Inspiration

Wiese mit Schmetterlingen – Olga Wisinger-Florian (1844-1926)

„Was nützt es dir, wenn du alle Schätze der Welt gewinnst und dabei Schaden nähmest an deiner Seele?!“ sagte uns Christus.

Das bedeutet, dass wir trotz eines äußeren Verlustes ALLES haben. Selbst bei Verlust unseres Lebens würden wir es nicht verlieren. Den Körper kann man töten, aber nicht die Seele.

Menschen behüten ihre Habseligkeiten im Außen, müssen aber vielmehr Hüter ihrer Seele sein. Dieses ‚Ich bin‘ in jedem Menschen ist für andere unsichtbar und bleibt stets im Verborgenen. Nur, wenn wir einen anderen Menschen lieben, öffnen wir unsere empfindliche Seele und lassen den anderen hineinschauen, damit er in Resonanz gehen kann. Dadurch werden wir verletzlich. Ein jeder muss das Schicksal über sich ergehen lassen, mit der inneren Sicherheit, dass sein Peiniger niemals sein HÖHERES SELBST schädigen kann.

So hat Gott den Menschen erschaffen: Ein lebendiger Geist in seinem wahren höheren Selbst.
Irgendwann wird er alle äußeren Hüllen und Masken ablegen und es wird nur ER SELBST übrig bleiben. Er wird nichts mehr besitzen, denn was er hatte war nur eine Leihgabe. Er hat es nur gebraucht. Die vielen Schätze seiner Lebenswanderung wird ein bewusster Mensch an seine Mitmenschen weitergeben, damit sie daran wachsen können: Zärtlichkeit und Trost, Verständnis und Liebe aber auch Mut und Kraft.

Ein bewusster Mensch hat die Blume seiner Seele geöffnet. Er ist kein Unbewusster mehr. Er hat sich selbst gefunden. In seiner ‚geöffneten Blüte‘ werden die höheren Wesen zu ihm kommen und sich in seiner Seele niederlassen, wie die Schmetterlinge auf offenen Blumen… wie die Engel zu Jakob beim Brunnen in der Wüste herniederstiegen, als Verbindung zu höheren Welten.

Ein solcher Mensch fühlt sich nie allein, denn Gott ist immer bei ihm.

Anderen Menschen ein Wegweiser sein, erfüllt ihn, denn er sieht sie oft in völliger Finsternis umherirren. Zum „Salz der Erde“ werden, wie Christus es zu seinen Jüngern sagte und das Licht, das wir von Gott erhalten, weitergeben, obwohl wir nur winzige Moleküle des Großen und Ganzen sind.


DU bist es, der nach ewig langer Nacht
erweckte meinen Geist und meine Sinne,
der aus Gedanken schöne Worte macht,
der da ist, wenn ich zu Papier sie bringe.

DU bist es, der im Hintergrunde steht,
und wenn ich schreibe, doch ganz nahe ist,
der mit mir unerschöpflich bunte Reime webt,
weil DU Impuls für viele meiner Worte bist.

DU bist es, den ich nie vergessen werde,
wohin mein ferner Weg auch gehen mag,
und wenn ich einst verlasse diese Erde,
begrüßt DU mich zu einem neuen Tag.

Gründonnerstag

Das letzte Abendmahl

Die Zwölfzahl der Apostel muss sich heute verzehntausendfachen!
Das ist der Wille des Herrn – ausgesprochen durch die hunderttausendfache Not der Zeit!
(Henriette Brey – 1926)

Am Gründonnerstag gedenken wir dem letzten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern einnahm, aber auch seiner angstvollen Gebete im Garten Gethsemane und des darauf folgenden Verrats durch Judas.

Von den Kirchen wird es so dargestellt, als hätte es keinen anderen Weg geben können. Wie schon so oft wird Gott dargestellt, als würde er seinen Sohn opfern, damit eine alte Prophezeiung wahr werden kann. Dadurch opfert er sich eigentlich selbst. In der Bibel steht: Jesus Opfertod sei „Lösegeld für viele“ Mk 10,45. Er musste demnach sterben, damit die sündigen Menschen leben können…auch nach dem Tod…oder bei deren leiblichen Auferstehung. (???)

Ich gebe zu: So stelle ich mir den liebenden Gott nicht vor. Die Bibel berichtet davon, dass Jesus durchaus weiß, was ihm bevorsteht. Er kennt die Menschen, und er weiß, dass er selbst in seiner größten Not alleine sein wird. Aber er wird den Menschen ein Bild hinterlassen, das niemals verblassen wird und die Nächstenliebe in allen Herzen verankern.

Er hat uns in der Bergpredigt und in seinen Seligpreisungen seinen „Geist“ hier auf dieser Welt gelassen, damit wir daran wachsen können. Er gab ihn besonders den „geistig Armen“ und denen, „die da hungern und dürsten nach der Gerechtigkeit“. Seine eindrucksvollen Lehren werden Generationen überdauern.

Es ist schwer, in manchen Zeiten mutig zu sein…ein täglicher Kampf zwischen Körper und Geist. Jesus öffnete uns die Türe und zeigt uns den Weg zur geistigen Erlösung.


Erlösung kommt von innen, nicht von außen,
und wird erworben nur und nicht geschenkt.

Sie ist die Kraft des Inneren, die von draußen
rückstrahlend deines Schicksals Ströme lenkt.

Was fürchtest Du? Es kann dir nur begegnen,
was dir gemäß und was dir dienlich ist.

Ich weiß den Tag, da du dein Leid wirst segnen,
das dich gelehrt zu werden, was du bist!

<Ephides>

Sein oder nicht Sein

Der Turm – Tarot von Bonifacio Bembo 15. Jahrh.

Was sich im Inneren eines Menschen abspielt, geschieht in seiner Welt, die er meist vor den Augen anderer verborgen hält. Die Bewusstseinsstufen in seiner inneren Welt muss er allein beschreiten. In der Außenwelt trägt er eine Maske, wo er selbst vor seinen engsten Freunden und Verwandten, sein wahres Ich verbergen kann. Doch wenn er bewusst lebt, wird er das irgendwann nicht mehr können und wollen.

In der Kabbala bedeutet die Zahl 4 Materie. Der Körper des Menschen ist sein materielles Wesen. Zwischen Brustbein und Bauchnabel befindet sich das „Sonnengeflecht“ des Menschen. Die Überlieferung sagt, dass er dort bei der Zeugung mit einem magischen Band an den Körper verbunden wurde, der sogenannten Silberschnur. Dort wird er nach dem Tod wieder aus dem Körper heraustreten.

