Mit Mühen bin ich emporgestiegen, hab oft in stachlige Disteln gegriffen, musste die inneren Dränge besiegen, Kummer hat meine Seele geschliffen.
Auf spitzen Steinen bin ich gegangen, über Wege, wo nur Ängste begleiten; als ich Auswege suchte, blieb ich gefangen, im Moloch gewohnter Gebundenheiten.
Glauben hab ich aus dem Blick verloren und die Demut, die sich gern unterjocht; hab verdrängt, irdische Götter erkoren, fühlte, wie mein Herz ‚schreiend‘ pocht.
Erlöst von den Übeln, die mich beschwerten, hat mich das Schicksal zur rechten Zeit. Nicht Wissenschaft war es, die mich belehrte, nur Gott in mir, der mir Flügel verleiht.
Du, einer wirren Zeit verirrt Geschlecht, schau hin – am Horizont die schwarzen Reiter! Noch schattengleich, doch näherkommend schon, umzingeln dich des Dunkels wilde Streiter!
Dir war das Dunkel oft willkommen doch, in seinem Schutze reiften deine Taten, und seinem Flüstern gabst du gern Gehör. Nun sieh – es sprießen deiner Taten Saaten!
Was zitterst du und kannst es nicht ertragen? Du warst doch mutig sonst, wenn’s anders galt! Das deinen Zwecken dienstbar war, das Dunkel, sieh jetzt in seiner wirklichen Gestalt!
Und fühl der alten Erde fiebernd Beben, und wanken sieh das Haus der Wissenschaft, und stürzen sieh der Menschheit heil’ge Güter und mit sich reißen deine beste Kraft!
Denn plötzlich ist das Dunkel überall, das nun zerstörend gegen dich sich wendet. Des Horizontes schwarze Reiter sind das Böse, das du selbst einst ausgesendet.
Doch Gnade lässt das Dunkel vor dich treten, dass du’s erkennst, erkennend dann erlöst. Drum trag der Liebe Fahne ihm entgegen, dass du erlösend auch dich selbst erhöhst!
Denn angelangt bist du, verirrt Geschlecht, an deiner wirren Wege jähem Ende. So geh zurück in dich, und hol aus dir die Kraft, und wirk die große Weltenzeitenwende!
Wenn Gott den Schleier hebt und wir erkennen, sie stimmt, die längst verspürte Ahnung, die Zu-fall, Ein-sicht oder Geistesblitz wir nennen, dann öffnet sich die Tür zur Offenbarung.
Sind wir nur Körper? Erdverlass’ne Kreaturen? Ist unser irdisch Reich nur Schein, nicht Wirklichkeit? Nur Spiegelbild, sich ändernd seit Äonen, die leere Form - des Lebens abgestreiftes Kleid?
Was wir für wesentlich und wichtig halten, dient der Materie - freier Geist wird Knecht. Er dient im Kerker der Naturgewalten, gefang’nes Ego, wird sich selbst gerecht.
Die Erden-Geister sind zu Eis erstarrtes Wasser; in tiefster Unbewusstheit schwingt das Leben. Ein auf Erlösung festgelegtes Raster, den Geist in sich, zum Ursprung strebend.
Nur bei gefühltem Glück, da bricht die Hülle, wenn das Bewusstsein durch die Mauern schaut und Freiheit sieht, den reinen Geist der Fülle, der fruchtbar wird, wie Eis, wenn Licht es taut.
Ships on a Stormy Sea – Raden Saleh Ben Jaggia (1811-1880)
Aus Felswänden pocht es, wie ein zaghaftes Schlagen -
ein Pulsen der Sehnsucht nach Freiheit der Quelle,
deren versickernde Wasser dem Stein unterlagen,
bis ein Sturmwind durchbrach ihre steinerne Zelle.
Der Herzschlag der Erde, pulst unter Grabmalen;
die Liebe erstarrt durch die Kälte der Welt.
Ist nur noch ein Wort, das als Hülse getragen,
ein Erinnern an den geistigen Ursprung enthält.
In der Stille hörst du das Pochen der Quelle,
die den Weg ans Licht der Sonne sich bahnt.
Erst, als kleines Plätschern, dann in rauschender Schnelle,
wird sie zum Strom, der die Weltmeere ahnt.
