Bruder Mensch

Wie elend ist ein Mensch mit sich allein,
der geistig tot ist, ohne Ideale;
nicht mal ein kleines Licht gab seinen Schein,
sehnsuchtsbefreit sein Leben, das Finale.

Wie arm ist dieser Mensch in seinem Tun,
ein Totengräber ist er seiner selbst.
Er schaufelt anderen Gräber, ohne Ruhen,
freut sich darüber, wenn man fällt.

Opferbereitschaft, Mitleid kennt er nicht,
ist frei von Selbsterkenntnis und nicht klug;
von niederem Instinkt zeugt sein Gesicht,
zeigt keinen menschlich guten Zug.

Erblickte er nicht auch des Schöpfers Land,
als Glück der Mutter und des Vaters Stolz?
Hielt ihn nicht auch des Engels lichte Hand
und wiegte ihn im Bett aus Fichtenholz?

Verirrter Mensch, auch du bist Gottes Kind.
Was trieb dich nur auf diese falsche Bahn?
Mein Bruder Mensch, was machte dich so blind,
trägt auch dein Umfeld eine Schuld daran?

Lebensspirale

Lia Chechelaschwili *1971

Wenn stiller Tag Erinnerungen findet,
der Jahre, die vorüber, eilt die Zeit.
Wie eine Spule, die sich schneller windet,
wenn nur noch wenig abzuspulen bleibt.

Nur noch ein kleines bisschen! Die Spirale,
sie dreht fast unsichtbar im raschen Kreis.
Die Optik täuscht. Schon spürt man das Finale,
in dem der Spule letzter Inhalt reißt.

Ein Schattenspiel – es endet im Verblassen,
macht manche dunklen Töne hell und licht.
Durch Nebel geht das irdische Verlassen,
wenn Sonne durch die Himmelsfirnis bricht.

So duftig trägt der Wolkenzug das Ende,
wie Zuckerwatte, süß, in höchstem Glück,
und die Spirale zieht bereits in Wende
ein neues Band – ein neues Lebensstück.

Helle Zeiten

Lichtleerer Raum,
du schreist nach hellen Zeiten,
wo in der Frühlingsluft der Tageslärm versinkt,
und sich in dunklen Ackerbreiten
das Leben regt, das neue Nahrung bringt.

Gott ist nicht fern, nur zugedeckt mit Dingen,
wie Sinnestaumel oder Wissenschaft;
Diesseitskultur ist nur ein flüchtig’ Ringen,
mit Kälte, die erstarrt, nichts Schönes schafft.

Die Sehnsucht danach wird uns Wege weisen,
zur Harmonie, zum göttlich milden Tun.
Es wird die Welt aus Not und Abgrund reißen.
Wer neue Kräfte sammelt, kennt kein Ruhen.


Ein Hauch von Liebe

Liebe ist auf dieser Welt nur ein Hauch der göttlichen Liebe. Die Macht des Geistes ist das Höchste; es gibt nichts Größeres in dieser Welt. Die Liebe ist die größte Macht von allen; Liebe ist die Macht des Geistes in Aktion. Liebe, so steht es in der Bibel, ist die Erfüllung des Gesetzes.

Gott, der Große Geist, ist der Inbegriff von Liebe und Weisheit. Er ist die Dynamik, die es allem ermöglicht, zu existieren, zu atmen, sich zu bewegen, Gefühle zu haben und sich auszudrücken. Gott ist jenseits allen endlichen Verständnisses, jenseits aller Begrenzung und Beschränkung. Er ist der unendliche Geist, die Quelle von allem, was je gewesen ist und je sein wird. Er ist der Geist, der die Liebe möglich macht und alles Bewusstsein mit den Attributen Seiner Göttlichkeit ausgestattet hat. Er ist der Geist, der sich im Menschen regt und ihn befähigt, sich zu Höhen des Idealismus, der Selbstaufopferung und des Dienstes zu erheben. Wir sind Teil seines Plans.

Die göttliche, unendliche Liebe hat den großen Plan erdacht. Da es unendliche Liebe gibt, muss es auch Barmherzigkeit geben, denn Barmherzigkeit, Mitgefühl, Toleranz, Gerechtigkeit, Nächstenliebe, Liebe, das sind die Attribute der Göttlichkeit.

Man kann in keinem Labor den Geist sezieren. Genauso wenig kann der Mensch Leben erschaffen. Leben erschaffen kann nur Gott. Wie niedrig die Form des Lebens auch sein mag, sie kann von Menschen nicht hergestellt werden, weil das Leben nicht physisch ist.