So steht es in der Bibel Buch Kohelet, Kapitel 12, 1-7:

Denk an deinen Schöpfer in deinen frühen Jahren, / ehe die Tage der Krankheit kommen und die Jahre dich erreichen, / von denen du sagen wirst: Ich mag sie nicht!,
ehe Sonne und Licht und Mond und Sterne erlöschen / und auch nach dem Regen wieder Wolken aufziehen:
am Tag, da die Wächter des Hauses zittern, / die starken Männer sich krümmen, / die Müllerinnen ihre Arbeit einstellen, weil sie zu wenige sind, / es dunkel wird bei den Frauen, die aus den Fenstern blicken,
und das Tor zur Straße verschlossen wird; / wenn das Geräusch der Mühle verstummt, / steht man auf beim Zwitschern der Vögel, / doch die Töne des Lieds verklingen;
selbst vor der Anhöhe fürchtet man sich und vor den Schrecken am Weg; / der Mandelbaum blüht, / die Heuschrecke schleppt sich dahin, / die Frucht der Kaper platzt, / doch ein Mensch geht zu seinem ewigen Haus / und die Klagenden ziehen durch die Straßen –
ja, ehe die silberne Schnur zerreißt, / die goldene Schale bricht, / der Krug an der Quelle zerschmettert wird, / das Rad zerbrochen in die Grube fällt,
der Staub auf die Erde zurückfällt als das, was er war, / und der Atem zu Gott zurückkehrt, / der ihn gegeben hat.


Das „dritte Auge“, welches sich auf der Stirn befindet, ist ein Nervenzentrum, durch das der Mensch mit der geistigen Welt verbunden ist, dadurch erreicht er eine geistige Schau. Die Katholische Kirche hat durch das Kreuzzeichen auf der Stirn versucht, diese geistige Schau zu verhindern.

Irgendwann im Leben eines jeden Menschen geschieht etwas, was tief in sein äußeres Schicksal hineingreift und sein ganzes Leben auf den Kopf stellt. Es stellt alles in Frage. Bei jedem Menschen geschieht es auf verschiedene Weise, weil unterschiedliche Lebensräume existieren.

Es ist bedrohlich. Vielleicht verliert man nicht nur seine Existenz, sondern auch seine Familie. Alles scheint zusammenzustürzen, wie im Krieg. Oder man verliert seine Freunde und materiellen Güter. Man fühlt sich vernichtet und muss sein Leben allein und ganz neu aufbauen. Millionen Menschen haben das in den letzten Kriegen erlebt.

Die Menschen, die bis dahin völlig unbewusst lebten, sind seelisch gefangen in ihrer materiellen Welt und können sich nie mehr richtig erholen und weitergehen, auch wenn der Körper am Leben blieb.

Dann gibt es noch jene Menschen, die schon so weit sind, dass sie unbewusst keine körperlichen, triebgesteuerten Sklaven mehr sind. Sie sind sich ihres Geistes bewusst, der in ihrem „Selbst“ schlummert. Sie haben sich selbst erkannt und können ein ganz neues Leben beginnen. Diese haben nichts verloren, nur gewonnen.

Auf jedem Lebensweg wird irgendwann etwas passieren, das vernichtend zu sein scheint. Die bisherige innere Sicherheit ist bedroht, sein Glaube geht verloren. Dann muss er alle seine inneren Kräfte zusammenfassen, damit er nicht fällt.

Die Geschehnisse sind sehr verschieden: Jemand wird seinen Lieblingsmenschen verlieren, mit dem er lange verbunden war. Der bewusste Mensch weiß, dass es keinen Tod gibt, sondern nur ewiges Leben, und dass er nur Geduld haben muss, zu warten, bis seine Zeit auf der kosmischen Uhr abgelaufen ist und auch ihm die letzte Stunde schlägt, dem Geliebten nachgehen zu können. Bis dahin hat er seinen geliebten Menschen nicht verloren. Er bleibt mit ihm im Geiste immer verbunden. Durch sein Denken bleibt er aufrecht stehen und bricht nicht zusammen.

Bei jedem Menschen wird das Schicksal dessen persönliche Lage ausnutzen, um ihn am allerschwersten zu treffen und zu vernichten.
Der Mensch darf nie vergessen, dass man nur dem Körper und niemals dem Geist schaden kann. Einen solchen Menschen kann nichts vernichten. Niemand wird ihn ändern. Lieber lebt er allein. Er ist wie er ist!

Er weiß, dass Gott in ihm ist und auch diese Prüfungen hat Gott ihm gegeben. Warum?: Damit er etwas Wichtiges lernt und sein Bewusstsein erweitert.

Nach dieser Prüfung wir Gott ihm helfen, aus der Vernichtung heraus zu wachsen und von allem Schlechten loszukommen.

Das größte Übel unserer heutigen Zeit ist die Angst.
Ob es ein Virus ist oder eine Bedrohung aus den Nachbarländern. Da ist die Angst vor Verlusten, egal welcher Art… und es gibt viele, die Angst haben vor der Angst.

Doch gibt es noch einige wenige, die keine Angst haben, sondern Gottvertrauen. Sie tragen die Überzeugung im Bewusstsein, dass es eine höhere Macht gibt als die Macht der Menschen. Diese Macht wird uns immer Das geben, war für uns das beste ist. Wirkliche Werte lassen sich nicht vernichten! Das Leben überlebt alles!

Die materielle Welt bezieht das Leben nur aus bereits vorhandenem Leben. Das Leben, welches sich von der Materie befreit hat, wird in das große universelle ewige Leben, in Gott zurückkehren. „Göttliche Zerstörung“ führt immer zum Leben.

Paul Gustave Doré (1832-1883)

Ein Neubeginnen…

Hieronymus Bosch (1450-1516)

Für mich ist es schwierig, mich in so manche Glaubensansichten hinein zu denken.

Atheisten glauben demnach an nichts. Ein sinnloses Leben, das irgendwann endet und im Nichts verläuft.

Anhänger des Christentums findet man in der katholischen und in der evangelischen Kirche, obwohl deren Glaubensrichtungen völlig auseinander laufen. Ob Heilige Schrift und deren Überlieferungen oder lediglich die Heilige Schrift, vieles ist nicht vergleichbar.

Beide beten „Dein Reich komme…“. Was ist das für ein Reich? So wartet man die Wiederkunft Christi, obwohl Jesus zu Lebzeiten sagte: „Mein Reich ist nicht von dieser Welt.“
Demnach soll Gott die Menschen der Endzeit für die neue Welt auswählen. Die Guten ins Töpfchen, die Schlechten ins Kröpfchen? Zunächst der Schlaf bis zum ‚Jüngsten Tag des Gerichts‘, dann das Erwachen im alten Körper des längst Verstorbenen, das Urteil, die Verdammnis und möglicherweise Vernichtung?

Das stellt nicht den liebevollen, gerechten Gott dar. Da hat Gott eher menschliche Züge, die sich in den Kirchen widerspiegeln.

