Kinder des Lichts

Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

Wie ein See, mit tausend Glitzerwellen,
spiegeln sich Himmel, sternenfunkelnd,
wo des Lichtes unbekannte Quellen,
strömen zu den Taten, die verdunkelnd,
in den leidgeprüften Unbelehrten,
den von Hass Gequälten, tief Gesunkenen,
die sich falschen Lehren nicht erwehrten,
die an Mächte dunkler Welt Gebundenen.

Schwere Lügen und Gewalt vereint,
Schuld, verband sie und die Lust
liegt auf ihnen, dicht und schwer wie Stein.
Dämonisch schlägt das Herz in ihrer Brust.

Freuden dieser Welt darfst du nicht trauen,
reich Ihm die Hand, der übers Wasser lief.
Dein Auge sei in Seinen, mit Vertrauen,
hör, wie Er lang schon deinen Namen rief.

Schau nicht zurück! Das schönste Glück auf Erden
ist nichts, nur Last, wie Lust und Geld.
Drum mach dich frei, nur dann kann Liebe werden,
wenn Er die Schatten nimmt, den Kindern dieser Welt.

Neue Wege

Quelle: Pinterest
Ein Labyrinth gleicht unserem Leben,
von Hindernissen oft gefüllt,
als ob es keinen Ausweg gäbe,
stehen wir vor der Barrieren Bild.
 
Wir rennen an gegen die Steine,
die sich in unseren Alltag legen,
sind mutlos, wenn die müden Beine
nicht Schritt halten auf unseren Wegen.
 
Nach langen Märschen ohne Ziel
müssen wir oftmals eingestehn,
dass wir in unserem Lebensspiel
uns manchmal nur im Kreise drehn.
 
Wir irren durch den Lebensgarten,
wie durch ein Dunkel ohne Licht;
sehn nicht die Wunder, die dort warten,
und neue Wege gehn wir nicht.
 
Es gilt, das Alte aufzugeben,
will man das Bessere ergründen;
mit Gottvertrau‘n wird man im Leben
auch seinen Seelenfrieden finden.

Hilferuf

Bild von Gianni Crestani auf Pixabay
Es wirkt so wundersam vollkommen,
wie mich das Schicksalsrad geprägt,
wie es die Sorgen hat genommen
und mir den Rücken hat gestählt.

Ein jeder Schritt, den ich einst machte,
der mich hinabriß in den Schmutz,
war einer, der mich dazu brachte,
zu glauben, an den Gottesschutz.

Als mich mein Handeln tiefer zerrte,
und ich mich in mir selbst verlor,
da klang etwas, was aufbegehrte,
so wie ein Hilfeschrei empor.

Denn meine Seele blieb nicht stumm,
wie sie es jahrelang getan;
es füllte sich ein Vakuum
mit Hoffnung, die nicht schweigen kann.

Ich fand die Tür, die angelehnte,
die Flucht mir bot, aus Schmutz und Sumpf,
war überrascht, als ich sie wähnte;
der Ausweg war der größte Trumpf.

Ich sah das Himmelblau und Wolken
nach langer Zeit zum ersten Mal;
niemals werd‘ ich den Tag bereuen,
als ich erlöst war von der Qual.

Allgegenwärtig

Blick aus dem Fenster – Franz Skarbina (1849-1910)
So still in mir! 
Keine Gedanken, die bleiben,
sie treiben dahin, temporäre Gebilde,
ohne tieferen Sinn.

Ich kann sie nicht fassen
und verhindern ihr Gehen,
sie treiben im Kopf durch sinnende Gassen
und bleiben nicht stehen.

Will nach ihnen greifen,
doch tieferes Schweifen bringt keinen Gewinn.
Ein Schürfen nach Wertvollem,
schwer und gewichtig,
allemal richtig
und erfüllend im Sinn.

Es fehlt mir das Licht,
das im Strahlen verkündet:
„ICH BIN immer da.“,
dem Vertrauen ich schenke,
dessen Worte ich denke,
in der Stille, fürwahr.

Sonnenfeuer

Sir John Everett Millais (1829-1896)

Die Frühlingsluft tanzt durch die Gärten,
vermählt sich fröhlich mit dem Wind,

umhüllt mit einem weichen Wehen,
den Weltschmerz, wie ein kleines Kind.

Die Sonne zaubert hehres Leuchten
voll Freude in des Tages Zeiten,

und Himmelsfrieden lässt den Lärm
des Alltags in die Dünste gleiten.

Ihr Heerschar himmlischer Gewalten,
die ihr dem Schöpfer dienend schafft,

entzündet in den Menschenherzen,
des Abends eure Sonnenkraft!