Der Tod hat keine Macht über das Leben oder die Liebe.

Man wird mich belächeln, wenn ich schreibe, dass mir meine Katzen stets näherstanden als Menschen. Ich liebe Tiere über alles. Es tut mir innerlich weh, wenn ich diese Geschöpfe leiden sehe. Katzen sind meine Lebensgefährten geworden, und ich bin dankbar dafür, durch die Liebe dieser Tiere in meinem irdischen Dasein beschenkt worden zu sein. Ich fühle mich dadurch reichlich gesegnet. Sie haben und hatten Liebe von einem Menschen und ich hatte Liebe von ihnen. Ich bin überzeugt davon, dass es meinen bereits verstorbenen Katzen nach dem Tod gutgeht, ohne Anzeichen von Alter oder Gebrechen, sondern schön in der Anmut; sanfte, liebevolle Geschöpfe, denen ich in ihrer Entwicklung hoffentlich helfen konnte.

Liebe in ihrer höchsten Form ist göttlich; Liebe in ihrer niedrigsten Form ist der Gipfel der Selbstsucht.

Die Schatten der Erfahrungen sind zu Meilensteinen auf dem Weg der geistigen Erkenntnis geworden. Zu sich selbst zu finden und sich selbst zu lieben, waren schwierige Wegstrecken, die ich zurücklegen musste.

Liebe kann nicht gemessen oder gewogen werden, Liebe kann mit keinem Skalpell oder Instrument seziert werden, aber sie existiert. Die Liebe ist die größte Macht im Universum, sie ist die Erfüllung des Gesetzes. Das ganze Universum existiert wegen der Liebe. Es ist die Liebe, die das Schicksal jedes Lebewesens im gesamten Sein lenkt.

Die Liebe, die der Gipfel, die Grundlage und die Quelle allen Lebens ist, dringt durch den Menschen und versucht, sich in größerem Maße auszudrücken, sodass in der Fülle der Zeit das ganze Universum von der Liebe des Wesens, das alles gestiftet hat, umhüllt sein wird.

Es ist leicht, die zu lieben, die dem Spiegelbild gleichen. Darin liegt keine Tugend, keine Heiligkeit. Aber diejenigen zu lieben, die einem feindlich gesinnt sind, das ist die Eigenschaft einer entwickelten Seele.

Die höchste ist die altruistischste Form, sie liebt, weil sie muss, sie liebt, weil sie weiß, dass die Liebe die Erfüllung des göttlichen Gesetzes ist.

Vielfach ist die Liebe zu einer Familie egoistisch, eine Liebe zu Blutsbanden. Oft wird sie von einem Beschützerinstinkt geleitet und ist ein Überbleibsel der tierischen Abstammung im Evolutionsstrom. Aber die Liebe ist zu ihren höchsten Aspekten fähig, wenn sie danach strebt, alle zu lieben, ohne an sich selbst zu denken, ohne Belohnung, ohne Wärme, sondern weil sie Selbstverleugnung ist, das Göttliche in Aktion. Die Liebe will dienen, aufrechterhalten, trösten. Die Liebe drückt sich in Barmherzigkeit, Mitgefühl, Freundlichkeit und Güte aus. Sie offenbart sich in Verzicht und Opferbereitschaft.

Die Liebe in unserer Welt ermöglicht viele wundersame Taten, wie Aufopferung, Heldentum, Dienst und Selbstverleugnung. Aber können wir die Kraft der Liebe ermessen, die von einem hoch entwickelten, geistigen Wesen ausgeht, das einen Teil der Lebenskraft selbst sammelt, um befähigt zu sein, uns Menschen ein Schutzschirm zu sein?

Erst nach dem Tod verstehen wir die wahre Bedeutung der Liebe, denn die Liebe ist im Wesentlichen eine geistige Eigenschaft. Liebe ist die Eigenschaft, die Seelen und Gemüter verbindet. Die Liebe ist ein Ausdruck des Großen Geistes. Liebe ist der Wunsch, alle notwendigen Opfer zu bringen, um zu dienen. Die Liebe sieht kein Übel, keinen Schmerz, keinen Schaden, sie begehrt nichts für sich selbst.

