Götter von Menschen gemacht

Tötung der Erstgeborenen – Lawrenze Alma-Tadema 1836-1912

Menschlich Verirrte, geistig entrückt,
die vor den Stiftshütten wohnten.
Durch Priestergeheiß ängstlich verzückt,
vertrieben sie alte Dämonen.

In Trance sich windend und taumelnd
im Flackern der Feuer bei Nacht.
Wie Puppen am Fadenkreuz baumelnd,
wurden zum Spielball der Macht.

Schimären-Geheul den Todgeweihten,
wie im Kreis der Steine gebannt.
Über Gebeine der vom Sandsturm Befreiten,
Fuß um Fuß, gegen Hitze und Sand.

Geopferte Leiber der Tradition.
Angeblich in Dornbusch und Säule,
erst Feuergott, dann Kriegsgottes Lohn.
Das Alte verblendet das Neue.

Kein Gott der Opfer – Lebensschenker.
Das ist der Heilige Geist auf Erden!
Begehren der Kirchen und deren Lenker,
werden niemals die Zeugen der Liebe werden.

Geschichte:

Gott (als Bezeichnung) stellt sich in der Bibel 2. Mose 3,14 in meiner Übersetzung ‚Züricher Bibel‘ mit dem Namen „Ich bin, der ich bin“ vor. Weiter verrät er den Namen „Jahwe“, der bis in alle Ewigkeit gelten soll.
In „Die Sendung Moses“ von Friedrich Schiller beschreibt dieser den Eingang des Isis Tempels, über dem die Inschrift stand: „Ich bin alles, was ist, was gewesen ist und was sein wird. Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.“

Vor zwei Wochen hatte ich mir Bücher bestellt „Jahwe und Mose“ von Prof. Dr. Daniel Völter, Erscheinungsjahr 1919 und „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ von Heinrich Brugsch, Erscheinungsjahr 1891.

In beiden Büchern werden die Parallelen zwischen der hebräischen und der ägyptischen Religion durchleuchtet. Danach wird Moses tatsächliche Existenz in Frage gestellt. Eine bildlich gedeutete Person, die in der ägyptischen Geschichte zu finden ist. Für diese Erscheinung bietet der Parallelismus zwischen Mose und Thot die beste Erklärung. Einziger Unterschied ist, dass Thot ein ägyptischer Gott war, Moses jedoch eine historisch- menschliche Persönlichkeit.

In der Bibel offenbart sich der Gott Jahwe in einem brennenden Dornbusch. Außerdem wird berichtet, dass Jahwe dem Volkszug durch die Wüste in einer Feuersäule voran schritt.
Der ägyptische Gott Sopd-Schu versteckt sich hinter dem Gott Jahwe. Sopd-Schu wurde in ältesten Zeiten als der Gott des Sinai verehrt. Gott Jahwe galt als der Gott, der im Dornbusch wohnt. Der ägyptische Gott wurde mit der Hieroglyphe des spitzen Dreiecks, einem Dorn dargestellt. Der in der Bibel dargestellte Dornbusch wird „Lotus-Judendornbaum“ genannt und ist im Wüstenraum zu finden.

Sopd-Schu ist demnach der Gott des Luftraums zwischen Himmel und Erde und der Gott des Windes. Er erscheint mit allen Licht-Erscheinungen darin, wozu auch das ihm zugeschriebene Zodiakallicht gehört, das wie eine säulenförmig am Horizont aufsteigende Lichtsäule in den Tropen einen Teil der Nacht mit einem milden Licht erleuchtete.

Quelle: Wikipedia

Gott Jahwe in diesen Erscheinungen war demnach lediglich eine Naturerscheinung, die sich die Menschen vor Ur-Zeiten nicht anders erklären konnten.

Das Neue Testament beruht auf dem Alten. Dennoch werde ich niemals Gottes Namen vom Sinai gebrauchen, auch wenn man beten soll „…geheiligt werde Dein Name…“ Für mich gilt Sein vertrauensvolles „Ich bin da“.

Geduldig warte ich darauf, dass Gottvater mir selbst den Schleier hebt, denn es lautet die letzte Zeile von Friedrich Schillers Gedicht „Das verschleierte Bild zu Sais“: „Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld, sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.“ (eines meiner Lieblingsgedichte)

Der Hymnus des Echnaton

Quelle: Wikipedia – Echnaton und Nofretete in Anbetung von Aton dem Sonnengott

Bei alledem versteht der Hymnus den Aton ausschließlich als eine Gottes-Naturerscheinung, die ihren Willen und ihre Beziehungen zu den Menschen ausschließlich durch den König artikuliert und kultisch verwirklicht. Dennoch war der Aton-Kult keine Naturlehre im Sinne späterer griechischer Philosophen, sondern verfolgte, worüber heute weitgehend Konsens besteht, einen radikalen, wenngleich nicht vollkommen konsequenten Monotheismus. Damit war die mit Aton verbundene Theologie zugleich in ihrer unerbittlichen Konsequenz die einfachste und klarste Religion, die jemals geformt wurde!
So ist der Aton-Kult möglicherweise die erste Stiftungsreligion der Menschheitsgeschichte.

Quelle: Wikipedia

Ägypten und Israel im Vergleich

Echnaton regierte vermutlich ca. 1351–1334 vor Christus.
Der große Hymnus des Echnaton (Amenhotep IV.) gewidmet dem Sonnengott Aton und der Psalm 104 im Alten Testament weisen Ähnlichkeiten auf. Die Bücher Moses haben ihren Ursprung im ägyptischen Glauben, so auch der Gottesname „Jahwe“, der später zu JHWH, dem Gott der Bundeslade umbenannt wurde.

Die drei wesentlichen Erscheinungsformen von Re (auch Ra):

Als Chepri: Gott der aufgehenden Sonne am Morgen.

Als Verschmelzung des Re mit Harachte: Gott der strahlenden Sonne am Mittag.

Als Atum/Tum (Schöpfergott): Gott der untergehenden Sonne am Abend.

Quelle: https://www.mein-altaegypten.de
Teilansicht Quelle: Neues Museum, Berlin


Sei mir gegrüßt, o Ra!
Über dem Horizonte, gleich Tum, steigest du auf,
Und gleich Horus-Khuti erreichst du die Höhe am Himmel.
Wenn du segelst in deiner göttlichen Barke,
Mein Körper auf Erden badet im Licht deiner Strahlen.
Am Anblick deiner göttlichen Schöne erfreut sich mein Auge,
Herrschet der Friede im unermeßlichen Himmel.
Sieh, der Wind bläht deine Segel und erfreuet das Herz.
Mit mächtigen Schritten durchläuftst du die Weiten;
Deine Feinde liegen am Boden gestreckt;
Frieden im Himmel herrscht.
Die Planetengeister kreisend um dich
Singen dir Ruhm;
Und wenn du hinter den Bergen des Westens
Am Horizonte hinabsteigst,
Der Fixsterne schützende Geister
Neigen sich vor dir und beten dich an.
Deine Schönheit ist groß
In der Morgendämmerung, am Abend.
Du, Herr des Weltenlebens, der Weltenordnung,
sei mir gegrüßt, o Ra, wenn du am Horizonte aufsteigst,
Wenn du am Abend, Tum ähnlich, zur Ruhe gehst.
denn wahrlich, sie sind schön, deine Strahlen,
Wenn auf der Höhe des Himmelsgewölbes
Du vorbeiziehst in all deiner Herrlichkeit.
Die Göttin Nut, die dich geboren, weilt dort.
Gekrönt bist du zum König der Götter;
Und Nut, deine Mutter, die Göttin des himmlischen Meeres,
Sie neigt sich vor dir und betet dich an.
Weltenordnung und Weltharmonie strahlen aus dir.
Vom Morgen, da du emporsteigst, bis zum Abend,
Da du zur Ruhe gehst,
Mit mächtigen Schritten durchziehst du den Himmel.
Vor Freude dein Herz überquillt,
Und tief ist der Friede des himmlischen Sees.
gestürzt ist der Dämon!
Abgehauen die Glieder, gebrochen die Wirbel!
Zum Hafen treiben
Die segenbringenden Winde dein Schiff …
Die Götter im Westen und Süden, im Osten und Norden
Beten dich an.
Du, göttliches Ursein, aus dir
Entsprungen des Dasein Formen und Wesen …
Sieh nun, o Herr! Dein Mund läßt ertönen ein Wort,
Und schweigend lauscht dir die Erde.
Du einziger Gott! Du glänztest am Himmel
In urferner Vergangenheit, wo die Erde
Und ihre mächtigen Bergesketten,
Noch nicht geschaffen …
Du, der Schnell-Laufende! Du der Herrscher, der Einzige!
Du der Schöpfer alles Wesens und Webens!
Am Zeitenanbruch
Schufst du der himmlischen Götter Zunge.
Aus dem Urmeer hobst du empor die Wesen
Und rettetest sie auf die Meeres-Insel des Horus …
Könnt ich atmen die Luft, die dich erfüllt
Und den erfrischenden Nordwind genießen,
Welchen Nut, deine Mutter, dir bringt!
O Ra, meinen Geist segne in Gnaden!
Osiris gib meiner Seele ihr göttliches Wesen zurück!
Sei mir gegrüßet, du Götterherrscher!
Sei geprießen dein Name,
Du, Schöpfer der herrlichen Werke!
Mit deinen Strahlen beleuchtet, o Gott,
Meinen Körper, der, in der Erde verscharrt,
Ruhet in Ewigkeiten! …

Sind die Frauen des Lebens nicht würdig?

Sklavenmarkt im Orient – Jean-Léon Gérôme 1824-1904

Thomasevangelium (114) Simon Petrus sprach zu ihnen (den Jüngern und Jesus): Maria soll aus unserer Mitte fortgehen, denn die Frauen sind des Lebens nicht würdig. Jesus sprach: Seht, ich werde sie ziehen, um sie männlich zu machen, damit auch sie ein lebendiger Geist werden, vergleichbar mit euch Männern. Denn jede Frau, die sich männlich macht, wird in das Himmelreich gelangen.

„Männlich machen“ ist also für Jesus gleichbedeutend mit „einen lebendigen Geist haben“. Wenn man historischen Überlieferungen Glauben schenken mag, muss man annehmen, dass Frauen zur biblischen Zeit von der Männerwelt nur geringgeschätzt wurden. Die meisten Frauen waren ungebildet und nicht gesellschaftsfähig. Sie hatten dem Manne und der Fortpflanzung zu dienen. Rechte hatten die Frauen kaum; sie waren abhängig und mussten sich fügen. Schon 12-jährige Mädchen wurden verheiratet, mit Männern, die die Familien oft von Geburt an bestimmt hatten. Genauso wird es heute noch in der islamischen Welt praktiziert. Die „Jungfrau“ ging in das Eigentum ihres Ehemannes über, wie auch deren Mitgift, der Hausrat und alles was sie in den Ehestand mitbrachte. Die Frauen wurden von ihren Männern benutzt, hatten zu dienen und zu gehorchen. Von einer Liebesheirat kann man in diesem Alter wohl nicht sprechen. Die Reinheit (Jungfräulichkeit) der Frau musste sich in der Hochzeitsnacht bestätigen. Ein „benutztes Gefäß“ war in den Augen der Männer nichts wert, die Frau eine lebensunwürdige Hure.

Die Frauen lebten meist zurückgezogen von der Öffentlichkeit. Auch für das Gebet im Tempel war ihnen, wie auch den Sklavinnen, nur bis zum Vorhof der Zutritt erlaubt. Daneben gab es aber noch die Tempeldienerinnen und die Buhlerinnen, die vor der Stiftshütte oder dem Tempel ihren Liebesdiensten nachgingen und den Priestern ihr sauer verdientes Honorar abtreten mussten. Es gab Jungfrauen, die vor dem Tempel den Samen der Männer mit dem Mund auffangen mussten, um ihn dann in einer Schale zu sammeln.

Die Männer des Alten Testamentes hatten es leicht. Wem die Ehefrau nicht mehr gefiel, der holte sich eine zweite hinzu; reiche Männer, wie zum Beispiel Salomon zählten viele Frauen zu ihrem Besitz. Den Frauen war eine Scheidung verboten; einen Scheidebrief durfte nur der Mann ausstellen. Ehebruch der Frau war ein schweres Vergehen, das mit dem Tod bestraft wurde.  

Die Wertstellung der Frauen wird besonders deutlich, wenn man in der Heiligen Schrift die Geschichte des Lot liest, der die Gastfreundschaft über alles andere stellt und den männlichen Gästen seine Töchter „zur Benutzung“ überlassen will:

1. Mo 19: Die zwei Engel kamen gen Sodom des Abends; Lot aber saß zu Sodom unter dem Tor. Und da er sie sah, stand er auf, ihnen entgegen, und bückte sich mit seinem Angesicht zur und sprach: Siehe, liebe Herren, kehrt doch ein zum Hause eures Knechtes und bleibt über Nacht; lasst eure Füße waschen, so steht ihr morgens früh auf und zieht eure Straße. Aber sie sprachen: Nein, sondern wir wollen über Nacht auf der Gasse bleiben. Da nötigte er sie sehr; und sie kehrten zu ihm ein und kamen in sein Haus. Und er machte ihnen ein Mahl und buk ungesäuerte Kuchen; und sie aßen. Aber ehe sie sich legten, kamen die Leute der Stadt Sodom und umgaben das ganze Haus, jung und alt, das ganze Volk aus allen Enden, und forderten Lot und sprachen zu ihm: Wo sind die Männer, die zu dir gekommen sind, diese Nacht? Führe sie heraus zu uns, dass wir sie erkennen. Lot ging heraus zu ihnen vor die Tür und schloss die Tür hinter sich zu und sprach: Ach, liebe Brüder, tut nicht so übel! Siehe, ich habe zwei Töchter, die haben noch keinen Mann erkannt[1], die will ich herausgeben unter euch, und tut mit ihnen, was euch gefällt; allein diesen Männern tut nichts, denn darum sind sie unter den Schatten meines Daches eingegangen.

