Wachstum

„Gewogen und zu leicht befunden.“ – KI generiert durch Gemini
Bald kommt der Mai,
in dem die Bäume früher Knospen trieben
und blütenreich gen Himmel zeigten.
Sie sind fast abgeblüht;
mit viel zu früh verwelktem Blütenkleid,
verweht der Wind es lange vor der Zeit.

Fruchtlos vergangen,
ohne bestäubt zu sein durch Bienen und Getier,
durch eine Unnatur der Wärme hier,
hat Mensch Verrat an der Natur begangen.

Man wollte Wirtschaft stärken,
ohne Rücksicht auf Verluste, Geld und Macht vermehren,
und sportlich größer, besser als die anderen sein,
so, ohne Rücksicht Gottes Plan verwehren.

Insekten starben
für das immer mehr und größer als zuvor,
durch Gift auf Ackerbreiten und Gehölz,
wo man für „dreißig Silberlinge“
jeden Sinn der Ausgeglichenheit verlor.

Die große Wirtschaft welkt,
und eine Krise wird Bedrängnis in den Köpfen,
die bauernschlau mit weiteren Gesetzen,
nicht nur aus Menschenmelken Wachstum schöpfen,
sondern sich aller Ordnung Gottes widersetzen.

Am Wege

Peder Mørk Mønsted (1859-1941)
Die alte Weide treibt in ihren Ruten
die neuen Blätter, himmelwärts, zum Licht.
Sie spiegelt sich verzerrt in ruhigen Fluten
des Baches Lauf und fließend Angesicht.

Die hellen Birken nässen ihre Zweige
im Morgentau und wiegen sanft im Wind;
bald stehn sie da, in neuem Frühlingskleide,
die Krone tragend, weil sie Königinnen sind.

Die Bäume öffnen sehnsuchtsvoll die Lüster -
ein rechter Ort zum nächsten Nesterbau.
Ein Rascheln – heimlich geht ein Flüstern
durch alle Welt von Baum und Wiesentau.

Der erste Löwenzahn ist gelb erblühet,
mit weißen Gänseblümchen ringsumher,
die Vögel sind in aller Herrgottsfrühe
dem blauen Himmel nah, im Sonnenmeer.

Im Frühlicht möcht‘ ich stehen bei den Bäumen,
und Deinen heiligen Atem spüren.
Fühl‘ Dich in jedem Lächeln, jedem Träumen;
auf allen Wegen wirst Du mich berühren.

Sonnenhungrig

Aus den Wolken fällt der Regen,
welterwachend, frühlingsmild,
sanft, wie zarter Hauch und Segen,
tränkt er Wiesen, Wald und Feld.

Tröpfchen hängen an den Zweigen,
jede Knospe fein erwacht;
gelb malt an Forsythien-Zweigen
Farbe „Frohsinn“ über Nacht.

Wolken, die vorüberschweben,
sind in regengrau getaucht,
und das frühlingsnahe Leben
wird von Ungeduld behaucht.

Kühl sind noch die Temperaturen,
doch die Wärme stellt sich ein,
wenn die alten Sonnenuhren
wachgeküsst vom Sonnenschein.

Frühlingsgeister

Kühle Winde stoben,
bald ist es April,
und das Wetter droben,
weiß nicht, was es will.
 
Treibt die Winterwesen
durch die grauen Gassen,
fegt mit feinem Besen
über Feld und Straßen.
 
Jung und Alt erleben
Vogelsang und Wende.
Frühlingsgeister geben
sich die Sonnenhände.
 
Knistern, Brechen, Heben
unter dunklen Schollen,
und das bunte Leben
hebt sich aus den Knollen.
 
Segensreich erneuern
wird die Frühlingszeit,
schmückt mit frischen Farben
tristes Erdenkleid.

Frühlingsklänge

Der Reigen – Jacob Abraham Camille Pissarro (1830-1903)
Hell und lustig, wie ein Singen;
jedes Lied klingt wie ein Bogen,
der die Geigensaiten streifte,
dass die Seelen höher flogen.

Augenblicklich singt man Lieder;
trübe Augen werden heller,
wo man sanfte Töne fiedelt,
pulst das Blut zum Herzen schneller.

Winterfrei macht man die Tische,
so, als würde auf den Bänken,
frisch geputzt der Frühling sitzen,
Wärme gebend, Sonne schenkend.

Volle Krüge, essen, tanzen,
dass die Mädchenzöpfe fliegen,
wie auf altgemalten Bildern,
die im Reigen sich vergnügen.

Ausgelassen, froh und munter
sitzt das Volk bei Brot und Schinken;
rote Wangen, wache Blicke,
zeigen unbeschwert ihr Trinken.

