Herr der Herrlichkeit

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Wo ist die Lebenszeit geblieben?

Die Stunden schwinden zwischen Tag und Nacht,
und wieder wird des Tages Fracht
vom Rad des Schicksals angetrieben.

Wie ist das Lebensband verbunden?
Verbringt man gute oder wenig gute Stunden
in purem Gottvertrauen und Geleit?

Der Geist des Herrn der Herrlichkeit,
verbindet Lebenslicht und Zeit…
hält unser Lebensband gebunden.

Hoffnungsvoll

Die Republik – Gerome Jean Leon (1824 – 1904)

Die Hoffnung setzt Vertrauen in das Leben.
Obwohl die Dunkelheit so manchen Tag verhüllt,
wird sie uns Lebensmut und Selbstvertrauen geben,
auch wenn oft langes Warten unsre Stunden füllt.

Und ist uns bang ums Herz und trüb die Sicht,
für Pläne, die wir tief im Herzen schmieden,
so sendet uns ein Leuchten neues Hoffnungslicht;
gelingt ein Plan, bringt es uns den erträumten Frieden.

Die Hoffnung ist die Flamme unsrer Lebenslichter,
ein Funke, der das Feuer in der Dunkelheit entfacht,
erfüllte Träume bringen strahlende Gesichter,
und es durchflutet heller Schein die finstre Nacht.

Oft will uns nicht gleich jeder Schritt gelingen,
dann straucheln wir und fallen hart zurück,
die ferne Zeit wird dann zum Guten bringen,
was einst zerstörte unser Missgeschick.

Urkraft

Vladimir Kush (1965…)

Alle menschlichen Ideen,
wie Tau entströmt, aus fernen Himmeln,
Talente, wie gepflastert auf Alleen,
die Stolpersteine nahmen, die wir gingen.

Die Urkraft, die ihr Werk der Erde schickt,
Wunschbilder, die ins Seelenlicht getaucht,
ein Denken bilden, das uns hilft und glückt,
Gedanken, die der Mensch zum Leben braucht.

Es sind die hohen Kräfte, die uns dienen,
sie streuen Gottvertrauen auf die Erde,
und was zuerst im Seelenlicht erschienen,
das baut der Mensch, es ist dann sein
„Es werde!“

Gütige Hände

Historische Künstlergrafik
nach dem Ölgemälde von Bertalan Székely (1835-1910)

Du bist so hilfsbereit und voller Güte,
weil du die Andren nicht vergisst,
obwohl du einst in deiner Blüte,
die Liebe selber hast vermisst.

Dort stehst du, öffnest beide Hände,
nimmst voller Mitgefühl den Schmerz;
wer immer sich auch zu dir wende,
es leuchtet ihm dein edles Herz.

Du wirst das Christuslicht verspüren,
das tiefen Frieden um dich hüllt,
es soll dich in die Zukunft führen,
mit Freude, die dein Herz erfüllt.

Wirst immer dein Zuhause finden,
wo einst dein Heimatstern auch steht,
kannst du dich ohne Angst verbinden,
mit Gott, der ewig mit dir geht.

Bedingungslose Liebe

Wir sollten versuchen, die Menschen zu lieben wie sie sind, ganz gleich auf welchem Weg sie sich befinden, und ganz gleich, welch eigene, besondere Art ihnen innewohnt. Auch, wenn ihre Taten nicht immer liebenswert sind, so bedeutet “bedingungslose” Liebe, so, wie die Sonne auf alles zu scheinen, was existiert auf Erden, auf Gut oder Böse.

Du gehst deinen eigenen Weg. Es sind deine Entscheidungen, auf welche Weise du deine irdischen Lektionen lernen möchtest. Sei der Mensch, der du sein möchtest und nicht der, den andere erwarten. Doch vergiss dabei nie: Du sollst niemandem antun, was du selbst nicht ertragen könntest! Bleib stets liebevoll und lass dich niemals leiten von Hass, Rache, Neid und Gier.

Niemand kann wissen, was für dich das Beste ist, obwohl andere es manchmal meinen. Sie waren niemals dort, wo du gewesen bist, sind nie in “deinen Schuhen gelaufen”, haben das Leben demnach nur aus ihrem eigenen Blickwinkel betrachtet, von ihrem Standpunkt aus.

