Verbotene Sehnsucht

So, wie die Schwalben ohne Rast,
zu segeln durch die Lüfte,

ganz sinnerfüllt, fern aller Last,
durch alle Daseinsklüfte.

Oh, wie du lockst, du weite Welt,
mit Schönheit und mit Leben!

Der ferne Stern am Himmelszelt,
will meine Sehnsucht regen.

Wie leide ich an meiner Ruh’
in abgeschiedenen Welten;

so hör mich rufen, laut: „Nur Du
kannst meiner Seele helfen!"

Wollt’ nahe sein, nur Dir, mein Herz,
zu opfern Dir mein Leben,

dass Einsamkeit mir wird zum Schmerz,
bitt’ ich Dich zu vergeben.

Nenn nicht als Sünde meinen Drang
des Daseins Sinn zu üben,

folg’ trotzdem Dir ein Leben lang,
gib meiner Seele Frieden.

Radikaler Feminismus

Karte im Tarot – Quelle: Pinterest

Führung des Staates – reformiert und wandelt,
zum Guten oder Argen;
deine Gesetze füllen Blätter,
in einem Buch,
dessen Buchstaben zu Makulatur verkommen,
wenn Unordnung nicht Ordnung sein darf,
und Berge von Paragraphen die Sicht auf Wesentliches verhindern.

Manchmal ist die Justice
auf dem linken Auge blind.

Manipuliert durch Starrsinn der Einfachen,
die Gerechtigkeit wollen und Freiheit denken,
jedoch Gleichheit erzwingen und Eigentum schänden,
Ordnung verhindern,
um ihre Unordnung zu schützen.

Gleichgesinnte mit gendernden Sternchen,
*innen feministisch erhöht,
ziehen mit schrillen Stimmen und sozialen Parolen,
das Werk der Frauen,
die geschichtlich Großes vollbrachten,
in den Rinnstein der Vergangenheit.

Links oder rechts

Der vierte Staat – Giuseppe Pellizza da Volpedo (1868-1907)
Der Zeitgeist zieht die Welt herab,
hängt schwerlich in den Räumen.
Er klammert sich, hält dich auf Trab,
verfolgt dich in den Träumen.

Du kneifst die Augen zu, den Mund,
verschließt voll Kraft die Ohren,
doch dringt er ein, tut Neues kund,
hast dich in ihm verloren.

Ob links, ob rechts, die Tradition
geht doch schockierend weiter;
was leicht erscheint, ist Illusion,
nur Stufe auf der Leiter.

Kam des Proleten Arbeitskraft
der Bourgeoisie entgegen;
vermögenslos trug sie den Staat,
durch kinderreichen Segen.

Indoktriniert, durch Neid sozial,
wo Klassengeister drücken;
Wut schürt Gewalt und radikal
sucht man Gesetzeslücken.

Doch alles, wenn’s gerecht auch klingt,
„sozial“ hat’s schon verloren;
Der Sozialismus* dieser Welt versinkt
in zig Millionen Morden.

*NSDAP, SED, Lenin, Stalin, KPD

Die bösen Geister

Quelle: Pinterest
Kriege wird es immer geben,
jedes Land trägt seine Schuld,
Grund sind Willkür und das Streben
nach der Macht erkämpften Huld.

Durch die vielen, die gegangen,
ausgeblutet, liegt das Land;
noch im Wahn der Zeit gefangen,
schwebt der Toten Geisterwand.

Mächtig ist die Hand des Siegers,
ohne Mitleid und Gefühle;
Todesschatten jedes Kriegers,
im Gesicht die Leichenkühle.

Denkt das Volk im Angstgewimmel,
licht und dunkel, wie die Welle,
geht‘s hinauf bis in den Himmel
und hinab bis in die Hölle.

Liegt die Welt in düstrer Trauer,
bluten Seelen, Körper, Herzen;
tropft ein sachter Tränenschauer
durch die Trübsal aller Schmerzen.

Niemand kann den Teufel hindern,
thront er auf dem Goldberg oben,
war’s unmöglich, Leid zu lindern,
wo die bösen Geister toben.

Nur des Schicksals leises Walten,
spielt das Spiel von Tod und Leben.
Mensch wird Harmonien spalten,
Gut und Böse sich erheben.

Wiedergänger – seht sie gehen,
hört ihr leises Wehe-Klagen!
Doch die Welt kann's nicht verstehen.
Schwarze Nacht: – Wann wird es tagen?
Quelle: Pinterest

Herbst

Tropfen prasseln gegen die Scheiben;
ich freue mich, der Herbst wird nun bleiben,
mit heftigen Winden und feuchter Milde,
im bunt gefärbten Blättergebilde.

Auf „Pause“ im Wachstum eingestellt,
zeigt das Jahr die Reste der blühenden Welt.
Schon raschelt es unter den Füßen;
der Herbst lässt im Jägerwams grüßen.

Mit Halali reitet er durchs Feld,
verzaubert farblich die Heimatwelt,
Alles bunt Bemalte fliegt mit dem Wind,
vergangen, wie auch die Zeit verrinnt.

Fuchs und Hase huschen geschwind in den Bau,
wie Gewehre klingt’s im Gewitter Radau,
man hört nicht das Sterben der Tage,
und der Mensch, er stirbt mit, all die Jahre.