Wer sündigt, kommt in das Fegefeuer und in die Hölle. Hinzu kam die Erbsünde, die den Gläubigen ein schlechtes Gewissen machen sollte. Die alten Glaubenssätze mussten Platz machen vor neuen theologischen Grundgedanken und den weltlichen, wirtschaftlichen Überlegungen der Priester.

Daran soll ich glauben? Das ist Willkür! Das ist Sünde! Sünde ist immer eine Tat, die bewusst begangen wird, um anderen zu schaden und um sich selbst zu bereichern.

Die größtenteils ungebildete Volksmasse der frühen Zeitalter wurde ohnehin dumm gehalten. Sogar das Lesen der Heiligen Schrift war dem Normalsterblichen des Mittelalters unter Todesstrafe verboten. Die Lehre von der Wiedergeburt passte ganz und gar nicht zur Katholischen Schriftauslegung, denn sie entschärfte deren ‚Druckmittel‘ der Angst machenden ewigen Höllenqualen, der Verdammnis und des Gerichts. Für den Verkauf der Ablasszettel, mit dem der Bau des Vatikans und die Inquisition finanziert worden sind, brauchte man keinen gerechten Gott. Den konnte die Kirche nicht für ihre Zwecke einsetzen. Ein ungerechter, strafender, blutrünstiger und böser Gott wurde erfunden, der seine „Kinder“ tötet und nicht liebt – genau wie im Alten Testament.

Der Klerus führte die Beichte ein und zog dem ohnehin armen Volk den letzten Heller aus der Tasche, mit der Lüge, die Priester könnten im Namen Gottes Sünden vergeben. Welch perfides, teuflisches Unterfangen! Eine Anmaßung, die noch heute praktiziert wird.

Der mittlerweile heiliggesprochene Hieronymus war Werkzeug des Papstes Damasus I., der ihn zu seinem Sekretär machte, der selbstverständlich gehorchen musste, auch wenn es Hieronymus nicht gefiel. Dieser hatte sich in vielen asketischen Jahren zunehmend in theologische Werke vertieft, machte Abschriften, verfasste Briefe und lernte Hebräisch. Im Jahr 379 wurde er zum Priester geweiht und kehrte dann nach Rom zurück. Dort übersetzte er im Auftrag des Papstes die Bibel ins Lateinische. Diese Texte, die sogenannte „Vulgata“, sind immer noch für die Katholische Kirche verbindlich. Bis vor einigen Jahren kamen ungetaufte Kinder in die Hölle; daraus wurde dann Anfang der 50er Jahre die Vorhölle gemacht, was nicht weniger schauderhaft ist.

Viele Menschen, die Anhänger der Kirchen sind, warten auf das ‚Jüngste Gericht‘ und auf ein Weiterleben in ihrem alten Körper in einer neuen Welt.
In Luk 17, 20 antwortet Jesus dem Pharisäer auf dessen Frage „Wann kommt das Reich Gottes?“
„Das Reich Gottes kommt nicht mit äußerlichen Gebärden; man wird auch nicht sagen: Siehe hier! oder: Da ist es! Denn sehet, das Reich Gottes ist inwendig in euch.“

Michael Leopold Lucas Willmann (1630-1706)

Wenn man sich beispielsweise das Bild der Bibel „Jakob und die Himmelsleiter“ ansieht, sieht man ein Traumbild, das aufzeigt, dass alle Menschen dazu in der Lage sind, sich Gott zu nähern oder sich weiter von ihm zu entfernen. Die Engel sind demnach hilfreiche Kräfte, die unterstützend zur Seite stehen.

An Reinkarnation wurde im Judentum schon immer geglaubt, wenn auch in anderer Form, als bei Hindus und Buddhisten. Den alten Kirchenvätern war die Tatsache der Wiedergeburt durchaus bekannt. Das aufstrebende Christentum verlor jedoch die alten Glaubenssätze.
Bibelstellen, die die Reinkarnation ‚beweisen‘ sollen, sucht man weitestgehend vergebens.
Zu sehr hat die Katholische Kirche diese in den Schriften ausradiert, um den armen, gläubigen Menschen ein schlechtes Gewissen vor Gott zu machen.

Hat der Mensch nur ein Leben, für das er am Ende der Zeit Rechenschaft ablegen muss? Wenn es beispielsweise um mich geht, lebe ich garantiert als „Gisela Seidel“ nur ein einziges Mal. Aber was ist mit Seele und Geist? Beim Tod löst sich die Seele vom Körper; durch ihre Unsterblichkeit ermöglicht sie die individuelle Fortexistenz der Ur-Person. Doch erst der göttliche Geist macht aus der toten Materie eine lebendige. Wiedergeburt liegt demnach ganz und gar in Gottes Hand.

Niemand weiß, was er früher einmal gewesen ist, und ob er einst auf der guten ober der bösen Seite gestanden hat. Jeder von uns war schon mal in einer Situation, in der er sich gefragt hat: „Warum passiert gerade mir das?“

Geschieht das Leben in einem unendlich langen Zeitraum, wie zu einem Kreis geschlossen, ohne Anfang und Ende? Gott existiert in einem zeitlosen Raum. Kann ein Mensch so etwas denken, ohne Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft…ohne Zeit? Ein schweres Gedankenkonstrukt!

Christus hat uns durch seinen Tod die Türe zum ewigen Leben geöffnet. Gott ist ein Gott der Lebenden, nicht der Toten! In Joh 11, 25 sagt Jesus: „Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, der wird leben, ob er gleich stürbe.“ Er hat aber auch gesagt, dass Glauben alleine nicht reicht. Der Mensch muss danach leben!

In der Bibel sind die meisten Spuren ausgelöscht, die auf Reinkarnation hinweisen könnten. Doch wenn man genau liest, lassen sich noch einige dieser Stellen finden.

Der Thomasevangelium enthält keine Passions- und Auferstehungsgeschichte und wird daher nicht zur literarischen Gattung der Evangelien gezählt. Es ist nicht im Kanon des Neuen Testaments (NT) enthalten. Dennoch möchte ich auf das Kapitel 84 aufmerksam machen:

Jesus sprach: Wenn ihr eure Ebenbilder seht, werdet ihr erfreut sein. Aber, wenn ihr eure Ebenbilder seht, die vor euch existierten, die nicht sterben, noch sich offenbaren, wie viel werdet ihr dann ertragen?

Hiob 33, 28-30: „Er hat mein Leben bewahrt vor der Grube, und meine Seele schaut mit Lust das Licht.“ Siehe, dies alles tut Gott zweimal oder dreimal mit dem Menschen: Er holt seine Seele zurück aus der Grube, dass er sich freue am Lichte des Lebens.

Ich freue mich am Licht des Lebens…auf den neuen Frühling und auf jeden Strahl der Sonne, die ihre Wärme in alle Welt schickt.

