Wolken am Himmel

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Das Weiß der Wolken, 
das zerpflückt am Himmel treibt,
gar ständig zeigt’s ein anderes Gesicht.

Es ist uns Abbild,
dass ein jedes geht, nichts bleibt,
nur für den Augenblick,
der Leere lässt und füllt.

Wie Zuckerwatte hängt es über dir,
du zupfst heraus, was dir Genuss und süß;
doch ist des Himmels Bläue nur Geheiß,
dass bald Gewitter kommt im Paradies.

Genieß den Augenblick, denn er vergeht,
lass die Gedanken frei zum Himmel gehn.
Das Leben scheint so wie ein Wolkenstück,
Helles und Dunkelheit, nichts bleibt bestehen.

Vertrauen und glauben

KI generiert, Quelle: Pinterest
Man soll sich nicht mit Weltlichem belasten,
auch wenn's im Alltag manchmal anders ist.
Es ist dann wie im Unsichtbaren tasten,
obwohl die Schlange Kaa „Vertrau mir!“ spricht.

Wir haben vieles noch zu überwinden,
was uns den Blick versperrt zum wahren Licht;
will uns Bequemlichkeit ans Alte binden,
trägt es die Abstiegsangst im Angesicht.

Reformen nennt man die, die keine sind.
Wir mäkeln an den ‚unreifen Geschenken‘,
die sauer schmecken, was Vertrauen nimmt,
kontaminiert ist es mit altem Denken.

Denn das Moderne dieser Zeit, man lehnt es ab,
weil was vorüber ist, viel besser schien;
mit dem, was Heimat ist, ging's steil bergab,
aufhalten muss man es, dem Sog entfliehen.

Es stört so manches, und es bleibt die Angst,
die Heimat immer mehr vermischt zu sehen;
die Nationalität, als amtliche Instanz,
achtlos vergeben, wird sie untergehen.

Ein „Made in Germany“, – es gilt nichts mehr,
zu viele Köche, die den Brei verderben.
Die Ablehnung der Fremden von weither,
kommt nicht den Nazis gleich und ihren Schergen.

Vertrauen schaffen und Heimat bewahren,
zu wissen, wo man hingehört und nicht,
dafür die eigene Nationalität bejahen,
wenn sie im Widerspruch zur Herkunft spricht.

Sommersonnenwende

Hugo Mühlig (1854-1929) – Heuernte am Niederrhein

Die Reife des Sommers bringt Ernte ins Land,
saß als Kind auf dem Heuwagen, oben.
Fühlte den Weizen unter der Hand,
sah die Halme im Sommerwind wogen.

Brachten die Schnitter mit Sense und Müh‘
das Getreide in Mühle und Scheuer,
erwartete uns Kinder bereits in der Früh‘,
ein willkommenes Abenteuer.

Hab versucht, auf den Plätzen von einst
Szenen von damals zu finden,
doch die Gassen sind fremd, die Höfe verwaist,
muss den Strauß aus Erinnerung binden.

Der Schnitter macht vor Menschen nicht Halt –
es sind schon so viele gegangen.
Nach dem Ende des Sommers wird es bald kalt,
das Gedächtnis mit Nebel verhangen.

Ein auf Kopfsteinpflaster endender Klang,
Nachhall gemachter Schritte,
gleicht Sisyphusarbeit ein Leben lang,
verbleibt im Körper, als Schwere der Tritte.

Schönheit verging, erst heimlich, dann schnell.
Der Frühling ist lang schon Geschichte,
dessen Last trag’ ich heut noch, wie ein Rebell,
zum Richtplatz … auf dem ich vergebe, nicht richte.

Hinter dem Vorhang

Musik, du Liebliche, bist Träger der Gedankenströme,
die aus mir fließen in die noch vorhandene Zeit,
und wie von weit erklingen unbekannte Töne,
die tief im Seeleninnern mir zum Lied gereift.

Hör es im Schlafe, singend, traumbeladen;
es teilt den Vorhang, öffnet, lässt mich sehen,
lässt Bilder aus dem Jenseits meiner Seele tragen,
die tief verschlossen ewig mit mir gehen.

Nur durch den Lichtstrahl eines edlen Fühlens,
das mehr als nur der bloßen Form entspricht,
die ohne Geistesinhalt, leer, die Normen trüben -
teilt sich der Vorhang, der sonst schwer und dicht.

Im feinstofflichen Reich der Geistesschäume,
zerfließen alle Formen wie in bunten Dünsten,
sie flammen auf, erlöschen, werden Träume -
als inneres Sehen lichter Nachtgespinste.

Unsichtbarer Wanderer


Steht die höchste Sonnenscheibe
über jedem Menschenbilde,
das da harrt nach kühler Bleibe.
Hitze, werd‘ doch wieder milde!

Schau den Feldstein dort am Wege,
wie er lastet auf der Erde,
doch darunter ist es rege,
Wurzeln sinnen ein „Ich werde!“.

Wachse in verborgenen Gründen,
in des Reifens Einsamkeit.
Nur ein Seher wird dich finden,
dich, in deinem lila Kleid.

Veilchen, du wirst einst erblühen,
wenn es schauernd regnet nieder,
und die Hoffnung wird sich mühen,
findet Halm und Blüte wieder.