Diese naiven Jungfrauen verführten jedoch wenig später ihren betrunkenen Vater und wurden zu Sperma-Diebinnen!? (So betrunken kann der Vater also gar nicht gewesen sein, wenn das noch funktionierte, oder?):

Und Lot zog aus Zoar und blieb auf dem Berge mit seinen beiden Töchtern; denn er fürchtete sich, zu Zoar zu bleiben; und blieb also in einer Höhle mit seinen beiden Töchtern. Da sprach die ältere zu der jüngeren: Unser Vater ist alt, und ist kein Mann mehr auf Erden der zu uns eingehen möge nach aller Welt Weise; so komm, lass uns unserm Vater Wein zu trinken geben und bei ihm schlafen, dass wir Samen von unserm Vater erhalten. Also gaben sie ihrem Vater Wein zu trinken in derselben Nacht. Und die erste ging hinein und legte sich zu ihrem Vater; und der ward’s nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand. Des morgens sprach die ältere zu der jüngeren: Siehe, ich habe gestern bei meinem Vater gelegen. Lass uns ihm diese Nacht auch Wein zu trinken geben, dass du hineingehst und legst dich zu ihm, dass wir Samen von unserm Vater erhalten. Also gaben sie ihrem Vater die Nacht auch Wein zu trinken. Und die jüngere machte sich auf und legte sich zu ihm; und er ward’s nicht gewahr, da sie sich legte noch da sie aufstand. Also wurden beide Töchter Lots schwanger von ihrem Vater. Und die ältere gebar einen Sohn, den nannte sie Moab. Von dem kommen her die Moabiter bis auf den heutigen Tag.

Wieder waren die „gierigen“ Frauen Schuld an der männlichen Verfehlung, nicht der lüsterne Vater, der seine Hände nicht von den Töchtern lassen konnte!

Schwere Menschenrechtsverletzungen gegenüber Frauen durch falsche Lehren:

Die Frau wurde nicht nur für den Sündenfall im Paradies verantwortlich gemacht, sondern die Kirchen verbreiteten, dass mit der Erschaffung des Weibes die Sünde erst in die Welt gekommen sei. Hatte Adam keinen eigenen Willen, keine eigene Entscheidungskraft, als ihn Eva zur „Sünde“ verführte? In dem Augenblick scheint der „lebendige, männliche Geist“ auf der Strecke geblieben zu sein! Den naiven Überlegungen der Schreiber zufolge, soll die Frau (laut Bibel) aus der Rippe des Mannes abstammen, obwohl „Adam“ im Hebräischen einfach nur „Mensch“ bedeutet. Wenn man diese Überlegungen weiterspinnt, müssten die Frauen die schlechten Erbanlagen der Männer in sich tragen. Demnach sind die Männer für das sündige Potential der Frauen verantwortlich und nicht umgekehrt! (?)

Doch heißt es nicht unter 1. Moses 27-31: Und Gott schuf den Menschen ihm zum Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie, einen Mann und ein Weib. Und Gott segnete sie und sprach zu ihnen: Seid fruchtbar und mehrt euch und füllt die Erde und macht sie euch untertan und herrscht über die Fische im Meer und über die Vögel unter dem Himmel und über alles Getier, das auf Erden kriecht. Und Gott sprach: Seht da, ich habe euch gegeben allerlei Kraut, das sich besamt, auf der ganzen Erde und allerlei fruchtbare Bäume, die sich besamen, zu eurer Speise, und allem Getier auf Erden und allen Vögeln unter dem Himmel und allem Gewürm, das da lebt auf Erden, dass sie allerlei grünes Kraut essen. Und es geschah also. Und Gott sah alles an, was er gemacht hatte; und siehe da, es war sehr gut. Da ward aus Abend und Morgen der sechste Tag.  

Gott schuf einen Menschen…erst daraus entstanden Mann und Frau, und er sah alles an und befand es als sehr gut …und vermehren sollten sie sich auch.

Ist das etwa eine andere Schöpfungsgeschichte? Oder gibt es vielleicht zwei verschiedene, einmal die der geistigen Ebene und später erst die der Materie? Eine von Gott inspirierte und die andere von Männern gemacht, die Frauen hassten und verachteten? Es musste doch ein Schuldiger, bzw. eine Schuldige gefunden werden! Das „schwache“ Geschlecht, mit dem die Kirchendiener ohnehin nichts anzufangen wussten, musste herhalten und deren perfider und erniedrigender Machtausübung dienen. Das sündige Weib, das einst in der Bibel beschrieben worden war, sicherte dem Patriarchat Jahrtausende lang Macht und Herrschaft.   

Der Mann der Bibel sieht sich als göttliche Reflektion; die Frau der Bibel wird hingegen von ihm nur als dessen Schatten gesehen.

Die Kirche des 11. Jahrhunderts stellte sogar in Zweifel, dass eine Frau eine Seele besitzt. Selbst wenn sie eine besaß, konnte sie nur minderwertig und böse sein.

Frauen galten als teuflisch entartet und waren in den männlichen Hirnen des Mittelalters verhasste Wesen. Diese Verachtung ging schließlich soweit, dass die päpstliche Inquisition mehrere Millionen Frauen wegen fragwürdiger Verdachtsmomente folterte und mordete. Noch bis ins 19. Jahrhundert hinein wurden „Hexen“ verbrannt oder ertränkt, die letzte 1836 (!) in Danzig. Den Ur-Aufruf zu diesen Gräueltaten findet man im Alten Testament: 2. Moses 22,17: „Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.“  

Auch zurzeit Martin Luthers hatten sich die Frauen den Männern unterzuordnen:

Was Luther selbst von Frauen hielt, davon zeugen seine derben, abwertenden Aussprüche:

„Das aber ist wahr, in häuslichen Sachen, was das Hausregiment anlanget, da sind die Weiber geschickter und beredter; aber im weltlichen politischen Regiment und Händeln taugen sie nichts, dazu sind die Männer geschaffen und geordnet von Gott, nicht die Weiber.“

„Die größte Ehre, die das Weib hat, ist allemal, dass die Männer durch sie geboren werden.“ 

„Ob sie sich aber auch müde und zuletzt zu Tode tragen (Kinder austragen), das schadet nichts, lass sie nur zu Tode tragen, sie sind darum da.“

„Der Tod im Kindbett ist nichts weiter als ein Sterben im edlen Werk und Gehorsam Gottes.“

„[..] wer mag alle leichtfertigen und abergläubischen Dinge erzählen, welche die Weiber treiben [..] es ist ihnen von der Mutter Eva angeboren, dass sie sich äffen (nachahmen, narren) und trügen lassen.“

„Will die Frau nicht, so komm die Magd.“

„Darum hat das Maidlein ihr Punzilein, dass es dem Mann ein Heilmittel bringe.“

„Ehe ist Arznei für Hurerei.“

Paulus: 1 Kor 11, 8-9: Denn der Mann ist nicht vom Weibe, sondern das Weib vom Manne. Und der Mann ist nicht geschaffen um des Weibes willen, sondern das Weib um des Mannes willen.

Der verstorbene Papst Johannes Paul II bezieht sich auf Paulus (1. Timotheusbrief 2, 11 ff) und erklärte im Jahre 1988: „Eine Frau soll still zuhören und sich ganz unterordnen. Ich gestatte es keiner Frau zu lehren und sich über den Mann zu erheben. Zuerst wurde ja P erschaffen und dann erst Eva. Doch nicht wurde Adam verführt, sondern Eva ließ sich verführen. Aber ihre Rettung besteht in der Erfüllung ihrer Mutterpflichten, wenn sie sie sorgsam im Glauben, Liebe und Gehorsam versieht.“

Im Islam müssen Frauen auch noch heutzutage ihr Haupthaar unter Tüchern verbergen, damit kein Mann sich daran erregen kann. Eine Frau MUSS sich verhüllen! Wenn sie es nicht tut und ein Mann sich an ihr erregt, ist nämlich die Frau Schuld an seiner Erektion. Sie ist dann die Teufelin, die den „armen, unschuldigen“ Mann verführt hat. 

Die Unterdrückung der Frauen ist tragisch, aber noch viel schlimmer ist es, dass es immer noch Frauen gibt, die sich dem Diktat der Männerwelt und den Lügen der frauenfeindlichen Kirchen unterordnen. Kann es Gottesgesetz sein, dass eine geschiedene Frau nicht mehr heiraten darf, weil sie dadurch Ehebruch begehen würde? Auch die Kirchen unterstützen diese Aussage, schränken sie aber insofern ein, dass sie Geschiedenen eine Wiederheirat erlauben, wenn diese vorher nicht kirchlich verheiratet waren.

Das sind Gesetze von Männern, die nur ihre eigenen Vorteile zu schützen such(t)en! Was kann man denn von einem „heiligen“ katholischen Kirchenlehrer Thomas von Aquin 1225-1274 erwarten, der die folgenden Thesen verbreitet hat?

„Ein männlicher Fötus wird nach 40 Tagen, ein weiblicher nach 80 Tagen ein Mensch. Mädchen entstehen durch schadhaften Samen oder feuchte Winde.“

„Das Weib verhält sich zum Mann wie das Unvollkommene und Defekte zum Vollkommenen.“

„Die Frau ist ein Missgriff der Natur.“ Er leitet aus ihrer biologischen „Verstümmelung“ und ihrem „Feuchtigkeitsüberschuss“ ihre geistige Minderwertigkeit ab.   

Oder der Ausspruch von Papst Pius II. 1405-1464: „Wenn du eine Frau siehst, denke, es sei der Teufel! Sie ist eine Art Hölle!“

Sexualität ist auch heute noch in kirchlichen Augen verpönt und dient der teuflischen Lust. Quintus Tertullion 160-225, Theologe und Kirchenschriftsteller, zweifelte sogar an der Reinheit der Ehe: „Auch sie (die Ehe) basiert auf demselben Akt wie die Hurerei. Darum ist es das Beste für den Menschen, kein Weib zu berühren.“

Vom Mittelalter in die Neuzeit:

Bischof Rudolf Graber zur Sexualkunde in Schulen im Jahre 1980: „Vielleicht wird uns hier klar, warum wir vorhin auf den engen Zusammenhang des Weibes mit dem Tier aufmerksam machten: Sexualität führt zur Bestialität.“

Mal ehrlich: Bei all den „weisen“ Aussprüchen dieser vernunftbegabten, scheinheiligen Machogemeinde kann einer Frau doch nur noch übel werden, oder!? 

Die Beschneidungsriten an beiden Geschlechtern sind ebenso zu verurteilen! Auch hier wird wieder „Gottes Wille“ vorgeschoben. Wenn Gott einen Mann ohne Vorhaut besser gefunden hätte und eine Frau ohne Klitoris, hätte er sie ohne diese Dinge erschaffen. Aber das tat er nicht! Wie viele unschuldige Kinder müssen für diesen Schwachsinn heute noch bluten und leiden!?  

Mann und Frau sind gleichwertig! Gott schuf die Menschen aus einer ursprünglichen Einheit heraus. Er teilte diese (ganze Seele) in zwei Teile: in eine weibliche und eine männliche. Trotzdem behielt die weibliche Seele ihre männliche Ur-Information und umgekehrt, die männliche ihre weibliche. Unterscheidungsaspekte sind, dass das Männliche die Schöpferkraft auf körperlicher Ebene darstellt, und das Weibliche dem Erschaffenen Seele gibt. Diese braucht die körperliche Ebene (das Männliche) um sich mitzuteilen und um wahrgenommen zu werden. Körper und Seele verleiht dem Menschen Persönlichkeit. Der Geist aber, ist die Kraft der Seele. Alles zusammen ist eine Einheit, die der Mensch nicht trennen kann. Was getrennt war, wird nach kosmischer Ordnung immer wieder zusammengeführt werden.

Luk 20, 34-36: Jesus zur Auferstehung: [..]Die Kinder dieser Welt freien und lassen sich freien; welche aber würdig sein werden, jene Welt zu erlangen und die Auferstehung von den Toten, die werden weder freien noch sich freien lassen. Denn sie können hinfort nicht sterben; denn sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder, dieweil sie Kinder sind der Auferstehung.

Jesus bestätigt, dass es in den himmlischen Sphären keine geschlechtliche Trennung mehr geben wird. „…sie sind den Engeln gleich und Gottes Kinder…“  Alle sind gleich!

Die Gruselmärchen und Geschichten des Alten Testamentes sind überliefertes Menschenwerk. Die Bibel ist an einigen Stellen schlimmer als mancher Krimi. Enthält die Schrift von Gott inspirierte Wahrheiten, die für die heutige Zeit wichtig sind? Von mir ein klares „Ja!“, aber es braucht lange, um sie zu finden. Jeder sollte das, was er mit dem Verstand gelesen hat, anschließend mit dem Herzen ansehen.

Das Alte Testament ist nichts für Kinder und schwache Gemüter, die sich einbilden, danach „buchstabengetreu“ leben zu müssen. Das könnte schnell zu neurotischen Angstzuständen führen. Das Buch ist voller Hass, Gräueltaten und Unrecht…wie im heutigen Leben. Zwischen den Seiten quillt das Blut ganzer Völker hervor. Der alt-jüdische Gott war anscheinend genau das Gegenteil von dem, den ihn empfinde, denn Gott ist liebend, sanftmütig und gerecht.

Natürlich muss der Mensch Gott zugestehen, dass nur ER Leben nehmen darf, weil ER es uns einst gegeben hat. Würde das Leben mit dem Tod enden, wären wir nicht seine geliebten Kinder, sondern sein Schlachtvieh und einer schrecklichen Willkür ausgesetzt. 