Gedanken über das Weihnachtsfest

Viggo Johansen (1851–1935)


Ganz gleich, wie Weihnachten gefeiert wird, das Fest bringt Glanz und Licht in die dunklen Wintertage. Da werden Stimmen laut, die darauf hinweisen, Weihnachten sei ein heidnisches Fest. Was ist heidnisch? Andersgläubig? Das würde bedeuten, alle Nicht-Christen wären Heiden. Ich sehe das anders.

An Gott-Vater glauben, an den Schöpfer dieses herrlichen, einzigartigen Planeten, kann der Mensch auch ohne Zugehörigkeit zu einer renommierten Kirche. Hier wird unterschieden zwischen dem Christen-Gott und beispielsweise Allah, dem Gott der Muslime. Dabei gibt es nur EINEN Gott. Auch Andersgläubige feiern Weihnachten. Für die Muslime gilt Jesus immer schon als bedeutsamer Prophet.

In ihrer heiligen Schrift, dem Koran, gibt es ebenfalls eine Geburtsgeschichte Jesu. In den Versen 22 und 23 der 19. Sure wird erzählt, dass Jesus an einem „fernen Ort“ unter einer Palme geboren wurde. Vorangestellt ist hier – wie auch in der Bibel – das Wunder der Empfängnis, der Beweis, dass Gott Dinge aus dem Nichts erschaffen kann. Muslime sehen in Jesus einen Propheten, den sie Isa nennen, einen Gesandten Gottes, aber nicht – anders als die Christen – seinen Sohn.

Sind wir nicht alle Kinder Gottes? Mal mehr, mal weniger spirituell; viele in außergewöhnlicher Gestalt und mit Talenten ausgestattet, die nur von Gott gegeben sein können. Talente, die andere heilen, die mit Worten berühren. Die ‚sehend machen‘, da, wo zuvor noch ein ‚blindes‘ Bewusstsein herrschte. Auch Jesus hat ‚sehend‘ gemacht, und obwohl er immer nur selbstlos für die Menschen da war, haben genau diese ihn ans Kreuz schlagen lassen. Um ihn zu brechen. Damit sie in die Welt hinausschreien können: „Seht nur, er ist doch gar nicht Gottes Sohn! Er stirbt, wie alle anderen Menschen auch!“

Er war ein Mensch. Das hat Jesus nie bestritten. Aber er war in besonderer ‚Verbindung‘ mit der Sphäre, die manche leugnen. Er war einzigartig, wie jeder Mensch einzigartig ist. Aber seine Botschaften werden Ewigkeiten überdauern, weil sie zeitlos sind.

In einer angeblichen Engel-Offenbarung an Seth (3. Sohn Adams und Evas) wurde diesem mitgeteilt, dass in 5.500 Jahren Gottes Sohn kommen würde und den Körper Adams wieder auferstehen lassen werde, als Zeichen, dass Jesus wirklich der Messias sei. Die verborgene Schrift, aus der diese Weisheit stammte, soll im Tempel Jerusalems aufbewahrt worden sein.

Dann gibt es noch die Fundamentalisten, die es sich auf den wortgetreuen Bibelversen bequem machen und behaupten, das Fest sei heidnisch. Sie lehnen alles ab, was mit diesen Tagen zusammenhängt und brüsten sich damit, besser zu sein und Gott wohlgefälliger, als die anderen Menschen.

Wenn ich auf den Kommerz rund um das Weihnachtsfest schaue, kann ich verstehen, wenn man ein solches Fest nicht feiern möchte. Geht der Sinn der Geschichte verloren, wenn ich den Menschen, die ich liebe, Geschenke mache? Sicher nicht! Dabei denke ich an die ‚heiligen drei Könige‘ , die dem neugeborenen Jesuskind Geschenke brachten. Sie schenkten Gold, Weihrauch und Myrrhe. Gold zum Zeichen, dass er der Besieger des Bösen und aller Hasser ist, den Weihrauch zum Zeichen, dass sein Geist von den Toten aufersteht, erhaben über Himmlisches und Irdisches, und die Myrrhen zum Zeichen, dass er die Bitterkeit des Leidens und des Todes erfahren wird.

Auch wir sollten das Böse besiegen und an ein Weiterleben glauben. Alles, was wir hier auf Erden erfahren, werden wir mitnehmen hinter den Horizont, damit wir nach einer Zeit des Ausruhens eine neue Weihnacht feiern dürfen. Das ist ein Geschenk von Gott an uns.

Vom Töten der Kinder

Zur Weihnachtsgeschichte

Heutzutage ist es leider nicht verwunderlich, wenn Menschen die Weihnachtsgeschichte um die Geburt Jesus nicht mehr kennen. Oder sie wollen von diesen Überlieferungen nichts wissen, weil der Zeitpunkt der Historie gar nicht stimmen kann. Es sind immer „nur“ Bilder, die uns die Heiligen Schriften zeigen wollen. Man muss ein paar Schritte zurücktreten, um diese Bilder genauer betrachten zu können.

Die frohe Botschaft von Jesus Geburt wird überschattet von einer schrecklichen Geschichte: Herodes ließ alle bis zwei Jahre alten Knaben töten, aus Angst, seine weltliche Macht zu verlieren. Joseph, wurde im Traum vom „Engel des Herrn“ aufgefordert, mit Maria und dem neu geborenen Kind nach Ägypten zu fliehen und dort zu bleiben, bis Herodes gestorben sei.

Diese schreckliche Geschichte der Bibel zeigt ein grausames Bild, das Historiker bislang nicht bestätigen konnten. Wie denn auch? Es sind nur Bilder, in denen sich eine ähnliche Geschichte des Alten Testamentes wiederholt!

Wenn Kinder neu geboren werden, sind sie noch sehr mit dem Jenseitigen verbunden, mit der Sphäre, die uns der „gesunde Menschenverstand“ im Laufe des Lebens immer wieder auszureden versucht. Kleine Kinder „sehen“ aus dieser jenseitigen Verbindung heraus oft viel mehr, als Erwachsene es wahrhaben wollen.

Biologisch stammt der Mensch von seinen Eltern ab, aber seine Seele stammt von Gott ab, vom Jenseits. Das Weltliche, Materielle, wird in der Bibel immer als ein Bild von Ägypten gezeigt. Nach der Geburt geht die Seele quasi in die Verbannung – nach Ägypten – solange, bis sie gar nichts anderes mehr kennt.

Das, was wir als Seele bezeichnen, ist der Bereich des Kindes, ganz gleich wie alt der Mensch auch sein mag. Dieses Kindsein bildet die Verbindung zwischen dem Diesseits und dem Jenseits.

Auch heute noch tötet König Herodes die Kinder zur Zeit der Geburt des Erlösers im übertragenen Sinn. Dazu geht er in jedes Haus! Das bedeutet, ganz gleich, ob der Mensch 100 Jahre alt ist oder nur 20 oder 50 – das Kind in ihm wird getötet und von der jenseitigen Sphäre getrennt. Fortan kann der Mensch nicht mehr verstehen, weshalb die Welt so gegensätzlich ist. Es macht alles keinen Sinn mehr. Gott scheint dann fern und fremd zu sein. Die Welt des Materiellen (Herodes) tötet das Kind (die Seele) in uns!

