Mystik, Metaphysik

Und wenn sie nicht gestorben sind…“ – Hoffnung auf Unsterblichkeit

Sulamit Wülfing 1901 -1989, -Die unsterbliche Seele

Wenn ein menschlicher Geist hier auf der Erde inkarniert, dann ist es so, als würde er sich in die Fessel der Unfreiheit begeben, wobei sein wahres Ich, als ein Teil seines Wesens, jenseits der menschlichen Wahrnehmung verbleibt. Mit der Geburt ist er in seiner Körperlichkeit gefangen. Dadurch gehen ihm Teile seiner Fähigkeiten verloren, d. h. sie sind zwar latent vorhanden, können aber im Laufe des Lebens nur zum Teil neu erweckt werden.

Der Kampf zwischen Licht und Dunkel und der trennende Schnitt der Scheidung, gehen durch alles was lebt. Jeder Mensch trägt Seelenanteile vieler Leben in sich. Vor Urzeiten, als der mächtige Geist seine Macht missbrauchte und aus der Harmonie das Chaos erschuf, sind viele Wesen verzaubert und in die Materie gebannt worden. Die Geister können erlöst werden, durch die Arbeit an der Welt und am Nächsten, damit die Menschenkinder*) zurückkehren können. Es ist wie die Versteinerung im Märchen, die nur durch ein Erlösungswort oder bestimmte Taten rückgängig gemacht werden kann. Immer ist es die Liebe, die die Krusten aufbricht und den wahren Seelenkern zum Vorschein bringt.

*)Psalm 90.3: Du lässt den Menschen zum Staub zurückkehren und sprichst: Kehrt zurück, ihr Menschenkinder!

Im großen Zusammenhang stehend ist alles verbunden; selbst das Kleinste im großen Gefüge kann eine tragende Rolle spielen, denn zur vollen Harmonie bedarf es auch des geringsten Klanges.

Der Heilige Geist ist keine Person, sondern die Liebe Gottes, die uns nicht nur mit Leben erfüllt, sondern auch treibende Kraft in uns ist. Liebe, Glaube und Hoffnung sollten diese Welt begeistern. Ohne die Liebe würde die Welt und der Mensch zugrunde gehen. Und es ist ganz gleich in welcher Form und von wem sie uns gegeben wird, wir erkennen darin immer Gottes Gesicht. ER offenbart sich durch alles, durch Mineralien, Energien, Pflanzen, Tiere und durch den Menschen, eben durch alles was ist, d. h. nicht nur im Lebendigen. Farben und Töne, Ideen und Gedanken, Worte und Zahlen, chemische, mathematische und physikalische Gesetze, Atome und Himmelskörper, all das sind göttliche Offenbarungen. Welcher Bewusstseinsstufe entsprechen wir selbst auf der Jakobsleiter? Die tieferen Zusammenhänge verstehen, bedeutet nicht nur Reifeprozess und innere Entwicklung, sondern letztendlich auch Selbsterkenntnis = Gotteserkenntnis.

Es war einmal vor langer, langer Zeit, als die Menschheit noch annähernd glücklich war. Das klingt wie ein Märchen und so ist es leider auch. Die Naturvölker lebten Jahrtausende lang in kosmischer Verbundenheit, aber sie waren niemals zufrieden mit dem was sie hatten. So zeigt es sich auch im Bild von Adam und Eva im Paradies. Die Gier nach mehr ist in jedem Menschen vorhanden, und die Neugier nach Verborgenem ist der Motor des Fortschrittes und der Entwicklung.

Die vielen wissenschaftlichen und technischen Errungenschaften unserer Zeit bringt der Welt der Vielfalt keine Zufriedenheit. Wissenschaft, Politik und Medien wollen uns weismachen, dass wir auf unsere technischen Errungenschaften stolz sein können. Kamen sie nicht allesamt, wie von Gott gegeben, zur rechten Zeit? Anstatt sich über das, was man hat, zu freuen und es mit anderen, die weniger haben, zu teilen, giert man immer mehr nach Macht, rüstet auf und uniformiert sich entweder beim Militär oder in der Modewelt, ertränkt seinen Frust im Alkohol, oder flieht mittels neuzeitlicher Drogen, wie TV und Computer, kurzzeitig in eine Scheinwelt. Trotzdem bleibt man im Seeleninnern leer und alleine.

Der Mensch gewann Wissen und Zivilisation, vergaß jedoch seine kosmische Verbundenheit. Wie lebt es sich im Reich der geistig Toten, wo nicht Gottesliebe, sondern Geld die Welt reGIERT? Dadurch ist Mutter Erde – ‚die Himmelskönigin‘ ins Ungleichgewicht geraten, und Satan, der ‚Herr der Welt‘, verlangt nach einem Ausgleich. Je mehr wir erhalten, desto höher wird der Preis sein. Die Bewusstseinsstufe der Menschheit befindet sich im Erdgeschoss, weit entfernt von der himmlischen Glückseligkeit. Nimmt man die Bewusstseinsstufen als Maßstab, so schauen wir in die Abgründe der menschlichen Rasse hinein.

Früher kannte man Mord und Totschlag, Krieg und Ausbeutung nur aus den Geschichtsbüchern. Heute sind die Medien voll von diesen Nachrichten. Die Welt ist klein geworden, die grausamen Bilder des Weltgeschehens sollten uns die Augen öffnen. Das sind nicht nur Bilder, sondern Dinge, die tatsächlich geschehen, Tag für Tag. Wir können dies ändern, indem wir uns selbst ändern.

Rudi Berner hat sie in seinem Buch ‚Auf ein Wort‘ präzise benannt:

„Krieg, Folter, Massenmord und Totschlag – soweit man in den Geschichtsbüchern zurückblättert; Verhungern, Krankheit, Seuchen bei Mensch und Tier; Ozonalarm, Smogalarm, Natur- und Umweltkatastrophen nie gekannten Ausmaßes – und es wird immer schlimmer; kranke Monokulturen in der Landwirtschaft, grausamste Massentierhaltung, Tiertransporte und Abschlachtung; Atemwegserkrankungen, Abgase, Verkehrschaos, Reaktorunfälle und Pannen – und das meiste wird verschwiegen; Waffenhandel, Lüge, Betrug, Korruption, Profitgier – an allen Ecken und Enden; Hypotheken, Zinslast, Staatsverschuldungen – in nie da gewesener Höhe; Selbstmorde, Allergien, Aggressionen, massive Schlafstörungen, Phobien, Manien, Depressionen – mit rapid ansteigenden Kurven; Rassenhass, Skinheads, Terror von Links und Rechts, immer mehr korrupte Politiker, Religionsfanatiker, heuchlerische Kirchen und Sekten; nahezu vollkommene Abhängigkeit von Mikrochips und Magnetkarten, elektronische Verblödung, Genmanipulation – und das ist erst der Anfang; permanente Angst um den Arbeitsplatz, Stress, Hektik, rote Zahlen; Drogenkonsum, Mafia, Prostitution, Menschenhandel; steigende sexuelle Perversionen, Kinderschändung, Gewalt- und Horrorfilme – rund um die Uhr; Angst vor dem Altwerden, Pflegenotstand, zerrissene Familien, Jugendarbeitslosigkeit, kaputte Kinder, Marken-Zwang bei Kleidung und Gebrauchsgegenständen, Dauerwerbung, Schulstress, Notendruck, Amokläufe, Selbstmorde; Modepüppchen, Abtreibungswahnsinn, Magersucht und Bulimie; gnadenlose Ausbeutung der Erde, Umweltverschmutzung, Giftmüllskandale, Ölpest, Müllberge, Wegwerf- und Spaßgesellschaft, Bruttosozialprodukt, Konsumterror, kaufen, kaufen, kaufen – sonst verlieren wir den Arbeitsplatz; zum Platzen aufgeblähte Großstädte, Ghettos, Kinderarbeit, Müllmenschen, Slums, Mietskasernen, Mietwucher, Ausbeutung, Steuerlast, Bodenspekulanten – jeder Quadratmeter ist verkauft; Großfinanz, Aktienwahnsinn, Globalisierung, Zentralisierung, mehr und mehr Kontrolle und Überwachung; Handys, Sendemasten, Satelliten – Rundumbestrahlung vom Feinsten etc.“

