Tröstlich vertraut

Es gibt Tage, da sieht man die Schatten nicht,
da blendet die Hoffnung mit leuchtendem Licht;

dann gibt es welche, die Bilder zeigen,
von einer Zukunft unter blühenden Zweigen;

völlig losgelöst vom weltlichen Zwang,
dreht sich die Uhr der Zeit wie im Traum alsdann.

Dann gibt es Tage, wie Blei so schwer;
man fühlt den Sinn und die Freude nicht mehr.

Sorgen zerren dann, mit fordernder Hand,
Angst erdrückt, wo vorher Vertrauen bestand.

Blei verbindet Glas im Fenster zum Licht,
damit es in Schönheit ins Heiligtum bricht.

Wie ein Tempel soll der Ort der Seele sein,
der erleuchtete Geist den Alltag erfreuen.

Mit leichteren Flügeln schwebt jeder Schritt,
wie ein windiges Segel nimmt es uns mit,

und ehe der Weg sich ins Niemandsland zweigt,
sieht man das Ziel, das sich am Horizont zeigt:

Nur grünende Zweige hat man geschaut,
die wie Knospen erblühn, wo es morgentlich blaut -
so tröstlich vertraut.