Saumselig spielten am Fluss die Libellen, schwirrten gar lustig und glänzten so bunt, Frühling trat aus den Sonnenquellen und die Natur schien voll Atem, gesund.
Vögel flogen als singende Gäste zurück in die noch kühle Heimat im Norden, hin zu den brutbereiten Geästen, und sie zwitscherten Lieder am Morgen.
Insekten, Bienen und Krabbeltiere bauten sich neue Häuser geschwind, in wachsenden Gärten und unter Spalieren tollte der Mensch mit innerem Kind.
Wärme vorbei, der Herbstwind bringt Kühle - Vögel reisten in wärmere Fernen; längst verstaut sind die Liegestühle und auch der Frohsinn, der Griff nach den Sternen.
Gelb und welk liegt das Laub zerstoben, der Norden lässt die Stürme herein; erste Schneeflocken fallen von droben. Würde die Welt doch im Winterschlaf sein!
Der Winter schmilzt in warmen Händen,
vom Tau berührt liegt er im kalten Bett.
Der Februar steht vor der Tür und wenden
wird sich im März der Eisige und geht.
In kalten Nächten glitzern Eiskristalle,
beleuchtet von der kühlen Sternenpracht;
sie funkeln, wie ein Diamant für alle,
die ihre Botschaft lesen in der Nacht.
Der Frühlingsahnung schicksalhaftes Keimen,
das leise, wie ein stilles Mahnen weht,
tanzt mit der Hoffnung unter Weltenbäumen,
von weisen Schicksalsgöttinnen ins Land gesät.
Früher kannten wir noch Winter,
und die Schneelast, die sich türmte;
waren wild verspielte Kinder,
die selbst draußen, wenn es stürmte,
rannten durch die dichten Flocken -
fuhren Schlitten, viele Stunden,
um in weißer Pracht zu hocken
und die Schneewelt zu erkunden.
Hügel rauf und wieder runter,
hei, die Luft war voll mit Lachen;
rot die Wangen und darunter,
unter unseren dicken Sachen,
die von Mutter fein gestrickten
Fäustlinge – sorgsam verbunden.
Wenn sie uns nach draußen schickte,
wär‘ sonst einer bald verschwunden.
Frierend gingen wir nach Hause,
weinend wärmten wir die Hände
nach durchnässter Schlitten-Sause,
doch der Schmerz schien nicht zu enden.
Doch bereits nach Tagerwachen,
hinter Eis beblümten Scheiben,
ließ das schneebeglückte Lachen
uns erneut ins Freie treiben.
Hell strahlt die Welt! Vom Weiß bedeckt,
glänzt freundlich kalter Himmelssegen.
Der Schnee, der hinterm Haus sich streckt,
liegt unberührt auf allen Wegen.
So zierlich wirkt des Vogels Tritt,
wenn er durchläuft die kalte Stätte;
bald knirschen Füße, Schritt für Schritt,
und reißen auf die weiße Decke.
Bizarr und blattlos stehn die Bäume -
die stets geduldig Schneelast tragen;
die kühle Luft weckt Frühlingsträume,
noch sind sie fern, die warmen Tage.
Der Januar bringt Neujahresfrische,
die Welt hält still den Atem an,
bis alle winterleeren Tische
die Frühlingszeit bedecken kann.
Schlitten klingeln durch die Gassen,
fußhoch liegt der Schnee geschichtet;
deutschem Winter muss man lassen,
dass er gar entzückend dichtet.
Und wir gehn, ein schneeweiß Pärchen,
Arm in Arm, mit heissen Wangen.
Welch ein süßes Wintermärchen
hält zwei Herzen heut gefangen!
So kalt ist es heute Morgen,
so unbarmherzig der Wind!
Mit mir hinaus gehn die Sorgen,
die an meiner Seite sind.
Im Schnee verwehen die Pfade,
von anderen Menschen gegangen;
ich stapfe hinaus – alle Gnade
darf ich in der Schneeluft empfangen.
Die Welt ist erwacht und klirrend
sind die öden Straßen im Frost;
den Lärm des Verkehrs hör ich schwirren
und eisig weht es von Nordost.
Nur ein kleiner Stern ist zu sehen,
der glitzernd am Himmel steht;
die kalten Stunden vergehen,
wenn die Sonne im Osten aufgeht.
Die Tage fließen, wie die stillen Stunden,
im Fluss des Lebens, hin zur Quelle.
Heilung bringende Kraft Seiner Liebe,
gesegnet strömt sie in offene Herzen.
Die Lichtwelt ist um uns, sie wartet auf unser Erfassen.
Ehrfürchtig schöpfen wir dann aus ewigem Born.
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