Gewiss ist das erschreckend. Aber es sind hier noch nicht alle negativen Dinge erwähnt. Ich möchte noch einen wichtigen Punkt hinzufügen: die BeGEISTERung, mit der sich die Menschheit neue Götzen erschafft, wie zum Beispiel im Sport und in der Musik- und Filmbranche. Es gruselt mich total, wenn man einen Sportler zum Helden erklärt, wie das heutzutage der Fall ist. Ein Sportler spielt für seinen Verein und für sein Bankkonto. Das sind die hochdotierten Gladiatoren der Neuzeit, die neuen Götter!

Vielleicht denke ich falsch? Immer mehr empfinde ich rein weltliche Ansichten als Belastung, und ich frage mich, wohin all diese Errungenschaften führen werden. Dann möchte ich wieder Kind sein und sehne mich nach meinen Märchenbüchern zurück. Da gab es alte Geschichten von Gut und Böse, aber am Ende siegte immer das Gute. Kinder erleben Märchen und Mythen mit ihren Geheimnissen völlig ohne Vorurteile. Wahrheit spricht eine einfache Sprache. Wir Erwachsenen haben verlernt, sie zu verstehen. Die Stimme der Wissenschaften ist oft zu laut und das Leben lockt mit weltlichen Dingen. Deshalb müssen wir wieder so werden wie die Kinder und unsere Herzen und Ohren dafür öffnen.

Wie in den alten Geschichten und Märchen kann nur die Liebe die Erstarrung durchbrechen und erlösen. Nur die Liebe kann Erlösung bringen, durch die die hässliche Gestalt des Verzauberten von ihm abfällt und ihn befreit, damit hinter der zerbrochenen Schale der alte Glanz hervorstrahlt, den alle Menschen in sich tragen, auch wenn sie sich hinter ihren weltlichen Masken aufführen wie blutrünstige Bestien.

Mystik ist für mich etwas, was im Verborgenen geschieht – das Geheimnisvolle in unserem Leben. Sie ist der Pfad, auf dem der, der vorurteilsfrei und vertrauensvoll darauf wandelt, Diesseits und Jenseits erfahren kann. Wenn man lernt, in die Dinge hineinzuschauen, erfährt man eine neue Welt und man erfährt viel über sich selbst. Das ist mit ‚Esoterik‘ gemeint: Das Göttliche in sich selbst finden, jedoch nicht die New Age Ansicht, dass jeder Mensch Gott sei. Ein Mensch kann nur tote Dinge erschaffen, Gott erschafft lebendige.

Wozu gehört die Metaphysik? In den Bereich Vernunft oder zur Mystik? Wikipedia sagt: Sie ist eine Lehre, die sich mit den nicht erfahrbaren und nicht erkennbaren Dingen des Seins beschäftigt.

Wie nützlich ist eine Wissenschaft über Dinge, die man weder erfahren noch erkennen kann, weil der Verstand die größte Hürde für diese Erkenntnis ist? Das nennt man dann ‚Abgrenzung aus Vernunftsgründen‘. Die Ratio ist in diesem Fall sehr hinderlich, weil sie eine Öffnung in diese Richtung nicht zulässt.

Steht nicht schon in der Bibel, erst kommt das Natürliche, dann erst das Geistige? Wenn wir alle diesen „Himmel“ bereits in uns tragen, dann ist das Wort „Metaphysik“ mit „jenseitig des Natürlichen“, irreführend erklärt. Wir alle haben die Macht zur Wandlung, als christliche Erlösungsgabe, mit auf den Weg bekommen. Daran kann man glauben oder nicht. Glauben ist eine subjektive, sehr intime Angelegenheit. Für mich ist Gott viel mehr, als nur eine Idee; für mich ist Gott Erfahrung, wie auch das Wissen um eine jenseitige Welt hinter dem „verschleierten Bild zu Sais“ für mich Erfahrung ist. Denn manchmal hebt Gott selbst den Schleier, und uns werden Dinge zuteil, die wahre Geschenke sind und nicht mit Geld zu beziffern. Aber er gibt nur dem, dessen Bewusstsein dafür aufnahmebereit ist.

Es ist wie im Märchen oder in dieser biblischen Geschichte: Ein Dornbusch brennt, für jedes Auge sichtbar, doch tatsächlich verbrennt er nicht, sondern existiert weiter. Unser Leben ist an Raum und Zeit gebunden, trotzdem gehören wir auch zum Bereich der Ewigkeit. Wie kann der menschliche Verstand lernen, dass beides im Grunde eine Einheit ist?!

Wenn wir uns dieser, für uns unsichtbaren Welt, öffnen, müssen wir einsehen, dass sie das Fundament für jede andere Seinsmöglichkeit ist. Was für uns im Nichts, im Unmöglichen und Undenkbaren liegt, ist in Wirklichkeit ALLES. Es bildet die Grundlage für das Sichtbare und Begreifbare.

Zitat Friedrich Weinreb: „Wissen, dass Gott IST; begreifen, dass er ihm den Weg und die Wahrheit zeigt, ja, dass erst darin das Leben IST, das also heißt Mensch sein im Bilde Gottes, das ist der alles erfüllende, ewige Mensch in allen Welten. Könnte denn Gottes Ebenbild zu etwas anderem berufen sein als zu ewigem, sinnvollem, strahlendem, freudigem Sein?“

In Kants „Kritik der Urteilskraft“ gibt er selbst Hoffnung auf Unsterblichkeit. Gibt es jenseits der menschlichen Wahrnehmung noch eine andere, geistige Welt?
Die Metaphysik beschäftigt sich mit Spekulationen, bei denen Erfahrungen außen vor bleiben. Es ist in unserem Urwissen verankert, bleibt aber im Verborgenen und bestärkt die Sehnsucht eines jeden Menschen.

Goethe lässt im “Faust” Mephistopheles sprechen:

„Nachher vor allen andern Sachen
Müsst ihr euch an die Metaphisick machen!
Da seht, dass ihr tiefsinnig fasst,
Was in des Menschen Hirn nicht passt!
Für was drein geht und nicht drein geht,
Ein prächtig Wort zu Diensten steht.“

Reinkarnation

Hieronymus Bosch 1450-1516 – Der Aufstieg in das himmlische Paradies

Der Namen viele trug ich durch die Zeit,
von ihrer Last hat mich die Zeit befreit.
Denn Namen sind wie Rahmen um ein Bild
und schließen ein, was trotzig oder mild,

was lächelnd oder wichtig blickt und prahlt,
und doch nur Fläche ist und nur gemalt,
ein Teil des Wesens nur, ein blasser Schein.
Kein Rahmen fasst des Geistes ganzes Sein.