Die in Frühlingswonne träumten,
wolkenfrei vom Blütenschimmer,
fanden ihre alte Welt
plötzlich hoffnungslos in Trümmern.

Wären nicht die Religionen,
Menschen könnten glücklich werden!
Wäre nicht der Hass der Menschen,
O, es wäre schön auf Erden!

Vorfrühling

Quelle: Pinterest – KI modifiziert
Die zarten Tage kehren endlich wieder,
an denen die Natur erwacht aus Träumen
und über grauem Laub im Frühjahrsfieber,
die Glöckchen stehn, die viele Wege säumen.

Weiß, wie die Unschuld, sind sie aufgeblüht.
Das alte Grün erscheint in neuem Licht.
Der Morgen hat sich früher aus dem Bett bemüht,
bevor die Sonne durch die Wolken bricht.

Der Himmelsbogen ist noch stark verhangen,
von grauen Schwaden, die am Tag verwehen.
Der Winter scheint mit einem Mal vergangen;
der Frühling zeigt sich sanft und morgenschön.

Frühlingsahnung

Quelle: Pinterest
Schon macht der Lenz die Flügel weit
und jagt davon in starkem Sturmwindreigen;
in kühler Luft vergeht die Winterzeit,
und erste Wärme lässt die Knospen treiben.

Noch sitzt die Sonne fern im Haus der Schatten
und Himmelsbläue ist im Grau verhangen;
bald wird im Festtagskleid sie die Natur begatten
und jedes Samens Geist ans Licht gelangen.

Die alten Bäume beugen sich im Winde,
wie im Spalier bereiten sie den Weg,
und die Natur, sie singt dem neuen Kinde
ein Lied, das nur der Ewige Geist versteht.

Wintermärchen

So unberührt und weit, das flache Land,
getaucht in winterkühle Morgendünste.
Die Bäume tragen feierlich ein Festgewand
aus weißem Glitzerflocken-Schneegespinste.
 
Sehe die fernen, letzten Nebel steigen,
die jede Härte mit Verklärung glätten,
und die Natur hüllt sich in kaltes Schweigen,
das wie ein Segen weilt auf Totenbetten.
 
Die Landschaft trägt geduldig ihre Bürde,
ihr eisig Funkeln unter schwachem Glanze.
Die Schöpfung liegt mit königlicher Würde
und ruht sich aus vom warmen Sommertanze.
 
Ruhig schläft das watteweiß verschneite Land,
bis sich mit neuer Lebenskraft der Boden hebt,
bis sich in Menschenherz und Menschenhand
ein zauberhafter Segen Gottes legt.
 
Noch ist es Fantasie, doch kommt die Zeit,
dass jede Seele danach strebt und handelt.
Dann würden nach des Winters Frostigkeit,
die Schatten in ein Frühlingslicht verwandelt.
 

Das Moor

KI-Bild erstellt mit Gemini
Kalt ist es, wo die unwegsamen Moore
eröffnen ihren bodenlosen Grund;

hier sind die Schollen tief und fest vergoren,
wie ein aus Moos und Pflanzen nimmersatter Schlund.

Es riecht nach Fäulnis, und des Torfes Tiefe
liegt vollgesaugt mit Regen dort im Dunst.

Verirrt ist, wen die Nebelgeister riefen,
bis er versinkt in deren Todesbrunst.

Mit Händen fühlte er den Leib gezogen,
je mehr er sich dagegen stemmt, mit Kraft,

bis über ihm die dunklen Wasser wogten,
und tief im Sumpf aus Leichen Mumien macht.

Des Herbstes Wandel

Erstellt mit Google Gemini
Kraftlos sinken sie hernieder,
denn wie bittere Tränen rannen
all des Herbstes kühle Schauer
rauschend durch die dunklen Tannen.

Busch und Bäume, die sich laublos
zitternd zueinander schließen
und morbide mit den Zweigen
winken wie ein letztes Grüßen.

Fort für lange – Abschiednehmen!
Bäume, die das Feld beschirmten,
windzerzaust; die letzten Früchte
fielen, wo das Laub verstürmte.

Zwischen morgendlichen Schwaden
sah man Nebelgeister schwanken,
tanzten hin zum Herrn des Winters,
zwischen abgeblühten Ranken.

Durch die Bäume und die Tiere
wechselten geheime Reden,
denn von Stamm zu Stamme wob
sich die Eiszeit weiße Fäden.

Fern im Nord schon weiße Flocken,
einzeln sah ich sie schon treiben,
um auf weiß gefärbtem Boden
größer werdend hier zu bleiben.

Seufzte nur der Wind, der kalte:
„Ew‘ges Licht im Herzen brenne!
Lass die Tage golden glühen,
dass Mensch Weg und Ziel erkenne.“