Dass wie im Abendrot das Dunkel dieser Erde, dem Himmelslicht vermählt, zu einem Leuchten werde, ist reiner Geister Streben und Bemühn.
Doch streu’n wir Samen nur. Es ist an euch, zu blühn und Frucht zu tragen an allen Tagen, damit im Abendrot die goldnen Äpfel fallen vom Lebensbaum, Erkenntnis schenkend allen.
Vampire erwachen Nacht für Nacht. Nur Schatten zu sehn an der Mauer! Sie schleichen vorüber, dass niemand erwacht, sind ständig voll Gier auf der Lauer.
Ist es Vergnügungsraserei? Sie werden vom Bösen getrieben! In ihnen, ein nagender Hungerschrei; da ist nur ihr Selbst, das sie lieben.
Ausbluten muss jeder, den sie erwählt; sie saugen sein köstliches Blut. Die letzte Phase des Niedergangs zählt, denn die Blutleere formt neue Brut.
So viele Völker sind bleich und leer, ausgesaugt und in Ketten wie Knechte. Die schnitten ins Fleisch; ohne Gegenwehr, ohnmächtig das Land, ihre Rechte.
Blutsauger gieren mit Reichtum nach Macht, sind hungrig nach Geld und Vergnügen; Vampire von heute, am Tage hellwach, nichts will ihrer Habgier genügen.
Die friedlichsten Völker können nicht ruhen; es gibt kein Besinnen auf Werte, kein Zügeln, keine Rückkehr zum ehrbaren Tun, nur Schritte auf dunkelster Fährte.
Ein Fieberzucken geht durch die Welt, sie wälzt sich in höllischen Qualen. Entgottete Zeit. Wenn dein Vorhang fällt, werden die Mächte des Abgrunds bezahlen.
Winter in den Niederlanden – Frederik Marinus Kruseman (1816-1882)
Von guten Mächten treu und still umgeben, behütet und getröstet, wunderbar, so will ich diese Tage mit euch leben und mit euch gehen in ein neues Jahr.
Noch will das Alte unsre Herzen quälen, noch drückt uns böser Tage schwere Last. Ach Herr, gib unsern aufgeschreckten Seelen das Heil, für das du uns geschaffen hast.
Und reichst du uns den schweren Kelch, den bittern des Leids, gefüllt bis an den höchsten Rand, so nehmen wir ihn dankbar ohne Zittern aus deiner guten und geliebten Hand.
Doch willst du uns noch einmal Freude schenken an dieser Welt und ihrer Sonne Glanz, dann wolln wir des Vergangenen gedenken, und dann gehört dir unser Leben ganz.
Lass warm und hell die Kerzen heute flammen, die du in unsre Dunkelheit gebracht, führ, wenn es sein kann, wieder uns zusammen. Wir wissen es, dein Licht scheint in der Nacht.
Wenn sich die Stille nun tief um uns breitet, so lass uns hören jenen vollen Klang der Welt, die unsichtbar sich um uns weitet, all deiner Kinder hohen Lobgesang.
Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag. Gott ist bei uns am Abend und am Morgen und ganz gewiss an jedem neuen Tag.
Am 9. April 1945 wurde der evangelische Theologe Dietrich Bonhoeffer im Konzentrationslager Flossenbürg bei Regensburg hingerichtet.
Die Welt verwandelt sich durch Taten, durch die Gedanken, die du in dir trägst. Säe die Liebe im Bewusstseinsgarten, damit du Hass und Zweifel untergräbst.
Wo Liebe blüht, da schreibt das Herz Geschichte. Ein neuer Himmel wird sich dir erschließen; dann kann ein Strahl von Seinem Lichte auf die noch dunklen Völker fließen.
Fülle mit Farben die Tristesse der Zeit, damit sie aufgehellt im Licht erstrahlt; unter den Körpern blitzt ein geistig’ Kleid, das unvergänglich dir die Freiheit malt.
Als Kind des Himmels ist sie dir gewiss! Geknechtet trägt die Welt die Dornenkrone, doch anders, als die Menschheit es umriss: Bewusstsein wird im Leiden erst zum Lohne.
Wirst du erwartungsvoll nach einer Antwort suchen und fragend deinen Blick zum Himmel lenken, in Träumen einen unbekannten Namen rufen, und auch am Tage oft an dies' Geheimnis denken?
Versperrt ist noch der freie Zukunftsblick, wart’ nur, das Schicksal wird dir Zeichen senden, und eines Tages mit noch unbekanntem Glück, dein Leben und dein Los zum Guten wenden.
Das Namenlose, das du suchst, du wirst es finden, das Unbekannte, es bekommt Gesicht. Kannst du es lieben? Du wirst selbst ergründen, ob du Erfüllung wähltest oder nicht.
Suche den rechten Weg, folg deinem Herzen; lass alles, was dich traurig macht, zurück. Die Engel leuchten dir mit Wunderkerzen, Gott leitet dich auf deinem Weg ins Glück.
Fühlst du, der Himmel stellt des Lebens Weichen für viele neue Wege, die wir gehen. Eine Vision wird plötzlich dir die Hände reichen, wo du es nicht erwartest, werden Engel stehen.
Sie dienen dir in Menschen und dein Sehen entfaltet sich bewusst in neuem Licht. Was bisher um dich unbemerkt geschehen, gibt dir nun hoffnungsvolle Zuversicht.
In der sternenklaren Stille tummeln sich die ew’gen Geister; unsichtbar und nach dem Willen ihres Schöpfers, Herrn und Meister.
Aus dem früh erwachten Hauche, jung und frisch aus Wasserfluten, eine neue Erde tauche! Alte Götzen stehn in Gluten.
Untergang den Falschen drohe – Gott aus Holz, in Gold und Stein, sind in ungeheurer Lohe fortgenommen aus den Reihen.
Sanftmut lebt, der still gestaltet, bleibt für immer hier auf Erden, und von Weisheit, fromm verwaltet, wird die Liebe wiederkehren.
Kommt der große Tag der Sühne? Zeit und Stunde kennt nur Einer! Doch der „Jüngste Tag“ wird kommen; wenn ich heute geh’, ist’s meiner.
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