Welche Lernaufgaben du dir ausgesucht hast, als du in dieses Leben kamst, weiß niemand auf Erden. Es liegt alleine an dir, wie oder mit wem du sie lösen möchtest und in welcher Zeit. Denke aber daran: Deine Eltern, die Menschen mit denen du zeitlebens zusammentreffen wirst, hast du dir selbst gewählt, um durch ihre Taten zu wachsen und zu reifen. Seelenreifen ist Schmerz! Menschen, die dir scheinbar Schlechtes antun, damit du reifen kannst, haben eine schwere Aufgabe übernommen. Sei auch dafür dankbar!

Wie viel Zeit dir gegeben ist, weiß nur Gott. Bedenke: Zeit ist das einzige Kapital, das du auf diese Welt mitgebracht hast. Versuch sie mit Gutem und Nützlichem zu füllen, dann wirst du darin weiterleben. Niemand hat die Welt durch deine Augen gesehen, wie könnte jemand also wissen, was du benötigst?!

Wenn dich deine Handlungen, Gedanken oder Worte zu Taten treiben, mit denen du anderen Schaden zufügst, überdenke den Weg, der dorthin geführt hat. Nur du allein bist ihn gegangen. Auch Vergebung ist Liebe. Dennoch dient alles, was du tust, dem geistigen Wachstum.

Ein jeder sieht die Welt aus seinem eigenen Blickwinkel. Akzeptiere, dass es vielerlei Möglichkeiten gibt, die verschiedenen Seiten unserer Welt zu betrachten und zu erfahren. Niemand darf dir dein Recht auf Entwicklung absprechen. Alle Menschen verfügen über dieses Recht! Versuche, die Liebe, die du in dir fühlst, an alle gleich gültig weiterzugeben. Sei wie die Sonne, die nicht unterscheidet und alles gleichermaßen bestrahlt. Was du ausstrahlst, wird zu dir zurückkommen! Was du säest, das wirst du ernten!

Du hast die freie Entscheidung, deinen, von dir gewählten Weg zu gehen. Ob es der richtige war, wirst du erfahren. Falsch gewählte werden dich zurückwerfen. Manchmal musst du eine Weile ausruhen und in dich gehen, wenn du wieder einmal in einer Sackgasse steckst. Du kreierst hier auf Erden deinen eigenen Himmel oder deine eigene Hölle.

Ob der Weg auf- oder abwärts führt, bestimmst du alleine. Sei Balsam für die Welt, nicht Säure, die zerstört! Jedes Wesen folgt dem inneren Drang, der ihn seinen Pfad erkennen lässt. Dieses Drängen kommt von Gott, der uns in die richtige Richtung führt. Jeder Mensch kann hier auf Erden auf ganz individuelle Art und Weise seine eigene Weisheit und Liebe einbringen. Wir sind hier, um Lieben zu lernen.

Die Welt wird uns gereicht, wie ein bunter Blumenstrauß aus vielen Rassen, Religionen, Kulturen, Nationalitäten und Glaubensrichtungen, sodass wir aus dieser Vielfalt einen großen Nutzen und viele Lehren ziehen können. Die Menschheit besteht aus Brüdern und Schwestern, auch, wenn sie an fernen Orten geboren wurden oder einen anderen Glauben haben.

Tolerant sein, ist nicht immer leicht, aber wir lernen ja noch, sonst wären wir nicht hier.

Heilige Agnes im Kerker

Die ‚heilige‘ Agnes von Rom (237-250) soll mit ca. 13 Jahren den Märtyrertod gestorben sein, weil sie die Ehelosigkeit um Christi Willen und somit ihre Jungfräulichkeit verteidigte.

Mich hat die Legende um ihre Person erschüttert. Auch Heilige waren Menschen, die irrten und fanatisch in ihren Ansichten waren. Ob die vielen ‚heilig‘ gesprochenen Menschen dem auch entsprachen? Das mag Gott alleine entscheiden.

Frank Cadogan Cowper (1877-1958)

In meiner Not gibst Du mir Stärke,
ein schützend‘ Kleid aus Engelshand.
Durch Lichtgewand und Wunderwerke
reicht mir der stille Gott die Hand.

Wenn böse Energien durchdringen
den Bannkreis meines lichten Seins,
so können Flammen ihn nicht bringen,
den Tod, der mich mit ihm vereint.

Bringst mir, für meine letzte Stunde,
ein Unschuldskleid aus Himmelslicht.
Bringst bald der Welt die Todeskunde,
noch eh‘ der neue Tag anbricht.

