Die göttliche, unendliche Liebe hat den großen Plan erdacht. Da es unendliche Liebe gibt, muss es auch Barmherzigkeit geben, denn Barmherzigkeit, Mitgefühl, Toleranz, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Liebe, das sind die Attribute der Göttlichkeit.

Man kann in keinem Labor den Geist sezieren. Genauso wenig kann der Mensch Leben erschaffen. Leben erschaffen kann nur Gott. Wie niedrig die Form des Lebens auch sein mag, sie kann von Menschen nicht hergestellt werden, weil das Leben nicht physisch ist.

Der Tod hat keine Macht über das Leben oder die Liebe.

Man wird mich belächeln, wenn ich schreibe, dass mir meine Katzen stets näherstanden als Menschen. Ich liebe Tiere über alles. Es tut mir innerlich weh, wenn ich diese Geschöpfe leiden sehe. Katzen sind meine Lebensgefährten geworden, und ich bin dankbar dafür, durch die Liebe dieser Tiere in meinem irdischen Dasein beschenkt worden zu sein. Ich fühle mich dadurch reichlich gesegnet. Sie haben und hatten Liebe von einem Menschen und ich hatte Liebe von ihnen. Ich bin überzeugt davon, dass es meinen bereits verstorbenen Katzen nach dem Tod gutgeht, ohne Anzeichen von Alter oder Gebrechen, sondern schön in der Anmut; sanfte, liebevolle Geschöpfe, denen ich in ihrer Entwicklung hoffentlich helfen konnte.

Liebe in ihrer höchsten Form ist göttlich; Liebe in ihrer niedrigsten Form ist der Gipfel der Selbstsucht.

Die Schatten der Erfahrungen sind zu Meilensteinen auf dem Weg der geistigen Erkenntnis geworden. Zu sich selbst zu finden und sich selbst zu lieben, waren schwierige Wegstrecken, die ich zurücklegen musste.

Liebe kann nicht gemessen oder gewogen werden, Liebe kann mit keinem Skalpell oder Instrument seziert werden, aber sie existiert. Die Liebe ist die größte Macht im Universum, sie ist die Erfüllung des Gesetzes. Das ganze Universum existiert wegen der Liebe. Es ist die Liebe, die das Schicksal jedes Lebewesens im gesamten Sein lenkt.

Die Liebe, die der Gipfel, die Grundlage und die Quelle allen Lebens ist, dringt durch den Menschen und versucht, sich in größerem Maße auszudrücken, sodass in der Fülle der Zeit das ganze Universum von der Liebe des Wesens, das alles gestiftet hat, umhüllt sein wird.

Es ist leicht, die zu lieben, die dem Spiegelbild gleichen. Darin liegt keine Tugend, keine Heiligkeit. Aber diejenigen zu lieben, die einem feindlich gesinnt sind, das ist die Eigenschaft einer entwickelten Seele.

Die höchste ist die altruistischste Form, sie liebt, weil sie muss, sie liebt, weil sie weiß, dass die Liebe die Erfüllung des göttlichen Gesetzes ist.

Vielfach ist die Liebe zu einer Familie egoistisch, eine Liebe zu Blutsbanden. Oft wird sie von einem Beschützerinstinkt geleitet und ist ein Überbleibsel der tierischen Abstammung im Evolutionsstrom. Aber die Liebe ist zu ihren höchsten Aspekten fähig, wenn sie danach strebt, alle zu lieben, ohne an sich selbst zu denken, ohne Belohnung, ohne Wärme, sondern weil sie Selbstverleugnung ist, das Göttliche in Aktion. Die Liebe will dienen, aufrechterhalten, trösten. Die Liebe drückt sich in Barmherzigkeit, Mitgefühl, Freundlichkeit und Güte aus. Sie offenbart sich in Verzicht und Opferbereitschaft.

Die Liebe in unserer Welt ermöglicht viele wundersame Taten, wie Aufopferung, Heldentum, Dienst und Selbstverleugnung. Aber können wir die Kraft der Liebe ermessen, die von einem hoch entwickelten, geistigen Wesen ausgeht, das einen Teil der Lebenskraft selbst sammelt, um befähigt zu sein, uns Menschen ein Schutzschirm zu sein?

Erst nach dem Tod verstehen wir die wahre Bedeutung der Liebe, denn die Liebe ist im Wesentlichen eine geistige Eigenschaft. Liebe ist die Eigenschaft, die Seelen und Gemüter verbindet. Die Liebe ist ein Ausdruck des Großen Geistes. Liebe ist der Wunsch, alle notwendigen Opfer zu bringen, um zu dienen. Die Liebe sieht kein Übel, keinen Schmerz, keinen Schaden, sie begehrt nichts für sich selbst.

Die wahre Liebe ist die Vereinigung zweier Seelen. Der Große Geist hat in unendlicher Weisheit bestimmt, dass jedes der beiden Geschlechter das andere ergänzt. Und dort, wo die vollständige Verschmelzung stattfindet, ist es wahre Liebe, denn jeder liefert, was dem anderen fehlt, und die Dualität bildet die Einheit. Da sie ein Teil des unendlichen Geistes ist, hat sie eine unendliche Anzahl von Variationen, die von der niedrigsten bis zur höchsten reichen, von der magnetischen und physischen körperlichen Anziehung über die mentale bis hin zur geistigen, die die Grundlage ist.

In dieser Welt ist sie außergewöhnlich. Es ist die Ausnahme, nicht die Regel, dass sich die beiden Hälften treffen. Wenn sie es tun, finden sie zueinander und werden ganz. Das ist die natürliche Ehe der Seelen. Es ist die uralte Lehre von den Affinitäten, den Seelenverwandtschaften, die ihren Ausdruck finden. In einem Prozess, der Millionen und Abermillionen von Jahren dauert, kann man sehen, dass das Zusammentreffen von zwei Hälften oder Affinitäten nicht üblich ist, weil sie etwa zur gleichen Zeit geboren werden müssen. Wenn dies der Fall ist, ist es Teil des göttlichen Plans.

