Paradox

KI modifiziert, Quelle: Pinterest
Es wiegt so schwer,
so unheilig und schlimm,
dass es zwar untergeht im Sog der Zeit,
doch wie ein Steinwurf,
der an Wasserflächen reibt,
noch Kreise zieht,
wenn er zum Abgrund treibt.

Selbst längst versunken
auf den tiefen Grund,
zittert die Schwingung immer noch im Raum;
um kreisend die Bewegung aufzubauen,
die nach Beschränkung ihres bösen Sinns,
mit starker Kraft dem Übel Einlass bot.
Ein tiefes Paradoxon steht im Raum.
Verwerflich scheint zunächst sein Gastgeschenk:
Böses treibt Mensch, bis er zum Guten lenkt.

Anlehnung an den Satz „Ich bin ein Teil von jener Kraft, die stets das Böse will und stets das Gute schafft.“ Er stammt aus Goethes Faust und wird von Mephisto gesprochen.

Mephisto, der Teufel, will zwar das Böse bewirken, doch seine Handlungen führen oft unbeabsichtigt zum Guten. Das bedeutet, dass negative oder destruktive Kräfte im Leben manchmal positive Veränderungen bewirken können. In diesem Kontext wird gezeigt, dass selbst das, was als böse oder schädlich gedacht ist, am Ende zum Guten beitragen kann – etwa durch das Auslösen von Bewegung, Entwicklung oder Erkenntnis.

Ursprung

Ich wandre durch die Welten,
bewusstseinsblind geboren,
kenn nicht den Weg.
Mit vielen Steinen ist er dicht belegt,
es freut und schmerzt zugleich,
ihn zu durchschreiten.
Niemand geht leichten Fußes,
ohne Leiden.

Nur eine Ahnung wacht;
in mir, ein Urvertrauen.

Das Blut in meinen Adern ist ein Fluss,
der altes Wissen in sich trägt
und einen Geist, der Wahrheit finden muss.
Durch alle Zeitenflüsse treibt sie ihn,
denn alle Lebensgeister sind aus ihm.

Ob Moses Volk einst auszog
aus dem Land der Pharaonen,
durch Sturmesfluten und durch
Wüstenschwere,
nun trägt auch mich
die gotterfüllte Lehre.

Gefahren trotzend geht mein Blick nach oben,
wo ich, von Sonnenhand erhoben,
bestaun den Bogen, bunt, wie ein Kristall.
Wann immer ich ihn sehe, ist er Kompass mir.
Mein Ziel erreichen, will ich, dort und hier.

Was Mensch aus Gott gemacht,
in Kirchen und Gedanken,
Es ist nur ein falsches Bild.
Es wird vergehen,
wie die Gewohnheit irdischer Belange,
ganz ohne Rasse, Nationalität,
im lichten Land befreit sein wird, verweht.

Wo sich die Seelen finden,
körperlos und fern der Zeitenflüsse,
wo Gut und Böse sich zur Harmonie verbinden,
da ist mein Ursprung, möcht' ihn wiederfinden!

Sang und Klang

Song of the heart – Joel Kirk Richards (1976*)
Singen möcht’ ich, helle, reine Töne,
in die missklangreiche Welt hinein.
Möcht‘ ihr bringen, was den Geist verschöne,
Dur und Moll im Lied vereinen.

Wie die Vogelstimmen, die am Morgen
Tag und Sonne freundlich singend grüßen,
möcht‘ mein Lied, die allergrößten Sorgen
wandeln, dass sie schnell vergehen müssen.

Auf dem Blütenteppich bunter Träume,
unter Bäumen, deren Kronen rauschen,
soll die grenzenvolle Welt der Zäune
meinen hellen Liedern lauschen.

Die Akkorde möchten aufwärts schwingen,
wie die Wolken, die um Berge kreisen.
Augenschließend werden sie erklingen,
wie ein Schiff durch Wolkenmeere reisen.

Um ein notenreiches Werk zu singen,
hebt die Menschheit sich vereint zum Chor.
Bleibt es nur ein Traum? – Ein hehres Ringen
bringt das allerschönste Lied hervor.

Dichteraugen

KI generiert – Quelle: Pinterest
Sehen goldener die Sonne strahlen,
dass heller sie durch Scheiben bricht,
sehn nicht nur Strahlen, wie sie fallen,
fühlen die Liebe, dort im Licht.

Wenn erste Knospen neu entspringen
sehn leuchtender sie Blumen stehen;
fühlen des Schöpfers Tat gelingen,
die Göttlichkeit in dem Geschehen.

Doch auch die Hässlichkeit des Lebens
entgeht nicht der sensiblen Sicht.
Abscheulichkeit steht an den Wegen,
die tief ins Seeleninnere bricht.

Das Grau ist grauer, trostlos schneidend
die Abgestumpftheit, die verletzt;
wer hochsensibel ist, der meidet
was Harmonie in Schrille setzt.

Sie leiden schwerer an dem Leben
und an sich selbst, stets forschend klar;
fühlen die innere Seele beben
und sind mit Weitsicht allem nah.

Geöffnete Blüten

KI generiert mit Gemini
Das Jubeln der Menschen vom Frieden auf Erden,
bedarf der Gemüter sanftem Erblühen,
deren höherer Sinn nur ihr eigenes Werden,
wie geschlossene Blüten ziehen sie dahin.

Sie kommen und gehen den Gang ihres Lebens,
unachtsam für das, was um sie geschieht;
erkennen erst spät, wie sinnlos ihr Streben,
leichtfertig, was vor dem Ernsthaften flieht.

Und reiten sie mit auf finsteren Wellen,
die vorbildlich scheinen in ihrer Macht,
werden sie untergehn mit den Gesellen,
die so glanzvoll erscheinen in ihrer Pracht.