Der Namen viele trug ich durch die Zeit,
sie sind mir fremd und glänzen matt und weit.
Von manchen bröckelt Ruhm wie Blattgold ab
und sinkt zu Längstvergessenem hinab.

Das bisschen Gute, das ich je vollbracht,
gab weiter ich an den, der’s besser macht.
In jedem Bild gemahnt ein Zug an mich,
ein Zug, nicht mehr, erst alle sind mein Ich!

Der Namen viele trug ich durch die Zeit
zum namenlosen Strand der Ewigkeit
und tauch’ ins Meer der Namenlosigkeit…

<Ephides>

Kürzlich fand ich zum Thema Reinkarnation im NET eine ausführliche Stellungnahme von Herrn Prof. Dr. theol. habil. Werner Thiede. Der Vortrag ist zwar schon etwas älter (1996), trotzdem ist er wohl als grundlegende Auffassung der evangelischen Kirche zu sehen.

Schon beim Lesen der 1. Überschrift wurde mir klar, dass manche Vernunftmenschen gedanklich gar nicht imstande sind, sich in den Sinn des wiederholten Lebens hineinzudenken. Vielleicht wollen sie das auch gar nicht, weil ihr Ego die eigene Vergänglichkeit nicht wahrhaben will. Vom Verstand blockiert, der alles immer nur zeitlich begrenzt sehen will, vermögen sie niemals über „den Tellerrand“ zu schauen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Wenn Wiedergeburt wirklich wahr wäre, würde das die Existenz der Kirchen noch mehr in Frage stellen. Das wussten die Päpste schon vor Jahrhunderten, als sie fleißig den Ablass kassierten und die Bibel fälschen ließen.

Durch wiederholte Leben „richten“ wir uns quasi selber, solange, bis wir freiwillig und ganz bewusst zu Gott zurückkehren. Wir sind nur zu einem Zweck hier: um bedingungslos lieben zu lernen. Das bedeutet, die innere Finsternis zu überwinden, das Ego zurück zu nehmen, die eigenen Belange klein und die der anderen groß zu halten. Und noch etwas lehrt uns die Reinkarnation: Jedes Leben ist gleichwertig; niemand steht über dem anderen!

Link zum Thema: www.origenes.de/lehre/Wiedergeburt.htm

Kein Mensch kann sich zu Lebzeiten an das „Jenseits“ erinnern, selbst wenn er schon viele Tode gestorben sein sollte, auch nicht an die vielen Persönlichkeiten, die sein Ich vielleicht ausmachen. Der Mensch hat doch viel mehr Facetten, viel mehr Talente, als die, die er in einem einzigen Leben auszubilden und zu zeigen vermag. Doch all seine Fähigkeiten und Talente bekommt er von Gott.

Auch verfügt der Mensch über keine eigene Lebenskraft. Wenn er das eingesehen hat, wird er bescheiden. Er fühlt, dass Gottes Stimme durch ihn ertönt, dass Gott ihn liebt und Absichten mit ihm hat. Dann wird der Mensch zum Offenbarungswerkzeug und wird freudig Gottes Willen tun, weil er sich als dessen Kind fühlt. Es wird offensichtlich, dass die seelische Stufe des Menschen kein Spiegel seines Wissens ist, sondern sie hängt davon ab, wie viel Liebe der Mensch in sich hat.

Herr Prof. Dr. Thiede schreibt, Zitat: „… in unserer Zeit hängen viele Menschen dem Reinkarnationsgedanken gerade deshalb an, weil er ihnen die beste Gewähr dafür bietet, dass mit dem Tod nicht alles aus ist.[..] Weiter: “Reinkarnation heißt ja: Es gibt etwas, das sich wiederverkörpert, das also der Macht des Todes eigentlich nicht unterworfen ist. In der Abfolge zahlreicher Existenzen nimmt sich der Tod demnach als bloße Bagatelle aus.“

Wir werden in das Leben hineingeboren, an einen Ort, der uns entspricht. Mit göttlichem Geist beseelt, erblicken Kinder das Licht dieser Welt, doch der Tod geht fortan mit an ihrer Seite. Im Laufe der Jahre vergessen wir unsere eigentliche Herkunft und den Geist, der in uns wohnt. Obwohl wir unseren Körper als Tempel betrachten sollten, zerstören und entweihen wir ihn. Wir verlieren uns an die Welt der Vielfalt, die nicht nur positive Dinge in sich birgt, sondern auch genau das Gegenteil. Dabei können wir gar nicht mehr erkennen, was gut oder nicht gut für uns ist. Jeder Mensch wird früher oder später an den Punkt kommen, an dem er sich verlassen und verloren fühlt. Dann erkennt er, wie sinnlos die Flut der von Menschen erschaffenen Vielfalt doch eigentlich ist und gerät in tiefste Verzweiflung, denn die innere Leere ist damit nicht zu füllen. Das erinnert an unsere eigene Sterblichkeit. Alles, was in der Welt ist, ist auch im Menschen. Gott erzieht uns nicht nur zur bedingungslosen Liebe, sondern auch dazu, umsonst zu handeln, denn der Tod macht das Leben eines jeden Menschen zu einer „ehrenamtlichen“ Handlung. Deshalb können Leben und Tod, die beide zusammengehören, nicht nur „Bagatellen“ sein. Ich bin davon überzeugt, dass der Augenblick des Todes der Moment des höchsten Fühlens sein wird.

Das Höhere Selbst, der göttliche Geist in einer jeden Menschenseele, ist unsterblich. Mit diesem Geist sind wir verbunden im Diesseits und im Jenseits. Die menschliche Urform und Präexistenz war Gott ähnlich: Erschaffen, als Mann und Frau in einem geistigen Wesen. 

Gewiss wird der Tod von den Lebenden verdrängt, denn er passt so wenig zur Lebendigkeit, zur Fülle des Alltags, dass wir ihn uns nicht vorstellen wollen und können, solange wir gesund und geistig aktiv sind. Das Denken an den Tod hemmt unseren Tatendrang, macht uns klein und abhängig von einer Größe, die wir nicht fassen können. Wir fühlen uns ausgeliefert an etwas, das unberechenbar ist. In diesen Momenten werden wir daran erinnert, das alles hier auf Erden endlich ist.

ALLES ist von Gott gegeben, aber nur auf Zeit. Irgendwann kommt der Tag, an dem wir all das zurücklassen müssen. Mit dem Unfassbaren befassen muss sich jeder Mensch früher oder später. Entweder aufgrund seines eigenen Schicksals oder aber wegen Krankheit und Tod eines Nahestehenden; manchmal auch „nur“ wegen einer Trennung, die zu Herzen geht. Auch das ist ein kleiner Tod, ein Weggehen für immer. Möglicherweise ist der Tod grundsätzlich so unfassbar, weil wir eigentlich in unserem tiefsten Seeleninnern wissen, dass es ihn gar nicht gibt. Gott existiert im zeitlosen Bereich. Auch wir gehen nach dem körperlichen Tod dorthin zurück, von der zeitlich begrenzten Seite des Werdens, auf die ewige Seite des Seins. Das Leben hier gleicht einem Traum, aus dem wir irgendwann aufwachen werden.