Die indische Philosophie behauptete schon vor Jahrtausenden, dass der Mensch vor Urzeiten beide Geschlechter in sich getragen hat, so wie es auch in der 1. Schöpfungsgeschichte der Bibel steht. Der Mensch war demnach androgyn wie ein Engel, also Mann und Frau in einer Person. Die Entwicklung der Teilung war ein Prozess, der in Jahrmillionen geschehen ist. Das Naturgesetz, als Gesetz der Materie, hat die beiden Geschlechter voneinander gelöst, um sie dann aber in einem äußerlich erlebten Akt wieder körperlich zu vereinigen. Doch ist diese Vereinigung nur für kurze Zeit und nur körperlich.

Die Sehnsucht nach Zusammenschluss im Geiste bleibt bestehen, die Sehnsucht nach einem einzigen Ich. Eines Tages wird man einsehen, dass die sexuelle Kraft nur ein Selbstbetrug ist. Man glaubte, in der körperlichen Einheit die vollkommene Erfüllung erreichen zu können. Ein Feuerwerk, das gleich danach ausgebrannt und erloschen war. Es blieb eine Sehnsucht nach dem Glück, die nicht auszulöschen ist.

Die Liebe ist die Offenbarung einer Kraft, die hier auf Erden Menschen zwingt, sich zu vereinigen. Es ist nur ein körperliches Einswerden möglich. Die Seele bleibt alleine. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, müssten wir die sexuelle Kraft in eine schöpferische wandeln, d. h., sie auf eine höhere Ebene erheben und sie ins Erhabene steigern, verfeinern, veredeln und den Trieb im künstlerischen, kulturellen Schaffenskreis umsetzen.  

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet!“ – Goethe

Terror dieser Zeit – Ursache und Wirkung

KI modifiziert

Wir leben in einer Zeit, in der Kerzen angezündet werden, um durch kleine Lichter warme Gedanken in die Welt zu senden. Taten fehlgeleiteter Menschen machen derzeit sprachlos. Wir müssen den Terror dieser Welt erleben, der durch rücksichtsloses Erzwingen Änderungen herbeiführen will, die nur die Terroristen selbst für gut befinden. Wer immer seinen Mitmenschen so etwas antut, muss mit eigenen Konsequenzen rechnen.

Wie traurig ist es, Millionen von Menschen zu sehen, die nicht wissen, wer und was sie sind, die blind und taub für die geistigen Realitäten sind? Sie haben sich verirrt und leben in einem Sumpf, in dem sie umherirren, weil sie nicht in der Lage sind, Wege der Wahrheit zu beschreiten. Hier ist nicht reich oder arm gemeint. Alle sind gleichermaßen betroffen.

Sicher wird es gerade in dieser Zeit viele Menschen geben, denen Beten innere Kraft gibt. Ein Gebet ist eine Bitte um Hilfe an die höheren Mächte im spirituellen Bereich. Es wird immer nur die eigenen Wünsche vorbringen, auch wenn diese mit den Wünschen anderer Menschen nicht übereinstimmen. Möglicherweise beten diese um genau das Gegenteil.

Ein Gebet kann das Wirken des Naturgesetzes nicht verändern. Es kann nicht in die Abfolge von Ursache und Wirkung eingreifen. Der Mensch besitzt nicht die Macht, die mathematische Gewissheit zu unterbrechen, dass die Wirkung mit unveränderlicher Präzision auf die Ursache folgt.

Das Gesetz ist unumstößlich und unabänderlich. Es gibt keine religiöse Übung, keine Hymne, kein Gebet, kein heiliges Buch, das sich einmischen und die Abfolge von Ursache und Wirkung verändern könnte. Die Wirkung folgt der Ursache mit methodischer und mechanischer Gewissheit, und niemand hat die Macht, ob er Priester oder Laie genannt wird, diesen natürlichen Prozess zu stören. Wer das Wachstum des Geistes wünscht, muss die Art von Leben führen, die allein das spirituelle Wachstum gewährleisten kann.

Menschen erkennen nicht, dass niemand berechtigt ist, unschuldigen Geschöpfen unnötige Grausamkeit und Terror zuzufügen. Das Höhere sollte immer dem helfen, was es für das Niedere hält. Hier sind auch die Tierversuche gemeint. Niemand soll glauben, dass Menschen durch diese bösartigen Versuche Gesundheit erlangen können. An den Nebenwirkungen wird man es erkennen.

Das Verständnis des Lebenssinns wird dazu führen, dass die furchtbare, schreckliche, materialistische Krankheit beendet wird, die den Planeten Erde zu dem schrecklichen Ort macht, der er geworden ist, während er der Garten Eden sein sollte, in dem die Früchte des Geistes im Überfluss vorhanden sind.

Kaisertreue und 1. Weltkrieg

Weihnachten in den Kriegsjahren

Militär, Kaiser und 1. Weltkrieg
Auszug aus meinem Buch „Henriette Brey, Dichterin der Seele“

In der Dienstuniform des 1. Garderegiments zu Fuß mit Interimsfeldmarschallstab, machte er bei seiner Ankunft eine vorzügliche Figur. Wo immer der gerne reisende Kaiser Wilhelm II. erschien, erntete er Jubel, und die Bevölkerung empfing ihn mit Begeisterungsstürmen. An der euphorischen Menschenmenge vorbeischreitend, schien er den Beifall der Nationalen sichtlich zu genießen, die anschließend formulierten: „Jeder Zoll ein Kaiser!“ Die Männerwelt folgte ihrem Idol und machte gezwirbelte Schnurrbärte mit geschwungenen Spitzen zum damaligen Modeideal.

Der Plan, ein Denkmal Wilhelms des Großen auf dem Kleinen Markt in Geldern errichten zu lassen, welches im Rahmen einer Festveranstaltung feierlich enthüllt werden sollte, wurde im Laufe der Feierlichkeiten ausgeführt.

Nachdem Graf Hoensbroech ein Kaiserhoch ausgesprochen hatte, welches mit tausendfachem Echo von den Umstehenden erwidert wurde, spielte die Regimentskapelle die Nationalhymne. Unter Glockengeläut hoben sich nahezu 2000 Brieftauben in den blauen Niederrheinhimmel, um die Botschaft der Denkmalsenthüllung an alle umliegenden Orte zu tragen.  