Seinen Weg erkennend, trägt er mächtige Schiffe,
mit kostbarer Fracht, zu münden in endloser See,
treibt hin zum Glück, trotz der steinernen Riffe;
die Berufung, zu tragen, ist genommenes Weh.
Hört sie pochen, die Sehnsuchtsherzen, habt acht;
sind barmherzig auf göttlicher Quelle getragen,
bis die Liebe im wärmenden Atem erwacht,
in den Herzen der Menschheit an erlösenden Tagen.
Der Menschen Hände sind gefüllt mit Schwere, ein tiefes Weh darin, das von den Seelen fällt; ein Steinwurf weit, der sie befreit und leere, was wund belastet ihre kranke Welt.
Gefangen hält der tiefe Tränengrund, bis ihre Klagen und ihr Leid vergehen, die Heilung naht zu unbekannter Stund; vorbei die Trübnis, wenn sie Hoffnung sehen.
Die Wahrheit, die im tiefen Grund verborgen, hat längst gewandelt Weh zum Fundament, das dort in Schmerzen heil und stark geworden, vom Trug befreit, den Sinn und Zweck erkennt.
Fortgeweht sind die Gedanken, flogen mit dem Wind der Zeit dahin, Ursache und Wirkung sich verbanden, auf die Reaktionen zu Beginn.
Wirkungen, die auf die Taten folgten, nahm die Zeit ins nächste Element; das Hervorgebrachte trieb wie dunkle Wolken, das Gerechtigkeit und Wahrheit trennt.
Wer dem Leben Schaden angerichtet, richtet sich im Bannkreis der Moral, doch Vergeltung, die selbst körperlich vernichtet, steht in Ewigkeit in Seelenqual.
In der Körperlosigkeit des Unerlösten, wird manch Frevel auf dem Geiste lasten, denn das Urteil zwischen Gut und Böse hat er nicht dem Höchsten überlassen.
Wie nur erlöst er unsre Welt, der biblische Messias, wie versprochen? Kommt er herab vom Himmelszelt, in das er vor 2000 Jahren aufgebrochen?
Ist es denn seine Welt, die hier verblieb? Der Menschen Freiheit kann nur Selbsterlösung sein! Ist er denn der Messias, menschenlieb; liebt er auch die, die unbezähmbar scheinen?
Der Wohlstand wächst, hat Städte reich geschmückt, gebildet stark und stolz für Ewigkeiten. Durch ‚Sklavenländer‘ ist das Land bestückt, durch deren Wildheit sah ich Diebe steigen.
Sie krönen sich mit Raub und Kostbarkeiten, irdische Straßen deuten ihre Wege. Ihr stetes Wachstum, das sie sich erstreiten, dem alt gewordenen Land bringt’s keinen Segen.
Wann naht Erlösung, wann ein neues Land? Bringt denn der Mensch nicht alte Schuld hinein? Zieht sich mit altem Denken Sklaventum heran, will Herr über die ‚Untermenschen‘ sein?
In deren Städte würde Hochmut wohnen, herab der Über-Mensch auf Menschen schaut! So würde neues Land die Selbstsucht lohnen. Es muss von selbst erblüh’n, was man bebaut!
„Entwicklung“ heißt ein Baum des Paradieses. Im Frucht sein, wird er stets nach neuen fragen. Der ‚Herr der Welt‘ geht nicht auf bunten Wiesen, er muss im Werden auch den Untergang ertragen.
Die freie Seele in des Denkens Garten, darf unsre alte Erde neu bepflanzen, in Gottes Land, dem niemals offenbarten, im eignen Garten, dienend so dem Ganzen.
Glücklos waren manche Tage, tränenreich, die Nächte lang. Einer Dornenkrone Plage war die Überwindung dann.
Auferstanden aus Ruinen, aus der Asche Neubeginn. Menschen wählen Licht und Schatten, schmerzensreich des Lebens Sinn.
Glücklich zählen sich Erlöste, die in Christus auferstehen. Doch wer Falsches sucht, der tröste sich mit Werden und Vergehen.
Menschen tragen Lust und Not, unbeschwert und unbelehrt, kreisend durch Geburt und Tod, sind sie nur zurückgekehrt.
Irgendwann des Wanderns müde rebelliert der alte Geist, und er sucht des Auswegs Trübe, der den Weg „Erlösung“ weist.
Schmerzensreich ist diese Krone, jubelnd nimmt er sie nun an. Nicht als Sühne – nur zum Lohne, dass Erlösung werden kann.
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