Sieger

Quelle: Pinterest
Wenn die Schatten näherkommen,
seht, sie dunkeln nicht im Licht;
weil das wahre Licht des Geistes
durch die Welt des Dunklen bricht.

Wenn wir auf der Strecke bleiben,
wie es alle Menschen tun,
können wir im Strahl des Lichtes
hell erleuchtet, geistig ruhen.

Hart sind die Lektionen alle,
sie zu lernen, manchmal schwer;
doch der Dunkelheit verfallen,
wird erleuchtet niemand mehr.

Sind nur Schatten, nichts Reales,
denn die Wirklichkeit ist Geist,
und das Göttliche in ihnen,
das auch ihre Wege weist.

Wenn es Zweifel gibt, halte inne,
zieh dich bittend still zurück.
Lass den Geist den Weg dir weisen.
Halte durch die Zeit, ein Stück.

Angst und Sorgen sind die Feinde.
Zuversicht, Gelassenheit
Eigenschaften unserer Seele,
Leitstrahl in der schwersten Zeit.

Stehe unbehelligt weiter
deinen Posten in der Schlacht;
sei der Offizier des Lebens,
der den Sieg errungen hat.

Blick nach oben

Quelle: Pinterest
Heimatland, so wie im Traum
bist du immerzu in mir,
alles, wie von Gott getrieben,
bringt mein müdes Herz zu dir.

Treib, so wie auf Engelsschwingen,
durch den Raum der Eitelkeiten;
schau, wie all die Menschen ringen,
ihn mit Eifer zu bestreiten.

Sei kein Schaf in einer Herde,
peile an, dein Ziel, allein,
und der Weg, der in dir werde,
wird stets hoffnungsvoll dir sein.

Vielen fremd scheint dies Bestreben.
Erdgebunden, sehnsuchtslos,
wandeln sie den Weg durchs Leben,
nur ihr Ego macht sie groß.

Vernehmen nicht das zarte Schwingen,
wie’s heimlich jede Seele stimmt.
Sie hören nur die grellen Stimmen,
was mir die Luft zum Atmen nimmt.

Verbotene Sehnsucht

So, wie die Schwalben ohne Rast,
zu segeln durch die Lüfte,

ganz sinnerfüllt, fern aller Last,
durch alle Daseinsklüfte.

Oh, wie du lockst, du weite Welt,
mit Schönheit und mit Leben!

Der ferne Stern am Himmelszelt,
will meine Sehnsucht regen.

Wie leide ich an meiner Ruh’
in abgeschiedenen Welten;

so hör mich rufen, laut: „Nur Du
kannst meiner Seele helfen!"

Wollt’ nahe sein, nur Dir, mein Herz,
zu opfern Dir mein Leben,

dass Einsamkeit mir wird zum Schmerz,
bitt’ ich Dich zu vergeben.

Nenn nicht als Sünde meinen Drang
des Daseins Sinn zu üben,

folg’ trotzdem Dir ein Leben lang,
gib meiner Seele Frieden.

Ewiges Licht

Quelle: Pinterest
In allen Wesen, wo des Lebens Atem ist,
in dir und mir gemein,
da brennt des Einen reines Licht,
das unzerlegbar strahlt, so fein.

Durchscheinend leuchtet sein Spektral,
das alle Farben durch ein Prisma eint,
so bleibt der Ursprung noch,
zerbrochen zwar,
prägt es von innen her,
nicht so, wie's scheint.

Der Wellenlängen, sieben an der Zahl,
so vielgestaltig,
wie des Leuchtens Grad;
vollendet sei,
in Gottes reinem Licht,
das Regenbogen färbt
und siebenfach bemalt.

Wilder Herbst

In meiner Jugendzeit, die längst vergangen,
durchschritt ich viele Straßen ohne Ziele,
und die Motoren, die noch anders klangen,
waren nur wenig laut und nicht so viele.

Wir waren wild, wie wilder Herbstbeginn.
Ich trieb im schwingenden Warum-denn-nicht.
Was mir die Alten sagten, war mir kein Gewinn;
ich sammelte Erfahrung und nicht Pflicht.

Versäumte alles, was mir nicht gefiel:
Die Schule war mir gar ein bitteres „Ach!“,
die alten Schreibmaschinen dort ein Spiel,
Stenografie – ich gähnte mich durchs Fach.

Die Qual des Alltags lag auf mir wie Fluch;
ich sperrte mich vor dem, was kommen muss.
Versäumte absichtlich den Schulbesuch,
doch einmal war mit allem Schluss.

Der Zeitvertreib, er führte mich in ein Bistro,
das in der Nähe meiner Schule Treffpunkt war.
Ich saß allein. Drei Pärchen tanzten, doch wieso,
bin ich mit diesen Fremden mitgefahren?

Es war des Lebens missliches Geschick,
als mich drei Männer in den Wald gebracht;
dass ich noch lebe, ist ein großes Glück.
All das Geschehene hat mich reif gemacht.

So wenig haben Menschen mir gegeben,
und was sie gaben, nahmen sie zurück.
Ich legte Pflichten auf mein ‚lockeres‘ Leben
und sah: Ein Lächeln Gottes ist das Glück.

Kinder des Lichts

Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

Wie ein See, mit tausend Glitzerwellen,
spiegeln sich Himmel, sternenfunkelnd,
wo des Lichtes unbekannte Quellen,
strömen zu den Taten, die verdunkelnd,
in den leidgeprüften Unbelehrten,
den von Hass Gequälten, tief Gesunkenen,
die sich falschen Lehren nicht erwehrten,
die an Mächte dunkler Welt Gebundenen.

