Gute Gedanken

Franz von Assisi -Frank Cadogan Cowper (1877-1958)

Impulse aus guten Gedanken –
weich fließende, göttliche Kraft.
Gesegnet mit Liebe; sie sanken
hernieder, so friedvoll gedacht.

Dringt tief, wie ein sonniges Weben,
erwärmend und mild in dein Herz.
Bringt Freude und Glanz in dein Leben,
streckt Seele und Blick himmelwärts.

Lässt menschliche Fehler vergessen,
bringt Frieden und Licht in die Zeit.
Tilgt manches Leid, das gewesen,
verwandelt’s in Glückseligkeit.

Höre, wie Engel dir singen
im himmlischen Notenkleid.
Wie liebevoll ist das Klingen
im Jetzt und in Ewigkeit.

Ein Hauch von Liebe

Liebe ist auf dieser Welt nur ein Hauch der göttlichen Liebe. Die Macht des Geistes ist das Höchste; es gibt nichts Größeres in dieser Welt. Die Liebe ist die größte Macht von allen; Liebe ist die Macht des Geistes in Aktion. Liebe, so steht es in der Bibel, ist die Erfüllung des Gesetzes.

Gott, der Große Geist, ist der Inbegriff von Liebe und Weisheit. Er ist die Dynamik, die es allem ermöglicht, zu existieren, zu atmen, sich zu bewegen, Gefühle zu haben und sich auszudrücken. Gott ist jenseits allen endlichen Verständnisses, jenseits aller Begrenzung und Beschränkung. Er ist der unendliche Geist, die Quelle von allem, was je gewesen ist und je sein wird. Er ist der Geist, der die Liebe möglich macht und alles Bewusstsein mit den Attributen Seiner Göttlichkeit ausgestattet hat. Er ist der Geist, der sich im Menschen regt und ihn befähigt, sich zu Höhen des Idealismus, der Selbstaufopferung und des Dienstes zu erheben. Wir sind Teil seines Plans.

Die göttliche, unendliche Liebe hat den großen Plan erdacht. Da es unendliche Liebe gibt, muss es auch Barmherzigkeit geben, denn Barmherzigkeit, Mitgefühl, Toleranz, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Liebe, das sind die Attribute der Göttlichkeit.

Man kann in keinem Labor den Geist sezieren. Genauso wenig kann der Mensch Leben erschaffen. Leben erschaffen kann nur Gott. Wie niedrig die Form des Lebens auch sein mag, sie kann von Menschen nicht hergestellt werden, weil das Leben nicht physisch ist.

Der Tod hat keine Macht über das Leben oder die Liebe.

Man wird mich belächeln, wenn ich schreibe, dass mir meine Katzen stets näherstanden als Menschen. Ich liebe Tiere über alles. Es tut mir innerlich weh, wenn ich diese Geschöpfe leiden sehe. Katzen sind meine Lebensgefährten geworden, und ich bin dankbar dafür, durch die Liebe dieser Tiere in meinem irdischen Dasein beschenkt worden zu sein. Ich fühle mich dadurch reichlich gesegnet. Sie haben und hatten Liebe von einem Menschen und ich hatte Liebe von ihnen. Ich bin überzeugt davon, dass es meinen bereits verstorbenen Katzen nach dem Tod gutgeht, ohne Anzeichen von Alter oder Gebrechen, sondern schön in der Anmut; sanfte, liebevolle Geschöpfe, denen ich in ihrer Entwicklung hoffentlich helfen konnte.

Liebe in ihrer höchsten Form ist göttlich; Liebe in ihrer niedrigsten Form ist der Gipfel der Selbstsucht.

Die Schatten der Erfahrungen sind zu Meilensteinen auf dem Weg der geistigen Erkenntnis geworden. Zu sich selbst zu finden und sich selbst zu lieben, waren schwierige Wegstrecken, die ich zurücklegen musste.

Liebe kann nicht gemessen oder gewogen werden, Liebe kann mit keinem Skalpell oder Instrument seziert werden, aber sie existiert. Die Liebe ist die größte Macht im Universum, sie ist die Erfüllung des Gesetzes. Das ganze Universum existiert wegen der Liebe. Es ist die Liebe, die das Schicksal jedes Lebewesens im gesamten Sein lenkt.

Die Liebe, die der Gipfel, die Grundlage und die Quelle allen Lebens ist, dringt durch den Menschen und versucht, sich in größerem Maße auszudrücken, sodass in der Fülle der Zeit das ganze Universum von der Liebe des Wesens, das alles gestiftet hat, umhüllt sein wird.