Der Mensch neigt dazu, seine Hände in Unschuld zu waschen und vor den Sünden an Natur und Mitmenschen die Augen zu verschließen. Wenn es hart auf hart kommt, wird „Gottes Wille“ als Auslöser für Katastrophen, Krankheiten und Kriege vorgeschoben. Ich denke, das war besonders zu biblischen Zeiten so. Alles, was man damals nicht erklären konnte, wurde als Gottes Wille dargestellt. Dieser musste als Rechtfertigung für Kriege, Landraub, Mord, Frauenfeindlichkeit und brutale Gesetzgebung herhalten.

Ich muss gestehen: Der in der Bibel dargestellte Gott drängt die Menschen hin zum Unglauben. Die Kirchen sind an dieser Entwicklung nicht unschuldig. Trotzdem sollte man das Buch lesen, um selbst zu der tiefen Erkenntnis zu kommen, wie Gott wirklich ist und wie er auf keinen Fall sein kann.  


[1] Die Töchter waren noch Jungfrauen und unberührt.

JHWH

 יהוה (JHWH)

Da mir das Thema sehr am Herzen liegt, habe ich diesen Beitrag, den ich schon einmal eingestellt hatte, noch einmal verändert und ergänzt.

Man denkt, dass der Gott Jhw im 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ein Gott der Viehhirten des Vorderen Orients gewesen sei. Als Schutzgott eines kleinen Nomadenvolkes sei er dann zum Nationalgott der Hebräer aufgestiegen und dann ein Universalgott aller Völker geworden. Dann wäre er aber der blutrünstige Opfer-Gott zu Moses Zeiten gewesen.

JHWH ist der eigentlich unaussprechliche Name Gottes Israels im Tanach, der Hebräischen Bibel. Gott hat viele Namen, obwohl er nur Einer ist und deshalb gar keines Namens bedarf. 

Die genaue Aussprache ist nicht bekannt. Ob „Jehova“ richtig ist, vermag niemand zu sagen.

Die Kreuzigung Jesus steht parallel zum Passahfest, das das Ende der Welt von Ägypten symbolisiert. Es steht gleichzeitig als Symbol dafür, dass unsere materielle Welt vergänglich ist und eine neue, unvergängliche, entstehen soll.

Jesus Kreuzigung fand auf Golgatha statt, was Schädelhöhe von aramäisch gûlgaltâ bedeutet. Der  Wortteil „gal“, Welle, Wasser, Strömung,  deutet auf eine Wandlung in der Zeit hin (nach Weinreb).

Das Leben endet nicht im Grab…in der Grube, in der kein Wasser ist. Sacharja 9-12 prophezeite bereits 500 Jahre vor Jesus Geburt, dass alles so kommen musste. Jesus hat uns durch seine Auferstehung das Verborgene sichtbar gemacht. Der Tod ist nur eine Wandlung, eine Transformation.

Die Überlieferung von Jesus Auferstehung erscheint manchen Menschen unsinnig. Das Verborgene im Menschen existiert im ewigen Sein, deshalb muss man das biblische Geschehen als ein von der Zeit losgelöstes, ewiges sehen.

Sollten wir nicht nachdenklich werden, wenn wir das Bild der Kreuzigung betrachten?!

  Jeshua Hanozri Wemelech Hajehudim
Was bedeutet: Jesus der Nazarener und König der Juden.

(Joh 19:18-20/Matth 27, 31-37) …und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Und als sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, dass er ihm sein Kreuz trug. Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt Schädelstätte, …und als sie ihn gekreuzigt hatten, …setzten sie eine Aufschrift über sein Haupt mit der Ursache seines Todes:

Die Überlieferung sagt, dass am Kreuz folgende Inschrift neben lateinischer und griechischer Sprache auch in Hebräisch angebracht war:

Formt man daraus das Akronym, wie im Lateinischen INRI, so stand am Kreuz der unaussprechbare, heiligste Name Gottes: JHWH, der allein von Hohepriestern im Allerheiligsten ausgesprochen werden durfte. Zufall oder Zeichen?

Der hebräische Buchstabe Shin wurde laut Kabbala von Gott als König über das Element Feuer gestellt. Er verkörpert demnach das Feuer des Geistes, des schöpferischen Prinzips, des Logos. Dieser Buchstabe ist Eckstein des gesamten Alphabeths.

Moses erblickte Gott in einem brennenden Dornbusch. Er konnte sehen, dass sich Gott, das Leben, in der materiellen Welt als Feuer offenbart. Der Geist des Feuers ist Gott selbst – das Leben selbst! Christus sagte in den Überlieferungen: “…ich taufe euch mit Feuer.” Und er selbst sagte auch: “Ich bin das Leben.”

Wenn der Name des über allem stehenden Gottes aus den Vokalen und dem Buchstaben H besteht, als Symbol dafür, dass Gott das Leben, das Selbst in den Menschen hineinhaucht, dann erhalten wir den Namen Gottes: JEHOVA (Jod He Wav He). Fügen wir nun das Shin, das Feuer des Lebens bedeutet, in die Mitte des Namens des unpersönlichen Gottes ein, erhalten wir das Wort JEHOSHUA (hebräischer Name für Jesus), den Namen des persönlichen Gottes, des Mensch gewordenen Gottes. Christus, das höhere Selbst, tauft uns mit Feuer, um uns in das Leben einzuweihen.

aus Die Sendung Moses von Friedrich Schiller:

Unter einer alten Bildsäule der Isis las man die Worte: »Ich bin, was da ist«, und auf einer Pyramide zu Sais fand man die uralte merkwürdige Inschrift: »Ich bin alles, was ist, was war und was sein wird, kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.« Keiner durfte den Tempel des Serapis betreten, der nicht den Namen Jao – oder J-ha-ho, ein Name, der mit dem hebräischen Jehovah fast gleichlautend, auch vermutlich von dem nämlichen Inhalt ist – an der Brust oder Stirn trug; und kein Name wurde in Ägypten mit mehr Ehrfurcht ausgesprochen als dieser Name Jao…

 Halleluja –  הַלְּלוּיָהּ (hallelu-Jáh) Jah, die Kurzform für JHWH.
Wörtliche Übersetzung: „Lobt Jah!“  (Wikipedia)

Der jüdische Gelehrte Friedrich Weinreb erklärte den Namen JHWH folgendermaßen aus der Kabbala. Der Name hat etwas mit den hebräischen Schriftzeichen und den 26 Geschlechtern zu tun. Da der Mensch durch Unwissenheit diesen Heiligen Namen aussprach, wo er nicht angebracht war, hat man Adonaj = Kyrios = Herr daraus gemacht.

Die 26 Geschlechter:
1. Adam
2. Scheth
3. Enoch
4. Kenn
5. Mahalalel
6. Jeter
7. Chance
8. Metuschelach
9. Lamech
10 Noah

Das ist der 1. Teil. Die Zahl 10 hat den hebräischen Buchstabenwert „Jod“.

1. Schema
2. Arpachschad
3. Schlacht
4. Ebert
5. Peleg

Das ist der 2. Teil. Die Zahl 5 hat den Buchstabenwert „He“.

1. Reu
2. Serug
3. Nachor
4. Terach
5. Abraham
6. Isaak

Das ist der 3. Teil. Die Zahl 6 hat den Buchstabenwert „Waw“.

1. Jakob
2. Levi
3. Kehat
4. Amram
5. Mose

Das ist der 4. Teil. Die Zahl 5 hat den Buchstabenwert „He“.

Aus allen Teilen, den 26 Geschlechtern, ergibt sich der Name „JHWH“.


Gott hat viele Namen,
nenn Ihn, wie du magst –
wenn du nur mit Inbrunst
aussprichst, was du sagst.

Hört nicht auch die Mutter
ihres Kindes Ruf,
ehe noch sein Seelchen
sich ein Wortbild schuf?

Gott spricht alle Sprachen. –
Doch wer schweigen kann,
steigt als goldne Flamme
selber himmelan…

<Ephides>

Das Teuflische im Menschen

Albrecht Dürer 1471-1528 – Paradiesschlange

Es ist immer schwierig über Religionen zu reden, weil man niemandem zu nahe treten möchte. Mein Beitrag über Moses beinhaltete zwar einige Kritik, aber letztendlich gehört das Alte Testament zum Christentum. Die Bibel zeigt stets mehrfache Dimensionen. Man darf die Geschichten nicht nur als historische Ereignisse sehn, denn da wird man oft vergeblich Spuren suchen.

Es beginnt bei der Geschichte vom ‚Garten Eden‘. Tiere müssen immer noch nach den Naturgesetzen leben. Da der Mensch mit einem Verstand erschaffen wurde, mit dessen Hilfe er bewusst wird, kann er sein Leben nach seinem Willen einrichten und von seinen ‚gesunden‘ Instinkten abweichen, was sie verdirbt. Dieser ungesunde Selbstzweck bringt seinem Körper und seiner Seele Störungen und Krankheiten. Das ist die Macht der Ur-Schlange auf dem Baum der Erkenntnis des Gutem und Bösen im biblischen Paradies.

Das bedeutet, dass Satan den Menschen über seinen Verstand beherrscht und über sein Bewusstsein in ihn eindringt. Ohne den Verstand wäre Satan ein unbewusstes Naturgesetz.

Quelle: Wikipedia

Aus den vier Elementen wurde das Weltall aufgebaut. Satan gilt als Herrscher über alles Materielle, also über die heute sogenannten Aggregatzustände, d. h. Erscheinung und Zustandsform, in der die Welt existiert. Jesus warnte seine Jünger nach letzten Abendmahl: „Gehen wir, es nähert sich der Herr dieser Welt.“ Damit meinte er Satan. Er ist das Gesetz der Materie.

Die Wissenschaft hat auch die indische Vedanta-Philisophie durchleuchtet, die schon vor Jahrtausenden behauptete, dass der Mensch vor Urzeiten androgyn gewesen sei wie die Engel. Dieses Wesen trug beide Geschlechter in sich. Sie waren Mann und Frau in einer Person = ein Mensch.
1. M, 27: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie.“

Die Bibel sagt nichts anderes aus. Adam wird als Wesen dargestellt, das am Anfang beide Geschlechter in sich trug. Erst später wurde aus ihm heraus Eva von Gott entnommen‘. So ähnlich wird diese Entwicklung auch seitens der Wissenschaft bestätigt, wenn sich dieser Prozess wohl über Jahrmillionen hingezogen haben muss.

Der Herr der Materie, Satan, hat demnach die zwei Geschlechter voneinander getrennt und Mann und Frau zu zwei selbstständigen Wesen gemacht, die sich fortpflanzen und die Welt bevölkern konnten.

Was letztendlich blieb, ist die Sehnsucht nach dem Eins-Sein, welches nach der Trennung nur noch in einem geschlechtlichen Akt für kurze Zeit vollzogen werden kann. Die Sehnsucht nach dem auf Erden unerreichbaren einzigen Ich bleibt, damit sich die Körper vereinigen, ohne innere Identität im Geiste.

Irgendwann muss der Mensch einsehen, dass die sexuelle Kraft trügerisch ist. Befriedigung empfindet er auf Dauer nie, kein Glück und keine Erfüllung. Und was geschieht, wenn er alt ist? Da bleibt nichts, wenn es mit der körperlichen Liebe nicht mehr klappt. Hatte der Mensch nicht ein ganzes Leben lang nach seiner ‚besseren Hälfte‘ gesucht? Sie sollte seine Ergänzung sein. Was gibt es auf dieser Welt?: den unbewussten Willen, sich zu vereinigen und das, was man „Liebe“ nennt. Bedingungslose Liebe kann der Mensch hier nicht erreichen, weil Satan dazwischen steht, das Gesetz der Materie.

Eine nur körperliche Erfahrung kann nicht wirklich befriedigen und selig machen. Der Mensch erinnert sich an seinen Ur-Zustand des Eins-Seins und sehnt sich danach zurück. Als er in den materiellen Körper hineingeboren wurde, ist er ‚aus dem Paradies gefallen‘.

Den Drang nach Einheit und wahrer Liebe kann der Mensch hier nur im Geiste verwirklichen. Auf diesem Weg wird er den Ausweg aus der Versklavung finden und die Form zurückverwandeln als geistige Kraft. Wenn wir die sexuelle Kraft wieder auf eine höhere Ebene erheben, ins Erhabene steigern und veredeln können, dann haben wir Satan mit seiner eigenen Kraft besiegt. Der Animus und die Anima sind im Geiste eins.

„Von der Gewalt die alle Wesen bindet,
befreit der Mensch sich, der sich überwindet!“

Johann Wolfgang von Goethe

Der Ursprung Israels und deren Götter

Moritz Daniel Oppenheim 1800-1882 – Moses und die Gesetzestafeln

Die ersten fünf Bücher der Bibel befassen sich mit der Geschichte von der Entstehung der Welt und enden mit der beginnenden Eroberung des ‚gelobten Landes‘. Zusammenhängend berichtet wird im ersten Teil vom Anfang der Welt, bis zur Bildung des Volkes Israel im Lande Goschen und im fünften Bericht vom Wanderzug in der Stein Wüste Zin bis zum Tod Moses.

Durch die griechische Übersetzung wurde vieles umgedeutet und Spuren, welche die hebräische Urschrift erkennen ließen, verwischt. Hierbei wurden die Götternamen unkenntlich gemacht (wie bei den ägyptischen Herrschern) und dem Leser dadurch suggeriert, die Kinder Israels seien Eingottgläubige gewesen, was zu Moses Zeiten und davor jedoch nie der Fall war.

Der Gott Moses wird durch eine geschichtliche Tat dargestellt: Der Führung und Errettung aus Ägypten. Dieser Gott ist zornig und eifersüchtig und lässt nur diejenigen leben, die alleine an ihn glauben. Er verlangt Opferungen und Anbetung: 2. Mose 20,24: „Einen Altar von Erde sollst du mir machen und darauf deine Brandopfer und Heilsopfer, deine Schafe und Rinder opfern.“ Neben den zehn Geboten gibt es noch zahlreiche Gesetzgebungen, die Jahwe zugeschrieben werden. Eine Frau war offenbar weniger wert als eine Jungfrau. Sklaven galten als noch minderwertiger.

