Wintermärchen

So unberührt und weit, das flache Land,
getaucht in winterkühle Morgendünste.
Die Bäume tragen feierlich ein Festgewand
aus weißem Glitzerflocken-Schneegespinste.
 
Seh‘ in der Ferne letzte Nebel steigen,
die jede Härte mit Verklärung glätten,
und die Natur hüllt sich in kaltes Schweigen,
das wie ein Segen weilt auf Totenbetten.
 
Die Landschaft trägt geduldig ihre Bürde,
die eisig funkelt unter schwachem Glanze.
Die Schöpfung liegt mit königlicher Würde
und ruht sich aus vom warmen Sommertanze.
 
Ruhig schläft das watteweiß verschneite Land,
bis sich mit neuer Lebenskraft der Boden hebt,
bis sich in Menschenherz und Menschenhand
ein zauberhafter Gottessegen legt.
 
Noch ist es Phantasie – doch wärs nicht weit,
wenn jede Seele danach strebt und handelt.
Dann würden nach des Winters Frostigkeit,
die Schatten in ein Frühlingslicht verwandelt.
 

Rosenkranz

Rosenkranz – Peter Paul Rubens (1577-1640)

Bis wir das Himmelsgewölbe als Sterne erleuchten,

sind wir Gemeinschaft der liebend gebundenen Seelen,

so, wie das Glühen im Kranze von blühenden Rosen,

die aus Ursprung und Liebe,

frei im Dienste des Höchsten,

schrankenlos ihr Blühen der Allmacht schenken

und verströmen den Duft,

unsres ew’gen Gebers Gabe.

Lied der Engel

In Tönen, die nur Seraphinen singen,
durchströmt ein glockenheller Klang die Welt,
durch überirdisches Vibrato ferner Stimmen,
wird unsre Dunkelheit zum lichten Tag erhellt.

Wo Gottes milde Segensströme fließen,
ergießt sich jetzt der Engel heil’ger Lobgesang,
endlose Liebe wird sich über uns ergießen
und unsre wunden Herzen füllen, lebenslang.

Verlorenes Paradies

Es geht ein Hoffen um die Welt,
 ein altes Sehnen,
 
ein Streben, frei vom Drang nach Geld,
befreit von Tränen,
 
es ist die Suche nach dem Glück,
für ewig gar,
 
bringt uns das Paradies zurück,
wie’s damals war,
 
in dem nur dornenlose Rosen stehen
und alle Lebensräder rückwärts drehen;
 
in dem es keine Sünde gibt,
nur einen Gott, der uns unendlich liebt;

befreit von Priestern und Gelehrten,
die Gottes Wort ins Weltliche verkehrten.

Nur Liebe ist dann unsre Religion;
vorbei die Konkurrenz vor Gottes Thron.

Schicksale

William Adolphe Bouguereau 1825 – 1905

Ich begleitete im Jahre 2003 eine vom Tod ihres 15 jährigen Sohnes psychisch sehr angeschlagene Frau nach Kassel, damit sie dort an einem von Psychologinnen begleiteten Familienstellen nach Bernd Hellinger teilnehmen konnte. Dort wurden 15 Menschen behandelt. Ich wollte nur Begleitung sein und mich dort nicht aufstellen lassen. Letztendlich überredete man mich doch. Ich übernahm die Rolle von Juden, die zur Zeit des Holocaust im KZ umgebracht worden sind.

Damals habe ich es nicht für möglich gehalten, dass man in die Rolle eines anderen Menschen schlüpfen kann, und dessen Empfindungen wahrnimmt.

Der Mann, der sich behandeln ließ, bekam regelmäßig derartige Wutausbrüche, dass er zu Hause alle Möbel kurz und klein schlug. Er war ca. 40 Jahre alt. Er belastete sich unbewusst mit der Schuld seines Vaters, der im Krieg die Juden mit seinem LKW zum Bahnhof zur Deportation gebracht hatte und fragte sich, wieso er lebte und diese Menschen nicht. Das kam erst im Laufe der Therapie zu Tage.

Im Laufe des Familienstellens kam er dann auf mich zu, berührte mich an der Schulter und entschuldigte sich für das Tun seines Vaters. In diesem Moment habe ich zig Emotionen gleichzeitig gespürt: Wut, Angst und Verzweiflung. Es folgte eine nicht enden wollende Trauer, die sich in Weinkrämpfen bei mir bemerkbar machte. So sehr die Therapeutinnen auch versuchten, mich zu beruhigen, es gelang ihnen nicht. Die Sitzung wurde abgebrochen, aber mein Weinen hörte erst auf, als der Patient mehrfach um Verzeihung bat. Dann erst konnte ich damals die Rolle verlassen, doch sie verfolgt mich heute noch. Damals schrieb ich dieses Gedicht:

Wenn wir zusammensinken durch des Lebens Last,
den Himmel und die Sonne nicht mehr finden,
weil dunkler Schatten unser Herz erfasst
und unsre Seele schreit aus Höllengründen.
 
