Wilder Herbst

In meiner Jugendzeit, die längst vergangen,
durchschritt ich viele Straßen ohne Ziele,
und die Motoren, die noch anders klangen,
waren nur wenig laut und nicht so viele.

Wir waren wild, wie wilder Herbstbeginn.
Ich trieb im schwingenden Warum-denn-nicht.
Was mir die Alten sagten, war mir kein Gewinn;
ich sammelte Erfahrung und nicht Pflicht.

Versäumte alles, was mir nicht gefiel:
Die Schule war mir gar ein bitteres „Ach!“,
die alten Schreibmaschinen dort ein Spiel,
Stenografie – ich gähnte mich durchs Fach.

Die Qual des Alltags lag auf mir wie Fluch;
ich sperrte mich vor dem, was kommen muss.
Versäumte absichtlich den Schulbesuch,
doch einmal war mit allem Schluss.

Der Zeitvertreib, er führte mich in ein Bistro,
das in der Nähe meiner Schule Treffpunkt war.
Ich saß allein. Drei Pärchen tanzten, doch wieso,
bin ich mit diesen Fremden mitgefahren?

Es war des Lebens missliches Geschick,
als mich drei Männer in den Wald gebracht;
dass ich noch lebe, ist ein großes Glück.
All das Geschehene hat mich reif gemacht.

So wenig haben Menschen mir gegeben,
und was sie gaben, nahmen sie zurück.
Ich legte Pflichten auf mein ‚lockeres‘ Leben
und sah: Ein Lächeln Gottes ist das Glück.

Kinder des Lichts

Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

Wie ein See, mit tausend Glitzerwellen,
spiegeln sich Himmel, sternenfunkelnd,
wo des Lichtes unbekannte Quellen,
strömen zu den Taten, die verdunkelnd,
in den leidgeprüften Unbelehrten,
den von Hass Gequälten, tief Gesunkenen,
die sich falschen Lehren nicht erwehrten,
die an Mächte dunkler Welt Gebundenen.

Schwere Lügen und Gewalt vereint,
Schuld, verband sie und die Lust
liegt auf ihnen, dicht und schwer wie Stein.
Dämonisch schlägt das Herz in ihrer Brust.

Freuden dieser Welt darfst du nicht trauen,
reich Ihm die Hand, der übers Wasser lief.
Dein Auge sei in Seinen, mit Vertrauen,
hör, wie Er lang schon deinen Namen rief.

Schau nicht zurück! Das schönste Glück auf Erden
ist nichts, nur Last, wie Lust und Geld.
Drum mach dich frei, nur dann kann Liebe werden,
wenn Er die Schatten nimmt, den Kindern dieser Welt.

Kabbala: Das Wort „Ägypten“ in der Bibel

Quelle: Pinterest

Überall, wo in der Bibel von Ägypten geschrieben steht, zeichnet das Wort „Ägypten“ ein Bild der materiellen Welt des Diesseits, die von einer leidensverursachenden Zweiheit (Polarität) beherrscht wird. In der Bibel ist es der Pharao, der alle Zeichen des nahenden Untergangs übersah, als sein Volk im Meer versank.

Ich muss hier leider eine Parallele zur heutigen Zeit und den Politikern dieser Welt ziehen. Weil die Menschen sich immer noch zur Alten Welt hingezogen fühlen, muss sie sterben und eine Zurückholung muss unmöglich gemacht werden. Die zeitlich begrenzte Hülle (Körper) wird genommen, denn erst danach kann die neue Welt kommen.

Die Überlieferung sagt, jede Endzeit ist voller Dämonen. Es gibt drei große Probleme in der Welt der Materie. Das eine ist Unwissenheit, das andere ist Kummer, und das dritte ist Armut. Diese drei Dinge werden Menschen immer haben, bis das Wissen des Geistes mit der Politik verbunden ist und die Kinder der Erde so denken und leben, wie es ihnen das neue Wissen zeigt.