Das 2., 3. und 4. Buch Moses scheint verworren, der Inhalt ungeordnet, zerrissen und ineinander verschachtelt. Hierin zeigen sich verschiedene Bildungsstufen der Schreiber. Es sind die Geschichten des einfachen Wanderlebens in der Wüste. Lt. Bibel hatten die Israeliten zuvor 430 Jahre in Ägypten gewohnt. In deren Zerrissenheit bemerkt man, dass sich Aufzeichnungen aus älteren und neueren Berichten bestehen, die Jahrhunderte auseinander liegen. In der Bibel ist von 40 Jahren die Rede. In der Kabbala ist die 40 die Zahl für einen auf Erden langen Zeitraum. Nach dem Auszug „zogen alle Heerscharen Jahwes aus dem Lande Ägypten hinweg.“

Danach erging eine neue Satzung von Jahwe aus, in der u. a. befahl, dass alle Männer beschnitten werden. 2. Mose 12,48.

Die Semiten machten damals ihre Niederschriften auf Fellen, die sie aufeinander liegend aufbewahrten, was nicht immer chronologisch möglich war. So entstanden die drei Bücher. Durch die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. wurden die meisten Felle verbrannt und der Hohepriester Esra ließ alles neu schreiben.

Die älteste urgeschichtliche erst Engel-/dann Gott-Erscheinung war wohl die Feuer-Erscheinung im brennenden Busch, dem sich Moses nur mit entblößten Sohlen nähern durfte, weil er heiliges Land betrat. 2. M, 3, 2

Nachdem Moses 2. M, 3, 13-15 den Namen der Gotteserscheinung erfragt hatte, erhielt er zur Antwort: „Jahwe (Ich bin), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich (Moses) zu euch gesandt. Jahwe ist mein Name ewiglich, und so will ich angerufen sein von Geschlecht zu Geschlecht.“Diese Erscheinung galt als Willensäußerung einer außersinnlichen Welt, als Gestaltung eines höheren, heiligen Wesens. (1. Kön. 19, 11-12)

Denkwürdig dieser Vergleich: Auch in Westafrika gibt es dieselbe Vorstellung bei den Fetischanbetern. Auch deren höchster Volksfetisch hielt sich in einem Busch auf, dem sich nur der höchste Priester nähern durfte. Auch hier durfte der heilige Boden nur barfuß betreten werden.

Das hohe Alter dieses Felles kann man ahnen, weil man das verrohte Volk Israels und dessen Anführer Moses in seinem niedrigen Bewusstseinszustand erlebt.

In 2. M 3,22 erlaubt Jahwe seinem Volk den Diebstahl und Betrug an den Ägyptern, was er sogar als Verdienst betrachtete. Zuvor hatte Er als Zwangsmaßnahme in Ägypten alle Erstgeburt der dortigen Menschen, als auch die Erstgeburt des Viehs erschlagen lassen. In der Bibel steht 2. Mose 12,29-30: „…es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.“, und er hatte vorher sämtliche Plagen über Ägypten ziehen lassen, um ‚sein Volk‘ freizupressen.

Das war ihm jedoch nicht genug. In (2. M 13, 12-15): Darnach sprach der Herr zu Mose: „Weihe mir alle Erstgeburt bei den Israeliten, alles was zuerst den Mutterschoß durchbricht, unter den Menschen und unter dem Vieh; mir gehört es.“ Ebenso (2. M 22,29): „Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.“

Das ist die älteste Überlieferung zur Opferung der Erstgeburt, um sich den Schutz Jahwes sichern zu können. Bei der Volkszählung nannte man eine Zahl von 603.550 Männern zwischen 20 und 60 Jahre alt; 22.273 erstgeborene Söhne zwischen 1 Monat und 20 Jahren, wobei mehr als 170.000 hätten vorhanden sein müssen. 150.000 blieben verschwunden, d. h. waren geopfert worden, wie es die Vorschrift verlangte. Da half kein Wehklagen. 3. M, 27,29: „Wenn irgendein Mensch durch den Bannfluch geweiht wird, so darf man ihn nicht lösen, sondern er muss getötet werden.“

2. M 13, 21-22 Jahwe aber zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht wandern könnten. Nie wich die Wolkensäule am Tage und nie die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des Zuges.

Die Orakellade wurde vorangetragen, begleitet vom ewigen Feuer, welches den mittels Feuer opfernden Priester nötig war, damit stets rein Erhaltenes zur Verfügung stand. Dem Volk wurde so vermittelt, dass nicht der Priester, sondern der ‚Feuerherr‘ selbst voranging, um sein Volk zu führen.

In 2. M 16, 29 wird der Sabbath eingesetzt, wobei Moses sprach: „siehe Jahwe hat euch den Schabbath gegeben.“ Das Wort bath bedeutet ‚Zelt‘ und schab, sab oder seb war ein altsemitischer Götzenname.  Jeder siebente Tag war demnach dem alten Verehrungswesen SAB geweiht und später wurde der Name auch durch Jehova ersetzt.

2. M 32, 1-20 beschreibt die Einführung des ältesten Dienstes des ägyptischen Nachtosir (Hapi und Apis) in Gestalt des jungen Rindes, weil Aaron dachte, Mose käme nicht mehr zurück. Das Volk forderte Aaron auf, ihnen einen neuen Gott zu machen, der vor dem Zug durch die Wüste voran gehen sollte. Deshalb mussten alle Leute ihr Gold zu Aaron bringen. Der goss es in eine Tonform und machte daraus ein goldenes Kalb. Da sprach das Volk: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat.“ Am nächsten Tag brachte Aaron an einem neu gebauten Altar Brandopfer und Heilsopfer dar. Als das geschah sprach der Herr zu Mose: „Geh, steige hinab, denn dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hast, frevelt.“

Zurückkehrend vom Berg, versöhnt Moses Jahwe durch ein grausames Opfer, will aber nicht den schuldigen Aaron hingeben. Er lässt durch die Leviten 3.000 Menschen töten, wobei jeder seinen Sohn, Bruder, Freund oder nächsten Angehörigen auswählen musste, weil Moses annahm, der ergrimmte Herr wäre so eher versöhnt. Das goldene Kalb ließ er zu Staub zermahlen und gab es denjenigen mit Wasser vermischt zu trinken, die den Gott aus Metall angebetet hatten.  

Immer wieder wird dem Volk die ausschließliche Verehrung von Gott dem Herrn eingeschärft. So auch, als die Israeliten das ‚Gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen‘ erreichen. Dort wieder Mord und Totschlag, denn das Land ist bewohnt und Jahwe fordert sein Volk dazu auf, es gnadenlos umzubringen. 5. M 6, 10-11. Immer wieder wird gemordet und geschlachtet, bis niemand übrig bleibt. Doch manchmal ist man gnädig und überlässt die Frauen, den Kriegstreibern. Im Rachekrieg über die Medianiter wird Mose zornig über die Vorgesetzten des Heeres.

4. M 31, 14-18: „Wie, ihr habt alle Frauen am Leben gelassen?“…“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern; auch alle Frauen, denen schon ein Mann beigewohnt hat, sollt ihr töten. Alle weiblichen Kinder aber, denen noch kein Mann beigewohnt hat, lasst für euch am Leben.“

Die reiche Kriegsbeute an Gold wurde zu Moses und dem Hohepriester ins ‚Heilige Zelt‘ gebracht, „…damit der Herr der Israeliten gedenke.“ 4. M 31, 54

Alles nur inszeniert, von Moses und den Priestern oder der Scheingöttlichkeit? Gibt es eine größere ‚Sünde‘, als im Namen des wahren Gottes zu töten, der seine Schöpfung zuvor als sehr gut befunden hatte?

Auf welch rückständiger Bildungsstufe Moses und sein Volk stand, ist selbsterklärend. Jesus lehrte uns, unsere Feinde zu lieben und die Gebote der Nächstenliebe sehr ernst zu nehmen. Wie sehr widerspricht das Töten im Namen des Herrn der Nächstenliebe!?

Braucht ein grausames Volk einen noch grausameren Gott, vor dem es Respekt haben muss und sich ihm unterwirft? Aber war das derselbe Gott, den Jesus „seinen Vater im Himmel“ nannte?

Man dachte damals, dass das Verehrungswesen durch Räucherungen und durch Tieropfer zu besänftigen wäre. Hatte man Angst oder Respekt vor einem solchen Gott?

Moses und Aaron vor der Bundeslade – James Tissot 1836-1902

In 3. M 26, 21-29 heißt es: „Wenn ihr euch aber mir entgegenstellt und mir nicht gehorchen wollt, dann werde ich euch weiter schlagen, und zwar siebenfach nach euren Sünden. Und ich werde die Tiere des Feldes unter euch senden, dass sie euch kinderlos machen und euer Vieh ausrotten und euch an Zahl verringern, und eure Wege sollen öde werden. Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch schlagen, und zwar siebenfach wegen eurer Sünden. Und ich werde das Schwert über euch bringen, das die Rache des Bundes vollzieht. Und zieht ihr euch in eure Städte zurück, dann werde ich die Pest in eure Mitte senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden. Wenn ich euch den Stab des Brotes zerbreche, werden zehn Frauen euer Brot in einem Ofen backen, und sie werden euch das Brot zurückgeben nach dem Gewicht; und ihr werdet essen und nicht satt werden. Und wenn ihr bei alldem mir nicht gehorcht und euch mir entgegenstellt, dann werde ich mich euch im Grimm entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch züchtigen wegen eurer Sünden, und zwar siebenfach. Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen.“

In den Orakelzelten verschloss Moses oder Aaron den Eingang und setzte sich hinein, in den Rauch betäubender Kräuter, wo er längere Zeit verblieb, bis er erregt und fiebernd, mit hochrotem, aufgedunsenem Gedicht und schrecklich verzerrten Zügen, dem Volk die ‚empfangenen Offenbarungen‘ verkündete, bis er erschöpft und von Krämpfen geschüttelt niederstürzte. Die Rauch Orakel endeten mit Moses Tod.

Nach heutigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten würde man bei der Annahme, über diese Rauschzustände mit der geistigen Welt in Verbindung treten zu können, nur den Kopf schütteln.

Was aussieht wie Betrug und Gaukelei war in der damaligen Zeit ein redlicher Wille von Moses, der im guten Glauben versucht hatte, das Verborgene zu finden. Er nahm eigenes Leid auf sich, um seinem Volk zu dienen und für das Wohl aller zu sorgen.

Die Gottesdienste waren Moses Volk eine heilige Sache, wie heutzutage den Christen ihre Sakramente, die nach heutigen Erkenntnissen rückständig und irrend sind. Beide Parteien handelten/handeln gläubig und ehrlich. Der wahre Gott (als Bezeichnung), der Ur-Schöpfer des Universums, die universelle Ur-Energie, hatte eine fehlerfreie Welt erschaffen. Wer war dann der Erschaffer dieser unvollkommenen Welt, wie es in der 2. Schöpfungsgeschichte steht?

BEWUSST-SEIN, der Weg zurück zu Gott

Nadelöhr – Vladimir Kush 1965 –

Als Kind und Heranwachsende denkt man über das Warum des Daseins nicht nach. Ein kindliches Gemüt hinterfragt nichts, sondern nimmt widerstandslos das Althergebrachte, die Normen der Eltern und der Gesellschaft in sich auf und macht sie zunächst zu seinen eigenen.

Man wird in eine Familie und Situation hineingeboren, in denen Körper, Seele und Geist wachsen sollen. Der menschliche Wille scheint dabei frei zu sein; doch ist er das nur innerhalb eines gewissen Rahmens, denn die göttliche Ordnung regelt ALLES auf wunderbare Art und Weise. Sie lässt sich nicht umgehen oder ausschalten! Sie gleicht einem Organismus, der nach bestimmten Regeln funktioniert. Was hier nach Willenseinschränkung aussieht, geschieht teils zum Schutz, teils, um den Menschen immer wieder auf seinen vorbestimmten Weg zurückzuführen, teils als Lektion, die zu lernen nicht immer nur Spaß bringt. Um es mit den Worten von Ephides zu sagen: Die Menschen werden von Gott gestimmt wie Harfen, deren Saiten er solange anzieht, bis eine himmlische Melodie daraus erklingt.

Gewisse Besonderheiten des Lebensweges scheinen „vorprogrammiert“ zu sein, ebenso die Talente, die wir mitbringen, die aber zum Teil ungenutzt bleiben. Ich glaube, dass wir in den vielen Leben gewissen Menschen immer wieder begegnen werden, weil sie mit uns untrennbar verbunden sind, von Anbeginn an und bis in Ewigkeit. Wenn wir diese Menschen im Leben wiedertreffen, scheinen sie uns besonders vertraut zu sein. Wir werden sie entweder am Allermeisten lieben und als größtes Übel hassen, denn gerade diese Seelengefährten bringen uns DIE Aufgaben, die am Schwersten zu bewältigen sind, weil wir darunter leiden und deshalb daran wachsen werden.

Sind es nicht gerade die negativen Erfahrungen, an denen wir reifen können, die uns verändern und die uns antreiben? Dieses „Seelenumschwingen“ bringt uns zu höherem Bewusstsein. So entpuppen sich Ungerechtigkeiten, Unglück und Übergriffe, die vielleicht im Elternhaus oder im Außen irgendwann einmal geschehen sind, als echte Lernaufgaben. Oft genug ziehen sie uns den Boden unter den Füßen weg. Dann merkt man, dass es keine irdischen Sicherheiten gibt. Nichts ist von Dauer! Selbst die größte Liebe und die beste Gesundheit nicht. Dann heißt es entweder aufstehen und weitergehen oder nach dem Straucheln liegen bleiben. Wenn man eine Zeit lang im Leid verharrt, stagniert die Entwicklung. Man fühlt sich nicht nur wie gelähmt und von aller Welt allein gelassen, sondern auch von Gott. Es heißt nicht umsonst, man fühlt sich, wie „von allen guten Geistern verlassen“.

