JHWH

 יהוה (JHWH)

Da mir das Thema sehr am Herzen liegt, habe ich diesen Beitrag, den ich schon einmal eingestellt hatte, noch einmal verändert und ergänzt.

Man denkt, dass der Gott Jhw im 14. Jahrhundert vor unserer Zeitrechnung ein Gott der Viehhirten des Vorderen Orients gewesen sei. Als Schutzgott eines kleinen Nomadenvolkes sei er dann zum Nationalgott der Hebräer aufgestiegen und dann ein Universalgott aller Völker geworden. Dann wäre er aber der blutrünstige Opfer-Gott zu Moses Zeiten gewesen.

JHWH ist der eigentlich unaussprechliche Name Gottes Israels im Tanach, der Hebräischen Bibel. Gott hat viele Namen, obwohl er nur Einer ist und deshalb gar keines Namens bedarf. 

Die genaue Aussprache ist nicht bekannt. Ob „Jehova“ richtig ist, vermag niemand zu sagen.

Die Kreuzigung Jesus steht parallel zum Passahfest, das das Ende der Welt von Ägypten symbolisiert. Es steht gleichzeitig als Symbol dafür, dass unsere materielle Welt vergänglich ist und eine neue, unvergängliche, entstehen soll.

Jesus Kreuzigung fand auf Golgatha statt, was Schädelhöhe von aramäisch gûlgaltâ bedeutet. Der  Wortteil „gal“, Welle, Wasser, Strömung,  deutet auf eine Wandlung in der Zeit hin (nach Weinreb).

Das Leben endet nicht im Grab…in der Grube, in der kein Wasser ist. Sacharja 9-12 prophezeite bereits 500 Jahre vor Jesus Geburt, dass alles so kommen musste. Jesus hat uns durch seine Auferstehung das Verborgene sichtbar gemacht. Der Tod ist nur eine Wandlung, eine Transformation.

Die Überlieferung von Jesus Auferstehung erscheint manchen Menschen unsinnig. Das Verborgene im Menschen existiert im ewigen Sein, deshalb muss man das biblische Geschehen als ein von der Zeit losgelöstes, ewiges sehen.

Sollten wir nicht nachdenklich werden, wenn wir das Bild der Kreuzigung betrachten?!

  Jeshua Hanozri Wemelech Hajehudim
Was bedeutet: Jesus der Nazarener und König der Juden.

(Joh 19:18-20/Matth 27, 31-37) …und führten ihn ab, um ihn zu kreuzigen. Und als sie hinausgingen, fanden sie einen Menschen aus Kyrene mit Namen Simon; den zwangen sie, dass er ihm sein Kreuz trug. Und als sie an die Stätte kamen mit Namen Golgatha, das heißt Schädelstätte, …und als sie ihn gekreuzigt hatten, …setzten sie eine Aufschrift über sein Haupt mit der Ursache seines Todes:

Die Überlieferung sagt, dass am Kreuz folgende Inschrift neben lateinischer und griechischer Sprache auch in Hebräisch angebracht war:

Formt man daraus das Akronym, wie im Lateinischen INRI, so stand am Kreuz der unaussprechbare, heiligste Name Gottes: JHWH, der allein von Hohepriestern im Allerheiligsten ausgesprochen werden durfte. Zufall oder Zeichen?

Der hebräische Buchstabe Shin wurde laut Kabbala von Gott als König über das Element Feuer gestellt. Er verkörpert demnach das Feuer des Geistes, des schöpferischen Prinzips, des Logos. Dieser Buchstabe ist Eckstein des gesamten Alphabeths.

Moses erblickte Gott in einem brennenden Dornbusch. Er konnte sehen, dass sich Gott, das Leben, in der materiellen Welt als Feuer offenbart. Der Geist des Feuers ist Gott selbst – das Leben selbst! Christus sagte in den Überlieferungen: “…ich taufe euch mit Feuer.” Und er selbst sagte auch: “Ich bin das Leben.”

Wenn der Name des über allem stehenden Gottes aus den Vokalen und dem Buchstaben H besteht, als Symbol dafür, dass Gott das Leben, das Selbst in den Menschen hineinhaucht, dann erhalten wir den Namen Gottes: JEHOVA (Jod He Wav He). Fügen wir nun das Shin, das Feuer des Lebens bedeutet, in die Mitte des Namens des unpersönlichen Gottes ein, erhalten wir das Wort JEHOSHUA (hebräischer Name für Jesus), den Namen des persönlichen Gottes, des Mensch gewordenen Gottes. Christus, das höhere Selbst, tauft uns mit Feuer, um uns in das Leben einzuweihen.

aus Die Sendung Moses von Friedrich Schiller:

Unter einer alten Bildsäule der Isis las man die Worte: »Ich bin, was da ist«, und auf einer Pyramide zu Sais fand man die uralte merkwürdige Inschrift: »Ich bin alles, was ist, was war und was sein wird, kein sterblicher Mensch hat meinen Schleier aufgehoben.« Keiner durfte den Tempel des Serapis betreten, der nicht den Namen Jao – oder J-ha-ho, ein Name, der mit dem hebräischen Jehovah fast gleichlautend, auch vermutlich von dem nämlichen Inhalt ist – an der Brust oder Stirn trug; und kein Name wurde in Ägypten mit mehr Ehrfurcht ausgesprochen als dieser Name Jao…

 Halleluja –  הַלְּלוּיָהּ (hallelu-Jáh) Jah, die Kurzform für JHWH.
Wörtliche Übersetzung: „Lobt Jah!“  (Wikipedia)

Der jüdische Gelehrte Friedrich Weinreb erklärte den Namen JHWH folgendermaßen aus der Kabbala. Der Name hat etwas mit den hebräischen Schriftzeichen und den 26 Geschlechtern zu tun. Da der Mensch durch Unwissenheit diesen Heiligen Namen aussprach, wo er nicht angebracht war, hat man Adonaj = Kyrios = Herr daraus gemacht.

Die 26 Geschlechter:
1. Adam
2. Scheth
3. Enoch
4. Kenn
5. Mahalalel
6. Jeter
7. Chance
8. Metuschelach
9. Lamech
10 Noah

Das ist der 1. Teil. Die Zahl 10 hat den hebräischen Buchstabenwert „Jod“.

1. Schema
2. Arpachschad
3. Schlacht
4. Ebert
5. Peleg

Das ist der 2. Teil. Die Zahl 5 hat den Buchstabenwert „He“.

1. Reu
2. Serug
3. Nachor
4. Terach
5. Abraham
6. Isaak

Das ist der 3. Teil. Die Zahl 6 hat den Buchstabenwert „Waw“.

1. Jakob
2. Levi
3. Kehat
4. Amram
5. Mose

Das ist der 4. Teil. Die Zahl 5 hat den Buchstabenwert „He“.

Aus allen Teilen, den 26 Geschlechtern, ergibt sich der Name „JHWH“.


Gott hat viele Namen,
nenn Ihn, wie du magst –
wenn du nur mit Inbrunst
aussprichst, was du sagst.

Hört nicht auch die Mutter
ihres Kindes Ruf,
ehe noch sein Seelchen
sich ein Wortbild schuf?

Gott spricht alle Sprachen. –
Doch wer schweigen kann,
steigt als goldne Flamme
selber himmelan…

<Ephides>

Das Teuflische im Menschen

Albrecht Dürer 1471-1528 – Paradiesschlange

Es ist immer schwierig über Religionen zu reden, weil man niemandem zu nahe treten möchte. Mein Beitrag über Moses beinhaltete zwar einige Kritik, aber letztendlich gehört das Alte Testament zum Christentum. Die Bibel zeigt stets mehrfache Dimensionen. Man darf die Geschichten nicht nur als historische Ereignisse sehn, denn da wird man oft vergeblich Spuren suchen.

Es beginnt bei der Geschichte vom ‚Garten Eden‘. Tiere müssen immer noch nach den Naturgesetzen leben. Da der Mensch mit einem Verstand erschaffen wurde, mit dessen Hilfe er bewusst wird, kann er sein Leben nach seinem Willen einrichten und von seinen ‚gesunden‘ Instinkten abweichen, was sie verdirbt. Dieser ungesunde Selbstzweck bringt seinem Körper und seiner Seele Störungen und Krankheiten. Das ist die Macht der Ur-Schlange auf dem Baum der Erkenntnis des Gutem und Bösen im biblischen Paradies.

Das bedeutet, dass Satan den Menschen über seinen Verstand beherrscht und über sein Bewusstsein in ihn eindringt. Ohne den Verstand wäre Satan ein unbewusstes Naturgesetz.

Quelle: Wikipedia

Aus den vier Elementen wurde das Weltall aufgebaut. Satan gilt als Herrscher über alles Materielle, also über die heute sogenannten Aggregatzustände, d. h. Erscheinung und Zustandsform, in der die Welt existiert. Jesus warnte seine Jünger nach letzten Abendmahl: „Gehen wir, es nähert sich der Herr dieser Welt.“ Damit meinte er Satan. Er ist das Gesetz der Materie.

Die Wissenschaft hat auch die indische Vedanta-Philisophie durchleuchtet, die schon vor Jahrtausenden behauptete, dass der Mensch vor Urzeiten androgyn gewesen sei wie die Engel. Dieses Wesen trug beide Geschlechter in sich. Sie waren Mann und Frau in einer Person = ein Mensch.
1. M, 27: „Und Gott schuf den Menschen nach seinem Bilde, nach dem Bilde Gottes schuf er ihn; als Mann und Weib schuf er sie.“

Die Bibel sagt nichts anderes aus. Adam wird als Wesen dargestellt, das am Anfang beide Geschlechter in sich trug. Erst später wurde aus ihm heraus Eva von Gott entnommen‘. So ähnlich wird diese Entwicklung auch seitens der Wissenschaft bestätigt, wenn sich dieser Prozess wohl über Jahrmillionen hingezogen haben muss.

Der Herr der Materie, Satan, hat demnach die zwei Geschlechter voneinander getrennt und Mann und Frau zu zwei selbstständigen Wesen gemacht, die sich fortpflanzen und die Welt bevölkern konnten.

Was letztendlich blieb, ist die Sehnsucht nach dem Eins-Sein, welches nach der Trennung nur noch in einem geschlechtlichen Akt für kurze Zeit vollzogen werden kann. Die Sehnsucht nach dem auf Erden unerreichbaren einzigen Ich bleibt, damit sich die Körper vereinigen, ohne innere Identität im Geiste.

Irgendwann muss der Mensch einsehen, dass die sexuelle Kraft trügerisch ist. Befriedigung empfindet er auf Dauer nie, kein Glück und keine Erfüllung. Und was geschieht, wenn er alt ist? Da bleibt nichts, wenn es mit der körperlichen Liebe nicht mehr klappt. Hatte der Mensch nicht ein ganzes Leben lang nach seiner ‚besseren Hälfte‘ gesucht? Sie sollte seine Ergänzung sein. Was gibt es auf dieser Welt?: den unbewussten Willen, sich zu vereinigen und das, was man „Liebe“ nennt. Bedingungslose Liebe kann der Mensch hier nicht erreichen, weil Satan dazwischen steht, das Gesetz der Materie.