Unabhängig von den Systemen der Menschen, wird das vom Schöpfer eingesetzte Naturgesetz immer mit unfehlbarer Regelmäßigkeit wirken, unwandelbar, unveränderlich, unflexibel, mathematisch in all seiner Exaktheit und Präzision.

Es wird immer Siege und Niederlagen geben, aber die Seele, die sich dessen bewusst ist, sollte sich von beidem nicht beunruhigen lassen. Es wird eine Zeit kommen, in der es wie Schuppen von den Augen fallen wird, weil die Menschen in der Lage sein werden, nach ewigen Maßstäben zu urteilen und die Wahrheit erkennen.

Man erntet das, was man gesät hat. Das gilt für den persönlichen Kreis, aber auch für Stadt und Land. Es gibt keine Wunder, keine Dispensationen (bibl. Endzeit). Erlösen müssen wir uns schon selbst.

Schicksal im Wandel

Quelle: Pinterest
Die Gegenwart scheint traut im Glück,
wie Sonne unter Bäumen;
man wähnt ein paradiesisch‘ Stück
in seinen Lebensträumen.

Das Unglück schleicht von Haus zu Haus,
durchs Schlüsselloch, so klein,
während man treibt, beglückt im Rausch,
zieht unbemerkt es ein.

Es ist nicht schwarz, kein dunkler Hauch,
nur unsichtbare Schwingung;
Beglücktes geht, der Wohlstand auch,
folgt neuer Zeit Bedingung.

Die Zeit trägt uns durchs Schattenreich,
auf Sonne folgt der Regen;
das Schicksal trifft uns alle gleich,
gestärkt durch Gottes Segen.

Gebet

von Frieda Jung
Kurische Nehrung – Hans Kallmeyer 1882-1961

Herr, gib uns helle Augen
Die Schönheit der Welt zu sehn!
Herr, gib uns feine Ohren,
Dein Rufen zu verstehn.
Und weiche, linde Hände
Für unserer Brüder Leid
Und klingende Glockenworte
Für unsre wirre Zeit!
Herr, gib uns rasche Füße
Nach unserer Arbeitsstatt –
Und eine stille Seele,
Die deinen Frieden hat!

Frieda Jung (1865-1929)
Ostpreußische Heimatdichterin
geboren im Landkreis Gumbinnen

Hilferuf

Bild von Gianni Crestani auf Pixabay
Es wirkt so wundersam vollkommen,
wie mich das Schicksalsrad geprägt,
wie es die Sorgen hat genommen
und mir den Rücken hat gestählt.

Ein jeder Schritt, den ich einst machte,
der mich hinabriß in den Schmutz,
war einer, der mich dazu brachte,
zu glauben, an den Gottesschutz.

Als mich mein Handeln tiefer zerrte,
und ich mich in mir selbst verlor,
da klang etwas, was aufbegehrte,
so wie ein Hilfeschrei empor.

Denn meine Seele blieb nicht stumm,
wie sie es jahrelang getan;
es füllte sich ein Vakuum
mit Hoffnung, die nicht schweigen kann.

Ich fand die Tür, die angelehnte,
die Flucht mir bot, aus Schmutz und Sumpf,
war überrascht, als ich sie wähnte;
der Ausweg war der größte Trumpf.

Ich sah das Himmelblau und Wolken
nach langer Zeit zum ersten Mal;
niemals werd‘ ich den Tag bereuen,
als ich erlöst war von der Qual.

Allgegenwärtig

Blick aus dem Fenster – Franz Skarbina (1849-1910)
So still in mir! 
Keine Gedanken, die bleiben,
sie treiben dahin, temporäre Gebilde,
ohne tieferen Sinn.

Ich kann sie nicht fassen
und verhindern ihr Gehen,
sie treiben im Kopf durch sinnende Gassen
und bleiben nicht stehen.

Will nach ihnen greifen,
doch tieferes Schweifen bringt keinen Gewinn.
Ein Schürfen nach Wertvollem,
schwer und gewichtig,
allemal richtig
und erfüllend im Sinn.

Es fehlt mir das Licht,
das im Strahlen verkündet:
„ICH BIN immer da.“,
dem Vertrauen ich schenke,
dessen Worte ich denke,
in der Stille, fürwahr.