Diese Gesellschaft will keine psychischen Probleme kennen, denn das würde Schwäche bedeuten. Man will doch auch nach außen demonstrieren, dass man selbst „Herr seiner Sinne“ ist. Wenn die Psyche leidet, ist das meist ein einsames Leiden. Man muss sich selbst daraus erlösen! In einer solchen Situation wird man entweder neuen Mut sammeln oder noch tiefer sinken, weil die Ängste ziehen und kaum noch loslassen. Dann fällt man ins Bodenlose, findet im Außen keinen Halt mehr. Psychologische Gespräche können die Probleme zwar beleuchten, doch werden auch hier die guten und bösen Energien nicht betrachtet, von denen wir Menschen ein Leben lang umgeben, geführt oder verführt werden. Besetzungen geschehen deshalb völlig unbemerkt. Oft wird ein Mensch zum Alkoholiker, weil ein Geistwesen durch ihn zum Genuss des Alkohols kommen will. Das gibt es doch gar nicht, denken Sie!? Es gibt nichts, was es nicht gibt!

Satan verteidigt seine Machtansprüche und versucht, die aus dem Totenreich von Christus befreiten Seelen solange wie möglich auf seiner Ebene festzuhalten. Auch, wenn es sich so anhören mag: Das ist kein Satz aus der „Märchenstunde“. Die so genannte Hölle kann sich sehr schnell unter uns auftun, wenn wir nicht täglich dagegen ankämpfen. Wir werden gezogen von Mächten, deren Existenz der Menschheit als fragwürdig erscheint, genauso wie sie immer wieder die Existenz Gottes infrage stellt.

Jeder Mensch hat unter der Polarität zu leiden. Jeder trägt sein Päckchen als „Ernte“ aus den Vorleben oder als unbewusste Vorbereitung auf eine besondere Bestimmung.

Auch Vergebung will gelernt sein! Gehorsam sein und sich fügen müssen, sind keine leichten Aufgaben. Gemeinschaft will geübt sein, verlangt Disziplin, Respekt und die Akzeptanz anderen Meinungen. Später wird sich eine schwere Zeit als gut erweisen, dann nämlich, wenn sie die geistige Entwicklung positiv beeinflusst hat. Erst mit der Sehnsucht nach dem Reinen und Schönen erwacht die geistige Bereitschaft, die Wege dorthin von allem irdischen Ballast freizumachen, um zum Frieden in sich selbst zu gelangen.

Die Ausbildung des persönlichen ICH-Bewusstseins lenkt die Menschen zunächst in die Welt der materiellen Dinge, die Sicherheit, Besitz, Macht und Einfluss vermitteln. Lernen, studieren und arbeiten führt jedoch noch lange nicht zu einem bewussten Handeln. Im Gegenteil: Besitz führt zur Abhängigkeit und macht gierig auf mehr. Eigennutz regiert! Man will besser sein als andere, ihnen zumindest in nichts nachstehen und das Erworbene nach außen präsentieren. Dazu gehören auch die Kinder und deren Entwicklung. Man ist stolz auf seine Fabrikate und auf das, was sie im Leben erreichen. Aber mal ganz ehrlich: Ist ein solches Denken nicht hochmütig? Man darf doch nur stolz auf eigene Leistungen sein!

Das eigene Ego wird mit positivem Denken unterstützt und mit Pseudowissen aus schlauen Büchern gestärkt. Das mag das Wissen steigern, vermittelt aber kein tieferes Bewusstsein. Der Mensch glaubt zunächst nur an sich selbst, stärkt seine finanziellen Sicherheiten und leugnet übernatürliche Dinge, weil sie nicht wissenschaftlich beweisbar sind. Ihm geht es nur darum, sein eigenes Wollen, seinen Ehrgeiz zu befriedigen und vor der Gesellschaft gut dazustehen. Ein Mensch dieser Phase ist oft Atheist. Gott hat in seinem Leben keinen Platz.

Was kann ihm dieser Gott schon bieten? Mit ihm käme nämlich die Einsicht, dass es keine irdischen Sicherheiten gibt. Gott wartet derweil geduldig im Hintergrund auf die Rückkehr seiner „verlorenen Kinder“. Das Leben selbst lehrt sie irgendwann eines Besseren und die Menschen fangen an, nach einem Lebenssinn zu fragen. Auslöser dafür sind beispielsweise Krankheit, entweder die eigene oder die eines nahe stehenden Menschen; durch Tod in der Familie oder im Freundeskreis. Der „bewusstlose“ Mensch wird „geweckt“, durch irgendein Ereignis, das ihn zum Nachdenken zwingt oder dazu bringt, etwas Sinnvolles für sich und andere Menschen zu tun. Das sorgt oft für eine drastische Richtungsänderung. Plötzlich wird den Menschen bewusst werden, wie wichtig das Leben und die Gesundheit sind. Ohne sie ist alles ein Nichts!

Leben und Liebe kann man nicht kaufen oder künstlich herstellen. Leben und Liebe sind Gott! Es sind seine Geschenke! Das irdische Gastspiel ist für uns nur von kurzer Dauer. Der Mensch wird auf einen anderen Weg gedrängt, ohne dass ihm auffällt, wie stark die höhere Macht IN ihm ist, die ihn dorthin bringt. So scheint sie aus ihm selbst zu entspringen und sein eigener Wille zu sein.

Geist und Seele beginnen dann damit, sich ein neues Kleid zu weben. Dinge, die zuvor bedeutungslos waren und als selbstverständlich hingenommen worden sind, werden mit einem Mal ganz anders gesehen. Man beginnt beispielsweise zu hinterfragen: Wie kommt Leben in einen Organismus? Geschah es durch Zufall oder gibt es möglicherweise doch einen Gott? Ist vielleicht beides dasselbe? War der Urknall ein Schöpfungsakt mit Präzisionsberechnung, wohl durchdacht von einem Wesen, dessen Geisteskraft wir Menschen nicht messen können.

Irgendwann wird der Mensch erkennen, dass alles was ist, nach höheren Gesetzen abläuft, und dass die globale Sicht, über alle Vorgänge, nur Gott haben kann. Der Mensch merkt, dass die Antworten auf scheinbar einfache Fragen, was beispielsweise gut oder schlecht ist, wichtig oder unwichtig, gar nicht so leicht zu finden sind. Vieles, was im ersten Moment „gut“ erscheint, zeigt bei näherem Hinsehen genau das Gegenteil. Man wird verführt vom äußeren Glanz und ist geblendet und blind für das, was sich Schlechtes dahinter verbirgt. Vom „Baum der Erkenntnis“ wird man ein Leben lang essen müssen und nie satt werden.

Meist sind es bittere Erfahrungen, die den Menschen zur Wahrheit und zum wahren Sehen führen. Leid ist der beste Lehrmeister, und die Höllen, die man sich selbst geschaffen hat, sind die heißesten, je weiter man sich von Gott wegbewegt!

Macht und finanzielle Sicherheit sind auf Dauer keine Glücklichmacher und oft genug entpuppen sie sich als Trugbilder. In der Stunde des Todes wird der Mensch beides verlieren und sich nach einer Sicherheit sehnen, die nicht von dieser Welt ist. Es ist gut, wenn man das früh genug, noch im Leben, erkannt hat!

Erdrückt von allzu großer Lieblosigkeit und Leere und möglicherweise aus Angst vor dem, was nach dem Ableben folgen wird, hört der Mensch auf, in der materiellen Welt nach Befriedigung und Glückseligkeit zu suchen.

Hier, an diesem Punkt, beginnt die Esoterik, die leider auf falschen Bahnen in die Vermarktung geführt worden ist. Esoterik ist eigentlich der spirituelle Erkenntnisweg, die mystische Erfahrung im eigenen Innern.

Die heilige Sprache

Turmbau zu Babel – Pieter Brügel 1525-1569

Ist jeder Mensch, der früher einmal gelebt hat, wirklich ganz verschwunden, oder lebt er weiter, von Welt zu Welt, von einer Zeit zur anderen, von Ewigkeit zu Ewigkeit?

Trotz aller Umstürze und Umbrüche bleibt ‚das Wort‘ bestehen. Von Generation zu Generation wird es schriftlich oder mündlich weitergereicht. Es ist uns Menschen die Tewa, die Arche Noah. Dort wird alles mitgenommen, in die neue Welt hinübergetragen. Dort entsteht Leben unter anderen Verhältnissen. So erzählen die Göttersagen vom Leben in früheren Welten und tragen so das Entstehen vom Uranfang mit sich durch alle weltlichen Zeitalter hindurch.

‚Das Wort‘ überlebte so manchen Weltuntergang. Angefangen von der Geschichte des Menschen im Paradies und vom Untergang des Paradieses für den Menschen. Wir lesen von Kains Vertreibung und vom Weltuntergang im Geschlecht Enosch, dem 3. Sohn Adam und Evas. Damals begann man den Namen Gottes, JHWH, anzurufen.

Weiter erfahren wir vom Untergang durch die Sintflut (diese Geschichte wird bereits im Gilgamesch-Epos beschrieben ca. 1800 v. Chr.) und der Zerstörung von Sodom und Gomorrha. Es gibt viele Weltveränderungen und Hungersnöte. Mythen erzählen von einer Distanzierung zwischen Himmel und Erde; der Abstand hätte sich 10 mal verändert. Auch hätte der Mensch des Altertums eine andere Luftzusammensetzung geatmet. Die Welt ist schon mehrfach aus den Fugen geraten und hat sich selbst erneuert. Geschöpfe, wie Dinosaurier, sind ausgestorben, angeblich durch einen Meteoriten Einschlag, dann die Eiszeit…neues, anderes Leben.

Die Bibel zeigt Bilder von Verwüstungen, durch die die Welt augenblicklich ihr Gesicht änderte. Nach dem Untergang Babels bekam die Menschheit ein anderes Bewusstsein.

Wenn Tewa, die Arche Noah des Wortes ist, was bietet sie den Menschen, wenn sich Worte wieder tiefgründig erschließen lassen und nicht, wie heutzutage nur oberflächlich ausgesprochen werden? Die Gesellschaft befasst sich im Moment größtenteils mit gedankenlos hingeworfenen Sprachfetzen – siehe Facebook und Co. Man redet davon, die Handschrift abschaffen zu wollen. Dabei hat jedes Wort einen tieferen Inhalt, jede Handschrift zeigt den individuellen Charakter des Schreibers.

Manchmal er-innern wir uns an die Gedanken in uns und nehmen sie wahr durch unsere Wahr-nehmung.

Im ‚Wort‘ wird das Bild einer besonderen Spaltung der Menschheit dargestellt, wenn nämlich beim Turmbau zu Babel eine Wortverwirrung über die Menschen kommt, weil diese durch die Errungenschaften ihres diesseitigen Denken und Handels glauben, den Sinn des Lebens zu erfahren.

So ist das auch bei den vielen Religionen: Das Wort verliert seine Einheit, gerät aus den Fugen. Jeder versteht unter den gleichen Worten etwas anderes. Damals entwickelte sich die Menschheit zurück und heute?

Die Menschheit lebt auf wissenschaftlich gestützter Basis, läuft aber jedem Wahn hinterher, seien es Mode, Schönheit oder Sport. In Demonstrationen wird der Mensch zum Messer- oder Stein schwingenden, brüllenden Primitiven, der seine Begehrlichkeiten durchsetzen will. Die vielen Gaffer, die sich am Elend anderer weiden und gar nicht wissen, was sie da tun. Die Geldgier kennt keine Grenzen, denn es gilt nicht das Wohl der Allgemeinheit, sondern lediglich das eigene. Reisen ohne Grenzen, um die primitive Kultur in die Welt zu tragen, Kinder schänden, mit Unterstützung der frommen Kirchenleute; überall Blut, Krieg und Spiele. Weltweit hungernde Menschen und andererseits maßloses Schlachten und Essen von allem was sich bewegt.

So ist die Welt minderwertig geworden. Das Wort bildet den Charakter des Menschen. In den ‚Sozialen Netzwerken‘ haben manche Menschen schon längst ihren Charakter verloren. So wird auch der Sinn der Sprache zerstört. Aber auch der fehlgeleitete Mensch ist im Wesen Mensch im Bilde Gottes.  Es braucht viel Geduld, um den edlen Kern unter dessen Hoffnungslosigkeit und Bösartigkeit zu finden.

Einerseits ist so mancher Mensch an geistiger Größe gewachsen, andererseits erscheint mancher  hier auf dieser Welt leichtsinnig und beschränkt. Deshalb braucht der Mensch hier Grenzen durch irdische Gesetze.

Mit dem Verlust des Wortes in den Sprachen geht auch die Erinnerung verloren. Mit dem Wort wird das Leben durch die Zeit getragen. Bei verstümmelten Worten und Geschichten kann Verwirrung nicht ausbleiben. Naht ein neuer Weltuntergang?

Das ganze Leben hier ist Gebet. Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Tat sind Teil des Gespräches.

Gehen wir bedacht damit um!

Ein bisschen Kabbala

Maler unbekannt

Wasser und Zeit

Die Bibel ist nicht nur ein Buch mit vielen Geschichten. Sie beinhaltet auch einen kabbalistischen Hintergrund, der oft nur den jüdischen Gelehrten bekannt ist. Doch dadurch eröffnen sich weitergehende Einsichten.

In der hebräischen Sprache hat jeder Buchstabe eine Schwingung, die in Zahlen ausgedrückt wird.

Selbstlaute a, e, i, o, u, werden nicht geschrieben, sondern lediglich durch Punkte ausgedrückt. Ändern sich die Punkte, ändert sich die Bedeutung.

Wasser heißt im Hebräischen = ‚majim‘ – mit dem Wortwert: Mem-Jod-Mem, 40-10-40. Mem מם ist der Buchstabe mit dem Namen ‚Wasser‘…das Fließende, Bewegende. Wasser und Mem verweisen damit auch auf den Begriff ‚Zeit‘. Sie schreitet unwiderruflich fort und löscht das Er-Leben des Augenblicks. Ertrinken in der Zeit und Ertrinken im Wasser sind eigentlich dasselbe. Deshalb wird Zeit immer mit der 40 oder mit 400 gemessen. So ging Moses nicht, wie geschrieben, 40 Jahre, sondern eine sehr lange Zeit durch die Wüste, die gar nicht benennbar ist.