Hat Jesus uns nicht selbst gesagt, dass Gott ein Gott der Lebenden und nicht der Toten sei?! Mat 22.32

Herr Prof. Dr. Thiede meint, „die verschiedenen Inkarnationen werden „nebensächlicher“ weil die Reinkarnationsgläubigen das Dasein und den Tod bagatellisieren.

Jede Person, jedes Leben, jeder Tod ist einzigartig, bedeutungsvoll für die Seele, die darin involviert ist und daran wachsen soll. Sie soll sich doch wandeln, um vom unbewusst handelnden Triebmenschen wieder zum bewusst Gott bejahenden Abbild desselben zu werden. Der Sinn des Lebens ist die Verbindung mit dem Ursprung zu suchen und dorthin zurückzukehren, wo sich die Gegensätze in Harmonie umwandeln.

Deshalb verstehe ich diese Auffassung von Herrn Prof. Dr. Thiede überhaupt nicht: „Wenn mein Leben nur eines von vielen aneinandergereihten ist, stellt es sich bedeutungsloser dar als in dem anderen Fall, daß jeder Mensch nur einmal auf dieser Erde lebt, wie es im Neuen Testament ausdrücklich der Hebräerbrief (9,27) sagt.“

Ist das wirklich die Aussage des Hebräerbriefes? Dort steht geschrieben: „Und wie den Menschen bevorsteht, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht…“

Es ist kirchlich dogmatisch interpretiert, wenn man daraus schließt, dass es ein erneutes Erdendasein nicht geben kann. Wenn man die Betonung weglässt, steht dort doch lediglich, dass jeder Mensch irgendwann einmal sterben muss. Jede Persönlichkeit (Person) stirbt irgendwann, ist dann ohne irdisches Bewusstsein. Das bedeutet keinesfalls, dass jeder Mensch nur ein einziges Mal lebt. Ebenso ist es wichtig, auf die Aussage „darnach aber das Gericht“ zu schauen. Wann soll denn das Jüngste Gericht stattfinden? Zeitlich gesehen doch wohl immer direkt nach dem Tod. Wir werden also nach dem Tod gerichtet, nach unseren Taten, die wir zu Lebzeiten begangen haben. Bedeutet das, wir gehen einer gnadenlosen Strafe entgegen, von einem zornigen Gott, der nicht nur uns Menschen, sondern auch die Dualität erschaffen hat, damit wir daraus lernen und daran wachsen können? Er weiß doch, dass wir Menschen Gut und Böse nicht unterscheiden können, und manchmal tun wir Böses, obwohl wir genau wissen, dass es nicht gut ist. Gott wird uns gnädig die richtige Richtung weisen und uns an einen Ort bringen, an dem wir weiter lernen können. Dieser Ort wird den bisherigen Taten entsprechen, ist also das Resultat von Saat und Ernte. Um gerichtet werden zu können, müssen wir lebendig bleiben.

Den alten Körper legen wir im Tod ab, wie ein Kleid, aus dem wir herausgewachsen sind. Mit demselben Körper wiederauferstehen hieße doch „neuen Wein in alte Schläuche füllen“. Dabei steht geschrieben: „Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen, so werden sie beide erhalten.“ Luk 5.38

Kann das Gute, das eine Persönlichkeit im Leben vollbracht hat und sei es noch so gering, erhalten und gespeichert bleiben, wie alles, was ihn zu Lebzeiten ausmachte? Geist und Seele in einen neuen Körper fassen, so werden sie beide erhalten…und können dort reifen, bis Gott sie erlöst. Wir müssen ja noch „hochprozentiger“ werden, um zum geistlichen Menschen zu werden. Erst dann brauchen wir keinen Körper mehr, sind leibbefreit, und werden dem geistigen Zustand unserer Erschaffung gerecht. Dann sind wir tatsächlich „neue“ Menschen geworden, mit einem Auferstehungsleib, der dann ganz anders beschaffen sein wird, als der Körper, wie wir ihn jetzt kennen.  

Geistige Reife kann nicht in einem einzigen Leben erlangt werden. Es ist ein Prozess! Das hat nichts mit Intelligenz und Verstand zu tun, denn auch ein böser Mensch kann durchaus intelligent und gebildet sein. Geistige Reife ist, wenn aus einem „Du sollst nicht“ ein „Ich will nicht“ wird. Erst dann hat der Mensch Gottes Gebote verinnerlicht. Denn jede Bejahung ist besser als eine Verneinung, unter deren Last man sich quält. Wenn Jesus sagt, wir sollen wieder wie die Kinder werden, dann müssen wir dem Kommenden nicht nur blindes Vertrauen schenken, sondern trotz Intelligenz und Verstand demütig sein. Beide sind stets auf der Suche nach Beweisen. Mit den Augen der Kinder können wir plötzlich wieder über die Wunder des Lebens staunen und Engel sehen. In den schwersten Stunden des Lebens kehren wir wie die Kinder gedanklich zu Gott zurück. Dann wird die Welt mit ihrer verlockenden Vielfalt plötzlich ganz unwichtig und alle irdische Weisheit fragwürdig und klein. Menschen neigen dazu die Wissenschaften zum Gott zu erheben und dienen ihr, weil sie sich dadurch Macht, Reichtum und irdisches Vergnügen erhoffen, doch sie töten damit auch die Demut gegenüber dem Unerklärlichen!

Herr Prof. Dr. Thiede vertritt den Standpunkt, Zitat: dass die Einmaligkeit eines jedes Menschen der Einmaligkeit des Sohnes Gottes in seinem geschichtlichen Kommen entspräche.

Ist es nicht vermessen und geradezu überheblich, diesen Vergleich anzustellen? Jesus Geburt war gewiss einmalig, weil er als einziger Mensch den christlichen Geist besaß. Er benutzte das Erdenleben in einem menschlichen Körper, um uns Menschenseelen den Weg nach Hause zu öffnen. Erst Jesus machte uns das erstmals möglich, denn er machte uns Menschen klar, was für unser Dasein hier wichtig ist. Das war seine Lebensaufgabe. Er hatte doch alle Weisheit und Liebe in sich! Wir Menschen dürfen nicht so vermessen sein und glauben, es ihm jetzt schon gleichtun zu können.

Zitat Prof. Dr. Thiede: „Eines freilich impliziert der Gedanke der Reinkarnation grundsätzlich: Der Tod wird zwar überlebt, aber meist nur, um wieder in ein weiteres dem Tod ausgeliefertes Leben zurückzuführen. Das „Leben nach dem Tod“ ist insofern lediglich eine Zwischenstation und rückt als mögliche Ewigkeitshoffnung – falls eine solche überhaupt in den Blick kommt- in weiteste Fernen.“

Ist Lazarus nicht letztendlich doch gestorben, nachdem er von Jesus wiederauferweckt worden ist?!

Manche Theologen haben nicht verstanden, dass der Tod, so paradox es auch klingen mag, die Folge der Existenz im zeitlich linearen Bereich ist. Was hier tot ist, ist andererseits noch sehr lebendig.

