Traumbild

Caspar David Friedrich 1774 – 1840

Bald bist Du gänzlich fort aus meinem Leben!
Du gehst nicht ganz – ein kleiner Teil bleibt hier,
den senke ich mit liebevollem Weben
in die verborgne Kammer meines Herzens mir.
 
Nicht losgelöst sind alle Erdenstricke.
Noch hält mich die Erinnerung gebannt,
doch bald pflegt Schwester Zeit mit leisem Schritte,
mir mein gebrochnes Herz mit sanfter Hand.
 
Sie wird den Balsam des Vergessens auferlegen,
der wie der Nachtwind sich in Seelen senkt.
Sie wird die Wunden heilen, die noch quälen
und tröstend Sehnsucht stillen, wenn der Tag beginnt.
 
Die Einsamkeit wird sich in Stille wandeln,
mein Herz wird heilen, irgendwann und -wie.
Nur manchmal senkt mir dein verklärtes Handeln
„Verbundenheit“ in meine Phantasie.
 
In diesem Dunstbild sehe ich dich wieder,
du hüllst mich ein, in weißes Traumgespinst.
Dein Geist singt mir am Tage Trauerlieder,
zeigt mir, dass Traumesbilder nicht das Leben sind.

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

4 Gedanken zu „Traumbild“

  1. Traurig, aber auch so schön poetisch!
    Nochmals liebe Grüße an Dich und ein schönes Wochenende
    wünsche ich Dir , liebe Gisela!

    Constanze

    1. Ja, es war damals sehr traurig für mich.
      Aber gerade dann scheint die Muse hellwach zu sein. *lach
      Ich wünsche Dir auch ein schönes Wochenende, liebe Constanze!

  2. Moin Giesela
    Ich frage mich in letzter Zeit, „woher“ du diese Gedichte nimmst. Stammen sie aus deinem Archiv, oder werden sie immer von dir „neu“ geschrieben?
    LG

    1. Guten Morgen lieber Rolf,
      die Gedichte aus der Rubrik „Liebe und Leid“ sind alle in der Zeit von 2006-2008 entstanden.
      In anderen Rubriken gibt es auch neue Gedichte aus diesem Jahr.
      Danke für Dein Interesse und herzliche Grüße.

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