Das Gehen durch diese Welt ist also wie ein Gehen durch Wasser und Zeit am 7. Tag.

Noah hatte damals die ‚teba‘, das Wort, um durch das Wasser hindurchzukommen. Sein Schiff schützte ihn davor, im Wasser zu versinken. Es ist also ‚das Wort Gottes‘, das die Menschen bewahren kann, in der Masse der Vielheit dieser Welt unterzugehen.

Da Jesus zum Bereich der Ewigkeit gehört, wurde er vom Wasser (der Zeit) getragen und konnte nicht darin versinken, als er darüber schritt. Dies Bild der Bibel zeigt uns, dass das Wort Gottes niemals untergehen wird.

Wenn der Mensch am 8. Tag nach der Jordan Überquerung die andere Welt erreicht hat (Bibel), entsteht ein neuer Zustand. Fluss oder Meer bedeuten in der Bibel immer eine Trennung zwischen Diesseits und Jenseits. Dann wird es keinen Gegensatz mehr zwischen Leben und Tod geben, wie am 7. Tag, in dem sich die Menschheit und das Hier und Jetzt befindet. Die 7 ist die Schlüsselzahl zu unserer dreidimensionalen Welt. Man sagt auch, sieben Seelen Gottes würden die Welt beleben: die materiell-physische, die vegetative, die animale, die mentale, die kausale, die göttlich-seelische und die göttlich-schöpferische. Dieselbe Aussage machte Paracelsus.

Es gibt viele Beispiele, bei denen die Zahl 7 eine große Rolle spielt. In der Bibel beispielsweise die sieben fetten und sieben mageren Jahre, Gott gab am Himmel das Zeichen seines Bundes mit Noah, den Regenbogen, der aus sieben Farben besteht. Sieben Wirbelknochen des Halses, sieben Töne einer Oktave, die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut ist, sieben Köpfe des Drachen in den Märchen, etc.

Wenn sich eine Fläche in der 3. Dimension offenbart, entsteht ein Würfel mit sieben Faktoren: sechs Flächen und dem 7. Faktor, dem Kubikinhalt.

In der Offenbarung des Johannes stellt er das Bild des ‚Neuen heiligen Jerusalems‘, das die Braut des Lammes ist, als einen Würfel dar. (Off. Joh. 21,16).

Zwischen dem 7. und 8. Tag liegt hier noch die Schwelle des Todes. Wer diese überschreitet, kommt in den 8. Tag. Das gilt nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für die ganze Welt.
Das ist der Sinn des ewigen Lebens in der kommenden Welt. Nur der, der durch den Tod gegangen ist, darf die Auferstehung feiern.

Ich, Jesus Christus, Gottessohn und Knecht

Gustav Doré 1832-1883

Romanfragment von Gisela Seidel

Dieser Teil ist meine eigene Auffassung der biblischen Geschichte und dient gewissen Fragen zum besseren Verständnis. Der Roman wird nicht fortgeführt.

Joh 1,1:
Im Anfang war das Wort,
und das Wort war bei Gott,
und das Wort war Gott.
Dieses war im Anfang bei Gott.
Alle Dinge sind durch dasselbe geworden,
und ohne das Wort ist auch nicht eines geworden,
das geworden ist.
In ihm war Leben,
und das Leben war das Licht für die Menschen.
Und das Licht scheint in der Finsternis,
und die Finsternis hat es nicht angenommen.

PROLOG

Wie ein Windhauch kam ich in diese Welt, um einen Sturm zu entfachen. Es galt den Plan des Vaters auszuführen, ihm und euch Menschen zu dienen, die ihr unsere Schöpfung seid. Wir konnten alljene, die einst ihrem eigenen Maß und Willen folgend, ungehorsam geworden waren, nicht in der Finsternis belassen, weil sie ein Teil von uns gewesen sind. Durch ihr Dunkelsein blieb auch ein Teil von uns dunkel und das schon über viele tausend Jahre lang. So ist es noch immer. Die Finsternis wartet darauf, erlöst zu werden.

Aus unserem Geist erschaffen, hatten die Menschen in ihrer Bewusstlosigkeit ihre Gotteskindschaft völlig vergessen. Das war die geistige Finsternis, in der kein Licht zu ihnen dringen konnte.

Sie hatten ihre Lichtkörper verhärtet und dunkel gemacht. Ihr Geisteslicht war umgeben von harten Schalen, die immer fester und dichter wurden. Dem Eis glichen sie, das verhärtet und kalt nicht mehr das Fließen kennt und alle positiven Aspekte verloren hat. Befruchtend und lebendig seid ihr einst aus der göttlichen Quelle entsprungen. Die Kälte und Härte eures Wesens machte euch brüchig und brachte den Tod.

Wir müssen euch erinnern, dass in euch ein göttliches Licht schlummert, damit ihr die Schalen um euch zerbrecht. Das höhere Bewusstsein ist die Erinnerung an eure Urkraft, an den Ursprung, an das Zuhause, das ihr einst verlassen musstet, als ihr euch gegen mich stelltet.

Wenn diese Erinnerung nicht wäre, die Erinnerung an die göttliche Kraft in euch Menschen, auch wenn diese Macht noch gebunden ist und ihr unfähig seid, sie in eurer Körperlichkeit anzuwenden, wie könnte aus Eis je wieder Wasser werden?

Ihr alle tragt in eurer Erstarrung das Wissen und die Macht der Erlösung in euch. In eurem beengten Bewusstsein und der eingeschränkten Sichtweise, die ihr habt, seht ihr euch als begrenzte Wesen. Dann nämlich herrscht euer Körper über den Geist und wird Herr eurer Seele. Dadurch erschafft ihr eure Krankheiten und euer Unglück und werdet überwältigt von eurer Körperlichkeit, die an Stelle eures Geistes regiert. Es überwältigen euch der Zorn, der Hass, die Wut, die Angst – ihr seid dann „außer euch“ und Satan ist in euch. 

Ihr müsst wieder ein fließender Strom des lebendigen Wassers werden, das auch in der Abgesondertheit und Beschränktheit und Erstarrung dennoch alle Macht und alles Wissen um diese Macht besitzt. Ihr selbst müsst das Eis zum Schmelzen bringen und die Macht des Winters und der Dunkelheit brechen. Indem ihr euch selbst aus der Starre erlöst, erlöst ihr auch die anderen.

So wie ihr, sind alle erschaffenen Wesen und Dinge in ihren vielen Formen nur vorübergehende Erscheinungen. Das Wiedererinnern wird all diese Formen zerbrechen und zu ihrem wahren Selbst zurückführen. Die Welt und alles, was darin zu finden ist, ist erstarrter Geist. Die Erstarrung wird sich lösen und vergehen. Das ist ein langwieriger Prozess.

Erkenntnis will ich euch bringen. Brücken schlagen zwischen den Bewusstseinswelten und euer Erinnern wecken. Dadurch findet ihr zurück und werdet aus der Welt der Materie das Erkennen eures göttlichen Selbst mitbringen, das sich an vielen Erfahrungen, Formen und Zuständen veredelt hat.

Aus den Elementen der Erde erschaffen, als ungeschliffene Edelsteine verhärtet, seid ihr in die Welt der Vielfalt gezogen, als glänzende Diamanten werdet ihr einst nach Hause zurückkehren.

Mose 1,26:
Und Gott sprach:
„Lasset uns Menschen machen,
nach unserem Bilde, uns ähnlich.“

Die Schöpfung der Welten, Geister und Menschen

Jenseits von Raum und Zeit entsprang die Quelle des Seins. Am Anfang war das Wort. Schon vor dem Wort war Gott. Gott hat keinen Anfang. Er WAR, IST und wird immer SEIN.
Lange bevor ich mit Namen Jehoshua (Jesus) in die materielle Welt geboren wurde, existierte ich bereits als Bild vom ewigen Menschen in meines Vaters Urgeist, der mich schuf und in sich trug seit Äonen von Ewigkeiten. Ich bin Teil des allmächtigen Gottes und erschaffe durch ihn. Mir, dem Gott gleichen Geist, unterstanden alle nach mir erschaffenen Geister und Kräfte. Alle dienten der Harmonie des reinen Ur-Geistes, der Vater und gleichzeitig Mutter aller Dinge ist. Dieses Prinzip vereint sich auch in mir.

So war ich als Christus der Erste vor allen anderen und besitze dies Erstrecht in allem, als Gottes einzig erschaffener Sohn. Der Vater und ich sind EINS, wir zusammen sind vereint im Heiligen Geist des reinsten Bewusstseins. Die reinen Energien, die wir schufen, dienen uns und euch zur Freude und dem Universum zur Ordnung. So vermehrten sich, in für Menschen unvorstellbar langen Zeiträumen, Engelwesen, die, gleichzeitig männlich und weiblich, die himmlischen Familien, Völkerschaften und Hierarchien – Chöre genannt – bildeten.
Hinzu kamen die „himmlischen Heerscharen“, die in den Schriften erwähnt sind. Euch Menschen begegnen sie als elementare Kräfte, in Wasser, Luft und Licht, aber auch in der Materie walten sie nach unserem Willen.
Das alles entstand durch mich, denn ich wirke durch meinen Vater. Jedes Geschöpf hat ewiges Leben, durch den Lichtfunken, den allein der Vater geben kann.
Der erste und höchste von mir erschaffene Geist war Luzifer, der „Lichtträger“. Er war der schönste und größte Engel im Himmel. Er zählte zu den Engelfürsten, die nach und nach durch mich ins Dasein traten. Insgesamt waren es sechs.
Als die Zahl der Engel ins Unermessliche wuchs, gab Gottvater mir die Führung über die Geister und salbte mich, den Messias, als den Herrscher über die Welten und König in Ewigkeit, den alle Geistwesen gehorsam dienen und anerkennen sollten.
Äonen von Jahre hindurch blieb die Harmonie der himmlischen Sphären erhalten, bis erste Misstöne durch Luzifer die Klänge verdarben, die sich mir in Form von Neid und Missgunst entgegenstellten. Er trachtete nach meinem Herrscherthron, wollte auch Schöpfer sein und begann mit vielen Engeln gegen mich zu handeln. Er wollte mir, dem geistigen Menschen, Adam Kadmon, nicht mehr dienen.
Wo wir zuvor nahezu im Gleichklang miteinander waren, wurde nun die Disharmonie lauter und lauter und drang durch alle Sphären, bis schließlich ein Großteil der Geisterwelt der Aufforderung Luzifers folgte und sich ihm anschloss, als er gegen mich rebellierte.
Gott blieb nichts anderes übrig, als Luzifer und sein Gefolge abzuspalten, weil er die Harmonie und die Liebe zerstört hätte, die im himmlischen Paradies Glückseligkeiten schafft. Der einst „strahlende Morgenstern“ verlor seinen Glanz und wurde mitsamt seiner Gefolgschaft in die Sphären der Finsternis verbannt, wo sie in ärgster Bedrängnis weiter existieren mussten.
Luzifer hatte viele Milliarden Lichtwesen mit sich in den Abgrund gezogen, und nachdem sein Aufstand niedergeschmettert worden war, blieben die guten Geister bestürzt zurück. Himmlische Gemeinschaften waren zerstört, die geistigen Familien getrennt. Auf den ursprünglichen Plätzen der Verbannten lagen dunkle Schatten.

Tiefgreifend hatte sich der Himmel verändert. Alle waren voller Trauer und hatten Mitleid mit den Gestürzten, doch der grauenhafte Kampf, der mit Flammenschwertern und geistigem Feuer gewonnen war, blieb allen ein Trauma. Ich selbst sah Luzifer, mein Geschöpf, wie einen Blitz vom Himmel fallen. Er riss alle mit sich in die Tiefe, Legionen und Fürsten, die ihm gefolgt waren, Millionen und Abermillionen von Wesen.
Michael, einer der treuen, führenden Erzengel, der meinem Wesen sehr ähnlich ist, geleitete die Gestürzten in die von Gott entfernteste aller Welten, in der tiefste Finsternis herrscht. Die Geistwesen verloren ihre Lichtkörper und verdunkelten sich. Ihr Wesen veränderte sich und die Disharmonie zu Gott verwandelte auch ihre Erscheinung in Hässlichkeit. Doch das Schlimmste war die geistige Dunkelheit, die sie erfüllte, die den göttlichen Funken, der in ihnen ist, schließlich ganz verfinsterte.
In dieser düsteren Stätte, fernab von den himmlischen Herrlichkeiten, herrschte Wut, Hass, Angst und Geschrei. Die Gestürzten zürnten Gottvater und mir, weil wir die Entwicklung nicht verhindert hatten, doch genauso verfluchten sie Luzifer, der nun seine Macht an denen ausließ, die ihm geblieben waren.
Es ist nicht unser Ansinnen, in einen laufenden Prozess einzugreifen oder ihn gar zu verhindern. Wir lassen allem die völlige Freiheit. Jedoch versuchen wir das Resultat zum Guten zu wenden und das Geschehene durch Führung zu erlösen.
Nach und nach verloren die Gefallenen ihr göttliches Bewusstsein und wurden zu geistig Toten. Ihre Lichtkörper waren dunkel und verhärteten sich. Sie verloren all ihre feinstoffliche Schönheit und spiegelten auch äußerlich das Missklingende ihrer Wesen wider. Je tiefer der Sturz, umso dunkler war nun der geistige Leib. Alle guten Eigenschaften, die ein Lichtwesen zuvor ausgemacht hatte, gingen verloren: Herzenswärme, Freundlichkeit, Frohsinn, Freude, Glücksempfinden, Harmonie und die Liebe. Sie wandelten sich ins Gegenteil. Ihr geistiges Licht war nahezu erloschen. Sie verloren das Gedächtnis und wussten nichts mehr von der Herrlichkeit, in der sie früher gelebt hatten. Sie existierten zwar weiter, aber als geistig Tote und waren für unsere himmlische Welt verloren.

