Blick nach oben

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Heimatland, so wie im Traum
bist du immerzu in mir,
alles, wie von Gott getrieben,
bringt mein müdes Herz zu dir.

Treib, so wie auf Engelsschwingen,
durch den Raum der Eitelkeiten;
schau, wie all die Menschen ringen,
ihn mit Eifer zu bestreiten.

Sei kein Schaf in einer Herde,
peile an, dein Ziel, allein,
und der Weg, der in dir werde,
wird stets hoffnungsvoll dir sein.

Vielen fremd scheint dies Bestreben.
Erdgebunden, sehnsuchtslos,
wandeln sie den Weg durchs Leben,
nur ihr Ego macht sie groß.

Vernehmen nicht das zarte Schwingen,
wie’s heimlich jede Seele stimmt.
Sie hören nur die grellen Stimmen,
was mir die Luft zum Atmen nimmt.

Tröstlich vertraut

Es gibt Tage, da sieht man die Schatten nicht,
da blendet die Hoffnung mit leuchtendem Licht;

dann gibt es welche, die Bilder zeigen,
von einer Zukunft unter blühenden Zweigen;

völlig losgelöst vom weltlichen Zwang,
dreht sich die Uhr der Zeit wie im Traum alsdann.

Dann gibt es Tage, wie Blei so schwer;
man fühlt den Sinn und die Freude nicht mehr.

Sorgen zerren dann, mit fordernder Hand,
Angst erdrückt, wo vorher Vertrauen bestand.

Blei verbindet Glas im Fenster zum Licht,
damit es in Schönheit ins Heiligtum bricht.

Wie ein Tempel soll der Ort der Seele sein,
der erleuchtete Geist den Alltag erfreuen.

Mit leichteren Flügeln schwebt jeder Schritt,
wie ein windiges Segel nimmt es uns mit,

und ehe der Weg sich ins Niemandsland zweigt,
sieht man das Ziel, das sich am Horizont zeigt:

Nur grünende Zweige hat man geschaut,
die wie Knospen erblühn, wo es morgentlich blaut -
so tröstlich vertraut.

Ausstrahlung

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Ein klein bisschen größer werden -
Wachstum kann beginnen,
wie der neue Tag beginnt,
frei von falschen Sinnen.

Wie der Wein am Rebstock reift,
süß, in vollen Trauben,
muss der Mensch, bis er vergeht,
Reifezeit erlauben.

Unvollkommenheiten gehen,
danach muss er streben.
Klingt wie ein gesuchter Ton,
abgestimmt zum Leben.

Vor dem Morgen keine Angst,
positiv und heiter,
Disziplin und Weltverstehen
helfen täglich weiter.

Lächeln – wenn der Zug auch kommt,
auf der Strecke bleiben.
Wenn der Schatten näherkommt,
Licht des Geistes zeigen.

Wir sind Menschen, allesamt,
gottvoll gehn wir weiter;
nimmt das Dunkle überhand,
strahlt die Hoffnung heiter.

Stark – in vollem Gottvertrauen
niemals dunkler werden,
hart ist die Lektion alsdann,
strahlend sein auf Erden.

Verbotene Sehnsucht

So, wie die Schwalben ohne Rast,
zu segeln durch die Lüfte,

ganz sinnerfüllt, fern aller Last,
durch alle Daseinsklüfte.

Oh, wie du lockst, du weite Welt,
mit Schönheit und mit Leben!

Der ferne Stern am Himmelszelt,
will meine Sehnsucht regen.

Wie leide ich an meiner Ruh’
in abgeschiedenen Welten;

so hör mich rufen, laut: „Nur Du
kannst meiner Seele helfen!"

Wollt’ nahe sein, nur Dir, mein Herz,
zu opfern Dir mein Leben,

dass Einsamkeit mir wird zum Schmerz,
bitt’ ich Dich zu vergeben.

Nenn nicht als Sünde meinen Drang
des Daseins Sinn zu üben,

folg’ trotzdem Dir ein Leben lang,
gib meiner Seele Frieden.

Kinder des Lichts

Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

Wie ein See, mit tausend Glitzerwellen,
spiegeln sich Himmel, sternenfunkelnd,
wo des Lichtes unbekannte Quellen,
strömen zu den Taten, die verdunkelnd,
in den leidgeprüften Unbelehrten,
den von Hass Gequälten, tief Gesunkenen,
die sich falschen Lehren nicht erwehrten,
die an Mächte dunkler Welt Gebundenen.

Schwere Lügen und Gewalt vereint,
Schuld, verband sie und die Lust
liegt auf ihnen, dicht und schwer wie Stein.
Dämonisch schlägt das Herz in ihrer Brust.

Freuden dieser Welt darfst du nicht trauen,
reich Ihm die Hand, der übers Wasser lief.
Dein Auge sei in Seinen, mit Vertrauen,
hör, wie Er lang schon deinen Namen rief.

Schau nicht zurück! Das schönste Glück auf Erden
ist nichts, nur Last, wie Lust und Geld.
Drum mach dich frei, nur dann kann Liebe werden,
wenn Er die Schatten nimmt, den Kindern dieser Welt.