Die „Ewigkeitshoffnung“ wird als gnädige Erlösung aus dem Rad der Erdenleben erfüllt. Durch seine Auferstehung wollte Jesus uns zeigen, dass es keinen Tod gibt, nur eine Wandlung. Er ist aber nicht in seinem alten Körper zurückgekehrt, sondern kam in neuer Gestalt, so dass ihn niemand erkannte. Nur an seiner geistigen Ausstrahlung, und an dem was er sagte, konnten ihn die Jünger erkennen. War es eine geistige Materialisation, die noch nicht abgeschlossen war, als Maria Magdalena ihn nach seiner Auferstehung  berühren wollte und es nicht durfte? Eine Odverdichtung erfolgt mit Hilfe starker Kraftströme. Eine Berührung wäre lebensgefährlich gewesen. Im Alten Testament wird davon häufig berichtet. Jesus ging als Christus schließlich wieder in die geistige Sphäre seines Vaters zurück. In einer materialisierten Odgestalt erschien er nach seiner Auferstehung den Jüngern am Himmelfahrtstage. Sie sahen, wie sich der Odkörper vor ihren Augen in eine Wolke auflöste. Und als diese durch eine weitere Auflösung unsichtbar geworden war, war auch Christus ihren Blicken entschwunden.

„Wahrlich, wahrlich ich (Jesus) sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich“ . Joh 8.51

Ist die Menschheit etwa schon dazu in der Lage und willig, Gottes Wort zu halten? Um Israeliten (Erleuchtete s. u.) zu werden, bedarf es wohl noch einiger Lebenserfahrung.

Herr Prof. Dr. Thiede hofft auf die Auferstehung des Fleisches, d. h., er nimmt sich so wichtig, dass er als Prof. Dr. Thiede auferstehen möchte. Viele kirchlich geprägten Menschen hoffen auf ein Königreich Gottes auf Erden und auf Wiederauferstehung der Person, die sie zu Lebzeiten einmal waren. Welche Persönlichkeiten waren denn so wichtig? Da würden zu allererst die Päpste den Finger heben, im Anschluss die Diktatoren, Wissenschaftler etc. Zum Glück macht der Tod alle gleich!

Jesus sagte doch : „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“

Alle Kirchen stellen das Materielle über das Geistige, obwohl sie scheinheilig den Anschein geben, dass sie genau das Gegenteil denken und tun. Die menschliche Heimat ist geistig und nicht materiell. Ziel für jedes Geschöpf ist, in die geistige Ebene aufzusteigen, denn nur dort gibt es keinen Tod; im materiellen Bereich des Werdens MUSS alles enden, ist der Tod Erlösung und Mahnung für die Zurückbleibenden zugleich.

Man kann dieses materielle Bild auch anders betrachten: In uns fließt eine Ur-Energie, die nicht sterben kann. Diese Energie materialisiert sich in allem was ist, immer wieder aufs Neue. Diesem Kreislauf müssen wir uns fügen, solange bis Gott uns daraus erlöst. Es gibt nichts, das sterben könnte, auch wenn man das wollte! Es gibt nur ewiges Leben. Das höhere Selbst, der Geist, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde. Der Körper kann ebensowenig sterben, weil er nie ein eigenes Leben gehabt hat und alleine, ohne das höhere Selbst, gar nicht lebensfähig ist. Körper leben nur, weil der Geist seine Energie durch die Körper manifestiert. Die Formen ändern sich, aber es gibt weder Anfang noch Ende.

Friedrich Weinrebs Erklärung des Wortes “Israel”:

“Israel” ist ein Synonym für einen spirituell oder religiös “erleuchteten” Menschen, und diese “Erleuchtung” hat mit der persönlichen Einstellung eines Menschen zur Welt und zum Leben zu tun und nichts mit der Abstammung, Sprache, Kultur oder konfessioneller Angehörigkeit. “Israel” hat also mit dem Staat Israel, mit Judentum etc. nichts zu tun. Deshalb sind Israelis genauso wenig als “Israeliten” (Erleuchtete) zu betrachten, wie das christliche Abendland, als eine Ansammlung von Christen, was ja auch nichts anderes bedeutet, als im Christusbewusstsein Erleuchtete.

Überwunden
sind die Stunden
meines Sterbens. –
Und ich lebe!
Und erhebe
meine Stimme, und ich klage
an und frage euch,
ihr Priester des Verderbens:
Schreit ihr nicht durch alle Gassen,
gottverlassen
sei die Erde?
Und die Menschheit eine Herde
triebbesessner,
pflichtvergessner
Zufallswesen, preisgegeben
einem Leben,
das nichts birgt als den Genuss?
Und sein Schluss
die Grabesstille?
Keines Schöpfers hoher Wille,
nur der Willkür blindes Spiel,
ursachlos und ohne Ziel
ist das menschliche Gewimmel?
Über ihm ein leerer Himmel? –
Die ihr solches lehrt und lebet,
hört: Ihr gebet
Steine jenen,
die voll Sehnen
Brot erbaten.
Eure Taten
sind Verbrechen. Drei Mal Wehe!
Eure Nähe,
pesthauchgleich und krankheitsbringend,
glückverschlingend!
Euer Lehren,
euer Wehren
ist vergebens:
Das Gesetz wird euch erfassen.
Denn wir lassen
nicht vom Rufen, wir, die Toten,
wir die Boten
ew’gen Lebens.

<Ephides>

Esoterik

Sulamit Wülfing 1901-1980

Esoterik, die Religion ohne Gott?

Esoterik bedeutet: Gott in sich selbst zu finden.

Jesus sagte: „Wer suchet, der findet.“ Wenn ein Mensch auf der Suche nach dem wahren Weg ist, wird er zunächst überall schauen wollen. Dabei wird er immer nur sehen können, was ihm sein eigener Bewusstseinsstand erlaubt. Und immer gilt: Was ich ausstrahle, das ziehe ich an! Oft wird er aus Unwissenheit und Neugierde von seinem ihm bestimmten Weg abweichen. Diese Irrwege bringen ihn meist durch schmerzhafte Erfahrungen wieder zu seiner Bestimmung zurück. Der Mensch muss sich darüber im Klaren sein, dass er jeden Schutz verliert, wenn er genau fühlt, dass es der falsche Weg ist, den er gehen will. Wenn er dann unsanft zurückgezogen wird, bedeutet das Schmerz oder Krankheit. Was wir im Leben finden, ist nicht immer gut. Manches Gefundene, das zunächst lichtvoll zu glänzen scheint, entpuppt sich bei näherem Hinsehen als wertloses Talmigold.

Die Bibel warnt vor den selbsternannten Lichtgestalten und falschen Propheten, denn leider bedient sich der Satan gerne der Maske des Lichts, um die Menschen zu blenden und irrezuführen. Perfide benutzt „das Böse“ auch die großen Kirchen für seine Zwecke. Heiligenscheine verdecken oft genug die Scheinheiligkeit, die darunter versteckt ist.

Mit der New Age Bewegung aus Amerika schwappte die Esoterik-Welle über die europäische Welt und brachte nicht nur neues Gutes und lichtvolle Gedanken, sondern zog den Interessierten auch jede Menge Geld aus der Tasche. Wenn man genauer hinter die Maske schaut, wird einem klar, dass der Spruch „Licht und Liebe“ schnell zu einer Floskel verkommen ist. Als ganz schlimmes Übel an dieser New Age Strömung empfinde ich, dass den Menschen eingetrichtert wird, sie seien auch Gott. Sind sie etwa in der Lage Leben zu erschaffen? Das ist klare Selbstüberschätzung!

