Der Festzug der Natur wiederholt sich in jeder menschlichen Seele.
Zuerst gibt es den Frühling mit dem erwachenden Bewusstsein, den Sommer, wenn die Kräfte des Menschen zu ihrem Höhepunkt aufsteigen, den Herbst, wenn das Leben zu schwinden beginnt, und den Winter, wenn der Schlaf in die müde, erschöpfte Seele kommt.
Aber selbst nach dem Winter des physischen Lebens kommt der Frühling für den Geist, wenn er in einer anderen Welt erwacht, um den ewigen Zyklus fortzusetzen.
Ich war ein Kind und glaubte an Gespenster; der Winter war ein eisiger Patron, und er malte Blumen an mein Fenster, manchmal träum‘ ich noch heut‘ davon.
Mal sah’n sie aus wie eine Rosenhecke, mal wie Drachen aus dem Fabel-Land, und dann kroch ich unter meine Decke, und hielt den Teddy fest in meiner Hand.
Das ist ungezählte Winter, ungezählte Jahre her, und die Eisblumen am Fenster, die blühen heut‘ nicht mehr.
Ich bin viel zu sehr erwachsen und das Träumen fällt mir manchmal schwer, denn die Eisblumen am Fenster, die blühen heut‘ nicht mehr.
Und ein Schneemann stand in unser’m Garten, der konnte mit mir reden, ist doch klar. Half mir wie ein großer Freund beim Warten, bis es Zeit für die Bescherung war.
Das Feuerwehrauto hab‘ ich gleich gesehen; der Weihnachtsmann hat wirklich dran gedacht! Ich nahm es mit ins Bett beim Schlafengehen, und die Eisblumen haben uns bewacht.
Das ist ungezählte Winter, ungezählte Jahre her, und die Eisblumen am Fenster, die blühen heut‘ nicht mehr.
Doch manchmal, wenn ich Kinder spielen seh‘ im Winterschnee, dann hab‘ ich das Gefühl, die Eisblumen sind ganz in meiner Näh’ und ich kann sie sehen, wenn ich will!
Manchmal dauert’s viele Winter, doch dann wird ein Traum von früher wahr, und die Eisblumen am Fenster, die sind dann wieder da.
Und die Wunder aus der Kindheit, die sind auf einmal vorstellbar, denn die Eisblumen am Fenster, Die sind jetzt wieder da.
White are the far-off plains, and white The fading forests grow; The wind dies out along the height And denser still the snow, A gathering weight on roof and tree Falls down scarce audibly.
The road before me smooths and fills Apace, and all about The fences dwindle, and the hills Are blotted slowly out; The naked trees loom spectrally Into the dim white sky.
The meadows and far-sheeted streams Lie still without a sound; Like some soft minister of dreams The snow-fall hoods me round; In wood and water, earth and air, A silence everywhere.
Save when at lonely intervals Some farmer’s sleigh, urged on, With rustling runner and sharp bells, Swings by me and is gone; Or from the empty waste I hear A sound remote and clear;
The barking of a dog, or call To cattle, sharply pealed, Borne, echoing from some wayside stall Or barnyard far afield;
Then all is silent and the snow falls Settling soft and slow The evening deepens and the grey Folds closer earth and sky The world seems shrouded, far away.
Its noises sleep, and I as secret as Yon buried stream plod dumbly on and dream…
Schnee
Weiß sind die fernen Ebenen, und weiß wachsen die verblassenden Wälder; Der Wind verstummt in der Höhe, und immer dichter wird der Schnee, Eine zunehmende Last auf Dach und Baum fällt kaum hörbar herab.
Die Straße vor mir glättet sich und füllt sich schnell, und ringsum verschwinden die Zäune, und die Hügel werden langsam ausgelöscht; Die kahlen Bäume ragen gespenstisch in den trüben weißen Himmel.
Die Wiesen und weitläufigen Bäche liegen still und ohne einen Laut da; wie ein sanfter Diener der Träume hüllt mich der Schneefall ein; in Wald und Wasser, Erde und Luft herrscht überall Stille.
Außer wenn in einsamen Abständen der Schlitten eines Bauern, angetrieben von raschelnden Kufen und schrillen Glocken, an mir vorbeischwingt und verschwindet; oder wenn ich aus der leeren Einöde einen entfernten, klaren Laut höre.
Das Bellen eines Hundes oder der Ruf an das Vieh, scharf und laut, hallt wider von einem Stall am Wegesrand oder einem weit entfernten Hof;
Dann ist alles still und der Schnee fällt, weich und langsam. Der Abend wird tiefer und das Grau hüllt Erde und Himmel immer enger ein. Die Welt scheint verhüllt, weit entfernt.
Ihre Geräusche schlafen, und ich, heimlich, wie ein begrabener Bach, tappe stumm weiter und träume…
Wenn schwarze Wolkenschatten ziehn, so dunkel schwer, als würd der Himmel fallen, dann scheint sie leer, die Stätte unter ihm, es ruht die Welt und Ruhe ist in allem.
Über den hohen Bäumen kreisen Raben, auf kargen Böden lugen sie nach Bissen; die Welt scheint an sich selbst zu darben, verliert an Fortschritt, ohne es zu wissen.
Sie gleitet hin auf rutschigem Gefilde und niemand hilft ihr wieder aufzustehen. Die Menschheit scheint ein sterbendes Gebilde, das sanft verblutet nach dem Untergehen.
Der fahle Mond scheint durch die Zweige, aus den Kaminen steigt der kalte Rauch; bald geht das Feuer aus, der Mensch zur Neige, und frostig treibt der Tod den Winter aus.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Der Weihnachtsmann ging heim in seinen Wald. Doch riecht es noch nach Krapfen auf der Stiege. Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Man steht am Fenster und wird langsam alt.
Die Amseln frieren. Und die Krähen darben. Und auch der Mensch hat seine liebe Not. Die leeren Felder sehnen sich nach Garben. Die Welt ist schwarz und weiß und ohne Farben. Und wär so gerne gelb und blau und rot.
Umringt von Kindern wie der Rattenfänger, tanzt auf dem Eise stolz der Januar. Der Bussard zieht die Kreise eng und enger. Es heißt, die Tage würden wieder länger. Man merkt es nicht. Und es ist trotzdem wahr.
Die Wolken bringen Schnee aus fremden Ländern. Und niemand hält sie auf und fordert Zoll. Silvester hörte man’s auf allen Sendern, dass sich auch unterm Himmel manches ändern und, außer uns, viel besser werden soll.
Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und ist doch hunderttausend Jahre alt. Es träumt von Frieden. Oder träumt’s vom Kriege? Das Jahr ist klein und liegt noch in der Wiege. Und stirbt in einem Jahr. Und das ist bald.
Es schweigt der Wind, lässt Flocken ruhig tanzen; die Welt ist puderzuckerweiß geworden.
Trägt alles Welke, wie in kostbaren Monstranzen, vom Schnee bedeckt, in einen Wintermorgen.
Altes ging mit dem Jahr, das, wie verweht, vergangen, noch schwingt es zeitverloren mit und nah.
Wie ein gelesener Brief, zerrissen, doch im Herzen wortgefangen, der Wärme brachte, wo nur Kälte war.
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