Heimweh

KI generiert
Heimwehträume, deren viele,
die mich durch die Straßen führen,
nur das Ankommen am Ziele
lässt des Wunsches Dringen spüren.

Immer bin ich fremd, alleine,
gehe Wege ohne Sinn.
Suche, finde nur das Eine,
dass ich hier verloren bin.

Fühle harte Pflastersteine
unter meinen Sohlen liegen,
von den Wegen kenn’ ich keinen,
trotzdem muss ich weiterziehen.

Sehe Menschen ohne Stimmen;
die an mir vorübergleiten.
Andersartig ist ihr Sinnen,
weiter wandre ich beizeiten.

Spüre, dass die weite Strecke
kürzer wird, mit jedem Tag,
und das Ziel, wenn ich’s entdecke,
Heimat sein wird, die ich mag.

Nestwärme

Quelle: Pinterest
Eingekuschelt in Gedanken,
schläft meist sanft das Menschenkind,
wenn des Schlafes zarte Ranken
winden sich im Traumgespinst.

Friedlich liegt es, lichtumfangen,
weich, wie schwebend ist sein Ruhen.
Keine Härte, kein Verlangen,
niemand mahnt es für sein Tun.

Und die Zeit geht auf die Reise,
friedlich klingt der Schlussakkord,
nur die Weltenuhr tickt leise,
tief noch in der Traumwelt fort.

Traumgestalten

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Der Mond wird voll sein in den nächsten Tagen,
die Träume ziehen durch mich, wie gesiebt;
die Seele löchrig, grau, voll Unbehagen,
sieht Menschen, Häuser, Wege, ungeliebt.

Bin der Pierrot im Traum, der niemals lachte,
der weißgeschminkt die Augen niederschlägt,
naiv und melancholisch Mitleid brachte,
der wortlos diente, bis das Licht ausgeht.

Gedankengänge, die sich nicht vollenden,
wie Fetzen, ausgerissen und verweht;
unheilbar hier, wie Risse in den Wänden,
im Haus, das bald schon nicht mehr steht.

Versunken in der Traumwelt dieses Lebens,
von Mond zu Mond mit vollem Angesicht.
Zeig mir dein Rund. War all mein Tun vergebens?
Bin ich ein Harlekin* bei Tageslicht?
Bild KI generiert mit Gemini

*Der Harlekin als eine Figur von doppelter Natur: Gauner und Heiler, Priester und Teufel, Schamane und Spaßvogel.

Zusammenfassung

Das vorliegende Gedicht reflektiert in eindringlichen Bildern die Unvollkommenheit und Vergänglichkeit menschlicher Existenz. Es thematisiert unerfüllte Gedanken, brüchige Lebensräume und den Zwiespalt der eigenen Rolle, dargestellt durch die Figur des Harlekins, der zwischen Gegensätzen wie Heilung und Täuschung, Ernst und Spiel pendelt. Die Atmosphäre ist von Melancholie, Selbstzweifel und der Suche nach Sinn geprägt.

Oh, Mond!

Bild KI generiert
Oh Mond – jetzt ist es gut!
Lass deinen silbrig fahlen Glanz verdunkeln.
Du musst nicht heller als die Sterne funkeln.
Machst in mir Wut!

Du kleine Leuchte dort am Himmel,
besiegst den mächt’gen Arm des Schlafes,
kenn schon den Namen jenes letzten Schafes,
das ich gezählt, im Nachtgewimmel.

Tauche in Dunkel deine silbrig grauen Fäden,
spinn nicht mehr ein, was nur der Nacht gehört!
Der neue Tag klopft schon – du bist es, der ihn stört.
Die Helligkeit greift durch die Fensterläden.

Schweine und Braunbären

KI generiert

Träume können ein wertvolles Werkzeug sein, um unser Unterbewusstsein und unsere tiefsten Emotionen zu verstehen. Träume sind ein Fenster in unser Unterbewusstsein. Was ist das Unterbewusstsein? Es ist der Teil des Geistes, der nicht bewusst ist. In welcher Beziehung steht es zum Gehirn? Es hat keine wirkliche Beziehung zum Gehirn. Das Unterbewusstsein ist mental und das Gehirn ist physisch.
Hat das Unterbewusstsein die Fähigkeit, vergangene oder zukünftige Ereignisse aufzuspüren? Es kann vergangene Ereignisse aufgreifen, die sich auf die Person beziehen. Zukünftige Ereignisse kann es nur wahrnehmen, wenn diese medial übermittelt werden.

Die Symbolik von Braunbären in Träumen kann verschiedene Bedeutungen haben, von psychologischen Aspekten bis hin zu spirituellen und religiösen Interpretationen.

