Vampire der Neuzeit

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Vampire erwachen Nacht für Nacht.
Nur Schatten zu sehn an der Mauer!
Sie schleichen vorüber, dass niemand erwacht,
sind ständig voll Gier auf der Lauer.

Ist es Vergnügungsraserei?
Sie werden vom Bösen getrieben!
In ihnen, ein nagender Hungerschrei;
da ist nur ihr Selbst, das sie lieben.

Ausbluten muss jeder, den sie erwählt;
sie saugen sein köstliches Blut.
Die letzte Phase des Niedergangs zählt,
denn die Blutleere formt neue Brut.

So viele Völker sind bleich und leer,
ausgesaugt und in Ketten wie Knechte.
Die schnitten ins Fleisch; ohne Gegenwehr,
ohnmächtig das Land, ihre Rechte.

Blutsauger gieren mit Reichtum nach Macht,
sind hungrig nach Geld und Vergnügen;
Vampire von heute, am Tage hellwach,
nichts will ihrer Habgier genügen.

Die friedlichsten Völker können nicht ruhen;
es gibt kein Besinnen auf Werte,
kein Zügeln, keine Rückkehr zum ehrbaren Tun,
nur Schritte auf dunkelster Fährte.

Ein Fieberzucken geht durch die Welt,
sie wälzt sich in höllischen Qualen.
Entgottete Zeit. Wenn dein Vorhang fällt,
werden die Mächte des Abgrunds bezahlen.

Schlitterbahn

Rev. Robert Walker beim Schlittschuhlaufen
Henry Raeburn oder Henri-Pierre Danloux zugeschrieben, 1790er Jahre
Verbotene Linien überschreiten
und sich auf dünnem Eis bewegen,
voll Zuversicht die Arme weiten,
als Schirm, der schützt, darüberlegen.

Einbruch bei jedem Schritt erwarten,
beim Knistern jenes Untergrunds;
porös ist er, der Lebensgarten,
man fühlt sich sicher, doch man plumpst.

Man taucht hinab in die Kontraste,
fühlt sich ertappt im Gegensatz,
nur lieben wollte man und hasste
das, was der Seele gar nicht passt.

Oft sieht man Gutes, doch den Mangel
an Gutem sieht man oft zu spät;
Geschicklichkeit ist Teil des Angelns,
dem Fischer, der am Wasser steht.

Er fischt in Vielfalt von Erfahrung,
denn das ist wahrer Lebenszweck.
Man übt durch manche Offenbarung
Sünde, Gewalt und andern Dreck.

Man geht daraus gestärkt hervor,
aus diesem Unvollkommensein.
Doch kommt schon bald ein andrer Tor,
bricht wieder in die Eisbahn ein.

Kalte Gedanken

Julius Sergius von Klever (1850-1924)
Es wird bald Nacht sein, Gott,
gib für die letzte Fahrt mir Licht.
Kalt bläst der Wind von Nord
und rötet mein Gesicht.

Es wird noch lang nicht tauen -
der Reif hängt an den Zweigen
und aus dem flachen Land
seh’ ich die Nebel steigen.

Zeig mir den Weg nach Haus,
halt an die Weltenuhren,
deck zu mit Sternenglanz
und Mondlicht meine Spuren.

Lass Kirchenglocken schlagen,
hör’ sie durch Eis und Schnee;
so Gott will, werd‘ ich’s tragen,
das Schwere, wenn ich geh.

Wird sein kein Steingebilde,
geschmücktes Grab und Trauer,
wer Wahrheit führt im Schilde,
der ist allein – auf Dauer.

So blind bin ich, vertraue,
tappe durch Finsternisse;
wie die Lebendigen glauben -
und nur die Toten wissen.

Aus deinen hohen Stämmen
wob Nacht nun graue Fäden,
der Schneeluft gilt kein Dämmen,
wenn lichte Flocken weben.

Gespenst der Nacht, jetzt weiche!
Unholde Wesen kriechen
um Schnee verwehte Eiche,
aus Wald und Mauernischen.

Muss dunkle Pfade gehen -
tritt mir auch Angst entgegen,
werd‘ starken Mutes sehen:
auch dort liegt Gottes Segen.

