Die zarten Tage kehren endlich wieder, an denen die Natur erwacht aus Träumen und über grauem Laub im Frühjahrsfieber, die Glöckchen stehn, die viele Wege säumen.
Weiß, wie die Unschuld, sind sie aufgeblüht. Das alte Grün erscheint in neuem Licht. Der Morgen hat sich früher aus dem Bett bemüht, bevor die Sonne durch die Wolken bricht.
Der Himmelsbogen ist noch stark verhangen, von grauen Schwaden, die am Tag verwehen. Der Winter scheint mit einem Mal vergangen; der Frühling zeigt sich sanft und morgenschön.
Schon macht der Lenz die Flügel weit und jagt davon in starkem Sturmwindreigen; in kühler Luft vergeht die Winterzeit, und erste Wärme lässt die Knospen treiben.
Noch sitzt die Sonne fern im Haus der Schatten und Himmelsbläue ist im Grau verhangen; bald wird im Festtagskleid sie die Natur begatten und jedes Samens Geist ans Licht gelangen.
Die alten Bäume beugen sich im Winde, wie im Spalier bereiten sie den Weg, und die Natur, sie singt dem neuen Kinde ein Lied, das nur der Ewige Geist versteht.
So unberührt und weit, das flache Land, getaucht in winterkühle Morgendünste. Die Bäume tragen feierlich ein Festgewand aus weißem Glitzerflocken-Schneegespinste.
Sehe die fernen, letzten Nebel steigen, die jede Härte mit Verklärung glätten, und die Natur hüllt sich in kaltes Schweigen, das wie ein Segen weilt auf Totenbetten.
Die Landschaft trägt geduldig ihre Bürde, ihr eisig Funkeln unter schwachem Glanze. Die Schöpfung liegt mit königlicher Würde und ruht sich aus vom warmen Sommertanze.
Ruhig schläft das watteweiß verschneite Land, bis sich mit neuer Lebenskraft der Boden hebt, bis sich in Menschenherz und Menschenhand ein zauberhafter Segen Gottes legt.
Noch ist es Fantasie, doch kommt die Zeit, dass jede Seele danach strebt und handelt. Dann würden nach des Winters Frostigkeit, die Schatten in ein Frühlingslicht verwandelt.
Wenn das Laubwerk fällt ist so kühl die Welt. Wie ein letztes Scheiden, ist das bunte Treiben; pendeln sich im Schwingen hin zum Neubeginnen, Blatt für Blatt im Wind.
Ewig neues Leben ist der Schöpfung Streben. Geben, wie die Bäume tragen Frühlingsträume, Ruhezeit und Frieden – Menschen sei’s beschieden, denn der Herbst beginnt.
Balkone brüsten sich gegen die Winde, die bald erzittern in stürmischer Zeit; sie rütteln an Bäumen, Wipfel und Rinde streifen sie eilig, mal rau und mal weich.
Der Staub der Felder, er ist längst verflogen, verwehte im gleißenden Hochsommerlicht, und dort, wo reife Feldfrüchte wogten, sind leer die Schollen mit Stroh vermischt.
Erste Schwalben ziehn Richtung Süden, trennen sich früh von der kargen Natur. Bald werden viele nach Afrika fliegen, folgen dem Flucht-Trieb auf uralter Spur.
Dann wird sie kommen, die Zeit der Raben, als würden sie krächzend Unheil bringen und mit den vom Herbst gefärbten Gaben die Zeit belasten mit unschönen Dingen.
Regengetränktes Herbstlaub wird fallen; der September vergeht, seine Zeit fast verstrichen. Golden, so sei der Oktober uns allen, wenn auch das Grün vielfarbig verblichen!
Die Sonne verstärkt noch einmal ihr Strahlen wie ein letztes Mal für längere Zeit. Mit milderem Licht kann sie herbstlich malen, streift ab das leuchtende Sommerkleid.
Die Wolken treiben anders am Himmel, geballt zieht‘s vorbei, vor Azurblau und Licht. Wie am Meer, so groß ist das Gewimmel, das schneller als sonst zerfließend bricht.
Ein Lila trägt der Aster erstes Blühen als Formation „Verwandlung“ im Gewand, und nach des Windes stürmisch wildem Ziehen, strebt sie als Zögling duftlos ihm voran.
Die Winterheide treibt in Nebelschwaden, in unermüdlich reicher Pracht, und auf noch sommerlich erhellten Pfaden ist längst der Herbst gekommen, über Nacht.
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