Eine nur körperliche Erfahrung kann nicht wirklich befriedigen und selig machen. Der Mensch erinnert sich an seinen Ur-Zustand des Eins-Seins und sehnt sich danach zurück. Als er in den materiellen Körper hineingeboren wurde, ist er ‚aus dem Paradies gefallen‘.

Den Drang nach Einheit und wahrer Liebe kann der Mensch hier nur im Geiste verwirklichen. Auf diesem Weg wird er den Ausweg aus der Versklavung finden und die Form zurückverwandeln als geistige Kraft. Wenn wir die sexuelle Kraft wieder auf eine höhere Ebene erheben, ins Erhabene steigern und veredeln können, dann haben wir Satan mit seiner eigenen Kraft besiegt. Der Animus und die Anima sind im Geiste eins.

„Von der Gewalt die alle Wesen bindet,
befreit der Mensch sich, der sich überwindet!“

Johann Wolfgang von Goethe

Der Ursprung Israels und deren Götter

Moritz Daniel Oppenheim 1800-1882 – Moses und die Gesetzestafeln

Die ersten fünf Bücher der Bibel befassen sich mit der Geschichte von der Entstehung der Welt und enden mit der beginnenden Eroberung des ‚gelobten Landes‘. Zusammenhängend berichtet wird im ersten Teil vom Anfang der Welt, bis zur Bildung des Volkes Israel im Lande Goschen und im fünften Bericht vom Wanderzug in der Stein Wüste Zin bis zum Tod Moses.

Durch die griechische Übersetzung wurde vieles umgedeutet und Spuren, welche die hebräische Urschrift erkennen ließen, verwischt. Hierbei wurden die Götternamen unkenntlich gemacht (wie bei den ägyptischen Herrschern) und dem Leser dadurch suggeriert, die Kinder Israels seien Eingottgläubige gewesen, was zu Moses Zeiten und davor jedoch nie der Fall war.

Der Gott Moses wird durch eine geschichtliche Tat dargestellt: Der Führung und Errettung aus Ägypten. Dieser Gott ist zornig und eifersüchtig und lässt nur diejenigen leben, die alleine an ihn glauben. Er verlangt Opferungen und Anbetung: 2. Mose 20,24: „Einen Altar von Erde sollst du mir machen und darauf deine Brandopfer und Heilsopfer, deine Schafe und Rinder opfern.“ Neben den zehn Geboten gibt es noch zahlreiche Gesetzgebungen, die Jahwe zugeschrieben werden. Eine Frau war offenbar weniger wert als eine Jungfrau. Sklaven galten als noch minderwertiger.

Das 2., 3. und 4. Buch Moses scheint verworren, der Inhalt ungeordnet, zerrissen und ineinander verschachtelt. Hierin zeigen sich verschiedene Bildungsstufen der Schreiber. Es sind die Geschichten des einfachen Wanderlebens in der Wüste. Lt. Bibel hatten die Israeliten zuvor 430 Jahre in Ägypten gewohnt. In deren Zerrissenheit bemerkt man, dass sich Aufzeichnungen aus älteren und neueren Berichten bestehen, die Jahrhunderte auseinander liegen. In der Bibel ist von 40 Jahren die Rede. In der Kabbala ist die 40 die Zahl für einen auf Erden langen Zeitraum. Nach dem Auszug „zogen alle Heerscharen Jahwes aus dem Lande Ägypten hinweg.“

Danach erging eine neue Satzung von Jahwe aus, in der u. a. befahl, dass alle Männer beschnitten werden. 2. Mose 12,48.

Die Semiten machten damals ihre Niederschriften auf Fellen, die sie aufeinander liegend aufbewahrten, was nicht immer chronologisch möglich war. So entstanden die drei Bücher. Durch die Zerstörung Jerusalems im Jahr 586 v. Chr. wurden die meisten Felle verbrannt und der Hohepriester Esra ließ alles neu schreiben.

Die älteste urgeschichtliche erst Engel-/dann Gott-Erscheinung war wohl die Feuer-Erscheinung im brennenden Busch, dem sich Moses nur mit entblößten Sohlen nähern durfte, weil er heiliges Land betrat. 2. M, 3, 2

Nachdem Moses 2. M, 3, 13-15 den Namen der Gotteserscheinung erfragt hatte, erhielt er zur Antwort: „Jahwe (Ich bin), der Gott eurer Väter, der Gott Abrahams, der Gott Isaaks und der Gott Jakobs, hat mich (Moses) zu euch gesandt. Jahwe ist mein Name ewiglich, und so will ich angerufen sein von Geschlecht zu Geschlecht.“Diese Erscheinung galt als Willensäußerung einer außersinnlichen Welt, als Gestaltung eines höheren, heiligen Wesens. (1. Kön. 19, 11-12)

Denkwürdig dieser Vergleich: Auch in Westafrika gibt es dieselbe Vorstellung bei den Fetischanbetern. Auch deren höchster Volksfetisch hielt sich in einem Busch auf, dem sich nur der höchste Priester nähern durfte. Auch hier durfte der heilige Boden nur barfuß betreten werden.

Das hohe Alter dieses Felles kann man ahnen, weil man das verrohte Volk Israels und dessen Anführer Moses in seinem niedrigen Bewusstseinszustand erlebt.

In 2. M 3,22 erlaubt Jahwe seinem Volk den Diebstahl und Betrug an den Ägyptern, was er sogar als Verdienst betrachtete. Zuvor hatte Er als Zwangsmaßnahme in Ägypten alle Erstgeburt der dortigen Menschen, als auch die Erstgeburt des Viehs erschlagen lassen. In der Bibel steht 2. Mose 12,29-30: „…es gab kein Haus, in dem nicht ein Toter war.“, und er hatte vorher sämtliche Plagen über Ägypten ziehen lassen, um ‚sein Volk‘ freizupressen.

Das war ihm jedoch nicht genug. In (2. M 13, 12-15): Darnach sprach der Herr zu Mose: „Weihe mir alle Erstgeburt bei den Israeliten, alles was zuerst den Mutterschoß durchbricht, unter den Menschen und unter dem Vieh; mir gehört es.“ Ebenso (2. M 22,29): „Deinen ersten Sohn sollst du mir geben.“

Das ist die älteste Überlieferung zur Opferung der Erstgeburt, um sich den Schutz Jahwes sichern zu können. Bei der Volkszählung nannte man eine Zahl von 603.550 Männern zwischen 20 und 60 Jahre alt; 22.273 erstgeborene Söhne zwischen 1 Monat und 20 Jahren, wobei mehr als 170.000 hätten vorhanden sein müssen. 150.000 blieben verschwunden, d. h. waren geopfert worden, wie es die Vorschrift verlangte. Da half kein Wehklagen. 3. M, 27,29: „Wenn irgendein Mensch durch den Bannfluch geweiht wird, so darf man ihn nicht lösen, sondern er muss getötet werden.“

2. M 13, 21-22 Jahwe aber zog vor ihnen her, am Tag in einer Wolkensäule, um ihnen den Weg zu zeigen, und des Nachts in einer Feuersäule, um ihnen zu leuchten, damit sie bei Tag und bei Nacht wandern könnten. Nie wich die Wolkensäule am Tage und nie die Feuersäule bei Nacht von der Spitze des Zuges.

Die Orakellade wurde vorangetragen, begleitet vom ewigen Feuer, welches den mittels Feuer opfernden Priester nötig war, damit stets rein Erhaltenes zur Verfügung stand. Dem Volk wurde so vermittelt, dass nicht der Priester, sondern der ‚Feuerherr‘ selbst voranging, um sein Volk zu führen.

In 2. M 16, 29 wird der Sabbath eingesetzt, wobei Moses sprach: „siehe Jahwe hat euch den Schabbath gegeben.“ Das Wort bath bedeutet ‚Zelt‘ und schab, sab oder seb war ein altsemitischer Götzenname.  Jeder siebente Tag war demnach dem alten Verehrungswesen SAB geweiht und später wurde der Name auch durch Jehova ersetzt.

2. M 32, 1-20 beschreibt die Einführung des ältesten Dienstes des ägyptischen Nachtosir (Hapi und Apis) in Gestalt des jungen Rindes, weil Aaron dachte, Mose käme nicht mehr zurück. Das Volk forderte Aaron auf, ihnen einen neuen Gott zu machen, der vor dem Zug durch die Wüste voran gehen sollte. Deshalb mussten alle Leute ihr Gold zu Aaron bringen. Der goss es in eine Tonform und machte daraus ein goldenes Kalb. Da sprach das Volk: „Das ist dein Gott, Israel, der dich aus dem Lande Ägypten herausgeführt hat.“ Am nächsten Tag brachte Aaron an einem neu gebauten Altar Brandopfer und Heilsopfer dar. Als das geschah sprach der Herr zu Mose: „Geh, steige hinab, denn dein Volk, das du aus dem Lande Ägypten heraufgeführt hast, frevelt.“

Zurückkehrend vom Berg, versöhnt Moses Jahwe durch ein grausames Opfer, will aber nicht den schuldigen Aaron hingeben. Er lässt durch die Leviten 3.000 Menschen töten, wobei jeder seinen Sohn, Bruder, Freund oder nächsten Angehörigen auswählen musste, weil Moses annahm, der ergrimmte Herr wäre so eher versöhnt. Das goldene Kalb ließ er zu Staub zermahlen und gab es denjenigen mit Wasser vermischt zu trinken, die den Gott aus Metall angebetet hatten.  

Immer wieder wird dem Volk die ausschließliche Verehrung von Gott dem Herrn eingeschärft. So auch, als die Israeliten das ‚Gelobte Land, in dem Milch und Honig fließen‘ erreichen. Dort wieder Mord und Totschlag, denn das Land ist bewohnt und Jahwe fordert sein Volk dazu auf, es gnadenlos umzubringen. 5. M 6, 10-11. Immer wieder wird gemordet und geschlachtet, bis niemand übrig bleibt. Doch manchmal ist man gnädig und überlässt die Frauen, den Kriegstreibern. Im Rachekrieg über die Medianiter wird Mose zornig über die Vorgesetzten des Heeres.

4. M 31, 14-18: „Wie, ihr habt alle Frauen am Leben gelassen?“…“So tötet nun alles, was männlich ist unter den Kindern; auch alle Frauen, denen schon ein Mann beigewohnt hat, sollt ihr töten. Alle weiblichen Kinder aber, denen noch kein Mann beigewohnt hat, lasst für euch am Leben.“

Die reiche Kriegsbeute an Gold wurde zu Moses und dem Hohepriester ins ‚Heilige Zelt‘ gebracht, „…damit der Herr der Israeliten gedenke.“ 4. M 31, 54

Alles nur inszeniert, von Moses und den Priestern oder der Scheingöttlichkeit? Gibt es eine größere ‚Sünde‘, als im Namen des wahren Gottes zu töten, der seine Schöpfung zuvor als sehr gut befunden hatte?

Auf welch rückständiger Bildungsstufe Moses und sein Volk stand, ist selbsterklärend. Jesus lehrte uns, unsere Feinde zu lieben und die Gebote der Nächstenliebe sehr ernst zu nehmen. Wie sehr widerspricht das Töten im Namen des Herrn der Nächstenliebe!?

Braucht ein grausames Volk einen noch grausameren Gott, vor dem es Respekt haben muss und sich ihm unterwirft? Aber war das derselbe Gott, den Jesus „seinen Vater im Himmel“ nannte?