Ewiges Licht

Quelle: Pinterest
In allen Wesen, wo des Lebens Atem ist,
in dir und mir gemein,
da brennt des Einen reines Licht,
das unzerlegbar strahlt, so fein.

Durchscheinend leuchtet sein Spektral,
das alle Farben durch ein Prisma eint,
so bleibt der Ursprung noch,
zerbrochen zwar,
prägt es von innen her,
nicht so, wie's scheint.

Der Wellenlängen, sieben an der Zahl,
so vielgestaltig,
wie des Leuchtens Grad;
vollendet sei,
in Gottes reinem Licht,
das Regenbogen färbt
und siebenfach bemalt.

Brandmauer

Aus „Wallensteins Tod“ von Friedrich von Schiller:

Nicht was lebendig, kraftvoll sich verkündigt, ist das gefährlich Furchtbare.

Das ganz Gemeine ist’s, das ewig Gestrige, was immer war und immer wiederkehrt, und morgen gilt, weil’s heute hat gegolten! Denn aus Gemeinem ist der Mensch gemacht, und die Gewohnheit nennt er seine Amme.

Nur zwischen Glauben und Vertrauen ist Friede!

Quelle: Pinterest
Mauern sind längst neu errichtet,
um zu trennen, die, die glaubten,
Milch und Honig würden fließen
und sich an den Staat verkauften.

Grenzen öffneten die Tore.
Freude war von kurzer Dauer;
jubelnd wurd‘ der Dank gerufen,
als man oben auf der Mauer.

Doch ein hartes Schicksal folgte,
federlassend war‘s Gemenge;
Staat nahm Planwirtschaft und Arbeit,
planlos im West-/Ost-Gedränge.

Viele Jahre sind im Außen
die Fassaden neu gestrichen,
doch aus ihren Herzensgruben
ist die Sehnsucht nie gewichen.

Nur des Jägers schwaches Denken
zerrt den Adler aus dem Neste,
um ihn dann daheim im Käfig
einzusperren, ihm zum Besten.

Gitterstäbe sollen weichen,
denn der Aar sehnt nach dem Horste.
Fliegen will er, aufwärts schwingen,
überschauen seine Forste.

Wer war’n die gemeinen Brenner,
die die Mauer hochgezogen?
Einst versprach man Land in Blüte,
doch man hatte sie belogen.

Wogt der Stein in Rauch und Feuer,
stürzen ein die Gitterwände.
Weh dem Leben nach der Lohe!
Unschuld wusch Pilatus’ Hände?

Wilder Herbst

In meiner Jugendzeit, die längst vergangen,
durchschritt ich viele Straßen ohne Ziele,
und die Motoren, die noch anders klangen,
waren nur wenig laut und nicht so viele.

Wir waren wild, wie wilder Herbstbeginn.
Ich trieb im schwingenden Warum-denn-nicht.
Was mir die Alten sagten, war mir kein Gewinn;
ich sammelte Erfahrung und nicht Pflicht.

Versäumte alles, was mir nicht gefiel:
Die Schule war mir gar ein bitteres „Ach!“,
die alten Schreibmaschinen dort ein Spiel,
Stenografie – ich gähnte mich durchs Fach.

Die Qual des Alltags lag auf mir wie Fluch;
ich sperrte mich vor dem, was kommen muss.
Versäumte absichtlich den Schulbesuch,
doch einmal war mit allem Schluss.

Der Zeitvertreib, er führte mich in ein Bistro,
das in der Nähe meiner Schule Treffpunkt war.
Ich saß allein. Drei Pärchen tanzten, doch wieso,
bin ich mit diesen Fremden mitgefahren?

Es war des Lebens missliches Geschick,
als mich drei Männer in den Wald gebracht;
dass ich noch lebe, ist ein großes Glück.
All das Geschehene hat mich reif gemacht.

So wenig haben Menschen mir gegeben,
und was sie gaben, nahmen sie zurück.
Ich legte Pflichten auf mein ‚lockeres‘ Leben
und sah: Ein Lächeln Gottes ist das Glück.

Kinder des Lichts

Bild von Henryk Niestrój auf Pixabay

Wie ein See, mit tausend Glitzerwellen,
spiegeln sich Himmel, sternenfunkelnd,
wo des Lichtes unbekannte Quellen,
strömen zu den Taten, die verdunkelnd,
in den leidgeprüften Unbelehrten,
den von Hass Gequälten, tief Gesunkenen,
die sich falschen Lehren nicht erwehrten,
die an Mächte dunkler Welt Gebundenen.

Schwere Lügen und Gewalt vereint,
Schuld, verband sie und die Lust
liegt auf ihnen, dicht und schwer wie Stein.
Dämonisch schlägt das Herz in ihrer Brust.

Freuden dieser Welt darfst du nicht trauen,
reich Ihm die Hand, der übers Wasser lief.
Dein Auge sei in Seinen, mit Vertrauen,
hör, wie Er lang schon deinen Namen rief.

Schau nicht zurück! Das schönste Glück auf Erden
ist nichts, nur Last, wie Lust und Geld.
Drum mach dich frei, nur dann kann Liebe werden,
wenn Er die Schatten nimmt, den Kindern dieser Welt.