Sechs Meter hoch ragte „der Heldenkaiser“ nun über dem Platz. Bereits ein Jahr später sollte die heimische Garnison an ihm vorbei in den Krieg ziehen.

Der Bürgermeister verabschiedete damals die abrückenden Soldaten feierlich, mit einer markigen, von Pathos strotzenden Ansprache. Die Pickelhauben glänzten und funkelten in der Augustsonne, als die Tausendschaft, begleitet von brausendem Jubel, zum Bahnhof marschierte. 

Schon bald verblutete in den Jahren 1914 bis 1918 die ganze Welt auf dem Feld der Ehre!

Der Kaiser war davon überzeugt, dass der Krieg von den Regierungen Russlands, Englands und Frankreichs geplant worden war, um Deutschlands Vormachtstellung zu vernichten. Als am 28. Juni 1914 der Erzherzog Franz Ferdinand und seine Gemahlin in Sarajevo einem Attentat zum Opfer fielen, formierten sich alle militärischen Kräfte im In- und Ausland.

Auf des Krieges vermeintlichen Segen, kraftvolle Begeisterung, Mut, Opferbereitschaft und Heldentum zu schaffen, folgten Tod, Elend, Leid und Hunger. Ein unsichtbarer Feind hatte sich in die Lager und Städte geschlichen: die Cholera. Not und Jammer schritten im Gefolge.

Tausendfache Opfer brachte der Krieg. Das Leben war ein Bangen um diejenigen, die in den ersten Reihen kämpften. Deutschland weinte um seine Söhne, um die in fremder Erde Begrabenen, um die vergeblich Zurückersehnten, die nie mehr heimkehren sollten. Würden die Wunden, die der Krieg geschlagen hatte, jemals wieder verheilen? Als die Kriegsgewitter die deutschen Gaue durchbrausten, die Männer zu ihren Waffen eilten, und die Zurückgebliebenen täglich um ihren Schutz beteten, gingen angstvoll sorgende, aber auch glücklich stolze Gedanken durch die Köpfe der wartenden Angehörigen.

Manch einer im Dorfe ging mit rot geweinten Augen umher, der sein Liebstes hatte im Feld lassen müssen. Der Himmel verlangte am Altar des Vaterlandes allzu oft das schwerste Opfer. Wenn man den einzigen Sohn hatte hergeben müssen, war das Herz voller Jammer. Die Leidtragenden schritten mit blassem Stolz, in schwarzen Gewändern umher und hoben sich die Tränen des Schmerzes für das Dunkel der Nacht auf. Man zeigte keine Tränen und ertrug sein Leid still und ergeben.   

Doch sehr viel leichter fiel es auch nicht, den verkrüppelten Sohn in die Arme zu schließen, der sein Bein oder seinen Arm für das Vaterland verloren hatte. Wem sollte der Bauer nun sein Erbe geben?

Alle saßen im gleichen Boot, denn fast jeder hatte einen seiner Lieben draußen im Feld. Wenn die Post einmal länger dauerte oder gar ausblieb, vermutete man sogleich das Schlimmste. Es ging ein Hoffen und Sorgen durch die Reihen, welches nicht nur alle Wartenden standesgleich machte, sondern sie einander menschlich nahebrachte. Jeder, ob Herr oder Knecht, arm oder reich, bangte um den Liebsten im Schützengraben.

Die Not der Zeit und die Liebe zum Vaterland brannten allen auf der Seele. Es galt als etwas Großartiges, gegen den Feind kämpfen zu können, und es war etwas Herrliches, die Heimat verteidigen zu dürfen. Man starb im Frieden mit Gott und opferte freudig sein Leben für die Heimaterde. Gestorben als Held und als Christ mit dem fest umklammerten Eisernen Kreuz in den blutigen Händen.   

Gedanken über das Weihnachtsfest

Viggo Johansen (1851–1935)

Ganz gleich, wie Weihnachten gefeiert wird, das Fest bringt Glanz und Licht in die dunklen Wintertage. Da werden Stimmen laut, die darauf hinweisen, Weihnachten sei ein heidnisches Fest. Was ist heidnisch? Andersgläubig? Das würde bedeuten, alle Nichtchristen wären Heiden. Ich sehe das anders.

An Gott-Vater glauben, an den Schöpfer dieses herrlichen, einzigartigen Planeten, kann der Mensch auch ohne Zugehörigkeit zu einer renommierten Kirche. Hier wird unterschieden zwischen dem Christen-Gott und beispielsweise Allah, dem Gott der Muslime. Dabei gibt es nur EINEN Gott. Auch Andersgläubige feiern Weihnachten. Für die Muslime gilt Jesus immer schon als bedeutsamer Prophet.

In ihrer Heiligen Schrift, dem Koran, gibt es ebenfalls eine Geburtsgeschichte Jesu. In den Versen 22 und 23 der 19. Sure wird erzählt, dass Jesus an einem „fernen Ort“ unter einer Palme geboren wurde. Vorangestellt ist hier – wie auch in der Bibel – das Wunder der Empfängnis, der Beweis, dass Gott Dinge aus dem Nichts erschaffen kann. Muslime sehen in Jesus einen Propheten, den sie Isa nennen, einen Gesandten Gottes, aber nicht – anders als die Christen – seinen Sohn.

Sind wir nicht alle Kinder Gottes? Mal mehr, mal weniger spirituell; viele in außergewöhnlicher Gestalt und mit Talenten ausgestattet, die nur von Gott gegeben sein können. Talente, die andere heilen, die mit Worten berühren. Die ‚sehend‘ machen, da, wo zuvor noch ein ‚blindes‘ Bewusstsein herrschte. Auch Jesus hat ‚sehend‘ gemacht, und obwohl er immer nur selbstlos für die Menschen da war, haben genau diese ihn ans Kreuz schlagen lassen, um ihn zu brechen. Damit sie in die Welt hinausschreien können: „Seht nur, er ist doch gar nicht Gottes Sohn! Er stirbt, wie alle anderen Menschen auch!“

Er war ein Mensch. Das hat Jesus nie bestritten. Aber er war in besonderer ‚Verbindung‘ mit der Sphäre, die manche leugnen. Er war einzigartig, wie jeder Mensch einzigartig ist. Aber seine Botschaften werden Ewigkeiten überdauern, weil sie zeitlos sind.