Man dachte damals, dass das Verehrungswesen durch Räucherungen und durch Tieropfer zu besänftigen wäre. Hatte man Angst oder Respekt vor einem solchen Gott?

Moses und Aaron vor der Bundeslade – James Tissot 1836-1902

In 3. M 26, 21-29 heißt es: „Wenn ihr euch aber mir entgegenstellt und mir nicht gehorchen wollt, dann werde ich euch weiter schlagen, und zwar siebenfach nach euren Sünden. Und ich werde die Tiere des Feldes unter euch senden, dass sie euch kinderlos machen und euer Vieh ausrotten und euch an Zahl verringern, und eure Wege sollen öde werden. Und wenn ihr euch dadurch nicht von mir zurechtweisen lasst und euch mir entgegenstellt, dann werde ich meinerseits mich euch entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch schlagen, und zwar siebenfach wegen eurer Sünden. Und ich werde das Schwert über euch bringen, das die Rache des Bundes vollzieht. Und zieht ihr euch in eure Städte zurück, dann werde ich die Pest in eure Mitte senden, und ihr werdet in die Hand des Feindes gegeben werden. Wenn ich euch den Stab des Brotes zerbreche, werden zehn Frauen euer Brot in einem Ofen backen, und sie werden euch das Brot zurückgeben nach dem Gewicht; und ihr werdet essen und nicht satt werden. Und wenn ihr bei alldem mir nicht gehorcht und euch mir entgegenstellt, dann werde ich mich euch im Grimm entgegenstellen, und ich meinerseits werde euch züchtigen wegen eurer Sünden, und zwar siebenfach. Und ihr werdet das Fleisch eurer Söhne essen, und das Fleisch eurer Töchter werdet ihr essen.“

In den Orakelzelten verschloss Moses oder Aaron den Eingang und setzte sich hinein, in den Rauch betäubender Kräuter, wo er längere Zeit verblieb, bis er erregt und fiebernd, mit hochrotem, aufgedunsenem Gedicht und schrecklich verzerrten Zügen, dem Volk die ‚empfangenen Offenbarungen‘ verkündete, bis er erschöpft und von Krämpfen geschüttelt niederstürzte. Die Rauch Orakel endeten mit Moses Tod.

Nach heutigen wissenschaftlichen Gesichtspunkten würde man bei der Annahme, über diese Rauschzustände mit der geistigen Welt in Verbindung treten zu können, nur den Kopf schütteln.

Was aussieht wie Betrug und Gaukelei war in der damaligen Zeit ein redlicher Wille von Moses, der im guten Glauben versucht hatte, das Verborgene zu finden. Er nahm eigenes Leid auf sich, um seinem Volk zu dienen und für das Wohl aller zu sorgen.

Die Gottesdienste waren Moses Volk eine heilige Sache, wie heutzutage den Christen ihre Sakramente, die nach heutigen Erkenntnissen rückständig und irrend sind. Beide Parteien handelten/handeln gläubig und ehrlich. Der wahre Gott (als Bezeichnung), der Ur-Schöpfer des Universums, die universelle Ur-Energie, hatte eine fehlerfreie Welt erschaffen. Wer war dann der Erschaffer dieser unvollkommenen Welt, wie es in der 2. Schöpfungsgeschichte steht?

BEWUSST-SEIN, der Weg zurück zu Gott

Nadelöhr – Vladimir Kush 1965 –

Als Kind und Heranwachsende denkt man über das Warum des Daseins nicht nach. Ein kindliches Gemüt hinterfragt nichts, sondern nimmt widerstandslos das Althergebrachte, die Normen der Eltern und der Gesellschaft in sich auf und macht sie zunächst zu seinen eigenen.

Man wird in eine Familie und Situation hineingeboren, in denen Körper, Seele und Geist wachsen sollen. Der menschliche Wille scheint dabei frei zu sein; doch ist er das nur innerhalb eines gewissen Rahmens, denn die göttliche Ordnung regelt ALLES auf wunderbare Art und Weise. Sie lässt sich nicht umgehen oder ausschalten! Sie gleicht einem Organismus, der nach bestimmten Regeln funktioniert. Was hier nach Willenseinschränkung aussieht, geschieht teils zum Schutz, teils, um den Menschen immer wieder auf seinen vorbestimmten Weg zurückzuführen, teils als Lektion, die zu lernen nicht immer nur Spaß bringt. Um es mit den Worten von Ephides zu sagen: Die Menschen werden von Gott gestimmt wie Harfen, deren Saiten er solange anzieht, bis eine himmlische Melodie daraus erklingt.

Gewisse Besonderheiten des Lebensweges scheinen „vorprogrammiert“ zu sein, ebenso die Talente, die wir mitbringen, die aber zum Teil ungenutzt bleiben. Ich glaube, dass wir in den vielen Leben gewissen Menschen immer wieder begegnen werden, weil sie mit uns untrennbar verbunden sind, von Anbeginn an und bis in Ewigkeit. Wenn wir diese Menschen im Leben wiedertreffen, scheinen sie uns besonders vertraut zu sein. Wir werden sie entweder am Allermeisten lieben und als größtes Übel hassen, denn gerade diese Seelengefährten bringen uns DIE Aufgaben, die am Schwersten zu bewältigen sind, weil wir darunter leiden und deshalb daran wachsen werden.

Sind es nicht gerade die negativen Erfahrungen, an denen wir reifen können, die uns verändern und die uns antreiben? Dieses „Seelenumschwingen“ bringt uns zu höherem Bewusstsein. So entpuppen sich Ungerechtigkeiten, Unglück und Übergriffe, die vielleicht im Elternhaus oder im Außen irgendwann einmal geschehen sind, als echte Lernaufgaben. Oft genug ziehen sie uns den Boden unter den Füßen weg. Dann merkt man, dass es keine irdischen Sicherheiten gibt. Nichts ist von Dauer! Selbst die größte Liebe und die beste Gesundheit nicht. Dann heißt es entweder aufstehen und weitergehen oder nach dem Straucheln liegen bleiben. Wenn man eine Zeit lang im Leid verharrt, stagniert die Entwicklung. Man fühlt sich nicht nur wie gelähmt und von aller Welt allein gelassen, sondern auch von Gott. Es heißt nicht umsonst, man fühlt sich, wie „von allen guten Geistern verlassen“.

Diese Gesellschaft will keine psychischen Probleme kennen, denn das würde Schwäche bedeuten. Man will doch auch nach außen demonstrieren, dass man selbst „Herr seiner Sinne“ ist. Wenn die Psyche leidet, ist das meist ein einsames Leiden. Man muss sich selbst daraus erlösen! In einer solchen Situation wird man entweder neuen Mut sammeln oder noch tiefer sinken, weil die Ängste ziehen und kaum noch loslassen. Dann fällt man ins Bodenlose, findet im Außen keinen Halt mehr. Psychologische Gespräche können die Probleme zwar beleuchten, doch werden auch hier die guten und bösen Energien nicht betrachtet, von denen wir Menschen ein Leben lang umgeben, geführt oder verführt werden. Besetzungen geschehen deshalb völlig unbemerkt. Oft wird ein Mensch zum Alkoholiker, weil ein Geistwesen durch ihn zum Genuss des Alkohols kommen will. Das gibt es doch gar nicht, denken Sie!? Es gibt nichts, was es nicht gibt!

Satan verteidigt seine Machtansprüche und versucht, die aus dem Totenreich von Christus befreiten Seelen solange wie möglich auf seiner Ebene festzuhalten. Auch, wenn es sich so anhören mag: Das ist kein Satz aus der „Märchenstunde“. Die so genannte Hölle kann sich sehr schnell unter uns auftun, wenn wir nicht täglich dagegen ankämpfen. Wir werden gezogen von Mächten, deren Existenz der Menschheit als fragwürdig erscheint, genauso wie sie immer wieder die Existenz Gottes infrage stellt.

Jeder Mensch hat unter der Polarität zu leiden. Jeder trägt sein Päckchen als „Ernte“ aus den Vorleben oder als unbewusste Vorbereitung auf eine besondere Bestimmung.

Auch Vergebung will gelernt sein! Gehorsam sein und sich fügen müssen, sind keine leichten Aufgaben. Gemeinschaft will geübt sein, verlangt Disziplin, Respekt und die Akzeptanz anderen Meinungen. Später wird sich eine schwere Zeit als gut erweisen, dann nämlich, wenn sie die geistige Entwicklung positiv beeinflusst hat. Erst mit der Sehnsucht nach dem Reinen und Schönen erwacht die geistige Bereitschaft, die Wege dorthin von allem irdischen Ballast freizumachen, um zum Frieden in sich selbst zu gelangen.

Die Ausbildung des persönlichen ICH-Bewusstseins lenkt die Menschen zunächst in die Welt der materiellen Dinge, die Sicherheit, Besitz, Macht und Einfluss vermitteln. Lernen, studieren und arbeiten führt jedoch noch lange nicht zu einem bewussten Handeln. Im Gegenteil: Besitz führt zur Abhängigkeit und macht gierig auf mehr. Eigennutz regiert! Man will besser sein als andere, ihnen zumindest in nichts nachstehen und das Erworbene nach außen präsentieren. Dazu gehören auch die Kinder und deren Entwicklung. Man ist stolz auf seine Fabrikate und auf das, was sie im Leben erreichen. Aber mal ganz ehrlich: Ist ein solches Denken nicht hochmütig? Man darf doch nur stolz auf eigene Leistungen sein!

Das eigene Ego wird mit positivem Denken unterstützt und mit Pseudowissen aus schlauen Büchern gestärkt. Das mag das Wissen steigern, vermittelt aber kein tieferes Bewusstsein. Der Mensch glaubt zunächst nur an sich selbst, stärkt seine finanziellen Sicherheiten und leugnet übernatürliche Dinge, weil sie nicht wissenschaftlich beweisbar sind. Ihm geht es nur darum, sein eigenes Wollen, seinen Ehrgeiz zu befriedigen und vor der Gesellschaft gut dazustehen. Ein Mensch dieser Phase ist oft Atheist. Gott hat in seinem Leben keinen Platz.

Was kann ihm dieser Gott schon bieten? Mit ihm käme nämlich die Einsicht, dass es keine irdischen Sicherheiten gibt. Gott wartet derweil geduldig im Hintergrund auf die Rückkehr seiner „verlorenen Kinder“. Das Leben selbst lehrt sie irgendwann eines Besseren und die Menschen fangen an, nach einem Lebenssinn zu fragen. Auslöser dafür sind beispielsweise Krankheit, entweder die eigene oder die eines nahe stehenden Menschen; durch Tod in der Familie oder im Freundeskreis. Der „bewusstlose“ Mensch wird „geweckt“, durch irgendein Ereignis, das ihn zum Nachdenken zwingt oder dazu bringt, etwas Sinnvolles für sich und andere Menschen zu tun. Das sorgt oft für eine drastische Richtungsänderung. Plötzlich wird den Menschen bewusst werden, wie wichtig das Leben und die Gesundheit sind. Ohne sie ist alles ein Nichts!

