Der Himmel breitet seine Bläue an Sonnentagen über Stock und Stein. Die Welt liegt hell, dass sich ein Jeder freue, und jedes Korn wiegt sich zur Reife ein.
Geöffnet sind die weiten Sommertore, und alles, was sich regt nach Licht, erblüht im rosa Schein, wie Blütenflore, dass sie verblühn, erschreckt sie nicht.
Willst du die Gräser wachsen hören? – Es treibt hinauf, das immer gleiche Lied! Als wollten sie beschwingt den Tag beschwören, der Schatten nimmt und pure Liebe gibt.
Théodore Chassériau (1819-1856)- An Angel Praying in the Garden of Olives
In der Mondnacht, in der Frühlingsmondnacht gehen Engel um auf leisen Sohlen; blonde Engel, innig und verstohlen küssen Sie die schönsten Menschenblumen.
Tausendschönchen, allerliebste Blume, weiß es wohl, woher der Schimmer stammet, der dir heut das Antlitz überflammet: bist noch in den Traum der Nacht verloren.
Denkst der Engel, die durchs kleine Fenster sich auf Mondesstrahlen zu dir schwangen, leise dir zu küssen Mund und Wangen in der Mondnacht, in der Frühlingsmondnacht.
In Träumen blicke ich ins Weite, geh still den Weg, der unser war; Nachdenklichkeit geht mir zur Seite, macht mir Vergangenes offenbar.
Zeugt jeder Stein und Baum des Weges von deiner Gegenwart allhier, so wird mein Gang – ein Traumerlebnis, ein Weg, der tiefen Seufzer mir.
Nur Trauer fühl’ ich, übermächtig, in mir da toben Gram und Pein. Mein Gang ist schwer, mein Schritt bedächtig, denn heut geh‘ ich den Weg allein.
Der Wind, er haucht mir deinen Namen: „Mein Liebes“ schwebt mir sanft durchs Licht. Doch, ach, der Spott kennt kein Erbarmen, wenn er mit deiner Stimme spricht.
Treibt voller Hohn mit diesen Worten nun Wehmut in den Herzensgrund; fühl’ ich an den vertrauten Orten, noch deinen Kuss auf meinem Mund.
Dort steht verwaist die Bank. Und wieder füllt sich mit Traurigkeit mein Herz, und meine tränenschweren Lider, verschließen sich in wehem Schmerz.
Wo bist du, dem ich so vertraut, der mich so sanft und zart umfing? Nichts blieb mir! Wie der Morgen graut, so graut in mir mein Lebenssinn.
Warst meines Daseins reichste Fülle, in Liebe hülltest du mich ein. Trag deren inhaltslose Hülle, in eine leere Zeit hinein.
Die Luft um uns hängt voller Geigen, der leise Wind ist ganz erfüllt von Glücksgefühl. Ein Strahlenreigen umspielt dein liebes, trautes Bild.
Der Zweige sanftes Auf und Nieder klingt rhythmisch, wie ein Flügelschlag, es schwingt in unsren Herzen wieder, der golddurchwirkte, heitre Tag.
Wie Flüstern hebt das Blätterrauschen von Baum zu Baum sich, wie ein Chor. Es singt und klingt – wir stehn und lauschen und Seligkeit durchströmt das Ohr.
Wir fühlen Harmonie und Frieden, der unsre Seelen sanft erfasst, vereint mit der Natur, getrieben von Liebe, fern von aller Last.
Urew’ge Liebe, Anfang und Vollendung, Ursprung und Ziel! An jeder Wegeswendung rückschauend halt ich Rast, um mich zu laben, und auf den Spuren, die mein Fuß gegraben, geht das Erinnern meinen Weg zurück…
Und aus den Stapfen, die entgegenkommen, steigt Bild um Bild. – Du hast sie mir genommen, weil sich mein Herz, das allzu leicht verschenkte, ans Bild verlor. Doch immer wieder drängte mein hoffend‘ Herz zu nie erfülltem Glück. –
Wie ein Verbannter zog ich einst die Straßen, als ein Verkannter litt ich ohne Maßen. Nur Halbheit war mir, wo ich Ew’ges meinte, bis sich mir Bild um Bild in Dir vereinte. Von Deinem Glanz ist jedes nur ein Stück!
Urew’ge Liebe, Vater aller Wesen, Dein Siegel steht auf jeder Stirn zu lesen, Dein Glanz strahlt mir aus allen Augen wider, Dein Segen strömt als Licht zur Erde nieder.
Eh ich Dich suchte, bist Du mir begegnet, eh ich mich sehnte, hast Du mich gesegnet!
Ein grauer, trüber Morgen Bedeckt mein liebes Feld, Im Nebel tief verborgen Liegt um mich her die Welt.
O liebliche Friederike, Dürft ich nach dir zurück! In einem deiner Blicke Liegt Sonnenschein und Glück.
Der Baum, in dessen Rinde Mein Nam bei deinem steht, Wird bleich vom rauhen Winde, Der jede Lust verweht. Der Wiesen grüner Schimmer Wird trüb wie mein Gesicht, Sie sehen die Sonne nimmer, Und ich Friedricken nicht.
Bald geh ich in die Reben Und herbste Trauben ein; Umher ist alles Leben, Es strudelt neuer Wein. Doch in der öden Laube, Ach, denk ich, wär sie hier! Ich brächt ihr diese Traube, Und sie – was gäb sie mir?
Es gibt Menschen, die kommen nicht wieder, auch, wenn man sie sehnlichst vermisst. Sie sind wie ein Vogel entflogen, der den Rückweg im Fluge vergisst.
Du kannst sie laut rufen und klagen, in Liebe vergehen, verzeihen. Es verlischt eines Tages die Hoffnung, und du wirst die Erwartung bereuen.
Sind doch längst in anderen Gefilden, wie losgelassen und frei. Muss sich jeder den eigenen Weg bilden, bis vollkommen und fruchtbar er sei.
Bleib immer sonnenbeschienen, dränge alle Zweifel zurück. Die Tränen, sie werden trocknen durch anderes Lebensglück.
Hörst du es schwingen, wie ein Fließen, sich unaufhörlich in den Raum ergießen? Vernimmst du auch der Schwingung sanftes Hallen, Töne in Dur mit kurzen Intervallen? Ein glockenklarer Klang breitet sich aus und Seelenfrieden fließt durchs ganze Haus. Vermagst du auch das heil’ge Singen hören, so, wie von wunderbaren Engelchören? Dann schließe deine Augen fein und atme tief die Liebe in dich ein. Fühlst mit dem Himmel dich verbunden, in gottesnahen Kuschelstunden.
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