In einer angeblichen Engel-Offenbarung an Seth (3. Sohn Adams und Evas) wurde diesem mitgeteilt, dass in 5.500 Jahren Gottes Sohn käme und den Körper Adams wieder auferstehen lassen würde, als Zeichen, dass Jesus wirklich der Messias sei. Die verborgene Schrift, aus der diese Weisheit stammte, soll im Tempel Jerusalems aufbewahrt worden sein.

Dann gibt es noch die Fundamentalisten, die es sich auf den wortgetreuen Bibelversen bequem machen und behaupten, das Fest sei heidnisch. Sie lehnen alles ab, was mit diesen Tagen zusammenhängt, und brüsten sich damit, besser zu sein und Gott wohlgefälliger, als die anderen Menschen.

Wenn ich auf den Kommerz rund um das Weihnachtsfest schaue, kann ich verstehen, wenn man ein solches Fest nicht feiern möchte. Geht der Sinn der Geschichte verloren, wenn ich den Menschen, die ich liebe, Geschenke mache? Sicher nicht! Dabei denke ich an die ‚Heiligen drei Könige‘, die dem neugeborenen Jesuskind Geschenke brachten. Sie schenkten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold zum Zeichen, dass er der Besieger des Bösen und aller Hasser ist, Weihrauch zum Zeichen, dass sein Geist von den Toten aufersteht, erhaben über Himmlisches und Irdisches, und Myrrhe zum Zeichen, dass er die Bitterkeit des Leidens und des Todes erfahren wird.

Auch wir sollten das Böse besiegen und an ein Weiterleben glauben. Alles, was wir hier auf Erden erfahren, werden wir mitnehmen hinter den Horizont, damit wir nach einer Zeit des Ausruhens ein neues Weihnachtsfest feiern dürfen. Das ist ein Geschenk von Gott an uns.

Ewigkeitssonntag

Aus dem Poesiealbum meiner Mutter:
„Lass die Winde stürmen auf der Lebensbahn, ob die Wogen türmen gegen deinen Kahn. Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht. Gott ist dein Begleiter. Er verlässt dich nicht.“

Jahre vergehen wie im Flug. Es ist schon ein Kreuz mit der Zeit, die physikalisch in Ordnung gebracht, vierdimensional die Relativitätstheorie bildet. Sie erfüllt, beseelt den Alltag der Menschen oder kann ihn belasten. Niemand kann das Fortschreiten der Gegenwart, von der Vergangenheit kommend und zur Zukunft hinführend, halten.

Anders als heute tickten die Uhren zu Luthers Zeiten. Damals, als die Kirchen noch gut gefüllt waren, maß man dem Kirchenjahr eine große Bedeutung zu. Das tut man noch Jahrhunderte später. Obwohl ich mich von der Kirche entfernt habe, frage ich mich: Welche Bedeutung hat das Kirchenjahr heute noch?

Es beginnt mit dem 1. Advent in der dunklen Jahreszeit, nachdem der depressive November seine Nebel lichtet, wieder durchlässig wird für die Strahlen des Lichterglanzes. Eine Geburt kündigt sich an; etwas ganz Neues von größerer Reinheit soll entstehen. Nicht nur deshalb wird Maria als unberührte Jungfrau und dennoch als Mutter dargestellt.

In der Adventszeit beginnt die Zeit der Besinnung. Die Hektik des Alltags soll draußen bleiben. Man besinnt sich auf das, was wichtig ist, begegnet Liebe und Einsamkeit mit anderen Gefühlen als sonst.

Im neuen Jahr dann, darf das ‚geborene Kind‘ ganz zur Entfaltung kommen. Es bringt Hoffnung auf einen neuen Frühling, auf Licht und Leben. Es ist die Zeit, in der Unkraut und Weizen noch durcheinanderwachsen. Die Zeit der Ernte scheint noch weit. Viele Blüten werden sterben müssen, um anderen das Leben zu ermöglichen. Fastenzeit und Passion – Zeit des Leidens, des Sterbens und der Wiederauferstehung. Mensch und Natur entdecken die göttliche Kraft des Werdens.

Sommer – ermüdender Alltagstrott. Man kommt zurecht, wenn auch langsam unter der Hitze der Alltäglichkeiten.

Erntedankfest – die Speicher sind gut gefüllt für den Winter. Die Felder liegen brach. Die Herbstwinde fegen darüber und erinnern uns an unsere eigene Vergänglichkeit. Aber es bleibt eine Hoffnung auf einen neuen Frühling, darauf, dass der Tod nur eine Wandlung ist.

Der Ewigkeitssonntag beendet den Jahreskreis und alles beginnt aufs Neue.

Wir sind nicht allein auf diesem Weg, der uns nach dem Lebenssinn fragen lässt.

Man sagt, man müsse das Leben planen. – Eine aus der Hektik des Alltags geborene Halbwahrheit. Lebenszeit kann nicht geplant werden. Mein Sohn ist ohne vorheriges Anzeichen gestorben. Die Hektik des Alltags und die Einstellung der Menschen haben seine Lebenszeit verschlungen. Ich musste das Gefasstsein üben und frage mich, was wirklich wichtig ist.

Das ‚Christkind‘ wird trotzdem zur Welt kommen, alles Negative über Bord werfen und uns an das Lebenswerte in dieser Welt erinnern. Das sehe ich als Sinn dieses Geburtstages, auch wenn der genaue Zeitpunkt nirgendwo bestätigt ist.

Der christliche Geist trägt das zeitlos Liebevolle in sich und wird unser Herz durch schöne Klänge für angenehme Dinge öffnen und Familien zusammenführen. Er lässt uns nicht vergessen, dass die Liebe zu Gott auch Nächstenliebe heißt. Das schließt auch die Tiere mit ein.

Gelassenheit müssen wir lernen. Sich selbst nicht mehr so wichtig nehmen. Die Zeit zurückdrehen, in der die Kirchturmuhr noch halbstündlich läutete. Eine Oase finden, in der die Hektik der Zeit draußen bleibt.