Leben und Liebe kann man nicht kaufen oder künstlich herstellen. Leben und Liebe sind Gott! Es sind seine Geschenke! Das irdische Gastspiel ist für uns nur von kurzer Dauer. Der Mensch wird auf einen anderen Weg gedrängt, ohne dass ihm auffällt, wie stark die höhere Macht IN ihm ist, die ihn dorthin bringt. So scheint sie aus ihm selbst zu entspringen und sein eigener Wille zu sein.

Geist und Seele beginnen dann damit, sich ein neues Kleid zu weben. Dinge, die zuvor bedeutungslos waren und als selbstverständlich hingenommen worden sind, werden mit einem Mal ganz anders gesehen. Man beginnt beispielsweise zu hinterfragen: Wie kommt Leben in einen Organismus? Geschah es durch Zufall oder gibt es möglicherweise doch einen Gott? Ist vielleicht beides dasselbe? War der Urknall ein Schöpfungsakt mit Präzisionsberechnung, wohl durchdacht von einem Wesen, dessen Geisteskraft wir Menschen nicht messen können.

Irgendwann wird der Mensch erkennen, dass alles was ist, nach höheren Gesetzen abläuft, und dass die globale Sicht, über alle Vorgänge, nur Gott haben kann. Der Mensch merkt, dass die Antworten auf scheinbar einfache Fragen, was beispielsweise gut oder schlecht ist, wichtig oder unwichtig, gar nicht so leicht zu finden sind. Vieles, was im ersten Moment „gut“ erscheint, zeigt bei näherem Hinsehen genau das Gegenteil. Man wird verführt vom äußeren Glanz und ist geblendet und blind für das, was sich Schlechtes dahinter verbirgt. Vom „Baum der Erkenntnis“ wird man ein Leben lang essen müssen und nie satt werden.

Meist sind es bittere Erfahrungen, die den Menschen zur Wahrheit und zum wahren Sehen führen. Leid ist der beste Lehrmeister, und die Höllen, die man sich selbst geschaffen hat, sind die heißesten, je weiter man sich von Gott wegbewegt!

Macht und finanzielle Sicherheit sind auf Dauer keine Glücklichmacher und oft genug entpuppen sie sich als Trugbilder. In der Stunde des Todes wird der Mensch beides verlieren und sich nach einer Sicherheit sehnen, die nicht von dieser Welt ist. Es ist gut, wenn man das früh genug, noch im Leben, erkannt hat!

Erdrückt von allzu großer Lieblosigkeit und Leere und möglicherweise aus Angst vor dem, was nach dem Ableben folgen wird, hört der Mensch auf, in der materiellen Welt nach Befriedigung und Glückseligkeit zu suchen.

Hier, an diesem Punkt, beginnt die Esoterik, die leider auf falschen Bahnen in die Vermarktung geführt worden ist. Esoterik ist eigentlich der spirituelle Erkenntnisweg, die mystische Erfahrung im eigenen Innern.

Die heilige Sprache

Turmbau zu Babel – Pieter Brügel 1525-1569

Ist jeder Mensch, der früher einmal gelebt hat, wirklich ganz verschwunden, oder lebt er weiter, von Welt zu Welt, von einer Zeit zur anderen, von Ewigkeit zu Ewigkeit?

Trotz aller Umstürze und Umbrüche bleibt ‚das Wort‘ bestehen. Von Generation zu Generation wird es schriftlich oder mündlich weitergereicht. Es ist uns Menschen die Tewa, die Arche Noah. Dort wird alles mitgenommen, in die neue Welt hinübergetragen. Dort entsteht Leben unter anderen Verhältnissen. So erzählen die Göttersagen vom Leben in früheren Welten und tragen so das Entstehen vom Uranfang mit sich durch alle weltlichen Zeitalter hindurch.

‚Das Wort‘ überlebte so manchen Weltuntergang. Angefangen von der Geschichte des Menschen im Paradies und vom Untergang des Paradieses für den Menschen. Wir lesen von Kains Vertreibung und vom Weltuntergang im Geschlecht Enosch, dem 3. Sohn Adam und Evas. Damals begann man den Namen Gottes, JHWH, anzurufen.

Weiter erfahren wir vom Untergang durch die Sintflut (diese Geschichte wird bereits im Gilgamesch-Epos beschrieben ca. 1800 v. Chr.) und der Zerstörung von Sodom und Gomorrha. Es gibt viele Weltveränderungen und Hungersnöte. Mythen erzählen von einer Distanzierung zwischen Himmel und Erde; der Abstand hätte sich 10 mal verändert. Auch hätte der Mensch des Altertums eine andere Luftzusammensetzung geatmet. Die Welt ist schon mehrfach aus den Fugen geraten und hat sich selbst erneuert. Geschöpfe, wie Dinosaurier, sind ausgestorben, angeblich durch einen Meteoriten Einschlag, dann die Eiszeit…neues, anderes Leben.

Die Bibel zeigt Bilder von Verwüstungen, durch die die Welt augenblicklich ihr Gesicht änderte. Nach dem Untergang Babels bekam die Menschheit ein anderes Bewusstsein.

Wenn Tewa, die Arche Noah des Wortes ist, was bietet sie den Menschen, wenn sich Worte wieder tiefgründig erschließen lassen und nicht, wie heutzutage nur oberflächlich ausgesprochen werden? Die Gesellschaft befasst sich im Moment größtenteils mit gedankenlos hingeworfenen Sprachfetzen – siehe Facebook und Co. Man redet davon, die Handschrift abschaffen zu wollen. Dabei hat jedes Wort einen tieferen Inhalt, jede Handschrift zeigt den individuellen Charakter des Schreibers.

Manchmal er-innern wir uns an die Gedanken in uns und nehmen sie wahr durch unsere Wahr-nehmung.

Im ‚Wort‘ wird das Bild einer besonderen Spaltung der Menschheit dargestellt, wenn nämlich beim Turmbau zu Babel eine Wortverwirrung über die Menschen kommt, weil diese durch die Errungenschaften ihres diesseitigen Denken und Handels glauben, den Sinn des Lebens zu erfahren.

So ist das auch bei den vielen Religionen: Das Wort verliert seine Einheit, gerät aus den Fugen. Jeder versteht unter den gleichen Worten etwas anderes. Damals entwickelte sich die Menschheit zurück und heute?

Die Menschheit lebt auf wissenschaftlich gestützter Basis, läuft aber jedem Wahn hinterher, seien es Mode, Schönheit oder Sport. In Demonstrationen wird der Mensch zum Messer- oder Stein schwingenden, brüllenden Primitiven, der seine Begehrlichkeiten durchsetzen will. Die vielen Gaffer, die sich am Elend anderer weiden und gar nicht wissen, was sie da tun. Die Geldgier kennt keine Grenzen, denn es gilt nicht das Wohl der Allgemeinheit, sondern lediglich das eigene. Reisen ohne Grenzen, um die primitive Kultur in die Welt zu tragen, Kinder schänden, mit Unterstützung der frommen Kirchenleute; überall Blut, Krieg und Spiele. Weltweit hungernde Menschen und andererseits maßloses Schlachten und Essen von allem was sich bewegt.

So ist die Welt minderwertig geworden. Das Wort bildet den Charakter des Menschen. In den ‚Sozialen Netzwerken‘ haben manche Menschen schon längst ihren Charakter verloren. So wird auch der Sinn der Sprache zerstört. Aber auch der fehlgeleitete Mensch ist im Wesen Mensch im Bilde Gottes.  Es braucht viel Geduld, um den edlen Kern unter dessen Hoffnungslosigkeit und Bösartigkeit zu finden.

Einerseits ist so mancher Mensch an geistiger Größe gewachsen, andererseits erscheint mancher  hier auf dieser Welt leichtsinnig und beschränkt. Deshalb braucht der Mensch hier Grenzen durch irdische Gesetze.

Mit dem Verlust des Wortes in den Sprachen geht auch die Erinnerung verloren. Mit dem Wort wird das Leben durch die Zeit getragen. Bei verstümmelten Worten und Geschichten kann Verwirrung nicht ausbleiben. Naht ein neuer Weltuntergang?

Das ganze Leben hier ist Gebet. Jeder Gedanke, jedes Wort, jede Tat sind Teil des Gespräches.

Gehen wir bedacht damit um!

Ein bisschen Kabbala

Maler unbekannt

Wasser und Zeit

Die Bibel ist nicht nur ein Buch mit vielen Geschichten. Sie beinhaltet auch einen kabbalistischen Hintergrund, der oft nur den jüdischen Gelehrten bekannt ist. Doch dadurch eröffnen sich weitergehende Einsichten.

In der hebräischen Sprache hat jeder Buchstabe eine Schwingung, die in Zahlen ausgedrückt wird.

Selbstlaute a, e, i, o, u, werden nicht geschrieben, sondern lediglich durch Punkte ausgedrückt. Ändern sich die Punkte, ändert sich die Bedeutung.

Wasser heißt im Hebräischen = ‚majim‘ – mit dem Wortwert: Mem-Jod-Mem, 40-10-40. Mem מם ist der Buchstabe mit dem Namen ‚Wasser‘…das Fließende, Bewegende. Wasser und Mem verweisen damit auch auf den Begriff ‚Zeit‘. Sie schreitet unwiderruflich fort und löscht das Er-Leben des Augenblicks. Ertrinken in der Zeit und Ertrinken im Wasser sind eigentlich dasselbe. Deshalb wird Zeit immer mit der 40 oder mit 400 gemessen. So ging Moses nicht, wie geschrieben, 40 Jahre, sondern eine sehr lange Zeit durch die Wüste, die gar nicht benennbar ist.

Das Gehen durch diese Welt ist also wie ein Gehen durch Wasser und Zeit am 7. Tag.

Noah hatte damals die ‚teba‘, das Wort, um durch das Wasser hindurchzukommen. Sein Schiff schützte ihn davor, im Wasser zu versinken. Es ist also ‚das Wort Gottes‘, das die Menschen bewahren kann, in der Masse der Vielheit dieser Welt unterzugehen.

Da Jesus zum Bereich der Ewigkeit gehört, wurde er vom Wasser (der Zeit) getragen und konnte nicht darin versinken, als er darüber schritt. Dies Bild der Bibel zeigt uns, dass das Wort Gottes niemals untergehen wird.

Wenn der Mensch am 8. Tag nach der Jordan Überquerung die andere Welt erreicht hat (Bibel), entsteht ein neuer Zustand. Fluss oder Meer bedeuten in der Bibel immer eine Trennung zwischen Diesseits und Jenseits. Dann wird es keinen Gegensatz mehr zwischen Leben und Tod geben, wie am 7. Tag, in dem sich die Menschheit und das Hier und Jetzt befindet. Die 7 ist die Schlüsselzahl zu unserer dreidimensionalen Welt. Man sagt auch, sieben Seelen Gottes würden die Welt beleben: die materiell-physische, die vegetative, die animale, die mentale, die kausale, die göttlich-seelische und die göttlich-schöpferische. Dieselbe Aussage machte Paracelsus.

Es gibt viele Beispiele, bei denen die Zahl 7 eine große Rolle spielt. In der Bibel beispielsweise die sieben fetten und sieben mageren Jahre, Gott gab am Himmel das Zeichen seines Bundes mit Noah, den Regenbogen, der aus sieben Farben besteht. Sieben Wirbelknochen des Halses, sieben Töne einer Oktave, die sieben Hügel, auf denen Rom erbaut ist, sieben Köpfe des Drachen in den Märchen, etc.