Woher stammt die Esoterik? Handelt es sich hierbei um uralte Geheimlehren, vielleicht  aus Ägypten oder dem sagenhaften Atlantis? Die Gnostiker übernahmen viele dieser Inhalte, die später von den illuminierten Freimaurern verbreitet wurden, um die Welt zu verbessern. Die zunächst edlen Absichten wandelten sich später in profitorientierte Machenschaften. Heutzutage sind diese angeblichen Isis-Mysterien vermengt mit asiatischen Elementen.  Wahrsagerei und Horoskope haben die Menschen schon vor Urzeiten magisch angezogen. Es liegt in der menschlichen Natur, an solche Dinge zu glauben.

Wer durch Deeksha und Reiki eine bessere Lebensenergie versprochen bekommt, sollte einmal genauer hinsehen. Damit macht man nur einige östliche Gurus und Heilsversprecher reich und immer reicher. Palmblattlesen soll Einblick in die eigene Zukunft geben; die Akasha-Welt-Chronik und ihre Gedankenkristalle sind Überbleibsel aus dem Bereich der Blavatsky-Theosophie; angebliche Geistheiler aus Brasilien oder Asien haben sich bereits als Scharlatane entpuppt. Überall wird gechannelt, ob es nun die Wesenheit Kryon oder Tobias ist, es ist stets darauf ausgelegt, die Kassen zu füllen und die gutgläubigen Menschen durch absolut „hohle“ Worte in den Bann zu ziehen. Ich war selbst bei einem Kryon-Event in Hamburg und habe mich mitziehen lassen. Bei allem, was ich darüber las, „sagte“ mir mein Bauchgefühl ein klares „Nein“. Ich denke, wenn Gott eine Botschaft für uns hätte, würde er diese allen Menschen zuteil werden lassen und nicht nur einer Minderheit, die dafür bezahlt. Aber der Mensch braucht den schönen Schein von Gemeinschaft, sonst gäbe es keine Kirchen. Pseudoreligionen, die durch “Licht und Liebe” blenden, bringen keine neuen Botschaften! Dass die Erde irgendwann vergeistigt werden wird, steht schon in der Bibel.     

Wir leben in einer Welt der Schwingungen. Wäre sie starr, würde sie zerbrechen.

Nach einer „Körper-Geist-Behandlung“ wie z. B. durch Reiki fühlt man sich erst einmal gut. Durch das Handauflegen werden besondere Schwingungen erzeugt, die man genauso gut durch ein einfaches Gebet selbst erzeugen kann. Ich glaube durchaus, dass Geistheilung funktioniert, nur kann man das kostenlos in Jesus Namen praktizieren. Alles andere fühlt sich für mich nicht mehr gut an. Ich habe es ausprobiert und weiß, wovon ich hier schreibe.

Sicher gibt es Menschen, die mehr sehen und fühlen dürfen als andere. Es ist nicht immer leicht, die Guten aus der Masse der Schlechten herauszufiltern. Hier hilft einzig und alleine das Bauchgefühl. Große Geldforderungen sind immer der erste Hinweis darauf, dass sich hier der „Herr der Welt“ die Taschen vollstopft. Oft merkt man gar nicht, dass man manipuliert wird. 

Besonders mit dem Begriff der so genannten „aufgestiegenen Meister“ habe ich gewaltige Probleme. Angeblich soll es sich um Menschen handeln, die sich im Leben so veredelt haben, dass sie nach dem Tod zu den höchsten Himmeln aufsteigen durften und von dort aus die Menschen führen und leiten. Es ist natürlich jederzeit möglich, dass Gott in seinem geistigen Reich eine Menschenseele erhöht. Trotzdem gibt es laut Bibel nur EINEN Meister: Mat 23, 10: Und ihr sollt euch nicht lassen Meister nennen, denn einer ist euer Meister, Christus!

Schon bei den Namen der “weißen Bruderschaft” dreht sich mein Magen herum: Lord Kuthumi, der angeblich einst Franz von Assisi gewesen sein soll, Maria heißt nun Lady Mary, ebenso Saint Germain, um nur wenige zu nennen. Ich frage mich, wer diesen Unsinn erfunden hat? Dahinter zeigt die “andere Seite” ihre grinsende Maske!

Wenn ich von Saint Germain lese oder höre, muss ich sofort an den Grafen Cagliostro denken, der zu Schillers Zeiten sein Unwesen trieb, und die damalige Welt zum Narren gehalten hat. Die Geschichte dieses Grafen hat man später benutzt, indem man ihn als Saint Germain unsterblich machte. Auch der „echte“ Saint Germain war ein Abenteurer und Alchemist.

Es gab immer schon edle, menschliche Naturen, die durch eigene Leistung und Liebe ihre irdischen Inkarnationen beenden durften und den anderen Menschen vorangegangen sind. Sie benötigen keine weltlichen Adelsbezeichnungen, um sich selbst zu erhöhen.

Sicher gibt es in den höheren Himmeln Engel, die die Menschheit immer schon begleitet haben und die aus Liebe zu ihnen und zu Gott wieder inkarnieren, um zu helfen. Aber darf man Verstorbene anbeten? Ob Maria oder beispielsweise Bruno Gröning – beide waren einfache Menschen!

Steht doch in der Bibel: Mat 4,10: Da sprach Jesus zu ihm: Hebe dich weg von mir Satan! denn es steht geschrieben: Du sollst anbeten Gott, deinen Herrn und ihm allein dienen!

Die Taufe

Die Taufe – Hans-Georg Leiendecker

Über die Taufe

Uralt ist die Taufe als Weihung zu höheren Stufen der Erkenntnis, d. h. zur Erweiterung des Bewusstseins. Sie hat ihren Ursprung im ägyptischen Altertum und wurde von dort an die Semiten und Hellenen weitergegeben und von ihnen fortgeführt. Dort wurde die Taufe lange vor Christi Geburt praktiziert und diente als erforderliche Reinwaschung zur Läuterung und Erhöhung.

Sie wurde auch in Kreisen Jesus an Erwachsenen vollzogen. Jesus ließ sich erst als Mann taufen (Mat 3,13), bei Antritt seines Lehramtes. Er verordnete auch im gleichen Sinn, dass seine Jünger die Täuflinge vor der Taufe belehren sollten. (Mat 28,19) Diese Tatsache schließt die Kindertaufe unbedingt aus.

Erst viele Jahrhunderte nach Jesus Tod, als man die Bekehrung beschleunigte und die Zahl der Christen schnellstens steigern wollte, taufte man die Säuglinge direkt nach der Geburt, lange bevor sie den Glaubensinhalt kennen konnten.

Auch machte die kath. Kirche die Kindstaufe zu einem Schutzmittel gegen den Teufel, dem vom Ursprung her jeder Mensch verfallen sei.

Die im Christentum gebräuchliche Kindertaufe steht demnach im Widerspruch zur Lehre Jesu, welche jeder Christ höher schätzen sollte, als die Meinungen der Priester.

Bei Jesus und im Urchristentum gab es keine Mitgliedschaft, geschweige denn eine Heilsnotwendigkeit einer Wassertaufe. Auch Jesus lehrte sie nicht. Wenn Jesus von Taufe sprach, meinte er die Taufe mit dem Heiligen Geist.

Dementgegen taufen hier alle Kirchen auf einen angeblich ‚dreieinigen‘ Gott, der von der katholischen Kirche auf dem Konzil von Nizäa im Jahr 325 zum Dogma erhoben wurde. Damit hatte Jesus nichts zu tun.