Die wahre Liebe ist die Vereinigung zweier Seelen. Der Große Geist hat in unendlicher Weisheit bestimmt, dass jedes der beiden Geschlechter das andere ergänzt. Und dort, wo die vollständige Verschmelzung stattfindet, ist es wahre Liebe, denn jeder liefert, was dem anderen fehlt, und die Dualität bildet die Einheit. Da sie ein Teil des unendlichen Geistes ist, hat sie eine unendliche Anzahl von Variationen, die von der niedrigsten bis zur höchsten reichen, von der magnetischen und physischen körperlichen Anziehung über die mentale bis hin zur geistigen, die die Grundlage ist.

In dieser Welt ist sie außergewöhnlich. Es ist die Ausnahme, nicht die Regel, dass sich die beiden Hälften treffen. Wenn sie es tun, finden sie zueinander und werden ganz. Das ist die natürliche Ehe der Seelen. Es ist die uralte Lehre von den Affinitäten, den Seelenverwandtschaften, die ihren Ausdruck finden. In einem Prozess, der Millionen und Abermillionen von Jahren dauert, kann man sehen, dass das Zusammentreffen von zwei Hälften oder Affinitäten nicht üblich ist, weil sie etwa zur gleichen Zeit geboren werden müssen. Wenn dies der Fall ist, ist es Teil des göttlichen Plans.

Die indische Philosophie behauptete schon vor Jahrtausenden, dass der Mensch vor Urzeiten beide Geschlechter in sich getragen hat, so wie es auch in der 1. Schöpfungsgeschichte der Bibel steht. Der Mensch war demnach androgyn wie ein Engel, also Mann und Frau in einer Person. Die Entwicklung der Teilung war ein Prozess, der in Jahrmillionen geschehen ist. Das Naturgesetz, als Gesetz der Materie, hat die beiden Geschlechter voneinander gelöst, um sie dann aber in einem äußerlich erlebten Akt wieder körperlich zu vereinigen. Doch ist diese Vereinigung nur für kurze Zeit und nur körperlich.

Die Sehnsucht nach Zusammenschluss im Geiste bleibt bestehen, die Sehnsucht nach einem einzigen Ich. Eines Tages wird man einsehen, dass die sexuelle Kraft nur ein Selbstbetrug ist. Man glaubte, in der körperlichen Einheit die vollkommene Erfüllung erreichen zu können. Ein Feuerwerk, das gleich danach ausgebrannt und erloschen war. Es blieb eine Sehnsucht nach dem Glück, die nicht auszulöschen ist.

Die Liebe ist die Offenbarung einer Kraft, die hier auf Erden Menschen zwingt, sich zu vereinigen. Es ist nur ein körperliches Einswerden möglich. Die Seele bleibt alleine. Um diesem Teufelskreis zu entkommen, müssten wir die sexuelle Kraft in eine schöpferische wandeln, d. h., sie auf eine höhere Ebene erheben und sie ins Erhabene steigern, verfeinern, veredeln und den Trieb im künstlerischen, kulturellen Schaffenskreis umsetzen.  

Von der Gewalt, die alle Wesen bindet, befreit der Mensch sich, der sich überwindet!“ – Goethe

Neue Erde

In der sternenklaren Stille
tummeln sich die ew’gen Geister;
unsichtbar und nach dem Willen
ihres Schöpfers, Herrn und Meister.

Aus dem früh erwachten Hauche,
jung und frisch aus Wasserfluten,
eine neue Erde tauche!
Alte Götzen stehn in Gluten.

Untergang den Falschen drohe –
Gott aus Holz, in Gold und Stein,
sind in ungeheurer Lohe
fortgenommen aus den Reihen.

Sanftmut lebt, der still gestaltet,
bleibt für immer hier auf Erden,
und von Weisheit, fromm verwaltet,
wird die Liebe wiederkehren.

Kommt der große Tag der Sühne?
Zeit und Stunde kennt nur Einer!
Doch der „Jüngste Tag“ wird kommen;
wenn ich heute geh’, ist’s meiner.

Werkstattmänner

Mein Vater und ich
Die Traumwelt schloss sich und die Nachtgespenster 
verteilten sich im Dunst des Morgengrauens;
sie klebten als Erinnerungsschwaden vor dem Fenster,
verloren sich am Fuß des Träumebaumes.

Durch trübe Scheiben ließ man mich erkennen,
was heute farblos und verwaschen scheint,
gegeißelt hab‘ ich meines Körpers Brennen,
mich ausgeschaltet, wenn die Seele weint.

Heut‘ denk‘ ich an des Vaters starke Arme,
wie sie mich manchmal schlugen, ohne Grund,
herzlos schien er, voll Wut, ohne Erbarmen,
als er mich fast erschlug zu jener Stund‘.