Jesus muss als KIND geboren werden, weil er den Eintritt vom Jenseits ins Diesseits miterleben muss. Er bleibt jedoch vom Herodes-Mord verschont, weil ihn das Weltliche nicht bezwingen kann!

Der Weg nach Ägypten, im Hebräischen: „nach unten“, ist demnach der Weg eines jeden Menschen, und die Erlösung fängt eigentlich dort an. Gott schenkt uns die Erlösung aus Ägypten, indem er – im übertragenden Sinn – selbst den Weg nach unten geht. Sein Heiliger Geist geht, um sich selbst in jedem Menschen zu opfern, damit wir ihm wieder näherkommen können. Himmel und Erde verbinden… das Erkennen dieser Einheit ist das Glück des Lebens und dessen Sinn.

Volkszählung in Syrien

Kaiser Augustus 63 v. Chr. – 14 n. Chr.

Von der Weihnachtsgeschichte

Ich möchte noch über die Weihnachtsgeschichte schreiben. Gerade sie ist so manchem Verstandesmenschen der Anlass zum Glaubensabfall. Es steht geschrieben (Züricher Bibel):
  „Es begab sich aber in jenen Tagen, dass vom Kaiser Augustus ein Befehl erging, dass der ganze Erdkreis sich einschätzen lassen sollte…“ Luk 2,1

Da gibt es Gelehrte, die das in der Bibel Erzählte in den Bereich historischer Realität zwingen wollen. Alles zeitlich Fixierte muss wissenschaftlich nachweisbar sein. Jesus wird lediglich als Prophet eingestuft; man will sich der Einmaligkeit seines Wesens entledigen. Hierin liegt das Böse, das seinen Machtanspruch im Zeitlichen erhebt.  

So wird behauptet, dass die Volkszählung zu einem viel späteren Zeitpunkt stattgefunden hätte, als zu Jesus Geburt. Das stimmt nicht! Ich habe nachgeforscht: 

Es war eine dunkle Zeit, in die Jesus hineingeboren wurde. Eine Welt voller Grausamkeiten, in der das jüdische Hohenpriestertum neben dem römischen Imperium regierte, lange nachdem Ägypten endgültig seine Unabhängigkeit in der antiken Welt verloren hatte.


Kurz vor Jesus Geburt erhielt der römische Kaiser Augustus den Titel Pater patriae, was bedeutet „Vater des Vaterlandes“. Augustus, von dem man sagte, dass er stets als Sohn seines vergöttlichten Vaters Cäsar auftrat, ging damals neue Wege. Der Kaiser, der sich als Herrscher über die Ostprovinzen üblicherweise in religiöser Verehrung anbeten ließ, verbot sämtliche Kulthandlungen, die sich rein auf ihn als Person bezogen.

Er wollte das Finanzwesen reformieren, was ihn veranlasste, die Provinzen des römischen Herrschaftsgebietes einer gründlichen Steuerprüfung zu unterziehen. Dies geschah, als Quintilius Varus Proconsul in Syrien war.

Für die jüdische Bevölkerung war der ihnen auferlegte Zensus ein Gräuel, weil die Abgabe ihre Freiheiten beschnitt und die römische Staatskasse füllte. So nahm der damals im Dienste des Varus stehende Quirinus die 1. Zählung in Syrien und Palästina vor. Eine 2. folgte zehn Jahre nach dem Tod des Herodes, nachdem dessen Sohn Archelaus verbannt worden war. Quirinus übernahm als Nachfolger des Varus die Stadthalterei Syriens und musste nun Judäa in eine Provinz des römischen Reiches umwandeln. Das Volk, das bereits lange unter dem Druck der Herodes Herrschaft gelitten hatte, der sich die römische Oberherrschaft in der Provinz zu Nutzen machte, sah sich nunmehr einer noch viel stärkeren Macht und Willkür ausgesetzt. Das römische Joch wurde rücksichtslos auf die Bevölkerung gelegt, um es zu erniedrigen und Befehlsgewalt auszuüben.

Das Judentum erwartet bis heute sehnsüchtig den in den alten Schriften angekündigten Messias, der sie aus der Unterdrückung befreien soll. Der Heiland, den sich die Hohenpriester erhofften, war ein weltlicher Messias, der ihnen ein Leben in Fülle erstreiten sollte. Sie merkten gar nicht, wie sehr sie sich durch ihr Begehren dem „Herrn der Welt“ geöffnet und ihre Seelen dem Geistigen verschlossen hatten.

Es gibt hierzulande noch Gemeinschaften, die sich diesem Glauben angeschlossen haben. Besonders die aus Amerika kommenden Fundamentalisten warten seit langem auf den Weltuntergang und die Machtübernahme durch den Messias, der dann das Paradies auf Erden errichten wird. Sie würden erfreut sein, wenn dann die Masse der sündigen Menschheit vernichtet würde.

Ist es christlich so zu denken? Das hätte Christus niemals gewollt!

Ich hingegen glaube daran, dass ALLE Seelen nach Hause zurückgeführt werden…sogar Luzifer.

Ewigkeitssonntag – 22.11.2020

Aus dem Poesiealbum meiner Mutter:
„Lass die Winde stürmen auf der Lebensbahn, ob die Wogen türmen gegen deinen Kahn. Schiffe ruhig weiter, wenn der Mast auch bricht. Gott ist dein Begleiter. Er verlässt dich nicht.“

Meine Oma sagte immer, die Zeit würde schneller vorbeigehen, je älter man ist.
Sie hatte recht. Als ich noch arbeitete, lag montags noch die lange Woche vor mir. Jetzt vergeht sie viel schneller. Monate und Jahre vergehen wie im Flug.

Es ist schon ein Kreuz mit der Zeit.
Sie belastet den Alltag der Menschen. Allerdings ganz anders, als zu Luthers Zeiten. Damals, als die Kirchen noch gut gefüllt waren, maß man dem Kirchenjahr eine große Bedeutung zu. Das tut man noch Jahrhunderte später. Obwohl ich mich von der Kirche entfernt habe, frage ich mich: Welche Bedeutung hat das Kirchenjahr heute noch?

Es beginnt mit dem 1. Advent in der dunklen Jahreszeit, nachdem der depressive November seine Nebel lichtet, wieder durchlässig wird für die Strahlen des Lichterglanzes. Eine Geburt kündigt sich an; etwas ganz Neues von größerer Reinheit soll entstehen. Nur deshalb wird Maria als unberührte Jungfrau und dennoch als Mutter dargestellt. In der Adventszeit beginnt die Zeit der Besinnung. Die Hektik des Alltags soll draußen bleiben.
Man besinnt sich auf das was wichtig ist, begegnet Liebe und Einsamkeit mit anderen Gefühlen als sonst.