Es ist leicht, die zu lieben, die dem Spiegelbild gleichen. Darin liegt keine Tugend, keine Heiligkeit. Aber diejenigen zu lieben, die einem feindlich gesinnt sind, das ist die Eigenschaft einer entwickelten Seele.

Die höchste ist die altruistischste Form, sie liebt, weil sie muss, sie liebt, weil sie weiß, dass die Liebe die Erfüllung des göttlichen Gesetzes ist.

Vielfach ist die Liebe zu einer Familie egoistisch, eine Liebe zu Blutsbanden. Oft wird sie von einem Beschützerinstinkt geleitet und ist ein Überbleibsel der tierischen Abstammung im Evolutionsstrom. Aber die Liebe ist zu ihren höchsten Aspekten fähig, wenn sie danach strebt, alle zu lieben, ohne an sich selbst zu denken, ohne Belohnung, ohne Wärme, sondern weil sie Selbstverleugnung ist, das Göttliche in Aktion. Die Liebe will dienen, aufrechterhalten, trösten. Die Liebe drückt sich in Barmherzigkeit, Mitgefühl, Freundlichkeit und Güte aus. Sie offenbart sich in Verzicht und Opferbereitschaft.

Die Liebe in unserer Welt ermöglicht viele wundersame Taten, wie Aufopferung, Heldentum, Dienst und Selbstverleugnung. Aber können wir die Kraft der Liebe ermessen, die von einem hoch entwickelten, geistigen Wesen ausgeht, das einen Teil der Lebenskraft selbst sammelt, um befähigt zu sein, uns Menschen ein Schutzschirm zu sein?

Erst nach dem Tod verstehen wir die wahre Bedeutung der Liebe, denn die Liebe ist im Wesentlichen eine geistige Eigenschaft. Liebe ist die Eigenschaft, die Seelen und Gemüter verbindet. Die Liebe ist ein Ausdruck des Großen Geistes. Liebe ist der Wunsch, alle notwendigen Opfer zu bringen, um zu dienen. Die Liebe sieht kein Übel, keinen Schmerz, keinen Schaden, sie begehrt nichts für sich selbst.

Die wahre Liebe ist die Vereinigung zweier Seelen. Der Große Geist hat in unendlicher Weisheit bestimmt, dass jedes der beiden Geschlechter das andere ergänzt. Und dort, wo die vollständige Verschmelzung stattfindet, ist es wahre Liebe, denn jeder liefert, was dem anderen fehlt, und die Dualität bildet die Einheit. Da sie ein Teil des unendlichen Geistes ist, hat sie eine unendliche Anzahl von Variationen, die von der niedrigsten bis zur höchsten reichen, von der magnetischen und physischen körperlichen Anziehung über die mentale bis hin zur geistigen, die die Grundlage ist.

In dieser Welt ist sie außergewöhnlich. Es ist die Ausnahme, nicht die Regel, dass sich die beiden Hälften treffen. Wenn sie es tun, finden sie zueinander und werden ganz. Das ist die natürliche Ehe der Seelen. Es ist die uralte Lehre von den Affinitäten, den Seelenverwandtschaften, die ihren Ausdruck finden. In einem Prozess, der Millionen und Abermillionen von Jahren dauert, kann man sehen, dass das Zusammentreffen von zwei Hälften oder Affinitäten nicht üblich ist, weil sie etwa zur gleichen Zeit geboren werden müssen. Wenn dies der Fall ist, ist es Teil des göttlichen Plans.

Die indische Philosophie behauptete schon vor Jahrtausenden, dass der Mensch vor Urzeiten beide Geschlechter in sich getragen hat, so wie es auch in der 1. Schöpfungsgeschichte der Bibel steht. Der Mensch war demnach androgyn wie ein Engel, also Mann und Frau in einer Person. Die Entwicklung der Teilung war ein Prozess, der in Jahrmillionen geschehen ist. Das Naturgesetz, als Gesetz der Materie, hat die beiden Geschlechter voneinander gelöst, um sie dann aber in einem äußerlich erlebten Akt wieder körperlich zu vereinigen. Doch ist diese Vereinigung nur für kurze Zeit und nur körperlich.

Die Sehnsucht nach Zusammenschluss im Geiste bleibt bestehen, die Sehnsucht nach einem einzigen Ich. Eines Tages wird man einsehen, dass die sexuelle Kraft nur ein Selbstbetrug ist. Man glaubte, in der körperlichen Einheit die vollkommene Erfüllung erreichen zu können. Ein Feuerwerk, das gleich danach ausgebrannt und erloschen war. Es blieb eine Sehnsucht nach dem Glück, die nicht auszulöschen ist.