Schicksalsschleier

Caspar David Friedrich 1774-1840
Wirst du erwartungsvoll nach einer Antwort suchen
und fragend deinen Blick zum Himmel lenken,
in Träumen einen unbekannten Namen rufen,
und auch am Tage oft an dies' Geheimnis denken?

Versperrt ist noch der freie Zukunftsblick,
wart’ nur, das Schicksal wird dir Zeichen senden,
und eines Tages mit noch unbekanntem Glück,
dein Leben und dein Los zum Guten wenden.

Das Namenlose, das du suchst, du wirst es finden,
das Unbekannte, es bekommt Gesicht.
Kannst du es lieben? Du wirst selbst ergründen,
ob du Erfüllung wähltest oder nicht.

Suche den rechten Weg, folg deinem Herzen;
lass alles, was dich traurig macht, zurück.
Die Engel leuchten dir mit Wunderkerzen,
Gott leitet dich auf deinem Weg ins Glück.

Fühlst du, der Himmel stellt des Lebens Weichen
für viele neue Wege, die wir gehen.
Eine Vision wird plötzlich dir die Hände reichen,
wo du es nicht erwartest, werden Engel stehen.

Sie dienen dir in Menschen und dein Sehen
entfaltet sich bewusst in neuem Licht.
Was bisher um dich unbemerkt geschehen,
gibt dir nun hoffnungsvolle Zuversicht.

Der Weg der Pflicht

KI generiert mit Gemini
Schwer, wenn die Schritte vor Barrieren stehen
und jedes Denken schwächt das Weiterschreiten.
Gefahrlos sind die Wege kaum zu gehen,
zu undurchsichtig die Unwägbarkeiten.

Türmen Barrieren auf; der fremde Wille
beherrscht manch menschliches Geschick.
Dann wird zum Drahtseilakt die Tatenfülle,
jede Bewegung mahnt mit Todesblick.

Der Menschen Absicht ist mal gut, mal böse;
Bekriegen dient als Waffe und als Schutz.
All die Soldaten in dem Kriegsgetöse
sind auf dem Weg der Pflicht, die töten muss.

Marschieren durch die vielen Dornenranken,
den Stacheldraht, der keine Blüten trägt;
das Schlimmste dieser Welt sind die Gedanken,
wenn sie zum Schlachtfeld ziehn, das nie vergeht.

Die vielen Herrscher über Krieg und Frieden,
die nur befehlen und bequem aus ihren Sesseln
der Würde Unantastbarkeit verbiegen
und sie durch falsche Pflichten an sich fesseln.

Sind wie die Steine, kalt, mit leeren Worten,
wenn sie mit Eigenlob und Aberwitz berichten,
sie kümmert nicht die Schönheit mancher Orte,
die sie in ihrem Größenwahn vernichten.

Der Weg der Pflicht wird oft zum Überwinden,
wenn er der inneren Wahrheit nicht entspricht,
denn jeder Schritt wird dann zum Missempfinden,
fehlt es an Liebe und an Zuversicht.


Traumverbunden

Luftschlösser bauen mit bezaubernden Räumen
und mit Engeln aus allen Wolken fallen;
von Freundschaft mit sprechenden Tieren träumen,
verborgene Schönheit sehen in allem.

Im Märchenbuch des Lebens das Gute finden,
mit Schatten, die du nicht werfen willst,
und Flüsse, die sich kreisend verbinden,
vergangenes tragen als ewiges Bild.

Durch Ideen kunstvoll das Sein gestalten,
Wunder hervortun, in glanzvoller Pracht.
Den Strahl der Sonne als Zauberstab halten,
der in der Natur grüne Wahrheiten schafft.

Verbunden sein, mit denen, die fehlen
und spüren die enge Umarmung zugleich,
dieses Prickeln elektrisierend erleben,
das ist Liebe, die aus dem Jenseits gereicht.

Zeit für Wahrheit

Die Zeit – unruhiger Geist der Uhren,
unhaltbar rinnt sie davon.
Von Gegenwart zu Vergangenheit
pendeln die Sekunden mit jedem Ticken;
Sekundenträume,
die im Zeitlosen schweben,
dort verweilen,
bis ein neuer Traum sie erlöst.