Foto: Gisela Seidel

Glaubensbekenntnisse

Übersetzung:

Stell dir vor, es gäbe kein Himmelreich,
Es ist ganz einfach, wenn du es versuchst.
Keine Hölle unter uns,
über uns nur der Himmel.

Stell dir vor, alle Menschen
leben nur für das "Heute".

Stell dir vor, es gäbe keine Länder,
es ist nicht schwer, das zu tun.
Nichts, wofür es sich lohnt zu töten oder zu sterben
und auch keine Religion.

Stell dir vor, alle Menschen,
leben ihr Leben in Frieden.

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
aber ich bin nicht der Einzige.
Ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
und die ganze Welt wird eins sein.

Stell dir vor, es gäbe keinen Besitz mehr.
Ich frage mich, ob du das kannst.
Keinen Grund für Gier oder Hunger,
Eine Menschheit in Brüderlichkeit.

Stell dir vor, alle Menschen
teilen sich die ganze Welt.

Du wirst vielleicht sagen, ich sei ein Träumer,
aber ich bin nicht der Einzige.
Ich hoffe, eines Tages wirst auch du einer von uns sein,
und die ganze Welt wird eins sein.

Die Wahrheit über Religion ist, dass keine Religion die ganze Wahrheit besitzt.
Sie ist leider im Laufe der Jahrhunderte verzerrt und von den Glaubensbekennern verfälscht worden.

Kein Bewusstsein, kein Geist ist durch die Taten der Kirchen spirituell gewachsen.

Gespaltene Lager, geschaffene Barrieren, unnötige Unterschiede in Ländern und Familien wurden und werden verursacht.

Religion ist das, was den Großen Geist in uns befähigt, sich in unserem Leben zu offenbaren; es stärkt die Verbindung zwischen ihm und jedem Menschen.
Religion ist Dienst, Dienst ist Religion. Alles andere ist nicht wichtig.

Menschen sind dazu geschaffen, nicht in Isolation zu leben, sondern in williger Übereinstimmung mit allen anderen.

Diese Sichtweise muss sich in dieser Welt ausbreiten, die Erkenntnis, dass alle miteinander verbunden sind, dass keine Individuen, Klassen, Kasten oder Länder für sich allein aufsteigen und andere zurücklassen können.

Alle müssen gemeinsam aufsteigen und fallen, nicht nur die Menschen, sondern auch die Tiere, denn alles Leben ist eins, und die gegenseitige Abhängigkeit zieht sich durch das ganze unendliche System.

Bild KI generiert

Kirchen sollten Aufbewahrungsorte vitalisierender geistiger Kraft sein.
Sie sind zu dem geworden, was der Nazarener „getünchte Gräber“ nannte, wo sie unfruchtbare, sterile, antiquierte, dogmatische Lehren predigen, die keine Beziehung zum menschlichen Leben, seinen Problemen und seinen enormen Möglichkeiten haben. Die Autorität der Kirchen, der Bücher, der Glaubensbekenntnisse, all das schwindet. Sie werden allmählich über Bord geworfen, damit die Wahrheit sichtbar wird.

Die Macht des Geistes wird manifestiert, nicht durch Erzbischöfe, Bischöfe, Päpste, Priester, Imame und Rabbiner, sondern durch gewöhnliche Sterbliche, die mit der wunderbaren Aufgabe betraut sind, dem Großen Geist zu helfen, damit göttliche Liebe, Weisheit und Macht allen zur Verfügung stehen, die bereit sind, sie zu empfangen.

Den Kindern muss beigebracht werden, dass wahre Religion darin besteht, zu dienen, all die ausgefeilten Phrasen der Priesterkunst zu ignorieren und ein ehrliches, selbstloses Leben zu führen, in dem Wunsch, der Welt, in der es wohnt, zu helfen und so dem Großen Geist, von dem es ein integraler Teil ist, treu zu sein.

Hautfarbe, Klasse, Nationalität, Sprache – das sind nur physische Unterschiede. Geistig sind wir alle Glieder eines Kette, die ineinandergreifen. Wir bilden die große spirituelle Familie der Menschheit, weil das gemeinsame Band des Geistes uns alle mit seinem unzerstörbaren Band zusammenhält.

Heilig

Heiligsprechung Petersplatz – Quelle: Pinterest

Wenn Menschen eine solche Heiligsprechung erhalten, geht eine sogenannte Weihe voraus.
Damit will der Papst etwas Profanes in den Bereich des Heiligen tragen. Heilig heißt nicht weltlich, sondern vollkommen zu sein in den Augen der Kirche.

Als von der Kirche ernannter ‚Stellvertreter Gottes‘ ist der Papst demnach selbst ein Heiliger schon seiner Benennung wegen. Die hohe Geistlichkeit hat dem einfachen Volk von jeher weiszumachen versucht, von besonderer Reinheit zu sein. Man offenbarte ihnen, man stünde höher als sie, weil man belesener, gebildeter und von Gott ermächtigt sei, unlautere Dinge zu sehen und abzuwenden. Doch wie viele Teufel hausen gerade in den ‚heiligen‘ Stätten?! Man hurte trotz Zölibat herum, verging sich an Kindern, log und mordete, wann immer man es brauchte. Schon seit Gründung der katholischen Kirche haben die Päpste und deren Anhang durch Schein-Heiligkeit versucht ihre Anhänger zu manipulieren. Wenn ich sehe, wie sie heute noch Hände zum Gebet faltend durch die prunkvollen Hallen des Vatikans laufen, wird mir übel.

Leider ist auch heute noch ihre Fan-Gemeinde groß. Es ist so, als würden sie dem ‚goldenen Kalb‘ hinterherlaufen und es anbeten, als wäre Gott höchstpersönlich auf dem Balkon am Petersplatz. Sie bejubeln die Schein-Heiligkeit der Kirchenfürsten und sind wie verblendet von deren mittelalterlichem Erscheinungsbild.

