Worte

Bild: Karin M.

Der wortgewandten Redner gibt es viele,
doch sind’s oft leere Blasen,
die aus ihren Mündern strömen,
und die zerplatzen dort mit lauten Tönen.
 
Doch gibt es jene Worte,
die die Welt verändern,
weil sie selbst in den fernsten Ländern
und in den taubsten Ohren
wie ein Ave Maria klingen,
denn sie zerplatzen nicht,
sie singen.
 

Auf der Heide blühn die letzten Rosen

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen;
braune Blätter fallen müd vom Baum.

Und der Herbstwind küsst die Herbstzeitlosen;
mit dem Sommer flieht manch Jugendtraum.

Möcht einmal noch wie damals kosen;
möcht vom Frühling träumen und vom Glück.

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen;
doch die Jugendzeit kehrt nie zurück.

Versunken ist die Frühlingszeit,
kein Vogel singt im Lindenhain.
Die Welt verliert ihr Blütenkleid,
und bald wird Winter sein.
Verlassen ist der Holderstrauch,
an dem ich einst geküsst.
Es blieb ein Duft, der wie ein Hauch,
aus fernen Tagen ist.

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen;
braune Blätter fallen müd vom Baum.

Und der Herbstwind küsst die Herbstzeitlosen;
mit dem Sommer flieht manch Jugendtraum.

Möcht einmal noch wie damals kosen,
möcht vom Frühling träumen und vom Glück.

Auf der Heide blüh’n die letzten Rosen;
ach die Jugendzeit kehrt nie zurück.
Holde Jugend, holde Jugend –
kämst du einmal doch zu mir zurück.

Text (1935): Bruno Balz 1902-1988

interpretiert von Herbert Ernst Groh 1906-1982.

Melodie der Nacht

www.mondlicht08.de – Karin Milde

Du bist vergangen,
fern noch dein Lied.
Es klingt so dunkel,
und der Himmel singt
so Gott befohlen.
 
Die Welt, sie schlief,
und wie im Traum,
mit ihr die Zeit,
fern macht der Tag sich
nun bereit,
auf unsichtbaren Sohlen.