Nach Ostern

Carl Larsson 1853-1919 – Abend vor der Reise nach England

Kein Läuten mehr – die Osterglocken schweigen!
Still lastet Schwere auf dem kalten Tag,
und wieder liegen Fröste auf den Zweigen,
als wenn die Welt uns nicht mehr blühen mag.

Das Vogelsingen ist heut leis geworden.
Die Straßen leer, selbst Kinderlachen schweigt.
Das Leben scheint mir beinah ausgestorben,
wenn rauer Wind die frischen Wipfel streift.

Die Jahre sind so schnell dahingegangen.
Es blieb ein welker Kranz aus ferner Zeit.
Ob meinem wehen Herzen noch, dem bangen,
ein wenig Zuversicht erhalten bleibt?

Wohl dem, der aus des Lebens schweren Tagen
und aus den Stunden ungetrübten Glücks
ein Leuchten darf in seiner Seele tragen…
ein Sonnenlächeln göttlichen Geschicks.

Zauberschleier

Der Morgen – Caspar David Friedrich (1774-1840)

Verhüllt liegt unsre Zukunft, weltverborgen,
und um uns webt der lichte, helle Morgen,
die weißen Zauberschleier in den Tag.

Am Abend wirft die Nacht die langen Schatten
und legt sich auf des Tages Lasten nieder;
leise raunt die Natur die alten Lieder,
auf den Rabatten.

Die Weise, die erklingt, so fern der Nöte,
sie schwebt zum Wohle aller durch die Nächte,
als ob sie allem Übel Tröstung böte
und Freunde brächte.

Wer hoffend lauscht, den wird der Segen finden,
er eilt von Herz zu Herz, wie ein Gebet.
Den rechten Weg, wirst du ergründen,
wenn deine Seele es erfleht.

Wenn du die Liebe fühlst, so ganz durchdrungen,
dann öffnest du dich deinem Gott in dir.
Folge der Stimme, voll Vertrauen, unumwunden,
öffne die Tür.

Karfreitagstimmung

Caspar David Friedrich 1774-1840 – Spaziergang in der Abenddämmerung

Wie soll ich den Frühling genießen,
mit all seinen Blumengeschenken,
wo unlängst die Blüte der Liebe verwelkte,
in meinen Händen?
 
Wie kann die Sonne meine Seele erwärmen,
mit all ihrem Strahlengefunkel?
Wenn Tränen mir Sinn und Antlitz verhärmen,
bleibt mein Herz kalt und dunkel.
 
Wie kann ich Hoffnung in Gedanken binden,
wo alle Zukunftsbilder jüngst zerstört?
Wo werd’ ich jemals wieder finden,
was mir noch nie zuvor gehört?
 
Kann sich das Schweigen aus Gräberreihen,
wo kein Kreuz gleicht dem andern,
wie ein Wunder durch himmlischen Schluss,
ganz plötzlich in Lachen verwandeln?
 

Lieben heißt sehnen

Sulamith Wülfing  – 1901-1989

Das Sehnen ist ein Band, das liebend bindet,
die Zauberschnur, die niemals reißt und bricht.
Wo sich die alte Liebe wieder findet,
da wird das tiefste Dunkel hell und licht.
 
Du strahlst in mir, wie Diamanten strahlen,
du reflektierst das Licht, so, wie ein Edelstein.
Lass‘ deiner Augen Glanz auf meine fallen,
du wirst der Glanz auf meiner Seele sein.
 
Du bist mir fern, doch öffnen sich die Schleier,
so wie die Sonne durch die Wolken bricht.
Und jedes Wort, das du mir schreibst erneuert,
was du mit deiner Gegenwart versprichst.
 
Die Liebe hält uns fest und ganz umschlungen,
nichts wird sie lösen – nicht in Ewigkeit!
Und ist dein liebes Wort schon lang verklungen,
dann schwebt es selig weiter durch die Zeit.
 
Das Band der Liebe ist um uns geflochten,
es bindet sanft, doch hart fordert die Pflicht.
Was unsre Träume, Wünsche, nicht vermochten,
nun eine andre Macht für uns erficht.
 
Gott gab uns Liebe, er wird uns geleiten,
damit wir rechte, lichte Wege gehn.
Er wird vor uns die Möglichkeiten breiten,
damit wir wagen, glauben und verstehn.