Wenn sich eine Fläche in der 3. Dimension offenbart, entsteht ein Würfel mit sieben Faktoren: sechs Flächen und dem 7. Faktor, dem Kubikinhalt.

In der Offenbarung des Johannes stellt er das Bild des ‚Neuen heiligen Jerusalems‘, das die Braut des Lammes ist, als einen Würfel dar. (Off. Joh. 21,16).

Zwischen dem 7. und 8. Tag liegt hier noch die Schwelle des Todes. Wer diese überschreitet, kommt in den 8. Tag. Das gilt nicht nur für den einzelnen Menschen, sondern auch für die ganze Welt.
Das ist der Sinn des ewigen Lebens in der kommenden Welt. Nur der, der durch den Tod gegangen ist, darf die Auferstehung feiern.

Ostern und Pfingsten

Pfingsten – Ausgießung des Heiligen Geistes – Rabbula-Evangeliar 586

Was machen die Menschen aus Gott? Für mich ist es bedauerlich und abscheulich, Gott für all das Böse auf der Welt verantwortlich zu machen, obwohl es immer ‚nur‘ die Menschen waren/sind, die sich oft auf bestialische Art und Weise an anderen Völkern vergehen und vergingen.

Hier ein einfaches Beispiel, obwohl es das Osterfest betrifft: So sagten die Juden: Gott befahl einen Widder zu schlachten, weil die Ägypter diesen verehrte. Die Christen hingegen bezeugen einmütig, das Opferlamm sei ein Vorbild des Opfers Christi gewesen.

Woher stammen die Überlieferungen von Jesus Kreuzigung, die aussagen, ihm seien die Beine nicht gebrochen worden? Joh 19,36: Dies ist nämlich geschehen, damit das Schriftwort erfüllt würde (Ps 34,21): »Es soll kein Knochen an ihm zerbrochen werden.«

Allgemein war es üblich, dass die römischen Soldaten die Beine der Leidenden brachen, damit diese schneller sterben konnten.

So machen auch die Verse 4. Moses 9,12 und 2. Moses 12,46 einsichtig, dass beim Pessach (Frühlingsfest/Ostern) die Knochen des Opfers unzerbrochen bleiben sollten.

Die Tatsachen wurden auf üble Art und Weise verdreht und zu Kirchenzwecken verwendet, wahrscheinlich auch zur Schaffung des ‚Neuen Testamentes‘.  

So behaupteten die ägyptischen Priester, dass ihre heiligen Schriften von Thot (dem Gott der Weisheit) herstammten, der durch das Wort erschafft.

Thot – Gott der Weisheit wird zum Schöpfer durch die Macht der Worte. Auftraggeber dazu ist Re.
Thot bleibt ihm aber untergeordnet.

Joh 1: „ Am Anfang war das Wort und das Wort war bei Gott…“

Die Hellenen nahmen ihn als Logos in ihren Glauben auf ; die Christen verbanden ihn mit dem Heiligen Geist, welcher die Menschen zum Weissagen befähigte und zur Verrichtung von Wundern.

So verfestigte sich diese Vorstellung bei den katholischen Priestern, die damit den Heiligendienst ausbildeten und den Einklang zur Offenbarung sahen. Diese Annahmen wurden dann auch von der Evangelischen Kirche vertreten, um die Glaubwürdigkeit der neuen Religion zu unterstreichen.

Vom Ursprung des Pfingstfestes

„Und sie (die Menschen) erstaunten über seine (Jesus) Lehre; denn er lehrte sie wie einer, der Vollmacht hat, und nicht wie die Schriftgelehrten.“ – Mar 1,22

Deren vorentworfenen Reden sind tot in sich selbst und beleben keine Seele.

Jesus (Gott) hingegen hat das Feuer in den Zuhörern entfacht und ihren Geist (ihr Bewusstsein) geöffnet, damit sie seine Botschaften verstehen konnten. So ging ihnen ein Licht auf!

In Apostelgeschichte 2 folgt dann ein Zitat aus dem Propheten Joel 2,28:

„Und danach wird es geschehen, dass ich meinen Geist ausgießen werde über alles Fleisch.“

Die katholische Kirche hat in den ersten Jahrhunderten heidnische Feste umgewandelt und als christliche eingeführt. Darunter fällt auch das Pfingstfest. Das ursprüngliche, alt-ägyptische chamsin bedeutet Fünfzig, nämlich die 50tägige Dauer des heißen Wüstenwindes, dessen Anfang von den Juden als pessach (Ostern) und dessen Ende als Wochenfest gefeiert wurde.

Priester und Opfer! Die Opfer für dieses Fest waren von den Priestern vorgeschrieben: Ein 7jähriges Lamm, 2 Brote und 2 Schafe als Brandopfer. Außerdem wurden noch ein Bock für die Sünden des Volkes und 2 weitere für das Wohlergehen des Volkes geopfert.

Das brachte Geld in die Kasse, gestern und heute. Die Einfältigkeit des Volkes wurde stets ausgenutzt. Für jedes Orakel gab es Geld. Weissagungen Dritter wurde deshalb mit dem Tod bestraft. Um an der Macht zu bleiben, mussten die Priester dem Volk Angst machen.

Schon zu Moses Zeiten wurden Tausende aus dem eigenen Volk geopfert, durch verbrennen, nieder metzeln, aufhängen oder kreuzigen, lebendig begraben oder in den Abgrund stoßen. Moses als Prophet benannte sein Opfer durch ein Orakel und vollzog dieses Todesurteil in der Überzeugung, dass es für das Gemeinwohl notwendig sei.

Die biblischen Gestalten konnten die Verhältnisse des Weltgeschehens nicht deuten. Immer war Glück und Unglück Wirkung unsichtbarer Wesen, deren Wille man sich erdienen musste.

Die Bibel bleibt für jeden denkenden Menschen ein wichtiges Dokument alter Zeit, auch wenn die mit Fälschungen behaftete Theologie, welche von den Päpsten und Kaisern beauftragt waren, längst aufgedeckt ist.

Die Schriften sind ein vortreffliches Menschenwerk, den damaligen Bildungsstand widerspiegelnd, erhaben aber fehlerhaft. Auf keinen Fall sind sie Gottes Wort!

Menschliches Wohlergehen liegt nicht in der Täuschung, sondern in der Erkenntnis.

Gründonnerstag

Am Gründonnerstag, gedenken wir dem letzten Abendmahl, das Jesus mit seinen Jüngern einnahm, aber auch seiner angstvollen Gebete im Garten Gethsemane und des darauf folgenden Verrats durch Judas. Aber es gab nur diesen Weg für Jesus! Sein Leidensweg musste beginnen, denn er war das „Lösegeld für viele“ Mk 10,45.

Leonardo da Vinci

Was ist denn damit gemeint? Viele Menschen warten doch immer nur auf einen Erlöser im Außen, der das Leid in der Welt wegnimmt und ihnen ein angenehmes Leben macht. Aber es ist ganz anders. Erlösung kommt niemals von außen und wird nicht geschenkt. Erlösung ist ein harter innerlicher Prozess.

Kaum jemand kennt „Das christliche Adambuch des Morgenlandes“. Es stammt aus Äthiopien und wurde etwa im 4. Jahrhundert n. Chr. geschrieben. Darin ist von einem Bund zwischen Adam und Gott zu lesen, geschlossen nach der einstigen Vertreibung aus dem Paradies. Zitat: „…Denn sie waren in dem schönen Lande des Gartens mit allen den Bäumen gewesen und sahen sich nun in einem fremden Lande, das sie nicht kannten [..]; auch waren sie noch voll von den Gnadengaben des Lichtreiches und hatten noch keine Herzen (Sinne) für das irdische Wesen.“

Die ersten Menschen waren verzweifelt! Doch Gott hatte Erbarmen und tröstende Worte: Zitat: „Ich habe über diese Erde verordnet Tage und Jahre; Du (Adam) wirst auf ihr sein und wandeln bis dass ich am Ende jener Jahre und Tage mein Wort senden werde, dasselbe das dich geschaffen hat und das du übertreten hast und das dich auch aus dem Garten ausgetrieben und als du niedergefallen warst, aufgerichtet hat; dieses selbe wird dich auch erlösen am Ende von 5 1/2 Tagen.“ Mit dieser Zeitangabe waren nach biblischem Maßstab 5.500 Jahre gemeint. Gott legte den ersten Menschen demnach die Erlösung schon mit in die Wiege hinein.

Doch wie müssen wir das verstehen? Bereits die Weisen aus dem Morgenland brachten dem Christuskind Geschenke, die Gott Adam, nach der alten Schrift, ebenfalls von seinen Engeln überbringen ließ. Drei Zeichen dieses Bundes übergab er ihnen und sprach: Zitat: „Denn ich werde kommen und dich erlösen, und Könige werden bei meiner Fleischwerdung Gold, Weihrauch und Myrrhen bringen. Gold zum Zeichen meines Reiches, Weihrauch zum Zeichen meiner Gottheit, und Myrrhen zum Zeichen meines Leidens und Sterbens.“

Gott versprach auch: „Ich werde dich und die Gerechten deiner Nachkommen in die Himmel hinaufbringen, und dir und ihnen die Ruhe geben, um die du jetzt bittest. Wenn du aber sagst: „gib mir Wasser des Lebens“, damit du trinkest und lebest, so geschieht das nicht heute, sondern erst an dem Tage, da ich in das Totenreich (Scheol) hinabsteigen, und die ehernen Pforten sprengen und die eisernen Tiegel brechen und deine Seele und die Seelen der Gerechten nach meiner Barmherzigkeit erlösen werde zu der Ruhe in meinem Garten, bis zum Ende der Vollendung der Welt. [..]das Wasser des Lebens wird Dir heute nicht gereicht, sondern an dem Tage, da ich mein Blut über deinem Haupte vergießen werde auf der Golgatha-Erde; denn mein Blut wird für dich in jener Stunde zu einem Wasser des Lebens werden und nicht für Dich allein, sondern für alle deine Nachkommen, die an mich glauben; denn darin werden sie Ruhe und Leben haben in Ewigkeit.“

Gott hat dafür gesorgt, dass es keinen endgültigen Tod mehr gibt! Das besagt der vor urewigen Zeiten geschlossene Bund. Auch im niedrigsten Bewusstsein wird das göttlich-schöpferische Selbst einmal auferstehen und den leidenden Menschen erlösen. Durch Jesus Opfer können wir nach Hause zurückkehren!
s. Psalm 90

Lasst uns also nicht voller Entsetzen auf den Karfreitag schauen, sondern auf die darauf folgende Wandlung! Wie würde es Gott freuen, wenn wir Jesus endlich von den Kreuzen dieser Erde nehmen würden.

Das Kreuz steht als symbolisches Bild für den Menschen in seiner Körperlichkeit, der seinen Verstand dazu nutzt, um sein materielles Wesen zu befriedigen. Auf diesem Kreuzsymbol ist das ihm verborgene, innewohnende göttliche Selbst gekreuzigt und in seiner Macht eingeschränkt. Es bleibt verborgen, solange es an den zwei Balken der dreidimensionalen Welt von Zeit und Raum hängt und daran stirbt.