Die Liebe ist die Offenbarung einer Kraft, die hier auf Erden Menschen zwingt, sich zu vereinigen. Es ist nur ein körperliches Einswerden möglich. Die Seele bleibt alleine. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, müssten wir die sexuelle Kraft in eine schöpferische wandeln, d. h., sie auf eine höhere Ebene erheben und sie ins Erhabene steigern, verfeinern, veredeln und den Trieb im künstlerischen, kulturellen Schaffenskreis umsetzen.  

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet!“ – Goethe

Vampire der Neuzeit

Quelle: Pinterest
Vampire erwachen Nacht für Nacht.
Nur Schatten zu sehn an der Mauer!
Sie schleichen vorüber, dass niemand erwacht,
sind ständig voll Gier auf der Lauer.

Ist es Vergnügungsraserei?
Sie werden vom Bösen getrieben!
In ihnen, ein nagender Hungerschrei;
da ist nur ihr Selbst, das sie lieben.

Ausbluten muss jeder, den sie erwählt;
sie saugen sein köstliches Blut.
Die letzte Phase des Niedergangs zählt,
denn die Blutleere formt neue Brut.

So viele Völker sind bleich und leer,
ausgesaugt und in Ketten wie Knechte.
Die schnitten ins Fleisch; ohne Gegenwehr,
ohnmächtig das Land, ihre Rechte.

Blutsauger gieren mit Reichtum nach Macht,
sind hungrig nach Geld und Vergnügen;
Vampire von heute, am Tage hellwach,
nichts will ihrer Habgier genügen.

Die friedlichsten Völker können nicht ruhen;
es gibt kein Besinnen auf Werte,
kein Zügeln, keine Rückkehr zum ehrbaren Tun,
nur Schritte auf dunkelster Fährte.

Ein Fieberzucken geht durch die Welt,
sie wälzt sich in höllischen Qualen.
Entgottete Zeit. Wenn dein Vorhang fällt,
werden die Mächte des Abgrunds bezahlen.

Dichteraugen

KI generiert – Quelle: Pinterest
Sehen goldener die Sonne strahlen,
dass heller sie durch Scheiben bricht,
sehn nicht nur Strahlen, wie sie fallen,
fühlen die Liebe, dort im Licht.

Wenn erste Knospen neu entspringen
sehn leuchtender sie Blumen stehen;
fühlen des Schöpfers Tat gelingen,
die Göttlichkeit in dem Geschehen.

Doch auch die Hässlichkeit des Lebens
entgeht nicht der sensiblen Sicht.
Abscheulichkeit steht an den Wegen,
die tief ins Seeleninnere bricht.

Das Grau ist grauer, trostlos schneidend
die Abgestumpftheit, die verletzt;
wer hochsensibel ist, der meidet
was Harmonie in Schrille setzt.

Sie leiden schwerer an dem Leben
und an sich selbst, stets forschend klar;
fühlen die innere Seele beben
und sind mit Weitsicht allem nah.

Schlitterbahn

Rev. Robert Walker beim Schlittschuhlaufen
Henry Raeburn oder Henri-Pierre Danloux zugeschrieben, 1790er Jahre
Verbotene Linien überschreiten
und sich auf dünnem Eis bewegen,
voll Zuversicht die Arme weiten,
als Schirm, der schützt, darüberlegen.

Einbruch bei jedem Schritt erwarten,
beim Knistern jenes Untergrunds;
porös ist er, der Lebensgarten,
man fühlt sich sicher, doch man plumpst.

Man taucht hinab in die Kontraste,
fühlt sich ertappt im Gegensatz,
nur lieben wollte man und hasste
das, was der Seele gar nicht passt.

Oft sieht man Gutes, doch den Mangel
an Gutem sieht man oft zu spät;
Geschicklichkeit ist Teil des Angelns,
dem Fischer, der am Wasser steht.

Er fischt in Vielfalt von Erfahrung,
denn das ist wahrer Lebenszweck.
Man übt durch manche Offenbarung
Sünde, Gewalt und andern Dreck.

Man geht daraus gestärkt hervor,
aus diesem Unvollkommensein.
Doch kommt schon bald ein andrer Tor,
bricht wieder in die Eisbahn ein.

Kalte Gedanken

Julius Sergius von Klever (1850-1924)
Es wird bald Nacht sein, Gott,
gib für die letzte Fahrt mir Licht.
Kalt bläst der Wind von Nord
und rötet mein Gesicht.