Die Menschheit ist auch heute noch nicht schlauer geworden. Gutgläubig in Sachen Kirche war sie schon immer. Da wird ein 15-jähriger junger Mann, der 2006 an Leukämie starb, in einem gläsernen Sarkophag als Heiliger ausgestellt, nachdem sein Gesicht und die Extremitäten aus Silikon wiederhergestellt worden sind. 2019, als man ihn exhumierte, waren sie bereits verwest. Sein Herz wurde ihm schon zuvor herausgeschnitten und dient als Reliquie in der Kathedrale San Rufino in Assisi.

Am 7. September d. J. wurde er vom Papst heiliggesprochen, nachdem ihm der Vatikan zwei Wunderheilungen bescheinigte. Carlo Acutis, so hieß der junge Mann, war durch seine Internetauftritte als „Cyber-Apostel“ bekannt. Sein weiterer Spitzname „Influencer Gottes“ setzte dem Ganzen noch die Krone auf. Aus dem heiligen Acutis wurde aufgrund seines Fachgebietes der Schutzpatron des Internets. Durch seine jugendlichen Missionierungen im Internet verlieh er der angestaubten katholischen Kirche einen modernen Glanz.

Die Heiligsprechung verlief in rasendem Tempo, in weniger als 20 Jahren. In dem Fall war das Heiligwerden eine teure Angelegenheit, die die Eltern bezahlt haben. Man schweigt. Vermutet werden bis zu 250.000 Euro. Ist das eine Art von Trauerbewältigung?! Für den Vatikan war es ein Politikum, diesen im Internet aktiven jungen Mann, der angeblich außergewöhnlich fromm war, erst selig und danach heilig zu sprechen. Um junge Menschen mittels Internet zu missionieren, kam Carlo Acutis der Kirche gerade recht, die diesen heutzutage als Ikone in Souvenirläden in Italien vermarktet.

Es war ein langwieriger Prozess, in dem Menschen auswerten mussten, ob Carlo Acutis zum Heiligen taugt. Dabei wurde das gesamte Leben der Person durchleuchtet, um jeden Makel aufzudecken. Die hellen und dunklen Seiten, sofern es solche gab, wurden beleuchtet.

Nach dem Tod mussten mindestens fünf Jahre vergehen, damit der Prozess zur Seligsprechung in Gang gesetzt werden konnte. Zur Seligsprechung braucht es ein Wunder, für die Heiligsprechung zwei. Genesungen, die unerklärbar sind zum Beispiel. Bei Carlo Acutis sind zwei dieser Phänomene bekannt. Er selbst litt an einer aggressiven Form der Leukämie; bis zu seinem Hirntod vergingen nur wenige Tage. Ihm wurde kein Wunder zuteil.

Aufgrund seiner Ansichten war Carlo Acutis sicher außergewöhnlich. Er schwärmte als 15-jähriger von Eucharistiewundern, riet seinen Mitschülern von Pornos ab und erklärte, die Jungfrau Maria sei die einzige Frau in seinem Leben.

Mit dem Akt der Heiligsprechung demonstrierte die katholische Kirche mit viel Prunk und Augenwischerei die Macht, aus einem toten Teenager einen Heiligen zu machen.

Jubelnde Massen und manipulierte Mitläufer; Menschen, die fasziniert zum Papst aufblickten!

Zum Schluss angemerkt die Trauerfeier für den ermordeten ultra-rechten Charlie Kirk, die wie eine Heiligsprechung zelebriert wurde. Die Anwesenden liefen in einem fast hysterischen Gebet versunken durch die aufgewühlte Menge. Kirks Witwe warf sich trauernd jedoch tränenlos an Donald Trumps Brust. Eine ekelhafte Darbietung!

„Und wenn die Welt voll Teufel wär und wollt uns gar verschlingen…“ Die Welt in der wir leben!

Der Teufel und der Reichtum der Welt

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Wir leben in Zeiten, in der sich die Welt auf allen Ebenen schnell entwickelt, es scheint, viel schneller als vor etwa 70 Jahren. Aber tut sie das zum Guten?

Gleichzeitig verändern sich unsere Vorstellungen von Tradition und Innovation. Die Dynamik der gesellschaftlichen Entwicklung erfordert Offenheit und die Bereitschaft, vertraute Muster zu hinterfragen. In diesem Spannungsfeld entsteht Raum für neue Ideen, die nicht nur die Vergangenheit respektieren, sondern auch die Zukunft gestalten. So wird der Übergang zwischen Alt und Neu zum Motor für gemeinsames Wachstum und kulturellen Vielfalt.

Da ist er wieder, der Baum der Erkenntnis, von dem ich schon oft geschrieben habe. Es ist der Baum, der viel Frucht macht in jeder Beziehung. Er stellt die Welt mit ihrer Pracht dar und die Vielfalt, die wir Menschen geradezu anbeten, wie in einem riesigen Supermarkt, in dem wir alles kaufen können, was das Herz begehrt.

Die Bibel erzählt die Geschichte vom Teufel, der Jesus nach vielen Tagen Wüstenaufenthalt in Versuchung führen will. So nahm ihn der Teufel mit sich und führte ihn auf einen sehr hohen Berg; er zeigte ihm alle Reiche der Welt mit ihrer Pracht und sagte zu ihm: Das alles will ich dir geben, wenn du dich vor mir niederwirfst und mich anbetest. Da sagte Jesus zu ihm: Weg mit dir, Satan!

Was würde passieren, wenn wir aufhören mit der Menge zu laufen und uns gegen den Zeitgeist stellen? Man stelle sich vor, man würde inmitten einer 100köpfigen Menschenmenge laufen, davon sind möglicherweise 70 Personen dumm, 10 bloße Mitläufer aus Bequemlichkeit oder Angst, 10 weitere wären böse und der Rest versucht sich gegen die Masse zu stellen. Wer stellt die eigentliche Gefahr dar, die Bösen oder die Dummen? Sicher wird es einen Bösen geben, der die 70 Dummen manipuliert. Mit diesen Dummen kann man nicht reden. Sie sind demnach viel gefährlicher.

In einer solchen Gefahr befindet sich unsere heutige Gesellschaft. Sie bringt durch Internet und Handy-Konsum Abgründe und Verborgenheit zum Vorschein, nämlich Verlogenheit, Heuchelei, Hässlichkeit und Gier.

