Adam und Eva im Paradies – Johann Wenzel Peter (1745-1829)
Es war einmal ein winzig Kleines, das überhaupt nicht wusste, wer es war, und was es sollte, blieb ihm ein Geheimnis, denn so weit dachte es nicht, offenbar.
Es wuselte durch Weltgeschichten, um ihn herum, die Pflanzen riesengroß. Es konnte niemandem davon berichten, denn da war nichts wie er, und er beschloss,
in sich die Hoffnung niemals zu verlieren, voll Demut, dennoch himmelschreiend; alleine würde er den Mut verlieren, und einsam sein, das würd‘ er, obendrein.
Als androgynes Etwas – der Gedanke; geboren war ein Adam dieser Welt, und als sein Wunsch zum Himmel rankte, der ihm die Adama zur Seite stellt,
da waren aus den Ursprüngen verbunden, die Kreationen, Mann und Frau vereint. Der Schöpfergeist hat sie für gut befunden, in Obhut durch die Engel, gut gemeint.
Doch, da war plötzlich dieses Für und Wider, ein Trieb, der nachzugeben zog und lenkte; im Geiste ging die Mahnung auf sie nieder, der Einsicht in den Tod des Lebens schenkte.
Es war einmal ein winzig Kleines, das seiner Geistesgröße nicht bewusst, als Androgynes, ewiglich Geheimes – aus Fleisch und Blut, Vergänglichkeit ein Muss.
Wie in einem tiefen Brunnen, gefüllt mit geistigen Gaben, bietet sich eine Quelle, die niemals versiegt.
Immer wieder füllt sie sich neu, wird auch ein Teil daraus entnommen. Den Menschen wird sie dienen, die sich daran selbst verwirklichen.
Denen die Gaben des Geistes verliehen wurden, müssen auf Schwierigkeiten stoßen, die es ihnen ermöglichen, zu erkennen, dass die Quelle allen Seins auch ihres eigenen, nicht in etwas Physischem liegt, sondern in dem, was geistig ist.
Sie werden erst dann mit diesen erhabenen Wahrheiten konfrontiert, wenn sie die tiefsten Tiefen der Verzweiflung erreicht haben und glauben, dass in der Welt der Materie kein Ausweg mehr zu finden ist.
Das ist der Zweck ihrer irdischen Existenz. Sie werden in der Lage sein, höhere Bewusstseinszustände zu erreichen, die es wiederum ermöglichen, dass größere geistige Kräfte durch sie wirken.
Das hebräische Wort für Geist ist Ruach, was übersetzt „Wind“, „Hauch“ oder „Lebenskraft“ bedeutet.
Quelle: Pinterest
Die ganze Welt existiert aufgrund des Geistes. Ohne Geist gibt es kein Leben, denn Leben ist Geist und Geist ist Leben. Der Geist des Menschen muss seinen vollen Ausdruck finden.
Wirklichkeit, vom Dunkel befreite Wahrheit, du bist nicht in der Materie zu finden, nicht in den Körpern bist du zu entdecken.
Menschen sind geistige Wesen; Spiritualität wächst vom Moment der Empfängnis. Es gibt nichts, was von dieser Realität trennen kann.
Der Mensch existiert aufgrund des ewigen Geistes, um im Sonnenlicht der Freiheit zu leben.
Wissen muss in dieser Welt regieren und die Unwissenheit vertreiben; Wissen muss sich verbreiten, damit nicht die Angst aktivierendes Motiv des Geistes ist.
Der Geist des Menschen muss regenerieren und sich erneuern.
Ein Wandel im Herzen und die Anwendung geistiger Werte, sind die einzigen Mittel, welche Frieden in unsere unruhige Welt bringen werden.
Der Geist ist wach, auch wenn du schläfst, der Körper wälzt sich in Erfahrungen der Jahre, die Vielfalt ist so groß, die Spanne weit, dass sich im Traum Durchlebtes offenbare.
Des Schlafes Grund ist ähnlich wie der Tod, weil die Maschine „Körper“ ruhen muss. Die größten Ingenieure dieser Welt, kreierten nie der Weisheit letzten Schluss.
Der Körper ist ein wundersames Werk, so wundervoll, wie es kein zweites gibt; doch ist die Leistungsfähigkeit nur kurz und manchmal wird man abermals belebt.