Mystik, Metaphysik

Und wenn sie nicht gestorben sind…“ – Hoffnung auf Unsterblichkeit

Sulamit Wülfing 1901 -1989, -Die unsterbliche Seele

Wenn ein menschlicher Geist hier auf der Erde inkarniert, dann ist es so, als würde er sich in die Fessel der Unfreiheit begeben, wobei sein wahres Ich, als ein Teil seines Wesens, jenseits der menschlichen Wahrnehmung verbleibt. Mit der Geburt ist er in seiner Körperlichkeit gefangen. Dadurch gehen ihm Teile seiner Fähigkeiten verloren, d. h. sie sind zwar latent vorhanden, können aber im Laufe des Lebens nur zum Teil neu erweckt werden.

Der Kampf zwischen Licht und Dunkel und der trennende Schnitt der Scheidung, gehen durch alles was lebt. Jeder Mensch trägt Seelenanteile vieler Leben in sich. Vor Urzeiten, als der mächtige Geist seine Macht missbrauchte und aus der Harmonie das Chaos erschuf, sind viele Wesen verzaubert und in die Materie gebannt worden. Die Geister können erlöst werden, durch die Arbeit an der Welt und am Nächsten, damit die Menschenkinder*) zurückkehren können. Es ist wie die Versteinerung im Märchen, die nur durch ein Erlösungswort oder bestimmte Taten rückgängig gemacht werden kann. Immer ist es die Liebe, die die Krusten aufbricht und den wahren Seelenkern zum Vorschein bringt.

*)Psalm 90.3: Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!

Im großen Zusammenhang stehend ist alles verbunden; selbst das Kleinste im großen Gefüge kann eine tragende Rolle spielen, denn zur vollen Harmonie bedarf es auch des geringsten Klanges.

Der Heilige Geist ist keine Person, sondern die Liebe Gottes, die uns nicht nur mit Leben erfüllt, sondern auch treibende Kraft in uns ist. Liebe, Glaube und Hoffnung sollten diese Welt begeistern. Ohne die Liebe würde die Welt und der Mensch zugrunde gehen. Und es ist ganz gleich in welcher Form und von wem sie uns gegeben wird, wir erkennen darin immer Gottes Gesicht. ER offenbart sich durch alles, durch Mineralien, Energien, Pflanzen, Tiere und durch den Menschen, eben durch alles was ist, d. h. nicht nur im Lebendigen. Farben und Töne, Ideen und Gedanken, Worte und Zahlen, chemische, mathematische und physikalische Gesetze, Atome und Himmelskörper, all das sind göttliche Offenbarungen. Welcher Bewusstseinsstufe entsprechen wir selbst auf der Jakobsleiter? Die tieferen Zusammenhänge verstehen, bedeutet nicht nur Reifeprozess und innere Entwicklung, sondern letztendlich auch Selbsterkenntnis = Gotteserkenntnis.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, als die Menschheit noch annähernd glücklich war. Das klingt wie ein Märchen und so ist es leider auch. Die Naturvölker lebten Jahrtausende lang in kosmischer Verbundenheit, aber sie waren niemals zufrieden mit dem was sie hatten. So zeigt es sich auch im Bild von Adam und Eva im Paradies. Die Gier nach mehr ist in jedem Menschen vorhanden, und die Neugier nach Verborgenem ist der Motor des Fortschrittes und der Entwicklung.

Die vielen wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften unserer Zeit bringt der Welt der Vielfalt keine Zufriedenheit. Wissenschaft, Politik und Medien wollen uns weismachen, dass wir auf unsere technischen Errungenschaften stolz sein können. Kamen sie nicht allesamt, wie von Gott gegeben, zur rechten Zeit? Anstatt sich über das, was man hat, zu freuen und es mit anderen, die weniger haben, zu teilen, giert man immer mehr nach Macht, rüstet auf und uniformiert sich entweder beim Militär oder in der Modewelt, ertränkt seinen Frust im Alkohol, oder flieht mittels neuzeitlicher Drogen, wie TV und Computer, kurzzeitig in eine Scheinwelt. Trotzdem bleibt man im Seeleninnern leer und alleine.

Der Mensch gewann Wissen und Zivilisation, vergaß jedoch seine kosmische Verbundenheit. Wie lebt es sich im Reich der geistig Toten, wo nicht Gottesliebe, sondern Geld die Welt reGIERT? Dadurch ist Mutter Erde – ‚die Himmelskönigin‘ ins Ungleichgewicht geraten, und Satan, der ‚Herr der Welt‘, verlangt nach einem Ausgleich. Je mehr wir erhalten, desto höher wird der Preis sein. Die Bewusstseinsstufe der Menschheit befindet sich im Erdgeschoss, weit entfernt von der himmlischen Glückseligkeit. Nimmt man die Bewusstseinsstufen als Maßstab, so schauen wir in die Abgründe der menschlichen Rasse hinein.

Früher kannte man Mord und Totschlag, Krieg und Ausbeutung nur aus den Geschichtsbüchern. Heute sind die Medien voll von diesen Nachrichten. Die Welt ist klein geworden, die grausamen Bilder des Weltgeschehens sollten uns die Augen öffnen. Das sind nicht nur Bilder, sondern Dinge, die tatsächlich geschehen, Tag für Tag. Wir können dies ändern, indem wir uns selbst ändern.

Rudi Berner hat sie in seinem Buch ‚Auf ein Wort‘ präzise benannt:

„Krieg, Folter, Massenmord und Totschlag – soweit man in den Geschichtsbüchern zurückblättert; Verhungern, Krankheit, Seuchen bei Mensch und Tier; Ozonalarm, Smogalarm, Natur- und Umweltkatastrophen nie gekannten Ausmaßes – und es wird immer schlimmer; kranke Monokulturen in der Landwirtschaft, grausamste Massentierhaltung, Tiertransporte und Abschlachtung; Atemwegserkrankungen, Abgase, Verkehrschaos, Reaktorunfälle und Pannen – und das meiste wird verschwiegen; Waffenhandel, Lüge, Betrug, Korruption, Profitgier – an allen Ecken und Enden; Hypotheken, Zinslast, Staatsverschuldungen – in nie da gewesener Höhe; Selbstmorde, Allergien, Aggressionen, massive Schlafstörungen, Phobien, Manien, Depressionen – mit rapid ansteigenden Kurven; Rassenhass, Skinheads, Terror von Links und Rechts, immer mehr korrupte Politiker, Religionsfanatiker, heuchlerische Kirchen und Sekten; nahezu vollkommene Abhängigkeit von Mikrochips und Magnetkarten, elektronische Verblödung, Genmanipulation – und das ist erst der Anfang; permanente Angst um den Arbeitsplatz, Stress, Hektik, rote Zahlen; Drogenkonsum, Mafia, Prostitution, Menschenhandel; steigende sexuelle Perversionen, Kinderschändung, Gewalt- und Horrorfilme – rund um die Uhr; Angst vor dem Altwerden, Pflegenotstand, zerrissene Familien, Jugendarbeitslosigkeit, kaputte Kinder, Marken-Zwang bei Kleidung und Gebrauchsgegenständen, Dauerwerbung, Schulstress, Notendruck, Amokläufe, Selbstmorde; Modepüppchen, Abtreibungswahnsinn, Magersucht und Bulimie; gnadenlose Ausbeutung der Erde, Umweltverschmutzung, Giftmüllskandale, Ölpest, Müllberge, Wegwerf- und Spaßgesellschaft, Bruttosozialprodukt, Konsumterror, kaufen, kaufen, kaufen – sonst verlieren wir den Arbeitsplatz; zum Platzen aufgeblähte Großstädte, Ghettos, Kinderarbeit, Müllmenschen, Slums, Mietskasernen, Mietwucher, Ausbeutung, Steuerlast, Bodenspekulanten – jeder Quadratmeter ist verkauft; Großfinanz, Aktienwahnsinn, Globalisierung, Zentralisierung, mehr und mehr Kontrolle und Überwachung; Handys, Sendemasten, Satelliten – Rundumbestrahlung vom Feinsten etc.“

Gewiss ist das erschreckend. Aber es sind hier noch nicht alle negativen Dinge erwähnt. Ich möchte noch einen wichtigen Punkt hinzufügen: die BeGEISTERung, mit der sich die Menschheit neue Götzen erschafft, wie zum Beispiel im Sport und in der Musik- und Filmbranche. Es gruselt mich total, wenn man einen Sportler zum Helden erklärt, wie das heutzutage der Fall ist. Ein Sportler spielt für seinen Verein und für sein Bankkonto. Das sind die hochdotierten Gladiatoren der Neuzeit, die neuen Götter!

Vielleicht denke ich falsch? Immer mehr empfinde ich rein weltliche Ansichten als Belastung, und ich frage mich, wohin all diese Errungenschaften führen werden. Dann möchte ich wieder Kind sein und sehne mich nach meinen Märchenbüchern zurück. Da gab es alte Geschichten von Gut und Böse, aber am Ende siegte immer das Gute. Kinder erleben Märchen und Mythen mit ihren Geheimnissen völlig ohne Vorurteile. Wahrheit spricht eine einfache Sprache. Wir Erwachsenen haben verlernt, sie zu verstehen. Die Stimme der Wissenschaften ist oft zu laut und das Leben lockt mit weltlichen Dingen. Deshalb müssen wir wieder so werden wie die Kinder und unsere Herzen und Ohren dafür öffnen.

Wie in den alten Geschichten und Märchen kann nur die Liebe die Erstarrung durchbrechen und erlösen. Nur die Liebe kann Erlösung bringen, durch die die hässliche Gestalt des Verzauberten von ihm abfällt und ihn befreit, damit hinter der zerbrochenen Schale der alte Glanz hervorstrahlt, den alle Menschen in sich tragen, auch wenn sie sich hinter ihren weltlichen Masken aufführen wie blutrünstige Bestien.

Mystik ist für mich etwas, was im Verborgenen geschieht – das Geheimnisvolle in unserem Leben. Sie ist der Pfad, auf dem der, der vorurteilsfrei und vertrauensvoll darauf wandelt, Diesseits und Jenseits erfahren kann. Wenn man lernt, in die Dinge hineinzuschauen, erfährt man eine neue Welt und man erfährt viel über sich selbst. Das ist mit ‚Esoterik‘ gemeint: Das Göttliche in sich selbst finden, jedoch nicht die New Age Ansicht, dass jeder Mensch Gott sei. Ein Mensch kann nur tote Dinge erschaffen, Gott erschafft lebendige.

Wozu gehört die Metaphysik? In den Bereich Vernunft oder zur Mystik? Wikipedia sagt: Sie ist eine Lehre, die sich mit den nicht erfahrbaren und nicht erkennbaren Dingen des Seins beschäftigt.

Wie nützlich ist eine Wissenschaft über Dinge, die man weder erfahren noch erkennen kann, weil der Verstand die größte Hürde für diese Erkenntnis ist? Das nennt man dann ‚Abgrenzung aus Vernunftsgründen‘. Die Ratio ist in diesem Fall sehr hinderlich, weil sie eine Öffnung in diese Richtung nicht zulässt.