Mit diesen Dingen muss ein anders erzogener Mensch heutzutage fertig werden. Als ob die Dinge nicht öfter mit uns fertig würden, als wir mit ihnen!

In den letzten Jahrzehnten hat sich die Scheidungsrate erhöht. Sprache und Schrift der Kinder werden reduziert. Man telefoniert nur noch ungerne. Die echte familiäre Kommunikation wurde durch Emojis und kurzen Sätzen in WhatsApp ersetzt. Das ist kein Zufall. Es ist das Ergebnis einer stillen sozialen Manipulation, die denkende Köpfe in Unterhaltungskonsumenten und solide Familien in selbstsüchtige Individuen verwandelt hat. Was die moderne Gesellschaft als Fortschritt feiert, erklärt, warum die eigene Familie möglicherweise unbemerkt auseinanderbricht.

Unsere Gesellschaft hat sich bewusst dafür entschieden, sich durch selbst gewählte Mittelmäßigkeit freiwillig zu zerstören. Die Abneigung gegen alles Althergebrachte hat bereits gewonnen und die Familie ist das letzte Schlachtfeld. Der Vater kommt nach einem Tag automatisierter Arbeit nach Hause, nimmt sein Handy und taucht in 15 Sekunden Videos ein. Die Mutter beantwortet Nachrichten, während sie mit ihren Kindern spricht. Schlimmstenfalls schiebt sie einen Kinderwagen und ihr Blick fällt dabei nicht auf den Säugling, sondern auf ihr Handy, das sie in der Hand hält. Die Kinder lernen, dass tiefgründige Aufmerksamkeit etwas Antiquiertes, unnötiges, fast pathologisches ist. Diese Szene, die sich in Millionen von Haushalten wiederholt, stellt den still und verheerendsten Zusammenbruch der Geschichte da, den Tod des komplexen Denkens innerhalb des Familienkerns.

Dieses familiäre Dilemma entsteht nicht aus böser Absicht, sondern aus zielgesteuerter intellektueller Faulheit. Eltern, die einen solch einfachen Weg wählen, werden nicht in der Lage sein Kinder zu erziehen, weil diese unfähig sein werden, sich der Realität zu stellen. Dummheit wird nicht durch Genetik vererbt, sondern durch kulturelle Vernachlässigung, die über Generationen weitergegeben wird.

Bildschirme haben die Aufgaben der Eltern und Lehrer übernommen, die Verbindung suggerieren, aber Isolation liefern. Dies ist nicht nur eine Änderung der Gewohnheiten. Es ist eine neurologische Umprogrammierung, die die menschliche Fähigkeit zerstört, tiefe und dauerhafte Bindungen einzugehen. Soziale Medien haben eine perfide Illusion geschaffen, das Gefühl mit der Welt verbunden zu sein, während man sich von der eigenen Familie entkoppelt.

Das ist interessanter als jedes Gespräch zu Hause. Eine Diskussion über Zukunft, moralische Werte und Sex mit einer unendlichen Vielfalt an imaginären Personen ist konkurrenzlos. Menschen sind bequem geworden und ziehen die Unterhaltung der Auseinandersetzung vor. Soziale Medien benötigen nur für kurze Zeit ungeteilte Aufmerksamkeit.

Tiefe Kommunikation erfordert Zeit, Geduld, Verletzlichkeit und emotionale Verfügbarkeit. Sie erfordert, dass die Teilnehmer Pausen, unangenehme Stille, Konflikte von Ideen tolerieren. Die Kultur des Schnappschusses hat all diese Bedingungen beseitigt. Gespräche werden durch Benachrichtigungen unterbrochen. Konflikte werden vermieden, weil sie Arbeit machen. Emotionale Intimität wird durch Likes und oberflächliche Kommentare ersetzt.
Was passiert mit einer Generation, die gelernt hat, Liebe durch Emojis auszudrücken, die väterlichen Rat durch Google suchen ersetzt, die es für normal hält, jedes Gespräch zu unterbrechen, um Nachrichten zu checken? Diese Generation entwickelt nicht die relationalen Fähigkeiten, die notwendig sind, um familiäre Bindungen aufrechtzuerhalten, wenn sie mit echten Turbulenzen konfrontiert werden.

Die Ironie der Geschichte: Diese digital vernetzte Generation ist zur emotional isoliertesten der Welt verkommen. Sie haben tausende Freunde online, können aber kein einstündiges Gespräch mit ihren eigenen Eltern führen, ohne sich zu langweilen oder Angst zu haben. Die ältere Generation fürchtet sich vor technologischen Veränderungen.

Was passiert mit einem Kind, das aufwächst und sieht, wie vergängliche Beziehungen in den Medien verherrlicht werden, während seine eigenen Eltern darum kämpfen, eine echte Ehe aufrechtzuerhalten? Es lernt, dass Konflikt Unvereinbarkeit bedeutet, dass Schwierigkeiten den Verzicht rechtfertigen, dass sofortiges Glück wichtiger ist als Wachstum durch Herausforderungen. Familienwerte werden methodisch zerstört.

Die Medien fördern auch eine absichtliche Verwirrung über familiäre Rollen und Verantwortlichkeiten. Väter werden entweder als inkompetente komische Figuren oder als toxische autoritäre Figuren dargestellt. Mütter werden entweder als unterdrückte Opfer der Mutterschaft oder als Berufstätige dargestellt, die alles haben, weil sie die Mutterschaft opferten. Kinder werden als Konsumenten von Unterhaltung dargestellt und nicht als Menschen in der Entwicklung, die Führung und strukturierte Disziplin benötigen.

Wir sollten auf die von der Konsumkultur hergestellten Impulse mit Ablehnung reagieren oder sie in Frage stellen. Die Worte: „Weg mit dir, Satan!“ würden manchmal verinnerlicht hilfreich sein.

Ist es niemandem aufgefallen, wie viele Kochshows es in unseren Medien gibt?! Kann man da noch von Kultur reden, wenn für den Mülleimer gekocht wird?! Wie viele Menschen hungern und unsere Gesellschaft spielt mit dem Essen!