Jesus von Nazareth nennt Gott ‚Seinen Vater‘ oder ‚Unseren Vater‘, der größer ist als alles (Joh 10,29), auch größer als Er, Jesus selbst (Joh 14,28). Dies ist von Bedeutung. Jesus, der Christus wies sogar die Anrede ‚großer Meister‘ zurück. Er sagte auch: „Was nennst du mich gut? Niemand ist gut, als Gott alleine.“ (Luk 18,19) Und Er, Jesus, sei von diesem Vater ‚ausgegangen‘. (Joh 16,28). Auch, wenn Er aussagte, Er sei ‚eins‘ mit dem Vater, dann bedeutet das nicht, dass Er im Sinne des Kirchendogmas eine zweite Gottes-Person einer angeblichen ‚Dreieinigkeit‘ ist.

Jesus, der Christus spricht hier als Kind, der in Verbindung und Einheit mit seinem ‚himmlischen Vater‘ lebt.

Das Neue Testament beschreibt in der Überlieferung Jesus von Nazareth als Gottes- und Menschensohn, der in Seinem Inneren mit Gott geeint ist. In ihm, dem Menschen Jesus, ist das Geistwesen Christus inkarniert, in der geistigen Welt, dem Reich Gottes, tatsächlich der Sohn des Schöpfergottes.

Biblisches Wort

„Ist die Bibel journalistisch wahr?
Dann müsste man sie als Geschichtsbuch alter Zeiten ansehen.
Und dann wäre sie zum Großteil unwahr, unglaubwürdig.
Brauchbar wären dann nur gewisse Verse und Stellen, die einem gerade passen. Und die Wissenschaft spezialisiert, differenziert so gerne.
Der Teufel liebt den Scherbenhaufen, die Dämonen hausen gerne in Ruinen.” 


– Friedrich Weinreb –

Was das biblische Wort betrifft…

so muss man Gottes Wort und das der Menschen immer gut voneinander trennen. Die biblischen Geschichten sind voll von Beispielen, wie der Mensch Gott erfahren kann. Und darüber kann der Leser eine Art und Weise lernen, wie er diese Erfahrungen in sich selber machen kann. Darum geht es ja eigentlich in der Mystik: Die Gotteserfahrung im eigenen Innern zu machen. Die  institutionalisierten Religionen stehen da oft im Weg, weil sie einem die Erfahrung abnehmen wollen und behaupten, es „besser“ zu wissen. Deshalb bin ich gegenüber der Kirche sehr kritisch. Ich meine aber, dass die Bibel schon viele Möglichkeiten bietet, sich in die Gotteserfahrung einzuüben.

Ich persönlich brauche die Freiheit auch in Glaubensdingen. Insofern bin ich kirchlich-dogmatisch gar nicht festgelegt – aber ich bin in diese Tradition hineingeboren worden, und das wird auch einen Sinn haben, so dass ich sie nicht einfach ablegen kann. Trotzdem bin ich offen für alle Erfahrungen. Insbesondere meine ich, dass der Dialog die besten Voraussetzungen bietet, sich seiner selbst bewusst zu werden.

Das Thema „Zeit“ ist ein ganz entscheidendes. Ich halte nichts davon, den „Jüngsten Tag“ auf ein materielles und fernes Geschehen zu beziehen. Das „Gericht“ findet heute (ist das nicht immer der „Jüngste“ Tag?) und stets in einem selber statt. Es ist auch vom Grund her ein seelisches Ereignis, kein körperliches. Deshalb stehe ich Erfahrungen der Reinkarnation ganz offen gegenüber. Dafür sind die Begriffe „Diesseits“ und „Jenseits“ ganz wichtig. „Hier“ ist Zeit und Raum, „dort“ ist Geist und Ewigkeit. Und Diesseits und Jenseits haben eine gemeinsame Wurzel wie die beiden Bäume im Paradies. In der jüdischen Tradition spielt die Reinkarnation (Seelenwanderung, Gilgul) auch eine wichtige Rolle. Man kann sich als Christ durchaus in dieses Gedankengut hineinfinden, wenn man aufgibt, alles nur zeitlich-materiell eng zu führen.

Ich sehe die Verbindung der Gegensätze als eigentliche Aufgabe der Menschen. Die biblische Erzählung vom Paradies weiß das bereits, wenn sie davon redet, dass es zwei Bäume im Garten Eden gibt (Gen 2,9): Den Baum der Erkenntnis (der die Entwicklung repräsentiert – also die Zeit) und den Baum des Lebens (der für die Ewigkeit steht, also das Sein). Die jüdische Tradition sagt, dass diese beiden Bäume eine gemeinsame Wurzel haben. In der gleichen Weise teilt sich der eine Fluss im Paradies in vier Arme, die die Dimensionen der Welt repräsentieren. Die „Vier“ sind eigentlich „Eins“. Das nennt die Alchemie die „Quintessenz“. Und das liegt tatsächlich auf der Hand (…der Daumen ist wie die 1 gegenüber der 4 – und nur so können wir be-greifen…). Solche Assoziationen und Verbindungen sind doch das Wesentliche für den Menschen und nicht die Abspaltung in Konfessionen oder Parteien.

Die historisch-kritische Exegese ist ein fruchtloser Weg, der nichts bringt, außer Rechthaberei und Selbstgefälligkeit. Die Bibel ist fürS mich eine spirituell strukturierte Quelle von Gottes- und Welterkenntnis. Fundamentalismus ist hier fehl am Platze. Die Fundamentalisten nehmen die Bibel nämlich wörtlich – und zwar völlig geistlos. Wenn man das tut, kommt man im Fall der Jungfrauengeburt zu medizinischen Wundern oder im Fall der Schöpfung zum Kreationismus oder bei der Stadt Jerusalem zu Mord und Totschlag. Es wäre jedenfalls eine unendliche Spirale der Gewalt. Kurz: Die geistlose Lektüre der Bibel führt geradewegs in vielfältige Katastrophen.   
 
Jeder Mensch wird seine eigenen Weisheits- und Erlösungsquellen haben. Wer intensiv sucht, wird sie bestimmt überall finden. Nur der leichte, breite, weltlich orientierte Weg wird bestimmt nicht dorthin führen.

Deshalb wünsche ich uns allen die Erfahrung des „schmalen“ Weges, der ohne Umwege eine schnelle Rückkehr nach Hause möglich macht!
 


Erlösung kommt von innen, nicht von außen
und wird erworben nur und nicht geschenkt.
Sie ist die Kraft des Innern, die von draußen
rückstrahlend deines Schicksals Ströme lenkt.
Was fürchtest du? Es kann dir nur begegnen,
was dir gemäß und was dir dienlich ist.
Ich weiß den Tag, da du dein Leid wirst segnen,
das dich gelehrt zu werden, was du bist.

<Ephides>

Den Gottlosen dieser Gesellschaft

 Es werde Licht!
 