In der Bibel werden Bären oft als mächtige und gefährliche Tiere beschrieben, die Gott jedoch auch als Werkzeuge seiner göttlichen Führung einsetzt.

In den biblischen Schriften erscheinen Bären mehrfach als Sinnbilder für Gefahr, Wildheit und göttliche Macht. Besonders bekannt ist die Episode aus dem Alten Testament, in der der Prophet Elisa von einer Gruppe Kindern verspottet wird und daraufhin zwei Bären aus dem Wald kommen, die die Kinder zerreißen (2. Könige 2,23–25). Diese Szene verdeutlicht, wie Gott selbst scheinbar gefährliche und unkontrollierbare Tiere als Instrument seiner Gerechtigkeit einsetzen kann. Gleichzeitig werden Bären in der Bibel auch als eine Art Prüfstein für den Glauben und die Standhaftigkeit betrachtet – ihr Auftreten erinnert Menschen daran, sowohl Achtung vor der Schöpfung als auch Demut gegenüber den unergründlichen Wegen Gottes zu bewahren. So sind biblische Bären nicht nur Warnung, sondern auch Zeichen göttlicher Präsenz und Führung in einer oft unvorhersehbaren Welt.

In meinem Traum waren es zwei Schweine und zwei Bären, die auf der Straße lagen. Sie sahen krank und fast tot aus, bewegten sich aber noch. Ich überlegte tatsächlich, ob ich ein Schwein einfach überfahren sollte, um weiterzukommen, tat es aber nicht. So stand ich da in meinem Wagen und musste warten, bis die Situation sich änderte und jemand die Tiere entfernte.

Krank liegende Schweine auf der Straße weisen mich auf eine negative Erfahrung hin, die ich und andere möglicherweise machen werden. Wenn sie wie hier die Durchfahrt versperren, deutet es darauf hin, dass die Lebensfahrt durch eine unverschuldete Situation zum Stillstand kommen wird.

Als ich vor Jahren von zwei Metzgereien träumte, die vollkommen identisch aussahen und in deren Auslagen jeweils ein Schweinekopf lag, der sich bewegte, folgte kurz darauf die Corona-Epidemie.

Der Traum kann darauf hinweisen, dass es kranke oder verletzte Personen geben wird, die Hilfe brauchen. Man kann nicht einfach darüber hinweggehen, sondern wird gezwungen, sich der Situation zu stellen. Nun hoffe ich natürlich, dass sich nach diesem Traum nichts Epidemie Ähnliches anbahnen wird.

Auf jeden Fall werde ich mich an diese Traumbilder erinnern und hoffentlich wissen, worauf ich achten muss.

Blutmond im September

Quelle: Pinterest
Sogar die Träume werden mehr und voller,
die Füllung ist speziell voll dunkler Zeichen.
Der Schlaf, wenn man ihn ruft, dann grollt er,
nach Mitternacht vertieft will er nicht weichen.

Im Hirn da spinnen all die Taggedanken
ein feines Netz aus Dunkelheit und Licht,
und wie ein Efeu tasten dessen Ranken
ins tiefe REM hinein bis Tag anbricht.
Mary Henrietta Dering Curtois (1854-1929)
In einem Krankenhaus, alt und verfallen,
da steht mein Bett, um mich sind Helfer, viele,
ein Strauß aus Kunststoffblumen ziert die Halle
in der ich jung und krank im Siechtum liege.

Die Zeichen an der Wand – ich will sie fassen,
hör‘ wie es flüstert, wie’s mein Innen ballt,
als würd‘ ein Faustschlag mich gewinnen lassen,
die Angst verlieren, die mein Herz umkrallt.

Gedanken kämpfen, doch die Ängste siegen.
Ein stiller Engel steht an meinem Bett,
nimmt den Verstand mir, gibt dem Innern Frieden.
Unsichtbar singen Stimmen im Duett

sirenenhafte Warnsignale an die Welt!
Malte man gar den Teufel an die Wand,
die tief im Traume auseinanderfällt? –
Mein Bett ist leer, der Raum, in dem es stand.

Der Strauß aus Kunststoffblumen strahlt in Rot,
ein Friedhof voller Blumen ziert die Nacht.
Gekränzte Halle, menschenleer, wie tot -
betrübt bin ich nach schwerem Traum erwacht.

Der Vorhang

Hinter dem Schleier

Fraktale: Karin M.

Wie ist’s im feinstofflichen Reich?