Im neuen Jahr dann, darf das ‚geborene Kind‘ ganz zur Entfaltung kommen. Es bringt Hoffnung auf einen neuen Frühling, auf Licht und Leben. Es ist die Zeit, in der Unkraut und Weizen noch durcheinander wachsen. Die Zeit der Ernte scheint noch weit. Viele Blüten werden sterben müssen, um anderen das Leben zu ermöglichen. Fastenzeit und Passion – Zeit der Leiden, des Sterbens und der Wiederauferstehung. Mensch und Natur entdecken die göttliche Kraft des Werdens.

Sommer – ermüdender Alltagstrott. Man kommt zurecht, wenn auch langsam unter der Hitze der Alltäglichkeiten.

Erntedankfest – die Speicher sind gut gefüllt für den Winter. Die Felder liegen brach. Bald fegen die Herbstwinde darüber und uns an unsere eigene Vergänglichkeit erinnern. Aber es bleibt eine Hoffnung auf einen neuen Frühling, darauf, dass der Tod nur eine Wandlung ist.

Der Ewigkeitssonntag beendet den Jahreskreis und alles beginnt aufs Neue.
Wir sind nicht alleine auf diesem Weg, der uns nach dem Lebenssinn fragen lässt.

Man sagt: „Planen ist alles!“ – Eine aus der Hektik des Alltags geborene Halbwahrheit. Lebenszeit lässt sich nicht planen. Mein Sohn ist ohne vorheriges Anzeichen gestorben. Die Hektik des Alltags hat seine Lebenszeit verschlungen.
Nun muss ich das Gefasst-Sein üben und frage mich, was wirklich wichtig ist.

Das ‚Christ-Kind‘ wird trotzdem zur Welt kommen, alles Negative über Bord werfen und uns an das Lebenswerte in dieser Welt erinnern. Das sehe ich als Sinn dieses Geburtstages, auch wenn der genaue Zeitpunkt nirgendwo bestätigt ist.

Der christliche Geist trägt das zeitlos Liebevolle in sich und wird unser Herz durch schöne Klänge für angenehme Dinge öffnen und Familien zusammenführen. Er lässt uns nicht vergessen, dass die Liebe zu Gott auch Nächstenliebe heißt. Das schließt auch die Tiere mit ein.

Gelassenheit müssen wir lernen. Sich selbst nicht mehr so wichtig nehmen. Die Zeit zurückdrehen, in der die Kirchturmuhren noch halbstündlich läuteten. Eine Oase finden, in der die Hektik der Zeit draußen bleibt.

Foto: Gisela Seidel

Das Böse

Das Böse und die Erlösung

„Dieser Abfall des Menschen vom Instinkte, der das moralische Übel zwar
in die Schöpfung brachte, aber nur um das moralisch Gute darin möglich
zu machen, ist ohne Widerspruch die glücklichste und größte
Begebenheit in der Menschheitsgeschichte; von diesem Augenblick her
beschreibt sich seine Freiheit….“

Friedrich von Schiller

Caspar David Friedrich 1774-1840

Gott hat uns das weltliche Reich der Fülle geschenkt, damit wir Freude daran haben. In unser Menschsein hatte er, nachdem wir die Phase des Triebhaften überschritten hatten, den freien Willen gelegt. Es liegt nun an uns, aus der Welt ein Paradies oder eine Hölle zu machen.

Damit wir immer wieder den Weg zu Gott zurück finden können, musste der biblische „Baum der Erkenntnis“ Früchte des Guten und Bösen tragen. Das bedeutet: Gott, der aus seiner Einheit heraus die Welt der Gegensätze schuf, gab uns zur Unterscheidung zwischen Gut und Böse das Werkzeug „Leid“ mit auf den Weg durch die Dualität. Tiefstes Erleben hilft uns dann, in höheres Bewusstsein einzutreten.

In dieser unendlichen Vielheit der Welt der Materie liegen die Samen des Guten und Bösen begraben. Welche Pflanze davon durch uns zum Wachsen gebracht wird und schließlich zur Blüte gelangt, liegt in unserer Hand. Oft sind es äußere Impulse, die auf uns einwirken. Wir fühlen uns zu Handlungen animiert, etwas zu tun, was uns selbst und unseren Mitmenschen schadet. Manchmal werden wir selbst zum Versucher, durch unüberlegte Taten und Worte.
 
Wir Menschen sind es, die dem Bösen ein Eigenleben ermöglichen, indem wir den Energien Nahrung bieten, die uns immer wieder aufs Neue „versuchen“. Sind wir erst den Lockrufen des Bösen gefolgt, entwickeln diese ein Eigenleben, das wir kaum noch kontrollieren können. Es ist, als hätte man einen Stein ins Wasser geworfen, der beim In-die-Tiefe-sinken Wellen aufwirft, die kreisend immer größer und größer werden.

Mit den Reaktionen auf eine böse Tat ist es dann wie mit dem Kreis im Wasser: Niemand weiß um die Ausmaße. Welche bösen Reaktionen werden der Tat folgen? Deshalb tut jeder gut daran, „die andere Wange hinzuhalten“, sich durch nichts provozieren zu lassen, die Schuld für negative Reaktionen anderer zu allererst bei sich selbst zu suchen, und die Versuchung in sich zu bekämpfen. Es ist manchmal nicht leicht, den Kampf gegen Hass und Rachegedanken zu gewinnen; Gedanken, die vielleicht immer wieder aufkeimen und einen von innen zerfressen. Sobald ein böser Gedanke aufkeimt, sollte man ihm mit Liebe den Garaus machen. Jeder Mensch kennt diese dunklen Momente, in denen man die ganze Welt zum Teufel jagen möchte. Wenn man diesen Hass in sich zulässt, wird er uns solange herunterziehen, bis wir erst das störende Außen und dann uns selbst zerstört haben.

Ich bitte Gott, das Falsche wegzunehmen – auch die falschen Gedanken, die in mir erwacht sind. Ein Gebet bringt sie zum Schweigen; Liebe stellt die Harmonie wieder her.

Darum geht es in unserem Leben: Die Dualitäten in Liebe zu verbinden, um die göttliche Harmonie und Gerechtigkeit wieder herzustellen. Dann werden wir Gottes Welt der allesumfassenden EINS, dem „Baum des Lebens“, näher kommen. Der „Baum der Erkenntnis“ (lt. Kabbala die 4) steht dem „Baum des Lebens“ (die 1) wie Leib und Seele des Menschen gegenüber. Der Mensch kann die Welt Gottes, die 5, nur erreichen, wenn er 1+4 zur Einheit verbindet. In unserer diesseitigen Welt ist es nicht anders möglich, die 5 zu erreichen. (nach F. Weinreb)  

Kirchenglaube und Bibelauslegung

In der Bibel heißt es: Jesaja 45, 6-7:
„Ich, der Herr und keiner sonst, der ich das Licht bilde und die Finsternis schaffe, der ich Heil wirke, ich bin’s, der Herr, der dies alles wirkt.“

Es gibt also keinen Raum, der nicht von Gott erfüllt ist.