Zeit – wenn sie nicht bleibt, was nutzt das Wissen
um die Wahrheit der Welt in dieser Stunde?
Könnten wir die Zukunft ertragen?

Erkennen wir die Wahrheit des Lebens?
Es würde doch nur ein Resümee des eigenen sein,
nicht das der anderen.

Was nutzt es, wenn man nur einem Teil wahrhaftig wird?
Die Menschen sehen uns, wie wir unser Spiegelbild.
Es ist uns fremd. Wer sind wir wirklich?
Könnten wir die Wahrheit ertragen?

Wahrheit klebt an den Fingern der Theorie,
haftet dort einen Augenblick,
bildet in der Wissenschaft eine ständig neue.

Niemals erreicht sie den Boden der Wirklichkeit,
füllt sich immer wieder
mit Erkenntnissen im Wandel der Zeit.

Reif werden wie sonnenbestrahlt
und stark genug sein wie ein Baum,
um Wahrheit zu tragen.

Lebenszeit ist ein flüchtiges Gut;
übe das Ausruhen im Rückzug nach Innen.

Nutze den ‚Augenblick‘ deiner körperlichen Existenz
zum Heil deiner Seele im irdischen und astralen Bereich.
Irgendwann wirst du dort sein, im zeitlosen Raum,
um die ganze Wahrheit zu sehen!

Weisheit und Wahrheit – Pierre-Paul Prud’hon (1758-1823)

Weine nicht!

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Wie die Meereswogen gegen Klippen schlagen,
wild und ungestüm, empört und rau,
tosen all die Stürme, die die Herzen tragen,
peitschen auf des Lebens tristes Grau.

Wo die schlimmen Wetter haltlos branden,
die verheerend in die tiefen Strudel treiben;
Elemente, die entfesselt Wege fanden
und den offenen Schlund des Abgrunds zeigen.

Niemals löscht ein Sturm das Licht der Sterne
und die seelentiefen Worte des Verstehens.
„Weine nicht!“, klingt‘s tröstend aus der Ferne,
wenn die Energien der Engel mit uns gehen.

Kühlen sanft und zart die heißen Wunden,
die ein Sturm im kranken Herz entfacht,
und die raue See scheint überwunden,
was den Lebensschmerz erträglich macht.
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Die Niedrigkeit im Herzen

KI generiert
Abseits stehen in Einsamkeit -
so scheint’s im Stillen;
an Freudenfesten stets den Leib
wie unsichtbar verhüllen.

Als Zuschauer nur unbeachtet sein,
von niemandem begehrt,
im schweigsamen Allein
Erkenntnis sammeln, anderen verwehrt.

Augen durchschauend jede Schwäche,
die sehen, wie ein Mensch im öffentlichen Licht
lächelnd die Oberflächlichkeit umspielt,
weil sonst der Schein am Sein zerbricht.

Menschen und Dinge sehen, wie sie sind;
in tiefste Schatten blicken, wird zur Qual.
Die Niedrigkeit im Herzen anderer schauen,
erinnert an das eigene tiefe Tal.

Verwachsene Seelen

Entzweit sein, werden wir und einsam
verloren sein, uns fühlen wie ein Kind,
das Dunkelheit umhüllt verlassen,
sich fürchtet, als sei‘s plötzlich blind.

Blühendes Leben, golden war’s beschienen,
voll Lebensübermut und Zuversicht;
das innere Kind spielt zwischen den Ruinen,
sieht nur die Furcht im Dunkeln, ohne Licht.

Entreißt das Schicksal Menschen, was sie lieben,
verliert ihr wundes Herz den Lebenssinn.
Das, was verwachsen und im Geist getrieben –
mit Herzblut geht ein Teil verloren und dahin.

Das innere Kind, gebrannt in Seelenflammen,
ergab sich mit gebundenen Händen unter Tränen;
es glimmt ein letztes Glühen in den Herzenskammern,
ist wohlverborgen unter Asche reichem Sehnen.