Erinnere mich an Mutters kalte Blicke,
ihr Schweigen, um dem Vater beizupflichten.
Zum Ausgleich all der blutigen Geschicke
vergab ich ihnen, duldend und nicht richtend.

Dann kam die Zeit, die nur dem Körper diente,
niemals der Seele, mitnichten dem Verstand.
Auswege, die ich mir selbst verminte;
der Schrei nach Liebe, die mich niemals fand.

Die vielen ‚Werkstattmänner‘, wie Maschinen,
die an mir schraubten, werkelten und gingen,
wie ich das Los zog, all die zu bedienen,
die mich benutzten, um mich zu verdingen.

Als Einverständnis haben’s alle aufgefasst,
weil ich geschwiegen habe, wie das Mädchen,
das sich gehorsam fügte, denn die alte Last
hing elternhörig am verbundenen Fädchen.

Längst sind sie fort, der Tod hat sie genommen.
Gedanken kreisen. War’s das, was ich wählte?
Bin ich auf diesem Lernpfad angekommen,
zu unterscheiden, was mich ständig quälte?

Zusammenfassung: Dieses Gedicht ist ein Zeugnis davon, wie Gewalt und Vernachlässigung eine Seele brechen und wie das antrainierte Schweigen ein Leben lang nachhallt. Es ist ein tief dunkler Text, aber das Niederschreiben dieser Dunkelheit ist an sich schon ein Akt der Selbstermächtigung und des Lichts.

Gott verleiht Flügel

KI Bild erstellt von Google gemini
Mit Mühen bin ich emporgestiegen,
hab oft in stachlige Disteln gegriffen,
musste die inneren Dränge besiegen,
Kummer hat meine Seele geschliffen.

Auf spitzen Steinen bin ich gegangen,
über Wege, wo nur Ängste begleiten;
als ich Auswege suchte, blieb ich gefangen,
im Moloch gewohnter Gebundenheiten.

Glauben hab ich aus dem Blick verloren
und die Demut, die sich gern unterjocht;
hab verdrängt, irdische Götter erkoren,
fühlte, wie mein Herz ‚schreiend‘ pocht.

Erlöst von den Übeln, die mich beschwerten,
hat mich das Schicksal zur rechten Zeit.
Nicht Wissenschaft war es, die mich belehrte,
nur Gott in mir, der mir Flügel verleiht.

Ewigkeitssonntag

Aus dem Poesiealbum meiner Mutter:
„Lass die Winde stürmen auf der Lebensbahn, ob die Wogen türmen gegen deinen Kahn. Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht. Gott ist dein Begleiter. Er verlässt dich nicht.“

Jahre vergehen wie im Flug. Es ist schon ein Kreuz mit der Zeit, die physikalisch in Ordnung gebracht, vierdimensional die Relativitätstheorie bildet. Sie erfüllt, beseelt den Alltag der Menschen oder kann ihn belasten. Niemand kann das Fortschreiten der Gegenwart, von der Vergangenheit kommend und zur Zukunft hinführend, halten.

Anders als heute tickten die Uhren zu Luthers Zeiten. Damals, als die Kirchen noch gut gefüllt waren, maß man dem Kirchenjahr eine große Bedeutung zu. Das tut man noch Jahrhunderte später. Obwohl ich mich von der Kirche entfernt habe, frage ich mich: Welche Bedeutung hat das Kirchenjahr heute noch?

Es beginnt mit dem 1. Advent in der dunklen Jahreszeit, nachdem der depressive November seine Nebel lichtet, wieder durchlässig wird für die Strahlen des Lichterglanzes. Eine Geburt kündigt sich an; etwas ganz Neues von größerer Reinheit soll entstehen. Nicht nur deshalb wird Maria als unberührte Jungfrau und dennoch als Mutter dargestellt.

In der Adventszeit beginnt die Zeit der Besinnung. Die Hektik des Alltags soll draußen bleiben. Man besinnt sich auf das, was wichtig ist, begegnet Liebe und Einsamkeit mit anderen Gefühlen als sonst.

Im neuen Jahr dann, darf das ‚geborene Kind‘ ganz zur Entfaltung kommen. Es bringt Hoffnung auf einen neuen Frühling, auf Licht und Leben. Es ist die Zeit, in der Unkraut und Weizen noch durcheinanderwachsen. Die Zeit der Ernte scheint noch weit. Viele Blüten werden sterben müssen, um anderen das Leben zu ermöglichen. Fastenzeit und Passion – Zeit des Leidens, des Sterbens und der Wiederauferstehung. Mensch und Natur entdecken die göttliche Kraft des Werdens.