Wahrhaftig, man stirbt jede Nacht! Nur durch die Silberschnur sind wir verbunden; der Geist ist frei, ganz körperlos und wach, treibt er durch viele Sphären, in geträumten Stunden.
Das menschliche Gehirn ist klein; nur bruchstückhaft erinnern wir uns an die Sinnesdimensionen, die wir durchziehen, wenn wir schlafen in der Nacht; die Lücken schließen sich, wenn wir erst drüben wohnen.
Epheser 4,22–24: „Legt von euch ab den alten Menschen mit seinem früheren Wandel, der sich durch trügerische Begierden zugrunde richtet. Erneuert euch aber in eurem Geist und Sinn und zieht den neuen Menschen an, der nach Gott geschaffen ist in wahrer Gerechtigkeit und Heiligkeit.“
Das Ziel der Menschheit ist es, ihre Unwissenheit, ihren Irrtum und ihren Aberglauben zu vertreiben und sie in das strahlende Licht der göttlichen Wahrheit und des göttlichen Wissens zu bringen, damit sie beginnen kann, so zu leben und sich zu verwirklichen, wie es dem Zweck ihrer irdischen Inkarnation gemäß sein sollte.
Irgendwann kam der Verfall, die Verfälschung des geoffenbarten Wissens zu politischen, theologischen und manchmal auch staatlichen Zwecken.
Der Mensch glaubt weiterhin an Legenden. Die Geschichte von Adam und Eva ist eine solche. Gott ist die große, geistige Kraft der Schöpfung von allem.
Ich stelle ernsthaft die Frage: Lässt dieser große Geist in seiner Allmacht, seinen Sohn am Kreuz sterben, um die Erbsünde des ersten Menschenpaares zu tilgen, wie Gott es angeblich versprochen hatte? Laut Kirche hat der Nazarener durch seinen Tod den Menschen die Türe zur Wiederauferstehung geöffnet, die bis zu jenem Zeitpunkt verschlossen war. Sie gaukelt den Menschen heute noch vor, die Verstorbenen würden in ihrer alten Gestalt am jüngsten Tag wiedererscheinen.
Durch Jesus’ Lehren hat er wahrlich das Bewusstsein gestärkt und dafür gesorgt, dass die Menschen den richtigen Weg zur Erleuchtung finden.
In der Bibel gibt es eine weitere Geschichte von Abraham, der seinen Sohn töten/opfern sollte, angeblich auf Befehl Gottes. Sollte das der Beweis für Abrahams Gottesfürchtigkeit und Gehorsam sein? Noch einmal die Frage: Was ist das für ein Gott, der so etwas fordert? Auch Ibrahim wollte seinen Sohn opfern. Ja, Söhne waren damals das Wertvollste. Töchter zählten nichts.
Meiner Meinung nach hat die katholische Kirche die jüdische Überlieferung vom sündigen Paar Adam und Eva für sich selbst benutzt, um die gläubige Bevölkerung zu manipulieren und ihr ein schlechtes Gewissen zu machen.
Paulus schrieb den Ephesern: „Ihr dürft nicht mehr so leben wie die Heiden.“ Das bedeutet, man kann nicht Christ sein und weiter vortäuschen, als sei alles beim Alten. Es verlangt nach einer radikalen Umkehr und Änderung des Lebensstils.
Wie der historische Mensch lebte, erfahren wir aus der Bibel:
Adam und Eva gehorchten Gott nicht und aßen von der verbotenen Frucht. Kain erschlug seinen Bruder aus Eifersucht. All diese Ereignisse überschatteten die Menschheit und endeten mit der Sintflut. Danach geht es sündig weiter: Die Menschen wollten gottgleich sein und bauten einen Turm, um Gott zu erreichen.
Heute sind die Menschen nicht schlechter oder besser als früher, nur die Methoden sind anders. Die Mächtigen halten die Schwachen nieder, Frauen werden erniedrigt oder vergewaltigt, es gibt Kriege mit Millionen Toten, Korruption, Diebstahl, Lügen und Betrug. Das ist der Mensch, der alte Mensch, der in der Sünde lebt. Doch das Schlimmste ist, dass die Menschen sich von Gott entfremdet haben.
