Wahrheit im Glauben

Bild von Albrecht Fietz auf Pixabay

Es ist der Glaube keine Blüte,
die dir ein andrer reichen kann.

Und wär sie lauter wie des Spenders Güte
und rein und unberührt, auch dann
wird sie bei dir das kurze Dasein fristen,
das eine Blume lebt im Wasserglas.

Der Glaube ist ein Baum, in dem die Vögel nisten,
und mächtig liegt sein Schatten auf dem schwanken Gras.

Greif‘ nicht nach fremder Bäume Blüten,
den eignen zarten Glaubenskeim nimm wahr
und zieh ihn auf und such zu hüten
ihn vor des Zweifels Frostgefahr.

Dass einst der Baum hoch in die Lüfte trage
sein Haupt und dir’s mit Blüten lohne,
und seine Arme schirmend breite in der Krone.

<Ephides>

Lied des Friedens

Jean-Léon Gérôme  1824 -1904

So, wie der Muezzin von seinem Minarett
zur Stunde des Gebetes ruft,
 
möcht’ ich der Menschheit singen,
 
von einem ein’zgen Gott, der Christ und Moslem eint,
weil er sie beide schuf –
 
dies Lied soll allen Völkern in den Herzen klingen.
 
Will Frieden in die wunden Seelen tragen
und tauschen Freude gegen Leid.
 
Die Zeichen werden stehn und Menschen
die Veränd’rung wagen –
 
Freundschaften wachsen mit der Zeit.
 
Die Welt braucht Händedruck und keine Kriege,
die weder Sieg noch Frieden bringen.
 
Vereint die Völker dieser Erde,
doch nur mit Liebe wird euch das gelingen!