Und jedes Herz, vom Glanz erhellt,
getröstet, wird sein Leid verstehen,

drum muss es abends stille sein,
dann kann der Schmerz der Welt vergehen.

Glorienglanz

Quelle: Pinterest
Alt verklärt sind all die Bücher,
wie mit einem Glorienglanze,
die, wie viele Andachts-Kerzen
flammend auf Altären tanzen.

Durch die hart bestuhlten Reihen
wallen Nebel, die sich lichten,
Weihrauch in den Kerzenflammen
sich in den Gemütern dichten.

Frische Sträuße, deren Blumen
auf den Opfertischen blühen,
und den Zauber des Vergehens
über die Gemüter sprühen.

Heiliger und reiner Schimmer,
der durch bleiverglaste Fenster,
Ros’ und Lilien in den Bildern,
frommen letzte Taggespenster.

Sanft gebückt kniet auf den Stufen,
ganz versenkt in tiefes Sinnen,
am Altar, wie Gott befohlen,
im Gewand aus weißem Linnen,

Gott geweiht durch Geist und Weihe,
jung, ein Mann. Er lauscht dem Singen,
aus den Kehlen eines Chores
die ihm sanft, wie Engel klingen.

Auf dem Antlitz war ein Feuer,
zart das Rot auf Stirn und Wangen,
so, als wäre die Erleuchtung
ihm im Herzen aufgegangen.

Und ein Strahl der Frühlingssonne
glitt hinein in das Geschehen,
ließ ums Haupt des jungen Priesters
einen Glorienglanz entstehen.


Der All-Eine

Keltischer Knoten – Quelle: Pinterest

Du löst die Knoten, entwirrst das Verflechten,
vollziehst das Naturgesetz zum stets Gerechten,
malst Bilder aus farbigen Schicksalsfäden,
die der Menschheit mit auf den Weg gegeben.

Solange wir träumen, sind wir die Geführten,
als Körper und Sinne die Freiheit spürten;
doch in all unseren tiefsten Daseinsträumen
entwachsen wir langsam den Erdenräumen.
Wir halten die Fäden in eigenen Händen,
die schicksalhaft sich zum Richtigen wenden.

Schau näher hin, sind es wirklich Deine?
Hinter dem, was du tust, steht doch stets der All-Eine!

Dein Segen

Betende Hände – Albrecht Dürer (1471-1528)
Herr, es ist Dein hoher Wille,
Sturm und Stille, Licht und Regen
und die Kraft der Lebenstriebe
uns zu schenken, all den Segen.

Danken möchte ich für alles,
was Du für mich hast bereitet,
weil Du Dein erleuchtend’ Licht
über alle Fehler breitest.

Schirmst mich ab vor Trug zum Schutze,
wie sich Baumeskronen breiten,
über mir, ihr grün Geäst,
das die Vögelchen durchstreifen.

Wird der Tod vorüberschreiten,
werden sie im Geist Gefährten,
die mir lichte Wege zeigen
hin zum Ziel, dem traumverklärten.

Suche nach Glück

Die Nacht kommt und die Stimmen flüstern. 
Hört niemand, wie die Seelen schreien?
Die Gegenwart verklärt den Blick im Düstern,
lässt Kopfsteinpflaster wie magnetisch sein.

Verbunden sind die Leiber der Verstreuten,
die nächtens angezogen auf die Suche gehen.
Verhallter Klang der Schritte – sie bereuten,
die falschen Zeichen noch am Tag zu sehen.

Sie suchen Hoffnung mit und in den Allen;
die wälzt sich schlaflos in vertaner Zeit.
Die immer noch der Illusion verfallen,
ziehen mit der Sehnsucht in die Dunkelheit.

Im Schein der Lichter glänzt das alte Pflaster,
das unter vielen Füßen schon begangen;
es trägt des Lebens Freud- und Leid-Desaster,
der Nächte ungestilltes Glücksverlangen.

Gottvertrauen

William Adolph Bouguereau 1825-1905

Wie lieb spinnst Du so leise
von meines Lebens Glück,
so klug versprichst Du weise
mir glückliches Geschick.
 
Soll’n scheiden sich die Geister
aus der Vergangenheit,
stehst Du als Lebensmeister
mir zukünftig bereit.
 
Wirst meinen Weg begleiten,
trägst mich mit starker Hand;
Du wirst mich schützend leiten,
ins unbekannte Land.
 
Ich werde staunend schauen,
Dir danken im Gebet,
wenn altes Gottvertrauen
durch meine Seele geht.