Dennoch unterlag der Scheol der göttlichen Ordnung. Engel wachten darüber und grenzten Luzifers Machtbefugnisse ein.
Das Totenreich wurde in unterschiedliche Stufen unterteilt, die Schuldigen gerichtet und nach ihren Verschuldungen den entsprechenden Stufen zugewiesen. Dort gab es ein ewig langes Verweilen in Unseligkeit, Leiden und Verzweiflung, denn die Gottesferne ist wie ein brennendes Feuer. Je dunkler der Geistleib, desto schmerzlicher brennt der Lichtfunken, der niemals erlischt. Je nach Einsicht der Wesen bestand jedoch die Möglichkeit, innerhalb der Hölle in Besserungsstufen aufzusteigen.
Unter den Gefallenen waren Mitläufer und Anführer, Aktive und Passive. Gottvater wollte in seiner Liebe und Güte für die Reuefähigen eine Möglichkeit schaffen, zurück in die himmlischen Sphären zu gelangen. Doch ihr Bewusstsein war nicht mehr rein und musste eine lange Phase der Reinigung durchlaufen. Dafür sollte eine entsprechende Welt erschaffen werden. Diese vorübergehende Heimat sollte eine Stätte sein, die unseren Weisungen unterstand. Ein Schulungsort sollte entstehen, der dem himmlischen Paradies glich, jedoch mit festen Grenzen, die die Engel bewachten. Die Rückkehr von diesem Ort in die himmlischen Sphären sollte stufenweise erfolgen und war lediglich an eine einzige Bedingung geknüpft: Gehorsam gegenüber Gott, was auch bedeutete, dass die Geistwesen mich als ihren Herrn anerkennen mussten.

Das Paradies im göttlichen Bereich, war die Ebene der Wahrheit Gottes, die EINS ist. Auf dieser Ebene gibt es weder Gegensätze noch Raum und Zeit. Alles schwingt in völliger Klanggleichheit. Auf der Erde hingegen, wie wir die neue, materielle Stätte nannten, herrscht die ZWEI-Teilung, in der sich die Einheit Gottes im Zeitlichen manifestieren kann.

Und Gott, der Urgeist, sprach und aus dem Klang seiner zehn Schöpfungsworte formte er durch die „himmlischen Heerscharen“, Licht/Feuer, Wasser, Luft und Erde, das Universum. Gleichzeitig lag in jeder der einzelnen Schöpfungstaten die ZWEIheit. Das bestimmende Prinzip dieses Dualismus war männlich und weiblich, Licht und Wasser, hatte eine rechte und linke Seite, eine aktive und eine passive.
So wurde inmitten dieses unendlichen Raumes der Planet „Erde“ erschaffen, darauf der „Garten Eden“, über dem der göttliche Geist schwebte und die natürlichen und kosmischen Gesetze in Gang setzte, die eine fortwährende Entwicklung innerhalb ihrer Grenzen ermöglichten. Doch die Polarität war als Schatten des Abfalls geblieben und trennte die Welten in Diesseits und Jenseits, mit dem „Baum des Lebens“ darin, als Symbol für das Sein und Werden. Das Werden aber, das sich vom Sein abgetrennt hat, wurde Symbol für den „Baum der Erkenntnis“.

Nur wer die Einheit des Eins-Seins und des Eins-Werdens erkennen kann, kann auch die gemeinsamen Wurzeln dieser Bäume erkennen.

Mahnend ließ Gott diese in den Garten Eden pflanzen, die davor warnen sollten, dem Geist, der stets verneint, zu folgen. Ich war Luzifer gegensätzlich, wie das Sein dem Werden. Satan glaubte, nur durch seine eigenen Schöpfungen Sinnvolles schaffen zu können und hinderte die ihm folgenden Geister daran, sich an Gott und die Glückseligkeiten des ewigen Lebens zu erinnern. Jeder, der den Weg des Werdens, der Entwicklung, geht, nimmt die Frucht vom Baum der Erkenntnis. Gott gab den Menschen dazu die Willensfreiheit, doch er beschwor sie eindringlich, nicht von der Frucht zu nehmen, denn dann wäre der paradiesische Zustand dahin und das würde den Tod mit sich bringen, als das Gegenteil des Lebens und die Zweiheit würde auch hier Einkehr halten.
Der Geistmensch, der ursprünglich mit Gott und mit allem Geistlichen in Beziehung steht, über die Hellsicht verfügt und Gewalt über physikalische Vorgänge hat, würde dies alles verlieren, sobald er der Polarität unterworfen ist. Ihm, der geistig einst das ganze Weltall in Zeit und Raum erfüllte, würde alles fremd, feindlich und als für ihn verschlossen empfinden. Das einstige Lichtwesen würde den Schlüssel zum Zugang zu seiner Ur-Quelle verlieren, welchen er im Sinne der Erfüllung seines Daseins grundlegend besitzt, wenn es als Mensch den Weg der Entwicklung betritt.

Von nun an gab es die ZWEIseitigkeit der Schöpfung, als männlich und weiblich, als Verborgenheit und Erscheinung, als unfassbar und fassbar, kausal und a-kausal, als Sein und Werden.

Der Geist eines einstigen Himmelsfürsten aus der obersten Stufe des Totenreiches war ausgesucht. Er inkarnierte im Garten Eden in den ersten erschaffenen Menschenleib. Um in der Erd-Atmosphäre leben zu können, musste er einen materiellen Körper erhalten, der alle Bestandteile der vier Elemente in sich trug. Fortan wurde er Adam „ich gleiche“ genannt, weil er mir, dem geistigen Menschen „Adam Kadmon“ glich.

Er erhielt nicht nur einen Körper, aus Erde geformt, sondern eine Seele aus dem Geist Gottes, vom Geist bewirktes Talent, Charakter, Wille und einen instinktiven Lebenstrieb. So sind die Instinkte dem Körperlichen verbunden, wobei die Seele aus dem Geist Gottes mit der Göttlichen verbunden ist.

Von Engeln wurde Adam in die paradiesische Ebene hineingeführt. Sie zeigten ihm die Grenzen des Reiches und hielten ihn an, die göttlichen Weisungen einzuhalten und alle Tiere und Vögel mit Namen zu versehen. Gott machte die mögliche Rückkehr der Gefallenen allein von Adams Gehorsam abhängig. So war er zum Prüfstein geworden.

Gott allein hatte den Überblick über den ganzen Garten, der in einer riesigen Fläche zwischen den Flüssen Euphrat und Tigris lag. Wo zu Beginn der Schöpfung das Licht im Vordergrund gestanden hatte, war der irdische Charakter nun vom Wasser bestimmt.

Auf geistiger Ebene stand Adam anfangs noch in ständiger Verbindung mit Gott, der von nun an sein HERR war. Die heiligen Geister, die ihn unterwiesen und vor Luzifer warnten, der mit Geistesmacht versuchte, in diese Sphäre einzudringen, waren stets zugegen.

Die Engel Gottes mahnten Adam zur Vorsicht, denn Luzifer und seine Helfer würden auch in ihn einzudringen versuchen, um ihn zu beeinflussen und fehlzuleiten. Er müsse sich entscheiden, ob er Gottes Stimme oder der von Luzifer folgen wollte. Das war die Prüfung: Er sollte dem göttlichen Willen folgen und die Harmonie der Welten wiederherstellen.
Nach einer langen Zeit des Alleinseins in der Abgeschiedenheit, die Adam zusammen mit den Tieren verlebte, wurde er betrübt, denn er vermisste eine andere Seele, die ihm ähnlich war. Da kein Mensch allein sein sollte, wurde aus dem Urgeist Adams, dem noch das männliche und weibliche Prinzip innewohnte, schon vor der Erschaffung der materiellen Ebene der größte Teil des Weiblichen abgespalten und dafür ein passender Körper erschaffen. In Adam blieb allein der Großteil des Männlichen zurück.

„Die Männin“, war fortan die Gefährtin an Adams Seite und sie fühlten sich einander verbunden, als seien sie ein Leib und eine Seele und ein gemeinsamer Geist. Sie durchstreiften zusammen den Garten, und solange sie mit Gott und somit auch mit sich selbst in Einklang waren und sich an dessen Weisungen hielten, waren Liebe, Harmonie und Frieden mit ihnen. Es wurde ihnen zur Aufgabe gemacht, den Garten zu behüten und zu bebauen und das Wesen der ZWEIheit nicht in sich aufzunehmen, sondern die Harmonie aus der Zeit vor der ZWEImachung wiederherzustellen.

Die Kraft des Erkennens von Gut und Böse, welches im Bild des Baumes der Erkenntnis vermittelt worden ist, sollte nur Gott vorbehalten bleiben, weil nur er die globale Sicht über alle Dinge hat, wie sie der Mensch nicht haben kann. Gott wollte mittels dieser Kraft das Leben der Vielfalt erhalten. Diese Kraft trotzdem zu verwenden, würde den Sinn der Erschaffung des Menschen zunichte machen, weil das menschliche Ego dem negativen Einfluss der luziferischen Kraft folgen würde, genau wie vor dem Engelsturz. Durch den Einfluss dieser Mächte würden den Menschen die Sinne für die äußere Welt geöffnet und zugleich ihre sinnlichen Begierden geweckt.

Hier auf Erden besteht die EINS aus einer Doppelgestalt, die in sich selbst ruht und im Gleichgewicht ist. Dieses EINSsein – die Harmonie, der Gleichklang – kann hier jedoch nur bestehen, wenn es sich spiegeln kann – die Welt der EINheit in der Welt der ZWEIheit. Nur so kann der höchstmögliche Glückszustand gebildet werden – eine Erinnerung an die Glückseligkeit der himmlischen Sphären.

1. Mose 3,22:
Und Gott der Herr sprach:
„Siehe, der Mensch ist geworden wie unsereiner,
dass er weiß, was gut und böse ist.
Nun aber, dass er nur nicht seine Hand ausstrecke
und auch von dem Baume des Lebens breche
und ewig lebe!“

Der Sündenfall

Gott erschuf die Welt, weil er das Leid der Gefallenen mildern wollte. Er dachte, dieses Geschenk würde die Menschen erinnern und beglücken. Das ist der Sinn der ganzen Schöpfung. Aber die Menschen nahmen dieses Geschenk nicht an.
Wir schufen dieses Universum und die Erde aus Liebe und gaben den gefallenen Geistern die Möglichkeit, aus Liebe zu Gott zurückzukehren. Der Mensch wurde geschaffen nach Gottes Bild und Gleichnis, mit dem Lichtfunken und den Ur-Eigenschaften der EINheit in sich, Mann und Frau als ein Wesen.

Die ersten Menschen konnten den Sinn ihres Daseins nicht erkennen. Ihre Erinnerung war nahezu ausgelöscht. Sie kannten auch das Leid der Verlassenheit in der Welt der Fülle noch nicht, die erlöst und zum Ursprung zurückgebracht werden will. Der Mensch sollte selbst das Verlangen zur Aufhebung der Trennung und der Dualität entwickeln. Erst in dieser Situation würde er begreifen, wie sehr wir, die wir selbst die Trennung entstehen ließen, und die Welt erschufen, das Ende des Prozesses der Wiedervereinigung mit den abgespalteten Sphären herbeisehnten.

Als der Mensch in männlich und weiblich geteilt wurde, sollte seine Sehnsucht nach dem EINS-werden erwachen und dieses Sehnen sollte sich auf alle Stufen, bis hin zu Gott, ausweiten.

Mit der Zeit kannte das erste Menschenpaar jeden Winkel des Paradieses, und sie ließen sich in der Nähe des Euphrats nieder, der einer der vier Flussarme des Stromes war, der den Garten bewässerte.

Adam, der als Geistgeschöpf in der alltäglichen Wahrnehmung die Zeit bisher nicht empfunden hatte, trug nun schwer an der Eigenschaft der Wasser-Seite des Weltlichen, an ihrer Trägheit, die die irdische Zeitdauer beherrscht, gemessen an der überirdischen Geschwindigkeit des Lichts.

Zum ersten Mal fühlte Adam seine Halbheit und das Verlangen nach Vereinigung mit seiner anderen, weiblichen Hälfte. Beide suchen die Verbindung, doch bald schon mussten sie einsehen, dass diese nur noch im Körperlichen stattfinden kann. Die Seele kann keine stabile Brücke mehr bauen und mit dem Körper eine dauerhaft harmonische Einheit bilden. Sie merkten, dass der Körper eigene Wege geht. So fühlten sie zum ersten Mal das Leid der Trennung.
Adam wurde sich nun seines Versagens bewusst. Schon auf der Ebene der EINS hatte er nicht verstanden, dass er das, was getrennt ist, auf der Ebene der Polarität nicht zum Ursprung zurückführen konnte.

So suchte Adam, als männlicher Teil der einstigen Einheit des geistigen Menschen, auch weiterhin nach einer Möglichkeit, das Wesentliche, Göttliche, anzustreben. Die Frau aber bildete mit ihrem Wahrnehmungsvermögen den mehr auf den Körper ausgerichteten sinnlichen Teil.

Beide trugen die naturbedingte Anlage zur Fortpflanzung in sich, was das tierische, instinktive Verhalten erweckte. Diese neue Eigenschaft war ihrem geistigen Ursprung völlig wesensfremd. Diese Kraft, sich weiter fortzupflanzen, war ihnen gegeben, um den gefallenen Geistern, durch das Eingeboren werden ins Fleisch, die Möglichkeit zu geben, sich auf Erden weiter zu entfalten, um geläutert die Stufen des Totenreiches aufzusteigen und später nach Hause zurückzukehren.
Dieser Fortpflanzungswille trug jedoch die Kraft der Entwicklung in sich, welche sich unentwegt ausbreiten will, ohne stillzustehen. In dieser Fülle verbirgt sich die Kraft der ZWEIheit. Hier kann das Tierische zur größten Entfaltung kommen.
Das wusste auch Luzifer. Für ihn steht das Symbol der listigen Schlange, die, zunächst lautlos über die Erde gleitend, urplötzlich zustößt und dem Menschen eine Entscheidung zwischen gut und böse abverlangt. Die Schlange ist das Tier, das der Materie am Nächsten ist, weil es durch den Staub des Erdbodens kriecht.