Paulus schreibt in den Versen davor: „Sie sind abgestumpft und haben sich der Ausschweifung hingegeben, um allerlei unreine Dinge zu treiben in Habgier.“ – Ja, es gab unreine Dinge in Form von sexuellen Ausschweifungen, Satanskulten oder unterschiedlichen Süchten. Das war in Ephesus so und das ist heute weltweit nicht anders, nur die Begierden sind andere geworden.
Jesus’ Lehre ist der Weg zu Gott. Das wusste auch Paulus. Das Christentum ist nicht einfach eine damals neue moralische und sittliche Weltanschauung, die sich bis in ferne Zukunft fortsetzen wird. Ein wenig anständiger zu werden, reicht nicht. Es geht darum, ein neuer Mensch in einem neuen Leben zu werden. Jesus ging es darum, den Menschen innerlich neu zu machen, und das geschieht nicht nur in einem einzigen Leben. Die Seele und ihre Anteile werden sich in mehreren Leben ‚erhellen‘ müssen. Aber das bestimmen geistige Kräfte, nicht der Mensch.
Nur, was hat den Menschen so schlecht gemacht, in all seiner Eigenwilligkeit mit seinem angeblichen Ungehorsam? Eva war es angeblich (natürlich eine Frau!), die Adam den Apfel reichte, was von Gott verboten war. In der jüdischen Überlieferung war es eine Frucht vom Baum der Erkenntnis (Gen 2,17); danach konnten sie Gut und Böse erkennen. Diese Wahrnehmung, nach dem Beweisbaren zu urteilen, ließ sie die unsichtbare Welt des Himmels vergessen. Genauso ist es auch heute.
Gott hat den Menschen nach seiner Idee erschaffen, nach seinem Bilde, wie es heißt. Auch heute noch wird es von den Kirchen missinterpretiert. Man erklärt, Gott sehe aus, wie wir, mit ebensolchen Eigenschaften. Einziger Unterschied sei die Sterblichkeit des Menschen mit maximal 120 Jahren.
Gen 1,31: „Und Gott sah an alles, was er gemacht hatte, und siehe, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.“ – Und danach folgt die 2. Schöpfungsgeschichte in Gen 2.
Warum soll der Mensch sein Kleid wechseln, wenn der/das erst Erschaffene sehr gut war? Der erste Mensch muss sich stark und frei gefühlt haben, bis ihm bewusst wurde, dass er sterblich ist. Möglich wäre es aber auch, wenn die Menschen zuerst in geistiger Gestalt vorhanden gewesen wären, in einer Sphäre, die man „Himmel“ nennt, im Astralleib. Wer weiß?
Kain auf der Flucht vor Jahwes Fluch – Fernand-Anne Piestre Cormon (1845-1924)
Wie Kain den Abel tödlich schlug, und niemals Ruhe fand, Vergebung in der Zeit, der seine Sünde durch die Welten trug, die Eifersucht, den falschen Hass, den Neid,
so töten heute noch die Ahnen. Die Menschheit wird sich stets bekriegen, von Alters her Gezeichnete, sie mahnen, man soll sich nie in falscher Hoffnung wiegen.
Die Offiziere, Generäle und Soldaten, die zwischen Kugelhagel und Raketen, Paroli bietend töten und auf Siege warten: Wie sinnlos sie zu falschen Göttern beten!
Du löst die Knoten, entwirrst das Verflechten, vollziehst das Naturgesetz zum stets Gerechten, malst Bilder aus farbigen Schicksalsfäden, die der Menschheit mit auf den Weg gegeben.
Solange wir träumen, sind wir die Geführten, als Körper und Sinne die Freiheit spürten; doch in all unseren tiefsten Daseinsträumen entwachsen wir langsam den Erdenräumen. Wir halten die Fäden in eigenen Händen, die schicksalhaft sich zum Richtigen wenden.
Schau näher hin, sind es wirklich Deine? Hinter dem, was du tust, steht doch stets der All-Eine!
Alle menschlichen Ideen, wie Tau entströmt, aus fernen Himmeln, Talente – hohe Bäume auf Alleen, Gott ließ sie das Unmögliche gelingen.
Die Urkraft, die ihr Werk der Erde schickt, Wunschbilder, die ins Seelenlicht getaucht, ein Denken bilden, das uns hilft und glückt, Gedanken, die der Mensch zum Leben braucht.