Die Formen, die auf Erden dauerhaft,
sind dort wie Nebel, die zerfließen;
wie ein Gefühl der aufgeflammten Leidenschaft,
das kurz danach verlöscht;
als gießen
Lichter sich wie Strahlen in die Nacht
und werfen kleine Schimmer, dicht und leicht
und manchmal, wenn der schwere Vorhang weicht,
verrücken nach und nach die Schleier, die uns trennen
und machen sichtbar,
was wir Undurchsichtigkeit des Jenseits nennen.

Durch Faltenwurf der Traumwelt schweres Tor
flammen uns Bilder kurz im Schlaf entgegen,
die nicht von dieser Welt,
verlöschen im Gefühl,
sind Seelensprache, wo die Bilder reden.

Ein schwarzer Graben trennt die beiden Welten,
nur das Bewusstsein wird zum Brückenbauer,
lehrt uns die Bilder, die im Jenseits gelten
und hebt den Geist und Seelenkern von Dauer.

Sibyllen-Weisheit

Orakel von Delphi – John Collier (1850-1934)

In einen Trancezustand versetzt schenkte Pythia in Delphi den Suchenden angeblich prophetische Wahrheit.

Ihre Worte, gleich einer Melodie aus ferner Zeit, waren wie Strahlen, die den Ängstlichen durch die Schatten leiteten. Pythia und die Sibyllen, geheimnisvolle Seherinnen und Meisterinnen der Weisheit, waren wie Wächterinnen des verborgenen Wissens, das sich nur Ausdruck verlieh, wenn Geist und Herz bereit waren, es zu empfangen. Ihr Blick schien durch die Schleier der Zeit hindurchzugehen, das Unsichtbare sichtbar zu machen.

Oft vernahm der Fragende ihre Worte mit Schrecken; ungläubig folgte er ihrer warnenden Stimme, die mit wachsender Klarheit Hoffnungen gab oder nahm. Manche Orakel ließen erschaudern, manche trösteten und klärten.

Doch gerade in der Härte der Wahrheit liegt eine Kraft, die verändert.
Sie zwingt dazu, das eigene Leben zu überdenken, Illusionen zu brechen und aus der Essenz dessen zu erkennen, was wirklich ist.

Die weisen Frauen der Antike, jene stillen Hüterinnen des Wissens, sprachen in Rätseln, doch ihre Worte waren wie Samen, die nur in einer offenen Seele Wurzeln schlugen.

Sie öffneten Türen zu Pfaden, die zuvor im Nebel verborgen lagen, und zwangen den Suchenden, einen Schritt ins Unbekannte zu wagen, um Antworten in sich selbst zu finden.

Auch heute noch bieten Kartenlegerinnen gegen Bezahlung eine Voraussage an. Doch Vorsicht, diese Inanspruchnahme kann zu einem gewissen Suchtverhalten führen, das sehr viel Geld kostet, wenn man es zu oft in Anspruch nimmt. Nur wenigen Wahrsagerinnen ist es erlaubt, tatsächlich Wahrheit zu sehen.

Doch wohin man sich wendet, entfliehen kann niemand vor sich selbst. Tief im Innern fühlt man, wenn man sein Leben ändern muss.

Alle Planeten, die ganze Natur, alle Wesen, haben Einfluss auf das Leben.
Aber Meister der Seele ist jeder selbst, trägt persönliche Verantwortung und bestimmt das eigene Schicksal, je nach spirituellem Fortschritt.

Körperlos im Traum

Quelle: Pinterest – Gemälde von Lisa Aisato *1981
Die helle Mondnacht zog mein Träumen an,
voller Gesichter hier und dort;
verwoben mit dem Jenseits dann und wann,
an einem unbekannten Ort.

Wo Rotation uns Jahreszeiten schafft,
der Erdball um die Sonne kreist,
lebt man dort Gegenwart, ganz ohne Tag und Nacht,
in ewigem Licht, das eigenartig gleißt.

Wie fremde Sphären - einfach grenzenlos;
ein jeder zieht ins Haus, das ihm gebührt.
Entfernungen sind klein und niemals groß -
nur ein Gedankensprung, der dort zum Ziele führt.

Kein Schlafen, nur ein Wachen, körperlos;
der Geist hält inne, wenn er Stärkung braucht.
Es übertrifft der Sinne Vorstellkraft,
so schön ist alles, wie in Pracht getaucht.

Und jede Klangoktave klingt wie Chor,
mit Hörbereichen, die dem Menschen fremd,
denn diese Töne dringen nicht ins Ohr,
sind körperlichem Spektrum divergent.

Begrenzt ist auch die sehende Natur;
die Farbscala ist nicht die Wirklichkeit.
In die Materie inkarniert zeigt sich die Spur
des Paradieses der Unendlichkeit.