Erwachen

Foto: Gisela Seidel

Der Vollmond schimmert silbrig in mein Zimmer.
Es ist noch morgenfrisch; langsam vergeht die Nacht.
Um vier Uhr öffne ich die Außentür, wie immer.
Die Katzen haben schlaflos neben mir gewacht.

Foto: Gisela Seidel

Sie brachten ihre liebsten Spiel-Geschenke,
damit ich mich aus meinem Bett erhebe.
Nun sind sie draußen, und ich denke,
es ist noch früh. Wenn ich nur wieder läge!

Foto: Gisela Seidel

Ich schneide Fleisch, zur morgendlichen Stunde,
bringe das Katzenfutter, nass und trocken,
hol frisches Wasser, stell es in die Runde,
säuber‘ ihr Klo. Mein Bett mag mich noch locken.

Foto: Gisela Seidel

Die beiden Katzen haben sich nach einer Weile
längst ausgetobt und liegen faul wie Sofakissen.
Ich blick betreten, müd und schreibe diese Zeile:
Nun bin ich wach. Ich hätt‘ es wissen müssen!

Foto: Gisela Seidel
Foto: Gisela Seidel

Katzen

Paul Anker 1831-1910

 Es ist die Eigenart der Katzen,
zu schleichen und zu schauen
und auf geschmeidig weichen Tatzen,
uns schmeichelnd zuzumauen.
 
Sie sind charakterfest und eigen,
als kluge Jäger, listig, flink;
nur werden sie auch Krallen zeigen,
damit die Mäusejagd gelingt.
 
Ansonsten sind es kleine Tiger,
die schnurrend sanft wir lieben,
denn ihre Herzen folgen wieder
den alten Freiheitstrieben.