Schwere Lügen und Gewalt vereint,
Schuld, verband sie und die Lust
liegt auf ihnen, dicht und schwer wie Stein.
Dämonisch schlägt das Herz in ihrer Brust.

Freuden dieser Welt darfst du nicht trauen,
reich Ihm die Hand, der übers Wasser lief.
Dein Auge sei in Seinen, mit Vertrauen,
hör, wie Er lang schon deinen Namen rief.

Schau nicht zurück! Das schönste Glück auf Erden
ist nichts, nur Last, wie Lust und Geld.
Drum mach dich frei, nur dann kann Liebe werden,
wenn Er die Schatten nimmt, den Kindern dieser Welt.

Kabbala: Das Wort „Ägypten“ in der Bibel

Quelle: Pinterest

Überall, wo in der Bibel von Ägypten geschrieben steht, zeichnet das Wort „Ägypten“ ein Bild der materiellen Welt des Diesseits, die von einer leidensverursachenden Zweiheit (Polarität) beherrscht wird. In der Bibel ist es der Pharao, der alle Zeichen des nahenden Untergangs übersah, als sein Volk im Meer versank.

Ich muss hier leider eine Parallele zur heutigen Zeit und den Politikern dieser Welt ziehen. Weil die Menschen sich immer noch zur Alten Welt hingezogen fühlen, muss sie sterben und eine Zurückholung muss unmöglich gemacht werden. Die zeitlich begrenzte Hülle (Körper) wird genommen, denn erst danach kann die neue Welt kommen.

Die Überlieferung sagt, jede Endzeit ist voller Dämonen. Es gibt drei große Probleme in der Welt der Materie. Das eine ist Unwissenheit, das andere ist Kummer, und das dritte ist Armut. Diese drei Dinge werden Menschen immer haben, bis das Wissen des Geistes mit der Politik verbunden ist und die Kinder der Erde so denken und leben, wie es ihnen das neue Wissen zeigt.

Unabhängig von den Systemen der Menschen, wird das vom Schöpfer eingesetzte Naturgesetz immer mit unfehlbarer Regelmäßigkeit wirken, unwandelbar, unveränderlich, unflexibel, mathematisch in all seiner Exaktheit und Präzision.

Es wird immer Siege und Niederlagen geben, aber die Seele, die sich dessen bewusst ist, sollte sich von beidem nicht beunruhigen lassen. Es wird eine Zeit kommen, in der es wie Schuppen von den Augen fallen wird, weil die Menschen in der Lage sein werden, nach ewigen Maßstäben zu urteilen und die Wahrheit erkennen.

Man erntet das, was man gesät hat. Das gilt für den persönlichen Kreis, aber auch für Stadt und Land. Es gibt keine Wunder, keine Dispensationen (bibl. Endzeit). Erlösen müssen wir uns schon selbst.

Schicksal im Wandel

Quelle: Pinterest
Die Gegenwart scheint traut im Glück,
wie Sonne unter Bäumen;
man wähnt ein paradiesisch‘ Stück
in seinen Lebensträumen.

Das Unglück schleicht von Haus zu Haus,
durchs Schlüsselloch, so klein,
während man treibt, beglückt im Rausch,
zieht unbemerkt es ein.

Es ist nicht schwarz, kein dunkler Hauch,
nur unsichtbare Schwingung;
Beglücktes geht, der Wohlstand auch,
folgt neuer Zeit Bedingung.

Die Zeit trägt uns durchs Schattenreich,
auf Sonne folgt der Regen;
das Schicksal trifft uns alle gleich,
gestärkt durch Gottes Segen.

Gebet

von Frieda Jung
Kurische Nehrung – Hans Kallmeyer 1882-1961

Herr, gib uns helle Augen
Die Schönheit der Welt zu sehn!
Herr, gib uns feine Ohren,
Dein Rufen zu verstehn.
Und weiche, linde Hände
Für unserer Brüder Leid
Und klingende Glockenworte
Für unsre wirre Zeit!
Herr, gib uns rasche Füße
Nach unserer Arbeitsstatt –
Und eine stille Seele,
Die deinen Frieden hat!

Frieda Jung (1865-1929)
Ostpreußische Heimatdichterin
geboren im Landkreis Gumbinnen

Hilferuf

Bild von Gianni Crestani auf Pixabay
Es wirkt so wundersam vollkommen,
wie mich das Schicksalsrad geprägt,
wie es die Sorgen hat genommen
und mir den Rücken hat gestählt.

Ein jeder Schritt, den ich einst machte,
der mich hinabriß in den Schmutz,
war einer, der mich dazu brachte,
zu glauben, an den Gottesschutz.

Als mich mein Handeln tiefer zerrte,
und ich mich in mir selbst verlor,
da klang etwas, was aufbegehrte,
so wie ein Hilfeschrei empor.

Denn meine Seele blieb nicht stumm,
wie sie es jahrelang getan;
es füllte sich ein Vakuum
mit Hoffnung, die nicht schweigen kann.

Ich fand die Tür, die angelehnte,
die Flucht mir bot, aus Schmutz und Sumpf,
war überrascht, als ich sie wähnte;
der Ausweg war der größte Trumpf.

Ich sah das Himmelblau und Wolken
nach langer Zeit zum ersten Mal;
niemals werd‘ ich den Tag bereuen,
als ich erlöst war von der Qual.