Es wird noch lang nicht tauen -
der Reif hängt an den Zweigen
und aus dem flachen Land
seh’ ich die Nebel steigen.

Zeig mir den Weg nach Haus,
halt an die Weltenuhren,
deck zu mit Sternenglanz
und Mondlicht meine Spuren.

Lass Kirchenglocken schlagen,
hör’ sie durch Eis und Schnee;
so Gott will, werd‘ ich’s tragen,
das Schwere, wenn ich geh.

Wird sein kein Steingebilde,
geschmücktes Grab und Trauer,
wer Wahrheit führt im Schilde,
der ist allein – auf Dauer.

So blind bin ich, vertraue,
tappe durch Finsternisse;
wie die Lebendigen glauben -
und nur die Toten wissen.

Aus deinen hohen Stämmen
wob Nacht nun graue Fäden,
der Schneeluft gilt kein Dämmen,
wenn lichte Flocken weben.

Gespenst der Nacht, jetzt weiche!
Unholde Wesen kriechen
um Schnee verwehte Eiche,
aus Wald und Mauernischen.

Muss dunkle Pfade gehen -
tritt mir auch Angst entgegen,
werd‘ starken Mutes sehen:
auch dort liegt Gottes Segen.

Geistesfreiheit

Vladimir Kush
Die Welt verwandelt sich durch Taten,
durch die Gedanken, die du in dir trägst.
Säe die Liebe im Bewusstseinsgarten,
damit du Hass und Zweifel untergräbst.

Wo Liebe blüht, da schreibt das Herz Geschichte.
Ein neuer Himmel wird sich dir erschließen;
dann kann ein Strahl von Seinem Lichte
auf die noch dunklen Völker fließen.

Fülle mit Farben die Tristesse der Zeit,
damit sie aufgehellt im Licht erstrahlt;
unter den Körpern blitzt ein geistig’ Kleid,
das unvergänglich dir die Freiheit malt.

Als Kind des Himmels ist sie dir gewiss!
Geknechtet trägt die Welt die Dornenkrone,
doch anders, als die Menschheit es umriss:
Bewusstsein wird im Leiden erst zum Lohne.

Schicksalsschleier

Caspar David Friedrich 1774-1840
Wirst du erwartungsvoll nach einer Antwort suchen
und fragend deinen Blick zum Himmel lenken,
in Träumen einen unbekannten Namen rufen,
und auch am Tage oft an dies' Geheimnis denken?

Versperrt ist noch der freie Zukunftsblick,
wart’ nur, das Schicksal wird dir Zeichen senden,
und eines Tages mit noch unbekanntem Glück,
dein Leben und dein Los zum Guten wenden.

Das Namenlose, das du suchst, du wirst es finden,
das Unbekannte, es bekommt Gesicht.
Kannst du es lieben? Du wirst selbst ergründen,
ob du Erfüllung wähltest oder nicht.

Suche den rechten Weg, folg deinem Herzen;
lass alles, was dich traurig macht, zurück.
Die Engel leuchten dir mit Wunderkerzen,
Gott leitet dich auf deinem Weg ins Glück.

Fühlst du, der Himmel stellt des Lebens Weichen
für viele neue Wege, die wir gehen.
Eine Vision wird plötzlich dir die Hände reichen,
wo du es nicht erwartest, werden Engel stehen.

Sie dienen dir in Menschen und dein Sehen
entfaltet sich bewusst in neuem Licht.
Was bisher um dich unbemerkt geschehen,
gibt dir nun hoffnungsvolle Zuversicht.

Zyklus von Leben und Tod

Der Festzug der Natur wiederholt sich in jeder menschlichen Seele.

Zuerst gibt es den Frühling mit dem erwachenden Bewusstsein,
den Sommer, wenn die Kräfte des Menschen zu ihrem Höhepunkt aufsteigen, den Herbst, wenn das Leben zu schwinden beginnt, und den Winter, wenn der Schlaf in die müde, erschöpfte Seele kommt.

Aber selbst nach dem Winter des physischen Lebens kommt der Frühling für den Geist, wenn er in einer anderen Welt erwacht,
um den ewigen Zyklus fortzusetzen.

Lerne von der Natur diese Botschaft.

Flockentanz

So schwer fällt jeder Schritt auf weichem Grund,
versunken in den Schnee, der nächtens fiel,
der funkelnd in der frühen Morgenstund‘
auf schon verharschten Gründen fand sein Ziel.

Der Flocken Tanz im Nachtschein der Laternen,
die federleicht in Stille niedergehen,
scheint wie kristallner Glanz von fernen Sternen,
die sanft, vom Wind getragen und verwehen.