Steht nicht schon in der Bibel, erst kommt das Natürliche, dann erst das Geistige? Wenn wir alle diesen „Himmel“ bereits in uns tragen, dann ist das Wort „Metaphysik“ mit „jenseitig des Natürlichen“, irreführend erklärt. Wir alle haben die Macht zur Wandlung, als christliche Erlösungsgabe, mit auf den Weg bekommen. Daran kann man glauben oder nicht. Glauben ist eine subjektive, sehr intime Angelegenheit. Für mich ist Gott viel mehr, als nur eine Idee; für mich ist Gott Erfahrung, wie auch das Wissen um eine jenseitige Welt hinter dem „verschleierten Bild zu Sais“ für mich Erfahrung ist. Denn manchmal hebt Gott selbst den Schleier, und uns werden Dinge zuteil, die wahre Geschenke sind und nicht mit Geld zu beziffern. Aber er gibt nur dem, dessen Bewusstsein dafür aufnahmebereit ist.

Es ist wie im Märchen oder in dieser biblischen Geschichte: Ein Dornbusch brennt, für jedes Auge sichtbar, doch tatsächlich verbrennt er nicht, sondern existiert weiter. Unser Leben ist an Raum und Zeit gebunden, trotzdem gehören wir auch zum Bereich der Ewigkeit. Wie kann der menschliche Verstand lernen, dass beides im Grunde eine Einheit ist?!

Wenn wir uns dieser, für uns unsichtbaren Welt, öffnen, müssen wir einsehen, dass sie das Fundament für jede andere Seinsmöglichkeit ist. Was für uns im Nichts, im Unmöglichen und Undenkbaren liegt, ist in Wirklichkeit ALLES. Es bildet die Grundlage für das Sichtbare und Begreifbare.

Zitat Friedrich Weinreb: „Wissen, dass Gott IST; begreifen, dass er ihm den Weg und die Wahrheit zeigt, ja, dass erst darin das Leben IST, das also heißt Mensch sein im Bilde Gottes, das ist der alles erfüllende, ewige Mensch in allen Welten. Könnte denn Gottes Ebenbild zu etwas anderem berufen sein als zu ewigem, sinnvollem, strahlendem, freudigem Sein?“

In Kants „Kritik der Urteilskraft“ gibt er selbst Hoffnung auf Unsterblichkeit. Gibt es jenseits der menschlichen Wahrnehmung noch eine andere, geistige Welt?
Die Metaphysik beschäftigt sich mit Spekulationen, bei denen Erfahrungen außen vor bleiben. Es ist in unserem Urwissen verankert, bleibt aber im Verborgenen und bestärkt die Sehnsucht eines jeden Menschen.

Goethe lässt im “Faust” Mephistopheles sprechen:

„Nachher vor allen andern Sachen
Müsst ihr euch an die Metaphisick machen!
Da seht, dass ihr tiefsinnig fasst,
Was in des Menschen Hirn nicht passt!
Für was drein geht und nicht drein geht,
Ein prächtig Wort zu Diensten steht.“

Reinkarnation

Hieronymus Bosch 1450-1516 – Der Aufstieg in das himmlische Paradies

Der Namen viele trug ich durch die Zeit,
von ihrer Last hat mich die Zeit befreit.
Denn Namen sind wie Rahmen um ein Bild
und schließen ein, was trotzig oder mild,

was lächelnd oder wichtig blickt und prahlt,
und doch nur Fläche ist und nur gemalt,
ein Teil des Wesens nur, ein blasser Schein.
Kein Rahmen fasst des Geistes ganzes Sein.

Der Namen viele trug ich durch die Zeit,
sie sind mir fremd und glänzen matt und weit.
Von manchen bröckelt Ruhm wie Blattgold ab
und sinkt zu Längstvergessenem hinab.

Das bisschen Gute, das ich je vollbracht,
gab weiter ich an den, der’s besser macht.
In jedem Bild gemahnt ein Zug an mich,
ein Zug, nicht mehr, erst alle sind mein Ich!

Der Namen viele trug ich durch die Zeit
zum namenlosen Strand der Ewigkeit
und tauch’ ins Meer der Namenlosigkeit…

<Ephides>

Kürzlich fand ich zum Thema Reinkarnation im NET eine ausführliche Stellungnahme von Herrn Prof. Dr. theol. habil. Werner Thiede. Der Vortrag ist zwar schon etwas älter (1996), trotzdem ist er wohl als grundlegende Auffassung der evangelischen Kirche zu sehen.

Schon beim Lesen der 1. Überschrift wurde mir klar, dass manche Vernunftmenschen gedanklich gar nicht imstande sind, sich in den Sinn des wiederholten Lebens hineinzudenken. Vielleicht wollen sie das auch gar nicht, weil ihr Ego die eigene Vergänglichkeit nicht wahrhaben will. Vom Verstand blockiert, der alles immer nur zeitlich begrenzt sehen will, vermögen sie niemals über „den Tellerrand“ zu schauen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Wenn Wiedergeburt wirklich wahr wäre, würde das die Existenz der Kirchen noch mehr in Frage stellen. Das wussten die Päpste schon vor Jahrhunderten, als sie fleißig den Ablass kassierten und die Bibel fälschen ließen.

Durch wiederholte Leben „richten“ wir uns quasi selber, solange, bis wir freiwillig und ganz bewusst zu Gott zurückkehren. Wir sind nur zu einem Zweck hier: um bedingungslos lieben zu lernen. Das bedeutet, die innere Finsternis zu überwinden, das Ego zurück zu nehmen, die eigenen Belange klein und die der anderen groß zu halten. Und noch etwas lehrt uns die Reinkarnation: Jedes Leben ist gleichwertig; niemand steht über dem anderen!

Link zum Thema: www.origenes.de/lehre/Wiedergeburt.htm

Kein Mensch kann sich zu Lebzeiten an das „Jenseits“ erinnern, selbst wenn er schon viele Tode gestorben sein sollte, auch nicht an die vielen Persönlichkeiten, die sein Ich vielleicht ausmachen. Der Mensch hat doch viel mehr Facetten, viel mehr Talente, als die, die er in einem einzigen Leben auszubilden und zu zeigen vermag. Doch all seine Fähigkeiten und Talente bekommt er von Gott.

Auch verfügt der Mensch über keine eigene Lebenskraft. Wenn er das eingesehen hat, wird er bescheiden. Er fühlt, dass Gottes Stimme durch ihn ertönt, dass Gott ihn liebt und Absichten mit ihm hat. Dann wird der Mensch zum Offenbarungswerkzeug und wird freudig Gottes Willen tun, weil er sich als dessen Kind fühlt. Es wird offensichtlich, dass die seelische Stufe des Menschen kein Spiegel seines Wissens ist, sondern sie hängt davon ab, wie viel Liebe der Mensch in sich hat.

Herr Prof. Dr. Thiede schreibt, Zitat: „… in unserer Zeit hängen viele Menschen dem Reinkarnationsgedanken gerade deshalb an, weil er ihnen die beste Gewähr dafür bietet, dass mit dem Tod nicht alles aus ist.[..] Weiter: “Reinkarnation heißt ja: Es gibt etwas, das sich wiederverkörpert, das also der Macht des Todes eigentlich nicht unterworfen ist. In der Abfolge zahlreicher Existenzen nimmt sich der Tod demnach als bloße Bagatelle aus.“

Wir werden in das Leben hineingeboren, an einen Ort, der uns entspricht. Mit göttlichem Geist beseelt, erblicken Kinder das Licht dieser Welt, doch der Tod geht fortan mit an ihrer Seite. Im Laufe der Jahre vergessen wir unsere eigentliche Herkunft und den Geist, der in uns wohnt. Obwohl wir unseren Körper als Tempel betrachten sollten, zerstören und entweihen wir ihn. Wir verlieren uns an die Welt der Vielfalt, die nicht nur positive Dinge in sich birgt, sondern auch genau das Gegenteil. Dabei können wir gar nicht mehr erkennen, was gut oder nicht gut für uns ist. Jeder Mensch wird früher oder später an den Punkt kommen, an dem er sich verlassen und verloren fühlt. Dann erkennt er, wie sinnlos die Flut der von Menschen erschaffenen Vielfalt doch eigentlich ist und gerät in tiefste Verzweiflung, denn die innere Leere ist damit nicht zu füllen. Das erinnert an unsere eigene Sterblichkeit. Alles, was in der Welt ist, ist auch im Menschen. Gott erzieht uns nicht nur zur bedingungslosen Liebe, sondern auch dazu, umsonst zu handeln, denn der Tod macht das Leben eines jeden Menschen zu einer „ehrenamtlichen“ Handlung. Deshalb können Leben und Tod, die beide zusammengehören, nicht nur „Bagatellen“ sein. Ich bin davon überzeugt, dass der Augenblick des Todes der Moment des höchsten Fühlens sein wird.

Das Höhere Selbst, der göttliche Geist in einer jeden Menschenseele, ist unsterblich. Mit diesem Geist sind wir verbunden im Diesseits und im Jenseits. Die menschliche Urform und Präexistenz war Gott ähnlich: Erschaffen, als Mann und Frau in einem geistigen Wesen. 

Gewiss wird der Tod von den Lebenden verdrängt, denn er passt so wenig zur Lebendigkeit, zur Fülle des Alltags, dass wir ihn uns nicht vorstellen wollen und können, solange wir gesund und geistig aktiv sind. Das Denken an den Tod hemmt unseren Tatendrang, macht uns klein und abhängig von einer Größe, die wir nicht fassen können. Wir fühlen uns ausgeliefert an etwas, das unberechenbar ist. In diesen Momenten werden wir daran erinnert, das alles hier auf Erden endlich ist.

ALLES ist von Gott gegeben, aber nur auf Zeit. Irgendwann kommt der Tag, an dem wir all das zurücklassen müssen. Mit dem Unfassbaren befassen muss sich jeder Mensch früher oder später. Entweder aufgrund seines eigenen Schicksals oder aber wegen Krankheit und Tod eines Nahestehenden; manchmal auch „nur“ wegen einer Trennung, die zu Herzen geht. Auch das ist ein kleiner Tod, ein Weggehen für immer. Möglicherweise ist der Tod grundsätzlich so unfassbar, weil wir eigentlich in unserem tiefsten Seeleninnern wissen, dass es ihn gar nicht gibt. Gott existiert im zeitlosen Bereich. Auch wir gehen nach dem körperlichen Tod dorthin zurück, von der zeitlich begrenzten Seite des Werdens, auf die ewige Seite des Seins. Das Leben hier gleicht einem Traum, aus dem wir irgendwann aufwachen werden.

Hat Jesus uns nicht selbst gesagt, dass Gott ein Gott der Lebenden und nicht der Toten sei?! Mat 22.32

Herr Prof. Dr. Thiede meint, „die verschiedenen Inkarnationen werden „nebensächlicher“ weil die Reinkarnationsgläubigen das Dasein und den Tod bagatellisieren.

Jede Person, jedes Leben, jeder Tod ist einzigartig, bedeutungsvoll für die Seele, die darin involviert ist und daran wachsen soll. Sie soll sich doch wandeln, um vom unbewusst handelnden Triebmenschen wieder zum bewusst Gott bejahenden Abbild desselben zu werden. Der Sinn des Lebens ist die Verbindung mit dem Ursprung zu suchen und dorthin zurückzukehren, wo sich die Gegensätze in Harmonie umwandeln.