Wenn unser Kreuz zu groß wird, das wir tragen,
wir nur noch haltlos, schwankend weiterziehn,
bis wir in einsam dunklen Tagen
in keiner unserer Taten Zukunft sehn.
 
Wenn die Vergangenheit uns hält mit Klammerhänden,
belastet durch das Schicksal unsrer Ahnen;
wenn wir verzweifelt uns an die Verstorbnen wenden,
dann wird der Himmel uns zur Vorsicht mahnen.
 
Die Toten sind befreit von allen Bürden,
sie hatten ihre eigne Lebenslast zu tragen.
Ob sie die unsre helfend mindern würden,
das sollte man, dies würdigend, erfragen.
 
Zur Hilfe wird man viele gute Seelen finden,
aber auch solche, die noch sehr am Erdendasein haften;
die sich bei Aufruf fest an deine Aura binden,
dich dort verbleibend, negativ umnachten.
 
Drum lass im Dunkeln, was im Dunkel war verborgen,
habe Respekt vor Allem was einmal gewesen,
denn eine andere Macht wird für Beleuchtung sorgen,
und finstre Seelenflecken der Familie lösen.

Ur-ewige Liebe

Quelle: Wikipedia

Urew’ge Liebe, Anfang und Vollendung,
Ursprung und Ziel! An jeder Wegeswendung
rückschauend halt ich Rast, um mich zu laben,
und auf den Spuren, die mein Fuß gegraben,
geht das Erinnern meinen Weg zurück…

Und aus den Stapfen, die entgegenkommen,
steigt Bild um Bild. – Du hat sie mir genommen,
weil sich mein Herz, das allzu leicht verschenkte,
ans Bild verlor. Doch immer wieder drängte
mein hoffend Herz zu nie erfülltem Glück. –

Wie ein Verbannter zog ich einst die Straßen,
als ein Verkannter litt ich ohne Maßen.
Nur Halbheit war mir, wo ich Ew’ges meinte,
bis sich mir Bild um Bild in Dir vereinte.
Von Deinem Glanz ist jedes nur ein Stück!

Urew’ge Liebe, Vater aller Wesen,
Dein Siegel steht auf jeder Stirn zu lesen,
Dein Glanz strahlt mir aus allen Augen wider,
Dein Segen strömt als Licht zur Erde nieder.

Eh ich Dich suchte, bist Du mir begegnet,
eh ich mich sehnte, hast Du mich gesegnet!

<Ephides>

Die Welt erwacht

Bild von My pictures are CC0. When doing composings: auf Pixabay

Es kämpft die Stille gegen ferne Stimmen,
verklingen leise, wie vergangne Nacht.
Der Wind hob an ein letztes Singen;
die Frühe hat ein Leuchten uns gebracht.

Lässt graue Dissonanzen höher klingen,
das allen Ton, am lichten Fest,
in Dur verwandelt, alles Moll der Dinge,
wie Glockenläuten klingen lässt.

Die Welt erwacht und Regenbogen-Fahnen
weh’n auf der Brücke, die zum Himmel führt,
so bunt und freudig. Lässt das Ziel erahnen,
das Mensch und Tier seit Ewigkeit berührt.

Wir gehn und sehen nur das Dunkel,
manch‘ helles Leuchten sehn wir nicht,
wie über uns das Sternenfunkeln.
Doch ist es bei uns, bis das Auge bricht.

Gute Gedanken

Franz von Assisi -Frank Cadogan Cowper (1877-1958)

Impulse aus guten Gedanken –
weich fließende, göttliche Kraft.
Unteilbare, himmlische Ranken,
in Liebe, so friedvoll gedacht.

Dringt tief, wie ein sonniges Weben,
erwärmend und mild in dein Herz.
Bringt Freude und Glanz in dein Leben,
streckt Seele und Blick himmelwärts.

Lässt menschliche Fehler vergessen,
bringt Frieden und Licht in die Zeit.
Tilgt manches Leid, das gewesen,
verwandelt in Glückseligkeit.

Offene Türen

Bild: Hans Georg Leiendecker

Der Erdball groß und wunderbar,
ein Spielplatz für die Engel gar;
die Himmel liegen weit.
 