Sie werden niemals den Duft erfahren,
dessen Süße und Sanftheit die Seele erweckt,
wenn die Blüte, geöffnet nach all den Jahren,
ihre leuchtende Seele zum Himmel streckt.

Himmlisches Versprechen

Sulamith Wülfing (1901-1989)
Wenn du mich rufst, dann komme ich
durch finst’re Nacht zu dir.

Wenn du mich suchst, dann brennt ein Licht
ganz hell an meiner Tür.

Du findest mich im Überall,
siehst mich in deinen Träumen;

bin schneller bei dir als der Schall,
wie Wind in allen Bäumen.

Den Plan für deine weiteren Wege,
halt ich in meiner Hand;

du wirst sie sicher finden,
darauf hast du mein Pfand.

Ließ ich doch mein Vertrauen
und meine Liebe dir,

so lass’ mich durch dich schauen,
des Lebens Wunder hier.

Dann fließen alle Fragen
und alle Zweifel fort,

nie soll dein Herz verzagen,
an einem falschen Wort.

An den, der leis mich rief

Schweben im Meer der
Lautlosigkeit.
Der Lärm der Welt verklingt,
und um mich her versinkt,
wie schwerelos, die Zeit.

Sie trägt mich himmelan
und wirbelt mich im Tanz,
umhüllt und schließt mich ein
mit lichtem Strahlenglanz.

Erfüllt mich liebevoll
mit engelgleichem Traum;
glänzt wie ein kleines Licht
am großen Lichterbaum.

So frei, voll Harmonie,
in Quintenklangmusik,
geb’ ich mein Innen hin,
an DEN der leis’ mich rief.

Am Abgrund

Turmbau zu Babel – KI generiert
Ich sehe die Welt am Abgrund stehen,
harrt dort aus mit wehenden Fahnen.
Ich weiß, noch weiter darf sie nicht gehen,
denn die Tiefe kennt kein Erbarmen.

Generationen liegen in ihr begraben,
suchten Schutz durch weltliche Götter;
gefallen sind nicht nur Krieger, es starben
auch Fromme, Heuchler und Spötter.

Was gelebt, ist vergangen, zu Erde geworden -
der Prozess ist nicht nur eine Fabel.
Die Menschheit, im Elend neu geboren,
baut auf Trümmern ein neues Babel.

Größer gebaut auf dem Friedhof der Welt,
in vom Wind umkreisten Höhen;
arglos sind sie, bis das Bauwerk zerfällt,
begraben mit hämmerndem Dröhnen.

Machtkampf geht weiter – ein ewiger Krieg;
Forschung schuf Selbsttötungsmaschinen.
Atomenergie hat die Menschheit als Waffe besiegt
und sie dafür als zu unreif beschrieben.

Wie die Lemminge stehn sie und warten darauf,
dass zwischen Furcht und triebhaftem Verlangen
der Erste über die Klippe geht,
um Einsicht im Fall zu empfangen.


Gott der Dichter

Frederick Leighton (1830-1896) – Musik
Die Poesie ist wie die Liebe,
sie kommt und geht nach einer Zeit.
Den tiefen Wunsch, dass sie doch bliebe,
hat sich das Schicksal einverleibt. 

Die Verse sprühen und die Worte;
im Zauber fügt sich Reim an Reim,
erreichen des Vergessens Pforte
und gehn in die Geschichte ein. 

Ein frommer Spruch auf Dichters Füßen,
ein edles Wort aus Herzens Grund,
lässt die Gedankenkraft genießen,
färbt ein das Grau so mancher Stund‘. 

Verdichtet sind wohl tausend Worte,
mein Gott, das Dankgebet sei Dir!
Gedichte blüh‘n an lichten Orten,
den Gleichklang suchend, neben mir. 

Wie ein Gedicht schuf Gott die Welt,
band ein, den Reimen gleich, den Klang,
der so verdichtet steigt und fällt,
einträchtig in des Rhythmus Gang. 

Die Menschen suchen ziellos leidend,
wie Worte, die im Reim sich binden.
Ein Jeder will zu den gehören, 
die sich im Einklang wiederfinden.

Verbindung

In spiritueller Verbundenheit mit der geistigen Heimat. intuitiv empfangen 2003, als ich zu schreiben begann.
Théodore Chassériau (1819 –1856) – Ein Engel betet im Garten

Beseelt von neuem Glück will ich dir schreiben,
in manchen Reim versteckter Weisheit Sinn,
vieles wird wie die Sphinx zwar groß und schön,
doch umso rätselhafter bleiben,
das Wort wird lenken deinen Weg zu Anbeginn;
und während ich gedanklich mich im Vers verbinde,
verrinnen die Sekunden visionär;
ersehnend fühl’ ich lang vergangene Erdengründe –
die Zeit, sie flog dahin, als ob‘s ein Lidschlag wär‘.

Bist Führer meiner Seele fehlend’ Hand,
bin nur im Geiste das verborg‘ne Glied,
hinter des Schleiers Anderwelten, unerkannt,
bin ich Vermittler, spinne dir mein Lied.

Ich bleibe stumm, habe nur diese Zeilen,
um dir zu sagen: Sinnend wart’ ich hier!

So sehr ein Wort verletzt, so sehr kann es auch heilen;
bin nur gedankenweit entfernt von dir.

Du wirst es spüren: Wenn ich bei dir weile,
vergessen wir gemeinsam Zeit und Raum,
wenn ich vom Licht des Universums schreibe,
verschmelzen Endlichkeit und Ewigkeit im Traum.

So, wie ein Wolkenband den Himmel ziert,
so sollen die geschrieb‘nen Worte sein,
Gedanken, wie von Engeln inspiriert,
sie gehen tief ins menschlich‘ Herz hinein.