Jesaja schreibt in der Bibel über die gefallene Stadt Babel. Der dortige Herrscher und selbsternannte Gott war Nebukadnezar, der auch ‚Morgenstern‘ genannt wurde. Luzifer ist der lateinische Name Morgenstern = die Venus.

Später wurde dieser Name dem gefallenen Engel Luzifer zugesprochen, der in biblischer Überlieferung als Satan (Satan-el) bezeichnet wurde.
Die Geschichte über Adam und Eva im Paradies zeigt Satan (die Schlange), als Verführer Evas. Satan ist deshalb für die Kirche die Verkörperung des Bösen. Da sich die Schlange auf dem Erdboden fortbewegt, ist sie im übertragenen Sinn der Materie am Nächsten.

Beide sind an Gottes Seite: Christus positiv und Satan negativ, als Gegensätzlichkeit bei wesenhafter Zusammengehörigkeit. Der Herr der Materie, führte diese Spaltung (Polarität) ein. Satan ist demnach Herr über die vier Elemente, über die gesamte materielle Welt. Das ist die Erscheinung- und Zustandform, in der die Materie existiert.

Die Menschen verstanden es nicht anders, als dem Teufel ihre menschliche Denkweise überzustülpen. Er ist aber ein unbewusstes Gesetz. Sobald sich der Mensch im Innern dieses Gesetz bewusst macht und sich damit identifiziert,
wird daraus ein lebendiger Geist. Das durch das menschliche Tun lebendig gewordene Gesetz der Materie ist Satan. Er ist als Geist das genaue Gegenteil des göttlichen Geistes. Die Gesetze des Geistes und die Gesetze der Materie sind Spiegelbilder.
Satan hat keine eigene Existenz und kann nur durch den Menschen und dessen Tat lebendig werden. Wir Menschen tragen eine große Verantwortung, wenn wir unser Bewusstsein mit diesem satanischen Geist identifizieren.

Die göttliche Weitsicht hat in das menschliche Leben eine Automatik eingebaut, die alles was geschieht, regelt und lenkt, um den Ausgleich wieder herbeizuführen. Wenn wir durch falsche Handlungen unserem Nächsten oder uns selbst Schaden zugefügt haben, werden wir automatisch auf einen, für uns wenig angenehmen Weg gebracht, der das ausgleicht, was wir angerichtet haben. In der Offenbarung des Johannes steht geschrieben, dass das Böse gebunden wird, d. h. die 1 mit der 4. In der Welt der 5, in der göttlichen Sphäre, existieren das Böse nicht und auch nicht der Tod.
 
Wir sollten dem Bösen hier auf Erden keine Macht geben. Das fängt in unserem Alltag an. In breiter Vielfalt füllt das Böse beispielsweise das tägliche TV-Programm. Den Perversionen sind hier offenbar keine Grenzen gesetzt, da z. B. Serien wie „Dr. House“ und „CSI-Miami“ wahren Kultcharakter erreicht haben und Jugendliche die „Knochenjägerin“ nicht mal mehr gruselig finden, weil sie solche Geschichten und Bilder gar nicht mehr berühren. Sie bekommen gezeigt, dass so etwas „normal“ ist. Etwas, das zum Anschauen lohnt und lockt, immer schlimmer, blutiger und brutaler. Dadurch werden sie immunisiert, verhärtet, ganz langsam, wie durch eine Gehirnwäsche. Dasselbe geschieht im Bereich der Sexualität. Öffentliches Zurschaustellen ist peinlich und falsch verstandene Freiheit. Die Spaßgesellschaft tötet sich selbst, wenn nicht den Körper, dann doch Geist und Seele. DAS ist das Böse!

Wenn es Überhand nimmt, wird es sein Eigenleben entwickeln, wie im „Dritten Reich“. Wir dürfen ihm keine so große Bühne bieten, wie das in der Welt der Medien längst zur Normalität geworden ist. „Hauen und Stechen“ bringt Profit und größere Einschalt-/Verkaufsquoten! Gutes wird längst als lächerlich und langweilig empfunden.

Ob Glück oder Leid – wir müssen uns dem Fühlen öffnen und nicht in die Gefühlskälte abtauchen. Falsch empfundene Dinge sind besser, als gefühllos zu sein. Cool sein, ist heutzutage die Devise, auf die viele stolz sind. Das heißt nicht, dass es schlecht ist, mit einer gewissen Gelassenheit an die Dinge heranzugehen.

Wie weit sich diese Welt der Vielfalt bereits von der Einheit Gottes entfernt hat, ist erschreckend! Noch erschreckender ist es jedoch, wenn man feststellt, dass die meisten Menschen diese perfiden, sich einschleichenden Perversionen gar nicht bemerken, weil Chaos, Brutalität und Disharmonie längst zu ihrem Alltag gehören.

So ist es mit jeder Art von Begeisterung und Rausch: Profitgier, Erotik, Nikotin, Rauschgift, Machtgier, Studium, Wissenschaft, Sport etc.

In 3. Mose 10:9 heißt es, der Mensch kann die Wohnung Gottes nicht betreten, wenn er sich im Rausch befindet.

Darunter ist auch jede religiöse Handlung, die im Rausch betrieben wird, gemeint. Verblendung und Hass gegenüber Andersgläubigen kann im Rausch des Hasses enden. Wer sich in diesem Rausch Zutritt zum himmlischen Paradies erhofft, wird vor verschlossenen Türen stehen.

Gott weiß besser als der Mensch, was er braucht. Er wird uns führen. Es ist sinnlos dagegen anzugehen.

Jesus hat sein Blut für eine neue, friedvolle Welt vergossen. Es war sein Auftrag, und er wusste, dass diese neue Welt und der geistliche Mensch nur durch sein Opfer entstehen konnte. Der neue Bund lebt mit Jesus in den Verborgenheiten des Menschen. So, wie Jesus alle Konsequenzen auf sich nahm, um den Wandel zum guten, neuen Menschen einzuleiten, so sollten wir ihm nacheifern.  

