Recht und Unrecht

Der Zauberlehrling – Johann Baptist Wilhelm Adolf Sonderland (1805-1878)
Wohlbehütet sind die Satten,
Ehrsamen und nie Versuchten,
die von jeher alles hatten,
tugendhaft den Wohlstand schufen.

Die an vollen Tischen tafelnd
in den warmen Stuben sitzen
und bei einem Gläschen Wein
über all die Armen witzeln.

Über die Verzweiflungstaten
mancher Frauen, die in Not,
sich für Geld mit Männern trafen,
für die Miete oder Brot.

Sie versteh’n nicht, wie es geht,
dass jemand, der fleißig ist,
plötzlich auf der Straße steht,
wo man ihn als Mensch vergisst.

Dem nichts bleibt auf dieser Welt,
als der Schmutz, in dem er liegt,
bis der Tod sich zugesellt,
durch die Tritte, die er kriegt.

Über Hungrige, die stehlen,
schimpfen Satte, sprechen Recht.
Wenn sich leere Mägen quälen,
ist ein Urteil dann nicht schlecht?

Auf die Not der Ausgestoßenen,
die in vollen Läden stehen;
auf die vielen Heimatlosen,
die nur unseren Luxus sehen,

schau’n auf Fremdgruppen verachtend
die Gesetzeshüter nieder,
die mit wohlgenährten Bäuchen,
gut behütet, satt und bieder,

sie doch einst ins Land gelassen,
um den Wohlstand aufzubauen,
für sie in Beschlüsse fasste,
deren Schutz sie noch vertrauen.

Nun ruft man den „Hexenmeister“
denn „der Besen steht nicht still“.
Will die Rückkehr fremder Geister,
die man hier nicht haben will.

Autor: Gisela

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23 Kommentare zu „Recht und Unrecht“

  1. Ja ein Bild verschaffen der Zusammenhänge dürfen wir. Das führt zu einem schrittweisen immer klareren Erkennen und Bewußtwerden.
    Es führt aber auch zu der Erkenntnis, daß wir schicksalhaft mit verwoben sind in das, was wir erleben und erkennen.
    Und das führt uns zum Freiwerden davon.
    Und wenn dies erkennende Freiwerden beginnt, werden wir auch immer bescheidener,
    und unser Urteilen über andere wird immer milder.

    1. Ja, wir sind schicksalhaft verwoben mit dem jeweiligen Zeitgeist. Ihn erkennen und erleben führt nicht zum Freiwerden, wie Glaube alleine nicht zur Erlösung führt. Ein mildes Urteil richtet sich immer nach der Tat. Eine Tat gegen den Heiligen Geist ist nicht duldbar.

    1. Ich werde immer die Not hinter einer Tat sehen. Das tue ich, weil ich selbst schon in Not gewesen bin. Sobald ein „Kuckuck“ auf der Stereoanlage klebt und die Perserkatze gepfändet werden soll, wird man wach. LG Gisela

    1. Wenn man zu viele Menschen ins Boot holt, um ihnen zu helfen, wird man gemeinsam mit ihnen untergehen, durch Überlastung des Kahns. Also muss man eigentlich dafür sorgen, dass es gar nicht erst dazu kommt. Das ist wahrhaftig eine schwere Gewissensprüfung. „Die Schlechten ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen?“
      Danke für Ihren Kommentar. 🌺

      1. Ja und unterscheiden muß man ja noch zwischen denen, die dafür verantwortlich waren und zu einer „Empfangskultur“ aufriefen,
        so daß wir ungeprüft alle freundlich empfingen, und nun merken, wer da alles hereinkam….
        Aber wir haben auch sehr viel Schönes und Gutes durch wunderbare Menschen empfangen.
        Nun aber „die Schlechten ins Kröpfchen, die Guten ins Töpfchen“…?
        Wer ist nun dafür verantwortlich?…
        Da müssen wir auch uns fragen: Wo sind die Guten und wo die Schlechten?

        1. Ab 1980 fand in der DDR auf Basis bilateraler Abkommen die Anwerbung vietnamesischer Arbeitskräfte statt, was später auf Menschen aus Kuba erweitert wurde.
          CDU-Politiker fuhren später im Zuge des modernen Fachkräftemangels nach Vietnam. In der BRD wurden zunächst Italiener und Türken angeworben. Zur sogenannten Empfangskultur rief letztlich Angela Merkel auf, natürlich nach Parteiabsprache. Alles ohne Prüfung und ohne Gesundheitszeugnis. Sicherlich konnten Menschen einreisen, die fundierte Ausbildungen aufwiesen und einen einwandfreien Charakter hatten. Wer ist verantwortlich für dieses kulturelle Desaster und den Konsumschock, dem diese armen Menschen ausgesetzt waren? Es kamen auch die Schlechten aus Ländern, die die Rückführung verweigerten, obwohl sie als sicher gelten. Warum lässt die Regierung so etwas zu? Es geht schließlich darum, die Sicherheit des Landes zu gewährleisten. Das ist schon lange nicht mehr möglich.

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