Sommer – ermüdender Alltagstrott. Man kommt zurecht, wenn auch langsam unter der Hitze der Alltäglichkeiten.

Erntedankfest – die Speicher sind gut gefüllt für den Winter. Die Felder liegen brach. Die Herbstwinde fegen darüber und erinnern uns an unsere eigene Vergänglichkeit. Aber es bleibt eine Hoffnung auf einen neuen Frühling, darauf, dass der Tod nur eine Wandlung ist.

Der Ewigkeitssonntag beendet den Jahreskreis und alles beginnt aufs Neue.

Wir sind nicht allein auf diesem Weg, der uns nach dem Lebenssinn fragen lässt.

Man sagt, man müsse das Leben planen. – Eine aus der Hektik des Alltags geborene Halbwahrheit. Lebenszeit kann nicht geplant werden. Mein Sohn ist ohne vorheriges Anzeichen gestorben. Die Hektik des Alltags und die Einstellung der Menschen haben seine Lebenszeit verschlungen. Ich musste das Gefasstsein üben und frage mich, was wirklich wichtig ist.

Das ‚Christkind‘ wird trotzdem zur Welt kommen, alles Negative über Bord werfen und uns an das Lebenswerte in dieser Welt erinnern. Das sehe ich als Sinn dieses Geburtstages, auch wenn der genaue Zeitpunkt nirgendwo bestätigt ist.

Der christliche Geist trägt das zeitlos Liebevolle in sich und wird unser Herz durch schöne Klänge für angenehme Dinge öffnen und Familien zusammenführen. Er lässt uns nicht vergessen, dass die Liebe zu Gott auch Nächstenliebe heißt. Das schließt auch die Tiere mit ein.

Gelassenheit müssen wir lernen. Sich selbst nicht mehr so wichtig nehmen. Die Zeit zurückdrehen, in der die Kirchturmuhr noch halbstündlich läutete. Eine Oase finden, in der die Hektik der Zeit draußen bleibt.

Foto: Gisela Seidel

Weine nicht!

Quelle: Pinterest
Wie die Meereswogen gegen Klippen schlagen,
wild und ungestüm, empört und rau,
tosen all die Stürme, die die Herzen tragen,
peitschen auf des Lebens tristes Grau.

Wo die schlimmen Wetter haltlos branden,
die verheerend in die tiefen Strudel treiben;
Elemente, die entfesselt Wege fanden
und den offenen Schlund des Abgrunds zeigen.

Niemals löscht ein Sturm das Licht der Sterne
und die seelentiefen Worte des Verstehens.
„Weine nicht!“, klingt‘s tröstend aus der Ferne,
wenn die Energien der Engel mit uns gehen.

Kühlen sanft und zart die heißen Wunden,
die ein Sturm im kranken Herz entfacht,
und die raue See scheint überwunden,
was den Lebensschmerz erträglich macht.
Quelle: Pinterest

Alltagsflucht

Bild von Caro Sodar auf Pixabay

All der Hast entfliehen,
die Eile der Menschen mit Abstand betrachten,
deren betriebsames Verschwinden in der Menge,
unfähig,
der Enge zu entkommen,
die sie bedrückt.

Die Gesellschaft,
mit all ihren Meinungen und Fragen –
oberflächlich und der Norm entsprechend;
den widerstrebenden Gefühlen
dieser scheinbar kalten Gegenwart,
deren quälende Entscheidungen
zwischen Wagnis und Niederlage,
der Stimme des Zeitgeistes folgt.

Sich loszusagen von den Vielen,
die ihre Sorgen verdrängen
durch betäubende Genüsse.
Böses Erwachen ignorieren,
das innerlich verbrennt
durch wachsende Unzufriedenheit,
in tödlich selbstgemachter Hölle.

In Einsamkeit und Stille zu sich selbst kommen!
Die Verworrenheit glätten durch Ruhe und Einsicht.

In der Seele,
wo die tiefen Empfindungen wachsen,
aufspringen auf den Zug des Verstehens,
der Entbehrungen leichter trägt,
der hilft,
Sorgen und Ängste zu durchfahren
in Hoffnung und Geduld,
um an der Endstation
Glaube und Liebe
anzukommen.