Es sind die hohen Kräfte, die uns dienen, sie streuen Gottvertrauen auf die Erde, und was zuerst im Seelenlicht erschienen, das baut der Mensch, es ist dann sein „Es werde!“
Christ geht über das Wasser – Julius Sergius von Klever (1850-1924)
Religion ist es, Gott* zu dienen, indem man seiner Schöpfung dient. Religion hat wenig mit den herkömmlichen Vorstellungen dieser Welt zu tun. Religion ist das, was Gott in den Menschen befähigt, sich in deren Leben zu offenbaren. Religion ist das, was die Verbindung zwischen Mensch und Gott und zwischen Mensch und Mitmenschen verstärkt. Religion ist das, was dich dazu bringt, in deine Welt hinauszugehen und zu dienen, wo immer du kannst. Religion ist Dienst, und Dienst ist Religion. Alles andere ist nicht wichtig.
Wenn der physische Körper abfällt, erweisen sich alle Glaubensrichtungen, für die Menschen lange gekämpft und gestrebt haben, als leer und vergeblich, sinnlos und zwecklos, denn sie haben nicht das Wachstum der Seele gesteigert. Wenn du dich verausgabst im Dienst an anderen, wächst deine Seele in Gestalt und Stärke.
*Ich nenne ihn so. Er hat viele Namen.
Die katholische Kirche hat in den ersten Jahrhunderten heidnische Feste umgewandelt und als christliche eingeführt. Darunter fällt auch das Pfingstfest. Das ursprüngliche, altägyptische „chamsin“, arabisch für ‚Fünfzig‘, nämlich die 50-tägige Dauer des heißen Wüstenwindes, dessen Anfang von den Juden als „pessach“ (Ostern) und dessen Ende als Wochenfest gefeiert wurde.
Die Opfer für dieses Fest waren von den Priestern vorgeschrieben: ein 7-jähriges Lamm, 2 Brote und 2 Schafe als Brandopfer. Außerdem wurden noch ein Bock für die Sünden des Volkes und 2 weitere für das Wohlergehen des Volkes geopfert.
Geld für die Priesterkasse, gestern und heute. Die Einfältigkeit des Volkes wurde stets ausgenutzt. Für jedes Orakel gab es Geld. Weissagungen Dritter wurden mit dem Tod bestraft. Um an der Macht zu bleiben, mussten die Priester dem Volk Angst machen.
Schon zu Moses Zeiten wurden Tausende aus dem eigenen Volk geopfert, durch Verbrennen, Niedermetzeln, Aufhängen oder Kreuzigen, lebendig begraben oder in den Abgrund gestoßen. Moses als Prophet benannte sein Opfer durch ein Orakel und vollzog dieses Todesurteil in der Überzeugung, dass es für das Gemeinwohl notwendig sei.
Die biblischen Gestalten konnten die Verhältnisse des Weltgeschehens nicht deuten. Immer war Glück und Unglück Wirkung unsichtbarer Wesen, deren Wille man sich erdienen musste.
Die Bibel bleibt für jeden denkenden Menschen ein wichtiges Dokument alter Zeit, auch wenn die mit Fälschungen behaftete Theologie, welche von Schriftgelehrten, Priestern, Päpsten und Kaisern beauftragt wurde, längst aufgedeckt ist.
Die Schriften sind ein vortreffliches Menschenwerk, den damaligen Bildungsstand widerspiegelnd, erhaben klingend, aber fehlerhaft. Auf keinen Fall sind sie Gottes Wort!
Menschliches Wohlergehen liegt nicht in der Täuschung, sondern in der Erkenntnis.
Markus 1,22: „Und die Menschen waren erstaunt über Jesus’ Lehre, denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.“
Deren vorentworfene Reden sind tot in sich selbst und beleben keine Seele. Jesus hingegen hat das Feuer in den Zuhörern entfacht und ihren Geist (ihr Bewusstsein) geöffnet, damit sie seine Botschaften verstehen konnten. So ging ihnen ein Licht auf!
In Apostelgeschichte 2 folgt dann ein Zitat aus dem Propheten Joel 2,28: „Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch.“
Ausgießung des Heiligen Geistes – Quelle: Wikipedia
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