Deshalb verstehe ich diese Auffassung von Herrn Prof. Dr. Thiede überhaupt nicht: „Wenn mein Leben nur eines von vielen aneinandergereihten ist, stellt es sich bedeutungsloser dar als in dem anderen Fall, daß jeder Mensch nur einmal auf dieser Erde lebt, wie es im Neuen Testament ausdrücklich der Hebräerbrief (9,27) sagt.“

Ist das wirklich die Aussage des Hebräerbriefes? Dort steht geschrieben: „Und wie den Menschen bevorsteht, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht…“

Es ist kirchlich dogmatisch interpretiert, wenn man daraus schließt, dass es ein erneutes Erdendasein nicht geben kann. Wenn man die Betonung weglässt, steht dort doch lediglich, dass jeder Mensch irgendwann einmal sterben muss. Jede Persönlichkeit (Person) stirbt irgendwann, ist dann ohne irdisches Bewusstsein. Das bedeutet keinesfalls, dass jeder Mensch nur ein einziges Mal lebt. Ebenso ist es wichtig, auf die Aussage „darnach aber das Gericht“ zu schauen. Wann soll denn das Jüngste Gericht stattfinden? Zeitlich gesehen doch wohl immer direkt nach dem Tod. Wir werden also nach dem Tod gerichtet, nach unseren Taten, die wir zu Lebzeiten begangen haben. Bedeutet das, wir gehen einer gnadenlosen Strafe entgegen, von einem zornigen Gott, der nicht nur uns Menschen, sondern auch die Dualität erschaffen hat, damit wir daraus lernen und daran wachsen können? Er weiß doch, dass wir Menschen Gut und Böse nicht unterscheiden können, und manchmal tun wir Böses, obwohl wir genau wissen, dass es nicht gut ist. Gott wird uns gnädig die richtige Richtung weisen und uns an einen Ort bringen, an dem wir weiter lernen können. Dieser Ort wird den bisherigen Taten entsprechen, ist also das Resultat von Saat und Ernte. Um gerichtet werden zu können, müssen wir lebendig bleiben.

Den alten Körper legen wir im Tod ab, wie ein Kleid, aus dem wir herausgewachsen sind. Mit demselben Körper wiederauferstehen hieße doch „neuen Wein in alte Schläuche füllen“. Dabei steht geschrieben: „Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen, so werden sie beide erhalten.“ Luk 5.38

Kann das Gute, das eine Persönlichkeit im Leben vollbracht hat und sei es noch so gering, erhalten und gespeichert bleiben, wie alles, was ihn zu Lebzeiten ausmachte? Geist und Seele in einen neuen Körper fassen, so werden sie beide erhalten…und können dort reifen, bis Gott sie erlöst. Wir müssen ja noch „hochprozentiger“ werden, um zum geistlichen Menschen zu werden. Erst dann brauchen wir keinen Körper mehr, sind leibbefreit, und werden dem geistigen Zustand unserer Erschaffung gerecht. Dann sind wir tatsächlich „neue“ Menschen geworden, mit einem Auferstehungsleib, der dann ganz anders beschaffen sein wird, als der Körper, wie wir ihn jetzt kennen.  

Geistige Reife kann nicht in einem einzigen Leben erlangt werden. Es ist ein Prozess! Das hat nichts mit Intelligenz und Verstand zu tun, denn auch ein böser Mensch kann durchaus intelligent und gebildet sein. Geistige Reife ist, wenn aus einem „Du sollst nicht“ ein „Ich will nicht“ wird. Erst dann hat der Mensch Gottes Gebote verinnerlicht. Denn jede Bejahung ist besser als eine Verneinung, unter deren Last man sich quält. Wenn Jesus sagt, wir sollen wieder wie die Kinder werden, dann müssen wir dem Kommenden nicht nur blindes Vertrauen schenken, sondern trotz Intelligenz und Verstand demütig sein. Beide sind stets auf der Suche nach Beweisen. Mit den Augen der Kinder können wir plötzlich wieder über die Wunder des Lebens staunen und Engel sehen. In den schwersten Stunden des Lebens kehren wir wie die Kinder gedanklich zu Gott zurück. Dann wird die Welt mit ihrer verlockenden Vielfalt plötzlich ganz unwichtig und alle irdische Weisheit fragwürdig und klein. Menschen neigen dazu die Wissenschaften zum Gott zu erheben und dienen ihr, weil sie sich dadurch Macht, Reichtum und irdisches Vergnügen erhoffen, doch sie töten damit auch die Demut gegenüber dem Unerklärlichen!

Herr Prof. Dr. Thiede vertritt den Standpunkt, Zitat: dass die Einmaligkeit eines jedes Menschen der Einmaligkeit des Sohnes Gottes in seinem geschichtlichen Kommen entspräche.

Ist es nicht vermessen und geradezu überheblich, diesen Vergleich anzustellen? Jesus Geburt war gewiss einmalig, weil er als einziger Mensch den christlichen Geist besaß. Er benutzte das Erdenleben in einem menschlichen Körper, um uns Menschenseelen den Weg nach Hause zu öffnen. Erst Jesus machte uns das erstmals möglich, denn er machte uns Menschen klar, was für unser Dasein hier wichtig ist. Das war seine Lebensaufgabe. Er hatte doch alle Weisheit und Liebe in sich! Wir Menschen dürfen nicht so vermessen sein und glauben, es ihm jetzt schon gleichtun zu können.

Zitat Prof. Dr. Thiede: „Eines freilich impliziert der Gedanke der Reinkarnation grundsätzlich: Der Tod wird zwar überlebt, aber meist nur, um wieder in ein weiteres dem Tod ausgeliefertes Leben zurückzuführen. Das „Leben nach dem Tod“ ist insofern lediglich eine Zwischenstation und rückt als mögliche Ewigkeitshoffnung – falls eine solche überhaupt in den Blick kommt- in weiteste Fernen.“

Ist Lazarus nicht letztendlich doch gestorben, nachdem er von Jesus wiederauferweckt worden ist?!

Manche Theologen haben nicht verstanden, dass der Tod, so paradox es auch klingen mag, die Folge der Existenz im zeitlich linearen Bereich ist. Was hier tot ist, ist andererseits noch sehr lebendig.

Die „Ewigkeitshoffnung“ wird als gnädige Erlösung aus dem Rad der Erdenleben erfüllt. Durch seine Auferstehung wollte Jesus uns zeigen, dass es keinen Tod gibt, nur eine Wandlung. Er ist aber nicht in seinem alten Körper zurückgekehrt, sondern kam in neuer Gestalt, so dass ihn niemand erkannte. Nur an seiner geistigen Ausstrahlung, und an dem was er sagte, konnten ihn die Jünger erkennen. War es eine geistige Materialisation, die noch nicht abgeschlossen war, als Maria Magdalena ihn nach seiner Auferstehung  berühren wollte und es nicht durfte? Eine Odverdichtung erfolgt mit Hilfe starker Kraftströme. Eine Berührung wäre lebensgefährlich gewesen. Im Alten Testament wird davon häufig berichtet. Jesus ging als Christus schließlich wieder in die geistige Sphäre seines Vaters zurück. In einer materialisierten Odgestalt erschien er nach seiner Auferstehung den Jüngern am Himmelfahrtstage. Sie sahen, wie sich der Odkörper vor ihren Augen in eine Wolke auflöste. Und als diese durch eine weitere Auflösung unsichtbar geworden war, war auch Christus ihren Blicken entschwunden.

„Wahrlich, wahrlich ich (Jesus) sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich“ . Joh 8.51

Ist die Menschheit etwa schon dazu in der Lage und willig, Gottes Wort zu halten? Um Israeliten (Erleuchtete s. u.) zu werden, bedarf es wohl noch einiger Lebenserfahrung.

Herr Prof. Dr. Thiede hofft auf die Auferstehung des Fleisches, d. h., er nimmt sich so wichtig, dass er als Prof. Dr. Thiede auferstehen möchte. Viele kirchlich geprägten Menschen hoffen auf ein Königreich Gottes auf Erden und auf Wiederauferstehung der Person, die sie zu Lebzeiten einmal waren. Welche Persönlichkeiten waren denn so wichtig? Da würden zu allererst die Päpste den Finger heben, im Anschluss die Diktatoren, Wissenschaftler etc. Zum Glück macht der Tod alle gleich!

Jesus sagte doch : „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“

Alle Kirchen stellen das Materielle über das Geistige, obwohl sie scheinheilig den Anschein geben, dass sie genau das Gegenteil denken und tun. Die menschliche Heimat ist geistig und nicht materiell. Ziel für jedes Geschöpf ist, in die geistige Ebene aufzusteigen, denn nur dort gibt es keinen Tod; im materiellen Bereich des Werdens MUSS alles enden, ist der Tod Erlösung und Mahnung für die Zurückbleibenden zugleich.

Man kann dieses materielle Bild auch anders betrachten: In uns fließt eine Ur-Energie, die nicht sterben kann. Diese Energie materialisiert sich in allem was ist, immer wieder aufs Neue. Diesem Kreislauf müssen wir uns fügen, solange bis Gott uns daraus erlöst. Es gibt nichts, das sterben könnte, auch wenn man das wollte! Es gibt nur ewiges Leben. Das höhere Selbst, der Geist, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde. Der Körper kann ebensowenig sterben, weil er nie ein eigenes Leben gehabt hat und alleine, ohne das höhere Selbst, gar nicht lebensfähig ist. Körper leben nur, weil der Geist seine Energie durch die Körper manifestiert. Die Formen ändern sich, aber es gibt weder Anfang noch Ende.

Friedrich Weinrebs Erklärung des Wortes “Israel”:

“Israel” ist ein Synonym für einen spirituell oder religiös “erleuchteten” Menschen, und diese “Erleuchtung” hat mit der persönlichen Einstellung eines Menschen zur Welt und zum Leben zu tun und nichts mit der Abstammung, Sprache, Kultur oder konfessioneller Angehörigkeit. “Israel” hat also mit dem Staat Israel, mit Judentum etc. nichts zu tun. Deshalb sind Israelis genauso wenig als “Israeliten” (Erleuchtete) zu betrachten, wie das christliche Abendland, als eine Ansammlung von Christen, was ja auch nichts anderes bedeutet, als im Christusbewusstsein Erleuchtete.

Überwunden
sind die Stunden
meines Sterbens. –
Und ich lebe!
Und erhebe
meine Stimme, und ich klage
an und frage euch,
ihr Priester des Verderbens:
Schreit ihr nicht durch alle Gassen,
gottverlassen
sei die Erde?
Und die Menschheit eine Herde
triebbesessner,
pflichtvergessner
Zufallswesen, preisgegeben
einem Leben,
das nichts birgt als den Genuss?
Und sein Schluss
die Grabesstille?
Keines Schöpfers hoher Wille,
nur der Willkür blindes Spiel,
ursachlos und ohne Ziel
ist das menschliche Gewimmel?
Über ihm ein leerer Himmel? –
Die ihr solches lehrt und lebet,
hört: Ihr gebet
Steine jenen,
die voll Sehnen
Brot erbaten.
Eure Taten
sind Verbrechen. Drei Mal Wehe!
Eure Nähe,
pesthauchgleich und krankheitsbringend,
glückverschlingend!
Euer Lehren,
euer Wehren
ist vergebens:
Das Gesetz wird euch erfassen.
Denn wir lassen
nicht vom Rufen, wir, die Toten,
wir die Boten
ew’gen Lebens.

<Ephides>