Neue Wege

Quelle: Pinterest
Ein Labyrinth gleicht unserem Leben,
von Hindernissen oft gefüllt,
als ob es keinen Ausweg gäbe,
stehen wir vor der Barrieren Bild.
 
Wir rennen an gegen die Steine,
die sich in unseren Alltag legen,
sind mutlos, wenn die müden Beine
nicht Schritt halten auf unseren Wegen.
 
Nach langen Märschen ohne Ziel
müssen wir oftmals eingestehn,
dass wir in unserem Lebensspiel
uns manchmal nur im Kreise drehn.
 
Wir irren durch den Lebensgarten,
wie durch ein Dunkel ohne Licht;
sehn nicht die Wunder, die dort warten,
und neue Wege gehn wir nicht.
 
Es gilt, das Alte aufzugeben,
will man das Bessere ergründen;
mit Gottvertrau‘n wird man im Leben
auch seinen Seelenfrieden finden.

Hilferuf

Bild von Gianni Crestani auf Pixabay
Es wirkt so wundersam vollkommen,
wie mich das Schicksalsrad geprägt,
wie es die Sorgen hat genommen
und mir den Rücken hat gestählt.

Ein jeder Schritt, den ich einst machte,
der mich hinabriß in den Schmutz,
war einer, der mich dazu brachte,
zu glauben, an den Gottesschutz.

Als mich mein Handeln tiefer zerrte,
und ich mich in mir selbst verlor,
da klang etwas, was aufbegehrte,
so wie ein Hilfeschrei empor.

Denn meine Seele blieb nicht stumm,
wie sie es jahrelang getan;
es füllte sich ein Vakuum
mit Hoffnung, die nicht schweigen kann.

Ich fand die Tür, die angelehnte,
die Flucht mir bot, aus Schmutz und Sumpf,
war überrascht, als ich sie wähnte;
der Ausweg war der größte Trumpf.

Ich sah das Himmelblau und Wolken
nach langer Zeit zum ersten Mal;
niemals werd‘ ich den Tag bereuen,
als ich erlöst war von der Qual.

Allgegenwärtig

Blick aus dem Fenster – Franz Skarbina (1849-1910)
So still in mir! 
Keine Gedanken, die bleiben,
sie treiben dahin, temporäre Gebilde,
ohne tieferen Sinn.

Ich kann sie nicht fassen
und verhindern ihr Gehen,
sie treiben im Kopf durch sinnende Gassen
und bleiben nicht stehen.

Will nach ihnen greifen,
doch tieferes Schweifen bringt keinen Gewinn.
Ein Schürfen nach Wertvollem,
schwer und gewichtig,
allemal richtig
und erfüllend im Sinn.

Es fehlt mir das Licht,
das im Strahlen verkündet:
„ICH BIN immer da.“,
dem Vertrauen ich schenke,
dessen Worte ich denke,
in der Stille, fürwahr.

Sonnenfeuer

Sir John Everett Millais (1829-1896)

Die Frühlingsluft tanzt durch die Gärten,
vermählt sich fröhlich mit dem Wind,

umhüllt mit einem weichen Wehen,
den Weltschmerz, wie ein kleines Kind.

Die Sonne zaubert hehres Leuchten
voll Freude in des Tages Zeiten,

und Himmelsfrieden lässt den Lärm
des Alltags in die Dünste gleiten.

Ihr Heerschar himmlischer Gewalten,
die ihr dem Schöpfer dienend schafft,

entzündet in den Menschenherzen,
des Abends eure Sonnenkraft!

Und jedes Herz, vom Glanz erhellt,
getröstet, wird sein Leid verstehen,

drum muss es abends stille sein,
dann kann der Schmerz der Welt vergehen.

Glorienglanz

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Alt verklärt sind all die Bücher,
wie mit einem Glorienglanze,
die, wie viele Andachts-Kerzen
flammend auf Altären tanzen.

Durch die hart bestuhlten Reihen
wallen Nebel, die sich lichten,
Weihrauch in den Kerzenflammen
sich in den Gemütern dichten.

Frische Sträuße, deren Blumen
auf den Opfertischen blühen,
und den Zauber des Vergehens
über die Gemüter sprühen.

Heiliger und reiner Schimmer,
der durch bleiverglaste Fenster,
Ros’ und Lilien in den Bildern,
frommen letzte Taggespenster.

Sanft gebückt kniet auf den Stufen,
ganz versenkt in tiefes Sinnen,
am Altar, wie Gott befohlen,
im Gewand aus weißem Linnen,

Gott geweiht durch Geist und Weihe,
jung, ein Mann. Er lauscht dem Singen,
aus den Kehlen eines Chores
die ihm sanft, wie Engel klingen.

Auf dem Antlitz war ein Feuer,
zart das Rot auf Stirn und Wangen,
so, als wäre die Erleuchtung
ihm im Herzen aufgegangen.

Und ein Strahl der Frühlingssonne
glitt hinein in das Geschehen,
ließ ums Haupt des jungen Priesters
einen Glorienglanz entstehen.