Wind, du unsichtbares Wesen,
eilst im Flüchtigen dahin,
an dir wird die Welt genesen.
Sei der kühlen Zeit Beginn!

Fata Morgana

Quelle: Pinterest
Wenn der Sommer zur Vollendung
streut sein heißes Sonnenlicht,
wogt das Korn gereift und wartet,
dass es bald ein Mäher bricht.

Geht ein Flimmern über Felder,
lässt die schwere Luft erglühen;
sieht man in der Ferne Bilder,
die wie Wüstenblumen blühen,

spiegeln uns die Fieberträume,
flirrend heißer Sommerlüfte;
von der Sonnenkraft beschienen,
reifen an den Sträuchern Früchte.

Rot und Blau seh’ ich sie prangen;
erntereif, das braune Korn,
manches Obst seh’ ich schon hangen,
und im Windhauch, weht der Sporn.

Bald wird es ans Welken gehen,
und die Blumenpracht verblüht;
wenn die Farbpalette dunkelt,
und des Herbstes Farben sprüht.

Damals

Adam und Eva im Paradies – Johann Wenzel Peter (1745-1829)

Es war einmal ein winzig Kleines,
das überhaupt nicht wusste, wer es war,
und was es sollte, blieb ihm ein Geheimnis,
denn so weit dachte es nicht, offenbar.

Es wuselte durch Weltgeschichten,
um ihn herum, die Pflanzen riesengroß.
Es konnte niemandem davon berichten,
denn da war nichts wie er, und er beschloss,

in sich die Hoffnung niemals zu verlieren,
voll Demut, dennoch himmelschreiend;
alleine würde er den Mut verlieren,
und einsam sein, das würd‘ er, obendrein.

Als androgynes Etwas – der Gedanke;
geboren war ein Adam dieser Welt,
und als sein Wunsch zum Himmel rankte,
der ihm die Adama zur Seite stellt,

da waren aus den Ursprüngen verbunden,
die Kreationen, Mann und Frau vereint.
Der Schöpfergeist hat sie für gut befunden,
in Obhut durch die Engel, gut gemeint.

Doch, da war plötzlich dieses Für und Wider,
ein Trieb, der nachzugeben zog und lenkte;
im Geiste ging die Mahnung auf sie nieder,
der Einsicht in den Tod des Lebens schenkte.

Es war einmal ein winzig Kleines,
das seiner Geistesgröße nicht bewusst,
als Androgynes, ewiglich Geheimes –
aus Fleisch und Blut, Vergänglichkeit ein Muss.

Von Gott verliehen

Quelle: Pinterest

Wie in einem tiefen Brunnen,
gefüllt mit geistigen Gaben,
bietet sich eine Quelle,
die niemals versiegt.

Immer wieder füllt sie sich neu,
wird auch ein Teil daraus entnommen.
Den Menschen wird sie dienen,
die sich daran selbst verwirklichen.

Denen die Gaben des Geistes verliehen wurden,
müssen auf Schwierigkeiten stoßen,
die es ihnen ermöglichen,
zu erkennen,
dass die Quelle allen Seins
auch ihres eigenen,
nicht in etwas Physischem liegt,
sondern in dem,
was geistig ist.

Sie werden erst dann mit diesen erhabenen Wahrheiten konfrontiert,
wenn sie die tiefsten Tiefen der Verzweiflung erreicht haben und glauben,
dass in der Welt der Materie kein Ausweg mehr zu finden ist.

Das ist der Zweck ihrer irdischen Existenz.
Sie werden in der Lage sein,
höhere Bewusstseinszustände zu erreichen,
die es wiederum ermöglichen,
dass größere geistige Kräfte durch sie wirken.

So getan, wird sich alles andere fügen.

Heiße Sommertage

Bild von Gerd Altmann auf Pixabay
Die Hitze flirrt im Sommerlicht,
der Mensch flieht in den Schatten.
Die Sonne strahlt, die Sonne sticht –
lässt jedes Blatt ermatten.

Die Luft zieht bald in jeden Spalt,
treibt Kühle aus den Räumen;
dringt ein, mit himmlischer Gewalt,
lässt Welt vom Regen träumen.

Bald kommt die kühle Zeit herbei,
wird Brand und Glut entfernen.
Der großen Dinge Wesen sei,
sie zu verstehen lernen.

Es steht im Buche der Natur,
es wird die Sonne reifen,
und wer der Wahrheit auf der Spur,
wird sie gereift, begreifen.


Eis mit Zitrone

Bild von blende12 auf Pixabay
Atmen fällt schwer, die Glieder so müde,
ein langer Schlaf und trotzdem so schwach.
Tatkraft ist nur eine Attitüde,
was fehlt, ist die innere Leidenschaft.

Konzentration will nicht recht gelingen;
schwerfällig setze ich jeden Schritt.
Möchte die Wärme zum Weichen bringen,
Ventilator verteilt die Hitze ein Stück.

Draußen der Lärm, hier hüllt sich das Schweigen
wie eine schwere Decke um mich.
Hitzefrei will ich im ‚Kämmerchen‘ bleiben,
einzig mit meinem schwitzenden Ich.

Träume vom kühlenden Eis mit Zitrone,
senken von innen die Temperatur.
Menschen treibt es auf die Balkone,
schweißtreibend hält mich der Sommer auf Spur.