Damals

Adam und Eva im Paradies – Johann Wenzel Peter (1745-1829)

Es war einmal ein winzig Kleines,
das überhaupt nicht wusste, wer es war,
und was es sollte, blieb ihm ein Geheimnis,
denn so weit dachte es nicht, offenbar.

Es wuselte durch Weltgeschichten,
um ihn herum, die Pflanzen riesengroß.
Es konnte niemandem davon berichten,
denn da war nichts wie er, und er beschloss,

in sich die Hoffnung niemals zu verlieren,
voll Demut, dennoch himmelschreiend;
alleine würde er den Mut verlieren,
und einsam sein, das würd‘ er, obendrein.

Als androgynes Etwas – der Gedanke;
geboren war ein Adam dieser Welt,
und als sein Wunsch zum Himmel rankte,
der ihm die Adama zur Seite stellt,

da waren aus den Ursprüngen verbunden,
die Kreationen, Mann und Frau vereint.
Der Schöpfergeist hat sie für gut befunden,
in Obhut durch die Engel, gut gemeint.

Doch, da war plötzlich dieses Für und Wider,
ein Trieb, der nachzugeben zog und lenkte;
im Geiste ging die Mahnung auf sie nieder,
der Einsicht in den Tod des Lebens schenkte.

Es war einmal ein winzig Kleines,
das seiner Geistesgröße nicht bewusst,
als Androgynes, ewiglich Geheimes –
aus Fleisch und Blut, Vergänglichkeit ein Muss.

Von Gott verliehen

Quelle: Pinterest

Wie in einem tiefen Brunnen,
gefüllt mit geistigen Gaben,
bietet sich eine Quelle,
die niemals versiegt.

Immer wieder füllt sie sich neu,
wird auch ein Teil daraus entnommen.
Den Menschen wird sie dienen,
die sich daran selbst verwirklichen.

Denen die Gaben des Geistes verliehen wurden,
müssen auf Schwierigkeiten stoßen,
die es ihnen ermöglichen,
zu erkennen,
dass die Quelle allen Seins
auch ihres eigenen,
nicht in etwas Physischem liegt,
sondern in dem,
was geistig ist.

Sie werden erst dann mit diesen erhabenen Wahrheiten konfrontiert,
wenn sie die tiefsten Tiefen der Verzweiflung erreicht haben und glauben,
dass in der Welt der Materie kein Ausweg mehr zu finden ist.

Das ist der Zweck ihrer irdischen Existenz.
Sie werden in der Lage sein,
höhere Bewusstseinszustände zu erreichen,
die es wiederum ermöglichen,
dass größere geistige Kräfte durch sie wirken.

So getan, wird sich alles andere fügen.

Heiliger Geist Leben

Das hebräische Wort für Geist ist Ruach, was übersetzt „Wind“, „Hauch“ oder „Lebenskraft“ bedeutet.

Quelle: Pinterest

Die ganze Welt existiert aufgrund des Geistes.
Ohne Geist gibt es kein Leben, denn Leben ist Geist und Geist ist Leben.
Der Geist des Menschen muss seinen vollen Ausdruck finden.

Wirklichkeit, vom Dunkel befreite Wahrheit,
du bist nicht in der Materie zu finden,
nicht in den Körpern bist du zu entdecken.

Menschen sind geistige Wesen;
Spiritualität wächst vom Moment der Empfängnis.
Es gibt nichts, was von dieser Realität trennen kann.

Der Mensch existiert aufgrund des ewigen Geistes,
um im Sonnenlicht der Freiheit zu leben.

Wissen muss in dieser Welt regieren und die Unwissenheit vertreiben;
Wissen muss sich verbreiten,
damit nicht die Angst aktivierendes Motiv des Geistes ist.

Der Geist des Menschen muss regenerieren und sich erneuern.

Ein Wandel im Herzen und die Anwendung geistiger Werte,
sind die einzigen Mittel,
welche Frieden in unsere unruhige Welt bringen werden.