Vom All hinab, der Cherub Tanz.
Die Welt hüllt sich in Lichterglanz,
und stille steht die Zeit.
 
In jedem Herzen brennt ein Licht,
doch unsre Augen sehn es nicht.
Die Liebe leuchtet hell.
 
Öffne dem Nächsten deine Tür,
dann spürst du: Jesus öffnet dir
die seine, weit und schnell.
 

Das Böse

Das Böse und die Erlösung

„Dieser Abfall des Menschen vom Instinkte, der das moralische Übel zwar
in die Schöpfung brachte, aber nur um das moralisch Gute darin möglich
zu machen, ist ohne Widerspruch die glücklichste und größte
Begebenheit in der Menschheitsgeschichte; von diesem Augenblick her
beschreibt sich seine Freiheit….“

Friedrich von Schiller

Caspar David Friedrich 1774-1840

Gott hat uns das weltliche Reich der Fülle geschenkt, damit wir Freude daran haben. In unser Menschsein hatte er, nachdem wir die Phase des Triebhaften überschritten hatten, den freien Willen gelegt. Es liegt nun an uns, aus der Welt ein Paradies oder eine Hölle zu machen.

Damit wir immer wieder den Weg zu Gott zurück finden können, musste der biblische „Baum der Erkenntnis“ Früchte des Guten und Bösen tragen. Das bedeutet: Gott, der aus seiner Einheit heraus die Welt der Gegensätze schuf, gab uns zur Unterscheidung zwischen Gut und Böse das Werkzeug „Leid“ mit auf den Weg durch die Dualität. Tiefstes Erleben hilft uns dann, in höheres Bewusstsein einzutreten.

In dieser unendlichen Vielheit der Welt der Materie liegen die Samen des Guten und Bösen begraben. Welche Pflanze davon durch uns zum Wachsen gebracht wird und schließlich zur Blüte gelangt, liegt in unserer Hand. Oft sind es äußere Impulse, die auf uns einwirken. Wir fühlen uns zu Handlungen animiert, etwas zu tun, was uns selbst und unseren Mitmenschen schadet. Manchmal werden wir selbst zum Versucher, durch unüberlegte Taten und Worte.
 
Wir Menschen sind es, die dem Bösen ein Eigenleben ermöglichen, indem wir den Energien Nahrung bieten, die uns immer wieder aufs Neue „versuchen“. Sind wir erst den Lockrufen des Bösen gefolgt, entwickeln diese ein Eigenleben, das wir kaum noch kontrollieren können. Es ist, als hätte man einen Stein ins Wasser geworfen, der beim In-die-Tiefe-sinken Wellen aufwirft, die kreisend immer größer und größer werden.

Mit den Reaktionen auf eine böse Tat ist es dann wie mit dem Kreis im Wasser: Niemand weiß um die Ausmaße. Welche bösen Reaktionen werden der Tat folgen? Deshalb tut jeder gut daran, „die andere Wange hinzuhalten“, sich durch nichts provozieren zu lassen, die Schuld für negative Reaktionen anderer zu allererst bei sich selbst zu suchen, und die Versuchung in sich zu bekämpfen. Es ist manchmal nicht leicht, den Kampf gegen Hass und Rachegedanken zu gewinnen; Gedanken, die vielleicht immer wieder aufkeimen und einen von innen zerfressen. Sobald ein böser Gedanke aufkeimt, sollte man ihm mit Liebe den Garaus machen. Jeder Mensch kennt diese dunklen Momente, in denen man die ganze Welt zum Teufel jagen möchte. Wenn man diesen Hass in sich zulässt, wird er uns solange herunterziehen, bis wir erst das störende Außen und dann uns selbst zerstört haben.

Ich bitte Gott, das Falsche wegzunehmen – auch die falschen Gedanken, die in mir erwacht sind. Ein Gebet bringt sie zum Schweigen; Liebe stellt die Harmonie wieder her.

Darum geht es in unserem Leben: Die Dualitäten in Liebe zu verbinden, um die göttliche Harmonie und Gerechtigkeit wieder herzustellen. Dann werden wir Gottes Welt der allesumfassenden EINS, dem „Baum des Lebens“, näher kommen. Der „Baum der Erkenntnis“ (lt. Kabbala die 4) steht dem „Baum des Lebens“ (die 1) wie Leib und Seele des Menschen gegenüber. Der Mensch kann die Welt Gottes, die 5, nur erreichen, wenn er 1+4 zur Einheit verbindet. In unserer diesseitigen Welt ist es nicht anders möglich, die 5 zu erreichen. (nach F. Weinreb)  

Kirchenglaube und Bibelauslegung

In der Bibel heißt es: Jesaja 45, 6-7:
„Ich, der Herr und keiner sonst, der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der ich Heil wirke, ich bin’s, der Herr, der dies alles wirkt.“

Es gibt also keinen Raum, der nicht von Gott erfüllt ist.