Luzifer, der mir im himmlischen Bereich nach meinem Thron getrachtet hatte, nahm nun die Gelegenheit wahr, diesen Messias-Thron auf Erden zu besetzen. Er bot den Menschen und den ihm untergebenen Dämonen ein Königreich auf dieser Welt, das Reich der nicht endenden Fülle und Entwicklung. Und dies machte er den ersten Menschen zum Angebot.

Die Frau geht, aufgrund ihrer Wahrnehmung und Sinnlichkeit, zuerst darauf ein. Der körperliche Messias hat viel zu bieten! Er zeigt ihr den Weg der Selbstständigkeit, den Weg der Sinnbefriedigung und des Genusses, auch auf materiellem und verstandesmäßigem Gebiet. Die Frau ergriff die Initiative; Adam folgte bereitwillig nach. So war die Frucht vom Baum der Erkenntnis des Guten und des Bösen genommen.

Das geteilte Ebenbild Gottes konnte als Mann und Frau körperlich eigene Wege gehen. Für die Seele war dies ein Verirren, eine Abwendung von Gott. Über die Seele erkrankte der Körper, weil täglich ein Balanceakt zu vollziehen war, um sich nicht gänzlich in dieser Vielfalt zu verlieren, aus der es kein Zurück geben kann, nur ein stetiges Wachsen und Weitergehen.

Doch diese Möglichkeit der Umkehr, zurück zur EINheit, hatten wir, die Entwicklung voraussehend, schon bedacht, damit der Mensch nicht ganz verloren geht. Das würde er nämlich auf dem Weg „der Schlange“, denn der führt unweigerlich in den Untergang.

Der „Herr dieser Welt“ bietet den Menschen an, selbst zu erschaffen. Satan will die Welt von Gott befreien und verspricht die Erlösung nach weltlichen Maßstäben. Dies steht im Gegensatz zur Rückkehr in die höheren, geistigen Welten, was reinstes, höheres Bewusstsein voraussetzt. Erst, wenn der Mensch sich die Existenz dieser höheren, anderen Welt wie-der bewusst gemacht hat, wird er einsehen können, dass der Weg der Schlange nicht der richtige sein kann. Denn alles, was die Welt der Materie zu bieten hat, ist vergänglich. Nichts davon hat Bestand, nichts wird die Zeiten überdauern, genauso wenig der Mensch.
Satan will verhindern, dass sich die Menschen an Gott und mich, als den wahren Messias erinnern. Dadurch werden sie nach ihrem Tod immer wieder in sein Reich zurückkehren müssen, aus der es damals noch kein Entrinnen geben konnte. Deshalb glaubten die Menschen an einen fernen Tag der Wiederauferstehung und erlebten die Zwischenzeiten in der Jenseitswelt teilweise in völliger Bewusstlosigkeit. Erst langsam bildete sich ein Seelenkörper, der sie diese Zeit bewusst erleben ließ und der alle Persönlichkeiten der früheren Erdenleben in sich barg.

Als die ersten Menschen die Früchte des Baumes der Erkenntnis aßen, war dies ein Sinnbild dafür, dass sie sich die ganze Welt verinnerlichen sollten. Sie sollte ein Teil von ihnen werden. Das Wesen des Guten und Bösen hingegen, sollten sie nicht in sich aufnehmen. Adam sollte die Gefallenen durch die von Gott gegebene Schöpfung zum Ursprung zurückführen. Der Mensch sollte allen Dingen auf den Grund gehen, das Wesentliche betrachten und nicht nur nach dem Äußeren urteilen. Dazu war er nicht fähig, sondern nur Gott.

Gott wollte den Menschen das höchste Glück schenken. Er schuf sie nicht, um sie zu bestrafen oder durch eine nicht zu erfüllende Weisung zu Fall zu bringen.
Der Garten Eden war ein Ort, an dem Adam und Eva leben konnten, solange sie die Kraft der ZWEIheit nicht in sich aufgenommen hatten. Sie wählten für sich den Weg der scheinbaren Freiheit, den Weg der Entwicklung, der auf den Gegensätzen basierte. Dieser brachte dem Leben den Tod. So zeigte es das Bild der ZWEIheit. Etwas anderes konnten die Menschen nicht mehr wahrnehmen. Mit ihrer Wahl kam das moralische Übel in die Welt.
Hätte der Mensch die ZWEIheit nicht in sich aufgenommen, würde er zwischen Leben und Tod keinen Unterschied sehen. Leben wäre für ihn das Erscheinen in der materiellen Welt, das jedoch im Ursprung wurzelt. Alles, was ihm im Leben widerfährt, würde er damit verbinden. Der Tod wäre dann nur ein Fortgehen aus der Welt der Erscheinung und eine Rückkehr zum Ursprung, nach Hause.
Die paradiesischen Zustände gingen für Adam und Eva mit dem Essen der Frucht und der Annahme der ZWEIheit verloren. Ihre Gier vertrieb sie aus dem Garten.
Es inkarnierten nun viele der gefallenen Geister in menschliche Körper, überall auf der Welt, in unterschiedlichen Rassen, die von den ehemaligen Himmelsfürsten bestimmt waren.
Die Menschen hatten ihre körperlichen Augen für die Dinge der Welt geöffnet und verschlossen ihre inneren Augen für die geistigen Dinge. Adam und Eva wollten sich verbergen vor Gott, sich lösen von ihm und bemerkten gleichzeitig die Nacktheit, die Verwundbarkeit Ihrer Körper, die sich unbeherrscht gaben und ihren eigenen Weg gehen wollten.
Der Weg des Menschen stand von nun an im Widerspruch zum Sinn seines Erscheinens in der Welt. Der Weg zurück war ihm versperrt. Er fand sich in einer fühlbar anderen Welt wieder und musste gezwungenermaßen alle negativen Dinge des Lebens und der Körperlichkeit kennenlernen.
Von nun an musste er den Weg durch die Zeit gehen, und erst, wenn er diesen, für ihn scheinbar unendlich langen Weg gegangen ist, wird er ins himmlische Paradies zurückkehren können.

Das Erscheinen in der Welt

Es war eine dunkle Zeit, in die ich hineingeboren wurde. Eine Welt voller Grausamkeiten, in der das jüdische Hohepriestertum neben dem römischen Imperium regierte, lange nachdem Ägypten endgültig seine Unabhängigkeit in der antiken Welt verloren hatte.

Kurz vor meiner Geburt erhielt der römische Kaiser Augustus den Titel Pater patriae, was bedeutet „Vater des Vaterlandes“. Augustus, von dem man sagte, dass er stets als Sohn seines vergöttlichten Vaters Cäsar auftrat, ging damals neue Wege. Der Kaiser, der sich als Herrscher über die Ostprovinzen üblicherweise in religiöser Verehrung anbeten ließ, verbot sämtliche Kulthandlungen, die sich rein auf ihn als Person bezogen.

Er wollte das Finanzwesen reformieren, was ihn veranlasste, die Provinzen des römischen Herrschaftsgebietes einer gründlichen Steuerprüfung zu unterziehen. Dies geschah, als Quintilius Varus Proconsul in Syrien war. Für die jüdische Bevölkerung war der ihnen auferlegte Zensus ein Gräuel, weil die Abgabe ihre Freiheiten beschnitt und die römische Staatskasse füllte. So nahm der damals im Dienste des Varus stehende Quirinus die 1. Zählung in Syrien und Palästina vor. Eine 2. folgte zehn Jahre nach dem Tod des Herodes, nachdem dessen Sohn Archelaus verbannt worden war. Quirinus übernahm als Nachfolger des Varus die Stadthalterei Syriens und musste nun Judäa in eine Provinz des römischen Reiches umwandeln. Das Volk, das bereits lange unter dem Druck der Herodes Herrschaft gelitten hatte, der sich die römische Oberherrschaft in der Provinz zu Nutzen machte, sah sich nunmehr einer noch viel stärkeren Macht und Willkür ausgesetzt. Das römische Joch wurde rücksichtslos auf die Bevölkerung gelegt, um es zu erniedrigen und Befehlsgewalt auszuüben.

Das Judentum erwartete sehnsüchtig den in den alten Schriften angekündigten Messias, der sie aus dieser Unterdrückung befreien sollte. Der Heiland, den sich die Hohenpriester erhofften, war ein weltlicher Messias, der ihnen ein Leben in Fülle erstreiten sollte. Sie merkten gar nicht, wie sehr sie sich durch ihr Begehren dem „Herrn der Welt“ geöffnet und ihre Seelen dem Geistlichen verschlossen hatten.

Gott lenkt das Geschick der Menschheit, auch wenn es im Weltlichen wie ein zufälliges Ereignis aussehen mag. So waren Ort und Zeitpunkt meiner Geburt lange vorherbestimmt. Die alten Propheten schrieben davon. Im Buch Jesaja war ich als Gottesknecht angekündigt, der viele Völker in Erstaunen versetzen und die Könige dieser Welt zum Schweigen bringen sollte. Denn wie Regen und Schnee vom Himmel herabkommen und nicht in der gleichen Form wieder zurückkehren, sondern zuvor die Erde tränken und nähren, dass sie fruchtbar wird, so sollte in den Menschen durch mich eine Saat gelegt werden, die sich zu Korn und schließlich in Brot verwandeln sollte. Denn die Menschen lebten vom Brot des Himmels, doch es war ihnen nicht mehr bewusst. Ich hatte eine Entwicklung in Gang zu setzen, die langzeitig wirkt und einen Wandel in den Köpfen und Herzen der Menschen herbeiführt.

Die Welt drohte unter dem Einfluss des Bösen zu verderben. Mich zürnte die menschliche Habgier und Schuld dieser Lügenbrut, die nur Machtdenken und Hass in sich hatte. Sie lästerten Gott und dienten ihren Götzen wie damals vor der Sintflut. Ihre Sinne waren für das Göttliche verschlossen, ihre Gebete Lippenbekenntnisse, denn sie sahen nur das Äußere und hielten es für gut. Wenn die Pharisäer und Schriftgelehrten mit erhabenem Gang und Faltenwurf im Gewand mit aufgesetzter Frömmigkeit prahlten, beugte sich das Volk ehrfürchtig und ängstlich. Wie gesäuertes Brot blähten die Priester sich auf und machten sich wichtig durch falsche Lehren und nahmen den Menschen die Wahrheit, dass Gott das Wort ist und nicht sie.

Als ich Mose vor Urzeiten zum Berg Sinai geleitete, ging ich selbst ihm als Engel voran. Nun sollte ein anderer Engel meine Ankunft verkündigen. Mit meiner Geburt sollte das Ewige dem Vergänglichen begegnen. In Johannes war der Engel geboren, der diesen Bund betreuen sollte. Er sollte meiner Geburt und mir vorausgehen. Dem Zacharias und seiner Frau Elisabeth, die von ihrem Alter her keine Kinder mehr bekommen konnte, wurde die himmlische Gnade einer Schwangerschaft zuteil, welche der Engel Gabriel angekündigt hatte. Ihr Sohn trug bereits im Mutterleib das Erkennen dieser Gnade in sich, denn er kam in Gott gereift zur Welt, in ihm Elias Geist.

Ein halbes Jahr später wurde Maria (hebräisch Mirjam) aus Nazareth in Galiläa dieselbe Gnade zuteil. Meine Mutter war damals eine junge Frau von 12 Jahren, die verlobt war mit Joseph, einem Zimmermann und Baumeister. Der Engel Gabriel offenbarte auch ihr in einer Vision eine Schwangerschaft und kündigte an, dass ihr etwas noch nie Dagewesenes widerfahren würde.
„Begnadete, der Herr sei mit dir. Du hast Gnade gefunden bei Gott!“, wurde Maria von Gabriel begrüßt, als er seine Botschaft überbrachte.
Kein Mann würde ihr beiwohnen, sondern der Heilige Geist würde ihr ein Kind in den Schoß legen, einen Sohn.

Nichts Berechenbares, sondern etwas Außergewöhnliches war ihr als Geschenk überreicht worden. Das im weltlichen Sinne Unmögliche sollte an ihr geschehen. Der „Sohn Gottes“ wollte im menschlichen Fleisch geboren werden, um die Menschheit und die im Totenreich Gefangenen zu erlösen. Im Zeichen der Jungfrau sollte der neue Mensch und die neue Welt entstehen. Die Welt sollte nicht schwanger sein durch die Materie, sondern allein durch die Zeugung des Heiligen Geistes. Das sollte die Menschen zu ihrer Bestimmung zurückführen, und das aus dieser Zeugung Entstehende sollte ewig sein.

Ohne Erbarmen und Gnade konnte die Erlösung nicht stattfinden. Mirjams Name trug dies als Zeichen in sich. Er machte deutlich, dass sie nur durch dies Erbarmen imstande sein würde, allen Schmerz und alle Bitterkeit ihres Schicksals zu ertragen.

Die Prophezeiungen der alten Schriften erfüllten sich. Der Messias sollte aus einem Sohn des Stammes David hervorgehen. Zu diesen Nachfahren des israelitischen Königs David gehörte Joseph, der im bereits betagten Alter mit Maria verlobt war.

Als nun die Zeit anbrach, in der Maria gebären sollte, begann ihr 13. Lebensjahr. Nun war die Zeit reif für die Geburt des Erlösers, denn alles Übernatürliche, Geheimnisvolle, aus der göttlichen EINheit stammende, trägt im Hebräischen die Zahlen 5, 8 und 13 als Zeichen.