Funktionierende Familien müssen wirtschaftliche Widerstandsfähigkeit gegen die Konsumkultur entwickeln. Das bedeutet nicht freiwillige Armut, sondern finanzielle Eigenständigkeit, die es ermöglicht, Entscheidungen auf der Grundlage von Prinzipien zu treffen und nicht auf der Grundlage von medialem Druck. Es bedeutet, Kindern beizubringen, zwischen echten Bedürfnissen und hergestellten Wünschen, zwischen echtem Wohlstand und dem Anschein von Erfolg, zwischen materiellem Reichtum und Charakterreichtum zu unterscheiden.

Schweine und Braunbären

KI generiert

Träume können ein wertvolles Werkzeug sein, um unser Unterbewusstsein und unsere tiefsten Emotionen zu verstehen. Träume sind ein Fenster in unser Unterbewusstsein. Was ist das Unterbewusstsein? Es ist der Teil des Geistes, der nicht bewusst ist. In welcher Beziehung steht es zum Gehirn? Es hat keine wirkliche Beziehung zum Gehirn. Das Unterbewusstsein ist mental und das Gehirn ist physisch.
Hat das Unterbewusstsein die Fähigkeit, vergangene oder zukünftige Ereignisse aufzuspüren? Es kann vergangene Ereignisse aufgreifen, die sich auf die Person beziehen. Zukünftige Ereignisse kann es nur wahrnehmen, wenn diese medial übermittelt werden.

Die Symbolik von Braunbären in Träumen kann verschiedene Bedeutungen haben, von psychologischen Aspekten bis hin zu spirituellen und religiösen Interpretationen.

In der Bibel werden Bären oft als mächtige und gefährliche Tiere beschrieben, die Gott jedoch auch als Werkzeuge seiner göttlichen Führung einsetzt.

In den biblischen Schriften erscheinen Bären mehrfach als Sinnbilder für Gefahr, Wildheit und göttliche Macht. Besonders bekannt ist die Episode aus dem Alten Testament, in der der Prophet Elisa von einer Gruppe Kindern verspottet wird und daraufhin zwei Bären aus dem Wald kommen, die die Kinder zerreißen (2. Könige 2,23–25). Diese Szene verdeutlicht, wie Gott selbst scheinbar gefährliche und unkontrollierbare Tiere als Instrument seiner Gerechtigkeit einsetzen kann. Gleichzeitig werden Bären in der Bibel auch als eine Art Prüfstein für den Glauben und die Standhaftigkeit betrachtet – ihr Auftreten erinnert Menschen daran, sowohl Achtung vor der Schöpfung als auch Demut gegenüber den unergründlichen Wegen Gottes zu bewahren. So sind biblische Bären nicht nur Warnung, sondern auch Zeichen göttlicher Präsenz und Führung in einer oft unvorhersehbaren Welt.

In meinem Traum waren es zwei Schweine und zwei Bären, die auf der Straße lagen. Sie sahen krank und fast tot aus, bewegten sich aber noch. Ich überlegte tatsächlich, ob ich ein Schwein einfach überfahren sollte, um weiterzukommen, tat es aber nicht. So stand ich da in meinem Wagen und musste warten, bis die Situation sich änderte und jemand die Tiere entfernte.

Krank liegende Schweine auf der Straße weisen mich auf eine negative Erfahrung hin, die ich und andere möglicherweise machen werden. Wenn sie wie hier die Durchfahrt versperren, deutet es darauf hin, dass die Lebensfahrt durch eine unverschuldete Situation zum Stillstand kommen wird.

Als ich vor Jahren von zwei Metzgereien träumte, die vollkommen identisch aussahen und in deren Auslagen jeweils ein Schweinekopf lag, der sich bewegte, folgte kurz darauf die Corona-Epidemie.

Der Traum kann darauf hinweisen, dass es kranke oder verletzte Personen geben wird, die Hilfe brauchen. Man kann nicht einfach darüber hinweggehen, sondern wird gezwungen, sich der Situation zu stellen. Nun hoffe ich natürlich, dass sich nach diesem Traum nichts Epidemie Ähnliches anbahnen wird.

Auf jeden Fall werde ich mich an diese Traumbilder erinnern und hoffentlich wissen, worauf ich achten muss.

Individualität

Fliegen lernen – Lisa Aisato *1981
Seele mit Geist, in Körpern enger Norm,
die physisch nur den Teil des Ganzen zeigen,
die durch Begrenztheit und durch Leiden
in katalytischer Manier Bewusstsein formt.

Besonderheit, die jeder Seele Kern,
hat keine Möglichkeit sich vollends darzutun,
denn noch umhüllt vom Körper muss sie ruhen,
ist ausdrucksschwach, dem wahren Selbst so fern.

Ein winzig kleiner Teil Persönlichkeit,
manifestiert sich als Aspekt im Erdenleben hier.
Getrübt ist das Bewusstsein für die Lebenskür,
bis es erweckt den Sinn versteht im Leid.

Wir sind Seelen mit Geist, die sich durch physische Körper ausdrücken; die Persönlichkeit ist der Aspekt, der sich nur manifestieren kann, während wir auf der Erde sind. Es ist nur ein winziger Teil der Individualität, der das wahre Selbst ist, weil er keine Möglichkeit hat, sich voll auszudrücken, während er vom physischen Körper umhüllt ist.

Bevor wir auf die Erde kamen, hatten wir unseren Weg gewählt. Unser Bewusstsein vor der Geburt war in der Lage, all die Vertiefungen zu erforschen, die sich im unterbewussten Teil unseres Geistes befinden. Hier auf Erden müssen wir durch eine Krise gehen, die zum Katalysator wird, der beginnt, das Bewusstsein zu wecken, das wir ursprünglich hatten. Eines Tages wird es uns klar werden. Nichts geschieht ohne Sinn.

Der Geist ist der Materie überlegen. Was aus dem Geist ist, hat Bestand, was aus der Materie ist, nicht. Deshalb muss jeder sterben. Es ist nicht leicht. Aber alles ist durch ein unfehlbares Gesetz geregelt. Die Liebe ist der Schlüssel, denn die Liebe ist der Ausdruck des Großen Geistes, Gottes, des Herrn, des Schöpfers, welchen Namen die Menschen auch immer verwenden möchten.