Mensch

Bild: Karin M.

Einst reiner Geist,
im Reich der Glückseligkeit.
 
Frei war dein Wille,
ummantelt vom Willen des Schöpfers.
 
Du strebtest nach gänzlicher Freiheit
und Schöpfung im eigenen Reich.
 
Dein Hochmut
zahlt Tribut an den Tod,
denn dein Körper ist sterblich.
 
Ewig dein Sehnen
nach deiner geistigen Heimat.
 
Liebe ist Leitstrahl
zurück zum Hause des Vaters.
 
Steinig und leidvoll der Weg
durch die Dualität.

Leitet Verstand und Gefühl
zu göttlicher Harmonie.
 

Weltenwanderer Mensch

Du ringst und rufst nach Glück!
Kaum zeigt es sich,
so lässt es dich
in Einsamkeit zurück.
Denn es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Das Leid, wie es dich schreckt!
Schon hat’s den Arm gestreckt,
dich zu erfassen –
und muss dich lassen!
Es ist ja eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Das Werk, das du erstrebtest,
dem du, dich opfernd, lebtest –
kaum hast du es getan,
gehört es andern an.
Ach, es ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
So läuft der Erde Zeit.
Erst scheint der Tod dir weit,
dann ist er nah,
auf einmal ist er da!
Doch er ist eine Sprosse nur auf unsrer Leiter,
komm weiter!
 
Und neuer Fähigkeiten frische Kraft
in andern Leben neue Werte schafft,
und ein Erkennen löst das andre ab;
Erfahrung wird des früh’ren Wissens Grab.
Auch Wissen ist nur eine Sprosse auf der Leiter,
komm weiter!
 
Auch wir im Geistessonnenlicht,
auch wir im andern Land erschauen nicht
das Ende unsrer Leiter,
komm weiter!
 
<Ephides>

Sinfonie des Lichts

William Adolphe Bouguereau  1825-1905

Längst verhallter Urknall –
aus Trümmern geborene Welt;
geballte Materie in kosmischer Ordnung.
 Mensch sein –
schmaler Grad zwischen Urzeit und Wandel,
Brücke zur Neuzeit.
Darwin oder Gott?
Evolution oder Schöpfung?
 Zeitreise durch die Irrtümer.
 Teil eines harmonischen Ganzen,
universale Unendlichkeit –
seit Anbeginn der Zeit und ewig während.
 Geschenk an die Menschheit,
aus Träumen geboren,
schwebend zwischen den Welten.
 Spielplatz der Engel,
 unendlich tanzend
zur Sinfonie des Lichts.