Jesaja schreibt in der Bibel über die gefallene Stadt Babel. Der dortige Herrscher und selbsternannte Gott war Nebukadnezar, der auch ‚Morgenstern‘ genannt wurde. Luzifer ist der lateinische Name Morgenstern = die Venus.

Später wurde dieser Name dem gefallenen Engel Luzifer zugesprochen, der in biblischer Überlieferung als Satan (Satan-el) bezeichnet wurde.
Die Geschichte über Adam und Eva im Paradies zeigt Satan (die Schlange), als Verführer Evas. Satan ist deshalb für die Kirche die Verkörperung des Bösen. Da sich die Schlange auf dem Erdboden fortbewegt, ist sie im übertragenen Sinn der Materie am Nächsten.

Beide sind an Gottes Seite: Christus positiv und Satan negativ, als Gegensätzlichkeit bei wesenhafter Zusammengehörigkeit. Der Herr der Materie, führte diese Spaltung (Polarität) ein. Satan ist demnach Herr über die vier Elemente, über die gesamte materielle Welt. Das ist die Erscheinung- und Zustandform, in der die Materie existiert.

Die Menschen verstanden es nicht anders, als dem Teufel ihre menschliche Denkweise überzustülpen. Er ist aber ein unbewusstes Gesetz. Sobald sich der Mensch im Innern dieses Gesetz bewusst macht und sich damit identifiziert,
wird daraus ein lebendiger Geist. Das durch das menschliche Tun lebendig gewordene Gesetz der Materie ist Satan. Er ist als Geist das genaue Gegenteil des göttlichen Geistes. Die Gesetze des Geistes und die Gesetze der Materie sind Spiegelbilder.
Satan hat keine eigene Existenz und kann nur durch den Menschen und dessen Tat lebendig werden. Wir Menschen tragen eine große Verantwortung, wenn wir unser Bewusstsein mit diesem satanischen Geist identifizieren.

Die göttliche Weitsicht hat in das menschliche Leben eine Automatik eingebaut, die alles was geschieht, regelt und lenkt, um den Ausgleich wieder herbeizuführen. Wenn wir durch falsche Handlungen unserem Nächsten oder uns selbst Schaden zugefügt haben, werden wir automatisch auf einen, für uns wenig angenehmen Weg gebracht, der das ausgleicht, was wir angerichtet haben. In der Offenbarung des Johannes steht geschrieben, dass das Böse gebunden wird, d. h. die 1 mit der 4. In der Welt der 5, in der göttlichen Sphäre, existieren das Böse nicht und auch nicht der Tod.
 
Wir sollten dem Bösen hier auf Erden keine Macht geben. Das fängt in unserem Alltag an. In breiter Vielfalt füllt das Böse beispielsweise das tägliche TV-Programm. Den Perversionen sind hier offenbar keine Grenzen gesetzt, da z. B. Serien wie „Dr. House“ und „CSI-Miami“ wahren Kultcharakter erreicht haben und Jugendliche die „Knochenjägerin“ nicht mal mehr gruselig finden, weil sie solche Geschichten und Bilder gar nicht mehr berühren. Sie bekommen gezeigt, dass so etwas „normal“ ist. Etwas, das zum Anschauen lohnt und lockt, immer schlimmer, blutiger und brutaler. Dadurch werden sie immunisiert, verhärtet, ganz langsam, wie durch eine Gehirnwäsche. Dasselbe geschieht im Bereich der Sexualität. Öffentliches Zurschaustellen ist peinlich und falsch verstandene Freiheit. Die Spaßgesellschaft tötet sich selbst, wenn nicht den Körper, dann doch Geist und Seele. DAS ist das Böse!

Wenn es Überhand nimmt, wird es sein Eigenleben entwickeln, wie im „Dritten Reich“. Wir dürfen ihm keine so große Bühne bieten, wie das in der Welt der Medien längst zur Normalität geworden ist. „Hauen und Stechen“ bringt Profit und größere Einschalt-/Verkaufsquoten! Gutes wird längst als lächerlich und langweilig empfunden.

Ob Glück oder Leid – wir müssen uns dem Fühlen öffnen und nicht in die Gefühlskälte abtauchen. Falsch empfundene Dinge sind besser, als gefühllos zu sein. Cool sein, ist heutzutage die Devise, auf die viele stolz sind. Das heißt nicht, dass es schlecht ist, mit einer gewissen Gelassenheit an die Dinge heranzugehen.