Atheisten glauben an keinen Gott und auch nicht an eine geistige Welt. Das ist ihre Religion!
Deshalb wäre es vielleicht zunächst einmal wichtig, Gott zu definieren, wenn das überhaupt möglich ist. Ich kann nur sagen, wie ich ihn empfinde: Richtung weisend (daher richtend), in göttlicher, bedingungsloser Liebe, nicht linear. Wir Menschen beschränken ihn selbst durch unser Ego. Gott IST. Er gibt uns alle Freiheit und existiert außerhalb von Zeit und Raum. Der Heilige Geist ist ein unendliches Kraftfeld, das alles was existiert, in völligem Automatismus, von dessen angeborenen Bestimmung zu seiner ihm entsprechenden Ebene hinsteuert. Die göttliche Kraft herrscht absolut aufgrund ihrer alles durchwirkenden Eigenschaft und ist all-mächtig. Wir Menschen sind diesem Kraftfeld angeschlossen und justieren uns selbst zwischen Sein und Werden. Gott ist unendliches Bewusstsein in reinster Form. Unsere Handlungen, Gedanken und Entscheidungen sind eingeprägt in dieses göttliche Bewusstseinsfeld. Dies garantiert Gerechtigkeit.

Wer ist hier auf dieser Welt in der Lage, die ethischen und moralischen Werte aller Länder auf einen Nenner zu bringen? Was bei uns als moralisch verwerflich oder gar politisch gefährlich angesehen wird, ist in anderen Ländern sittlich vertretbar. Wir Menschen haben nicht die globale Sicht über das Weltgeschehen. Deshalb ist es schwer, wenn nicht unmöglich, hier allgemein gültige Grundlagen zu schaffen. Demut vor der Schöpfung und vor allen Wundern des Lebens wären hier erforderlich, um den gemeinsamen Nenner (für mich die göttliche Instanz) zu schaffen.

Und dann ist da noch das menschliche Ego, das sich selbst als oberster Herrscher fühlt und so den Zugang zur Wahrheit verhindert. Säkularismus hat wachsende Popularität. Jede Bezugnahme auf Gott und die geistige Wahrheit wird entweder verhindert oder zu entfernen versucht, und genauso ist man bemüht, die Grundlagen von Moral und Ethik abzuschaffen.

Die menschliche Entwicklung unterliegt einem langwierigen Prozess, der nicht von Heute auf Morgen geschehen kann. Auch die Kirchen machen diesen Prozess durch. Die Kirchen wollen alles besser wissen. Sie geben den Gläubigen „die Wahrheit“ vor. Jede Kirche hat da ihre eigene; manche drohen mit ewigen Höllenqualen, wenn sich die Menschen nicht nach ihren Dogmen richten. Die Kirchen sind allesamt weltlich. Jesus Warnung vor den Schriftgelehrten und Pharisäern hat auch heute noch Gültigkeit.

In der Bibel steht: Mat 6,6: Wenn aber du betest, so gehe in dein Kämmerlein und schließ die Tür zu und bete zu deinem Vater im Verborgenen; und dein Vater, der in das Verborgene sieht, wird dir’s vergelten öffentlich.

Ich sehe die Kirchen als einen Weg zur Wahrheit. Der Geist Gottes führt zum geistlichen Leben. Ich baue auf dieses geistliche Leben – unseren Ursprung in Gott!

Hilfe für den Nächsten ohne Glauben an Gott sehe ich nicht als „platten Humanismus“. Indirekt dient auch ein Nichtgläubiger durch eine solche Handlung Gott, denn Gott ist in jedem Menschen zu finden. Ethik ohne den Glauben ist nichts, und damit meine ich, dass wir in allen unseren Handlungen das Wesentliche, Gott, nicht vergessen sollten. Man darf nicht nur Gutes tun, um dafür in den Himmel zu kommen oder einen Platz in Gottes Königreich auf Erden zu erhalten. Man sollte gut sein, ohne Gegenleistung und ohne Aussicht auf Belohnung!
 
Spiritualität = Geistigkeit, Weg zum höheren Bewusstsein; Religion = Spirituelles Erleben und ethisches Handeln; Religion will zwischen „Himmel und Erde“ verbindlich sein.

Beides trägt doch das Wesentliche in sich: den Glauben an Gott. Deshalb sollte weder das Eine noch das Andere verteufelt werden. Jeder Mensch ist durch seine göttliche Abstammung spirituell…der eine vordergründig, der andere hintergründig. Ob ausgeprägt oder nicht, letztendlich ist Spiritualität immer individuell, denn jeder Mensch treibt aufgrund seiner Lebensgeschichte und Tradition, in die er hineingeboren wurde, auf unterschiedlichen Strömungen und Religionen. Es gibt Menschen, in deren Leben ist Spiritualität überhaupt nicht wichtig. Sie lehnen es ab, weil sie sich ihrer Gotteskindschaft nicht mehr bewusst sind. Die Sinnsuche wird erst beginnen, wenn der Mensch sich seines göttlichen Ursprungs bewusst geworden ist. D. h., er wird Gott dann als transzendentes und immanentes Wesen sehen und eine Verbundenheit mit dem Göttlichen spüren.

Die meisten Atheisten sind es nur, weil sie sich die geistige Welt nicht vorstellen können. Manche haben Angst davor; anderen ist diese Denkweise zu abstrakt. Daraus kann man niemandem einen Vorwurf machen. Vielen ist der Glaube an Gott aberzogen worden. Diese alten Muster lassen sich nur selten löschen.

Die Zweiseitigkeit der Schöpfung existiert als männlich und weiblich, als Verborgenheit und Erscheinung, als unfassbar und fassbar, kausal und a-kausal, als Sein und Werden.

Wer keinen Gedanken an den Grund seines Lebens verschwendet, macht sich möglicherweise auch keine über den Tod. Der steht dem Leben völlig entgegengesetzt. Er ist quasi das Gegengewicht zum Weltlichen. Diese Welt zeigt nur die eine Seite der Medaille – die materielle Kausalität. Die meisten Menschen können nur diese Seite wahrnehmen. In dieser Welt herrscht das Gesetz von Ursache und Wirkung. D. h., wenn ich etwas ins Feuer werfe, verbrennt es, begieße ich etwas mit Wasser, dann wird es nass…etc. Das ist das Kausalitätsdenken, und es erzeugt auch das Lohn-Prinzip. Wenn jemand gut handelt, will er belohnt werden; handelt er böse, wird er bestraft. Dieses Denken überträgt der Mensch auch auf Gott. Er stellt seine Bilanz auf und will mit Gott ein Geschäft machen.

Durch den Tod kommt etwas ganz anderes in die Welt. Etwas, was sich der Kausalität entzieht. Darum ist der Tod ein Teil der Schöpfung. Er ist unberechenbar und mit ihm wird gleichzeitig das Prinzip des Vertrauens, des Glaubens und der Liebe in die Welt gebracht, die sich geben, ohne Lohn zu erwarten.

Ohne diesen Geist, ganz gleich wie wir ihn nennen, gibt es kein Leben in der Materie! Das ist die einzige HEILIGE EINFALTIGKEIT: GOTT! In Jesus Christus hat er uns sich selbst als Mensch offenbart, doch die weltlich gesinnten Menschen können nur die rein materielle Seite sehen. Von dem geistigen Wesenskern haben diese Menschen keine Ahnung. Sie wollen weder darüber nachdenken, noch darüber reden. Deshalb ist es ihnen nicht möglich, Christus zu empfinden und zu begreifen. Primitive weltliche Menschen haben Jesus körperlich getötet. Aber Christus in seiner Weitsicht und Güte lässt die unreifen Früchte am Baum hängen, damit sie „reif“ werden können!