Zitat aus „Innenwelt des Wortes im Neuen Testament“ von Friedrich Weinreb:

„Der Mensch, in dem Jesus lebt, wird auf seine Art das Leben auf diese Weise bestehen. Weil er das im Strom der Zeit erlebt, wird ihm das Erkennen der Liebe wohl eine unermessliche und ständige Freude bereiten. Denn er spürt im Fließen der Zeit das Strömen der Quelle, in der alles schon erfüllt ist. Er wartet mit einer tiefen Gewissheit auf das Kommen des Erlösers auch in der Zeit. Er weiß, dass die Wiederkunft von Christus ein Kommen einer neuen Welt auch hier im Zeitlichen bedeutet; dass dann alles klar und hell wird, dass Gott dann auch auf seine allesumfassende Weise die Gerechtigkeit zum Durchbruch gelangen lässt. Dann erfährt der Mensch, dass Liebe und Gerechtigkeit ein und dasselbe sind.“

Bedeutung der Zahl 666, die angeblich die Zahl des Teufels sein soll:

Lt. Bibel: Über die Johannes-Offenbarung 13,8 steht geschrieben, dass in der Zahl 666 tatsächlich der Name des Kaisers Nero enthalten ist, wenn man dafür das hebräische Alphabet zugrundelegt. 50+200+6+50 = Neron, dazu 100+60+200 = Kesar.

Friedrich Weinreb sieht „das Tier“ ebenfalls als Ausgeburt des Gesetzlichen, das die Dimension der Liebe verhindern will. In der Zahl 666 drückt sich die Vollkommenheit der Zahl „6“ aus. In allen drei Zeiten, in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist die „6“ anwesend.
Zitat: „Und die Erfüllung des sechsten Tages, wo sich alles aus diesem Tag mit allem verbindet, die Zahl 36 (6×6) also, kommt in ihrem vollen Wert, d. h. das Wachstum zur 36 ganz genommen, addiert von der 1 bis und mit der 36, gerade bis zur Grenze der 666.“ 
1+2+3+4+5+6+7+8+9+10+11+12+13+14+15+16+17+18+19+20+21+22+23+24+25+26+27+28+29+30+31+32+33+34+35+36 = 666.

Jakob Lorber:
Der Herr: „Ich will dir ein Maß geben, nach welchem du und ein jeder wissen mag, wie er mit der Eigenliebe stehen soll, wie mit der Liebe zum Nächsten und wie mit der Liebe zu Gott. Nimm die Zahl 666, die in guten und schlechten Verhältnissen entweder einen vollendeten Menschen oder einen vollendeten Teufel bezeichnet.

Teile du die Liebe im Menschen gerade in 666 Teile. Davon gib Gott 600, dem Nächsten 60 und dir selbst 6, so hast du das Verhältnis des vollendeten Menschen. Willst du aber ein vollendeter Teufel sein, dann gib Gott 6, dem Nächsten 60 und dir selbst 600!“

Götter von Menschen gemacht

Tötung der Erstgeborenen – Lawrenze Alma-Tadema 1836-1912

Menschlich Verirrte, geistig entrückt,
die vor den Stiftshütten wohnten.
Durch Priestergeheiß ängstlich verzückt,
vertrieben sie alte Dämonen.

In Trance sich windend und taumelnd
im Flackern der Feuer bei Nacht.
Wie Puppen am Fadenkreuz baumelnd,
wurden zum Spielball der Macht.

Schimären-Geheul den Todgeweihten,
wie im Kreis der Steine gebannt.
Über Gebeine der vom Sandsturm Befreiten,
Fuß um Fuß, gegen Hitze und Sand.

Geopferte Leiber der Tradition.
Angeblich in Dornbusch und Säule,
erst Feuergott, dann Kriegsgottes Lohn.
Das Alte verblendet das Neue.

Kein Gott der Opfer – Lebensschenker.
Das ist der Heilige Geist auf Erden!
Begehren der Kirchen und deren Lenker,
werden niemals die Zeugen der Liebe werden.

Geschichte:

Gott (als Bezeichnung) stellt sich in der Bibel 2. Mose 3,14 in meiner Übersetzung ‚Züricher Bibel‘ mit dem Namen „Ich bin, der ich bin“ vor. Weiter verrät er den Namen „Jahwe“, der bis in alle Ewigkeit gelten soll.
In „Die Sendung Moses“ von Friedrich Schiller beschreibt dieser den Eingang des Isis Tempels, über dem die Inschrift stand: „Ich bin alles, was ist, was gewesen ist und was sein wird. Kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.“

Vor zwei Wochen hatte ich mir Bücher bestellt „Jahwe und Mose“ von Prof. Dr. Daniel Völter, Erscheinungsjahr 1919 und „Religion und Mythologie der alten Ägypter“ von Heinrich Brugsch, Erscheinungsjahr 1891.

In beiden Büchern werden die Parallelen zwischen der hebräischen und der ägyptischen Religion durchleuchtet. Danach wird Moses tatsächliche Existenz in Frage gestellt. Eine bildlich gedeutete Person, die in der ägyptischen Geschichte zu finden ist. Für diese Erscheinung bietet der Parallelismus zwischen Mose und Thot die beste Erklärung. Einziger Unterschied ist, dass Thot ein ägyptischer Gott war, Moses jedoch eine historisch- menschliche Persönlichkeit.

In der Bibel offenbart sich der Gott Jahwe in einem brennenden Dornbusch. Außerdem wird berichtet, dass Jahwe dem Volkszug durch die Wüste in einer Feuersäule voran schritt.
Der ägyptische Gott Sopd-Schu versteckt sich hinter dem Gott Jahwe. Sopd-Schu wurde in ältesten Zeiten als der Gott des Sinai verehrt. Gott Jahwe galt als der Gott, der im Dornbusch wohnt. Der ägyptische Gott wurde mit der Hieroglyphe des spitzen Dreiecks, einem Dorn dargestellt. Der in der Bibel dargestellte Dornbusch wird „Lotus-Judendornbaum“ genannt und ist im Wüstenraum zu finden.

Sopd-Schu ist demnach der Gott des Luftraums zwischen Himmel und Erde und der Gott des Windes. Er erscheint mit allen Licht-Erscheinungen darin, wozu auch das ihm zugeschriebene Zodiakallicht gehört, das wie eine säulenförmig am Horizont aufsteigende Lichtsäule in den Tropen einen Teil der Nacht mit einem milden Licht erleuchtete.

Quelle: Wikipedia

Gott Jahwe in diesen Erscheinungen war demnach lediglich eine Naturerscheinung, die sich die Menschen vor Ur-Zeiten nicht anders erklären konnten.

Das Neue Testament beruht auf dem Alten. Dennoch werde ich niemals Gottes Namen vom Sinai gebrauchen, auch wenn man beten soll „…geheiligt werde Dein Name…“ Für mich gilt Sein vertrauensvolles „Ich bin da“.

Geduldig warte ich darauf, dass Gottvater mir selbst den Schleier hebt, denn es lautet die letzte Zeile von Friedrich Schillers Gedicht „Das verschleierte Bild zu Sais“: „Weh dem, der zu der Wahrheit geht durch Schuld, sie wird ihm nimmermehr erfreulich sein.“ (eines meiner Lieblingsgedichte)