Wie weit sich diese Welt der Vielfalt bereits von der Einheit Gottes entfernt hat, ist erschreckend! Noch erschreckender ist es jedoch, wenn man feststellt, dass die meisten Menschen diese perfiden, sich einschleichenden Perversionen gar nicht bemerken, weil Chaos, Brutalität und Disharmonie längst zu ihrem Alltag gehören.

So ist es mit jeder Art von Begeisterung und Rausch: Profitgier, Erotik, Nikotin, Rauschgift, Machtgier, Studium, Wissenschaft, Sport etc.

In 3. Mose 10:9 heißt es, der Mensch kann die Wohnung Gottes nicht betreten, wenn er sich im Rausch befindet.

Darunter ist auch jede religiöse Handlung, die im Rausch betrieben wird, gemeint. Verblendung und Hass gegenüber Andersgläubigen kann im Rausch des Hasses enden. Wer sich in diesem Rausch Zutritt zum himmlischen Paradies erhofft, wird vor verschlossenen Türen stehen.

Gott weiß besser als der Mensch, was er braucht. Er wird uns führen. Es ist sinnlos dagegen anzugehen.

Jesus hat sein Blut für eine neue, friedvolle Welt vergossen. Es war sein Auftrag, und er wusste, dass diese neue Welt und der geistliche Mensch nur durch sein Opfer entstehen konnte. Der neue Bund lebt mit Jesus in den Verborgenheiten des Menschen. So, wie Jesus alle Konsequenzen auf sich nahm, um den Wandel zum guten, neuen Menschen einzuleiten, so sollten wir ihm nacheifern.  

Zitat aus „Innenwelt des Wortes im Neuen Testament“ von Friedrich Weinreb:

„Der Mensch, in dem Jesus lebt, wird auf seine Art das Leben auf diese Weise bestehen. Weil er das im Strom der Zeit erlebt, wird ihm das Erkennen der Liebe wohl eine unermessliche und ständige Freude bereiten. Denn er spürt im Fließen der Zeit das Strömen der Quelle, in der alles schon erfüllt ist. Er wartet mit einer tiefen Gewissheit auf das Kommen des Erlösers auch in der Zeit. Er weiß, dass die Wiederkunft von Christus ein Kommen einer neuen Welt auch hier im Zeitlichen bedeutet; dass dann alles klar und hell wird, dass Gott dann auch auf seine allesumfassende Weise die Gerechtigkeit zum Durchbruch gelangen lässt. Dann erfährt der Mensch, dass Liebe und Gerechtigkeit ein und dasselbe sind.“

Bedeutung der Zahl 666, die angeblich die Zahl des Teufels sein soll:

Lt. Bibel: Über die Johannes-Offenbarung 13,8 steht geschrieben, dass in der Zahl 666 tatsächlich der Name des Kaisers Nero enthalten ist, wenn man dafür das hebräische Alphabet zugrundelegt. 50+200+6+50 = Neron, dazu 100+60+200 = Kesar.

Friedrich Weinreb sieht „das Tier“ ebenfalls als Ausgeburt des Gesetzlichen, das die Dimension der Liebe verhindern will. In der Zahl 666 drückt sich die Vollkommenheit der Zahl „6“ aus. In allen drei Zeiten, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist die „6“ anwesend.
Zitat: „Und die Erfüllung des sechsten Tages, wo sich alles aus diesem Tag mit allem verbindet, die Zahl 36 (6×6) also, kommt in ihrem vollen Wert, d. h. das Wachstum zur 36 ganz genommen, addiert von der 1 bis und mit der 36, gerade bis zur Grenze der 666.“ 
1+2+3+4+5+6+7+8+9+10+11+12+13+14+15+16+17+18+19+20+21+22+23+24+25+26+27+28+29+30+31+32+33+34+35+36 = 666.

Jakob Lorber:
Der Herr: „Ich will dir ein Maß geben, nach welchem du und ein jeder wissen mag, wie er mit der Eigenliebe stehen soll, wie mit der Liebe zum Nächsten und wie mit der Liebe zu Gott. Nimm die Zahl 666, die in guten und schlechten Verhältnissen entweder einen vollendeten Menschen oder einen vollendeten Teufel bezeichnet.

Teile du die Liebe im Menschen gerade in 666 Teile. Davon gib Gott 600, dem Nächsten 60 und dir selbst 6, so hast du das Verhältnis des vollendeten Menschen. Willst du aber ein vollendeter Teufel sein, dann gib Gott 6, dem Nächsten 60 und dir selbst 600!“