Die Kartenlegerin

Die Kartenlegerin – Georg Hom ( 1838-1911)

Das Lebensrad dreht sich im Kreise,
mal läuft es langsam, manchmal schnell,
lenkt uns auf unsichtbaren Gleisen,
vorbei an Dunkel oder Hell.

Oft fürchten wir, was vor uns liegt
und suchen Rat bei höherer Kraft,
durch eine Weise, die beschrieb,
was zukünftig uns glücklich macht.

Wir gehen nicht mehr unsre Wege,
das, was wir brauchen, tun wir nicht,
fühlen beim Kartenbilder-Legen
Begeisterung. Der Wille bricht!

Wir denken nur noch an das Ferne,
vergessen ganz die Gegenwart,
befragen Kaffeesatz und Sterne,
sind von den Antworten genarrt.

Vergesst nicht euer tiefes Wissen,
das selber ihr in euch verspürt!
Wegweiser werdet ihr nicht missen,
wenn euer Weg zu MIR euch führt.

Orakel

Orakel – John William Waterhouse (1849-1917)

Gefangen in Zukunftsängsten,
Alleinsein – ein bedrückendes Los.
Grübeln, ständiges Denken,
macht Albträume doppelt so groß.

Verzweifeltes Ringen um Wahrheit,
Gedankenlesen das Spiel.
Das Hirn des Geliebten trägt Klarheit,
Eindringen der Wunsch und das Ziel.

Liebt er mich? Wird er bleiben?
Gar Frau und Kinder verlassen?
Will er ohne mich sein; soll ich leiden?
Wird die Not um mich jemals verblassen?

Weise Frauen will ich befragen,
sie soll’n für mich positiv denken.
Viel Geld werd‘ ich zu ihnen tragen,
mein Schicksal soll’n sie für mich lenken.

Sie fassen beruhigend in Worte,
ein traumhaftes Bild von der Liebe,
vom Geldfluss, vom besseren Orte,
vom Wohlstand, der kommt und bliebe.

Du verlässt das Orakel in Sicherheit,
eine schöne Zukunft soll kommen;
schon wenig später stehn Zweifel bereit,
Zuversicht wird dir wieder genommen.

Fremdes Glück, das du erstrebtes,
würde allen nur Unglück bringen,
war doch nur ein im Traum Gelebtes,
ein Trugschluss, ein falsches Ringen.

TAROT

T
O A
R

TORA = hebräisch GESETZ

ROTA = des Weltalls ewige Rotation

Im Hebräischen hat jeder Buchstabe gleichzeitig eine Zahl und somit jede Zahlenfolge eine Quersumme. Die Bibel ist so geschrieben, dass jedes Wort und jede Zahl eine viel wichtigere Bedeutung hat, als es auf dem Papier steht, wie eine geheime Mitteilung.

So ergeben sich beispielsweise dieselben Quersummen bei den Namen „Messias“ und „Satan“. D. h., diese Namen sind die genauen Spiegelbilder voneinander. Das alte Wissen der Bibel können wir nur erahnen. Es gibt neuzeitliche Deutungen von Friedrich Weinreb, aber die Inhalte der Bibelseiten, gedeutet durch Zahlen und Buchstaben, ist so umfangreich, dass dies nur wenige erfassen können. Bei der Bibel gilt: Wer sich dem Wort öffnet, dem wird das Verstehen des Wortes offenbart. Genauso ist es beim Tarot.

Die überlieferten Tarot-Deutungen durch Juden und Völker der Sinti und Roma sind heute noch im Handel, als Karten erhältlich. Ich denke, dass auch Weisheiten der Ägypter darin enthalten sind, weil Moses – so er denn existierte – Hohepriester gewesen sein soll. Die verwendete Sprache ist identisch mit der hindustanischen Sprache, die der Altägypter und Inder.

In den Tarot-Karten ist nicht nur der seelische Zustand eines Fragenden dargestellt, sondern auch das Schicksal dieses Menschen. Die Karten ergeben Mosaikbilder, die man zusammensetzen muss.

Aber Achtung: Kein Mensch ist in der Lage etwas anderes zu offenbaren, als was er selbst ist!

Nichts ist Zufall, nur Offenbarung des bewussten oder unbewussten Selbst. Wenn ich Karten lege, ist das Ausdruck der in mir wohnenden Kräfte. Jeder Mensch legt die Karten nach eigenem Ermessen, wie er seine eigene Handschrift oder Art zu sprechen und zu gehen hat. Jede Seele wird einen ganz eigenen Blick auf die Karten haben und die Bilder in unterschiedlicher Weise in sich erwecken.

Die Tarot-Karten dienen vor allem dazu, zur Selbsterkenntnis zu gelangen. Sie haben eine tiefe mystische Bedeutung. Unwissende sprechen die Bilder nicht an. Kein Strich, keine Farbe darauf ist ohne Bedeutung. Die 22 Karten der großen Arkana entsprechen den Entwicklungsstufen der Menschheit.

Das ist wie ein Blick in den Spiegel. Was sehen wir dort? Wir erkennen nur unser äußeres Abbild, das innere bleibt uns verborgen. Andere Menschen sehen uns ganz anders. So schauen wir nur auf die Karten und verstehen nichts. In Büchern festgehaltene Deutungen und eigene Intuition helfen dem Deutungsprozess.

Die Tarot-Karten sind ein sehr gutes Hilfsmittel, um das eigene, innere Ich zu erforschen. Wie ein Blick in einen seelischen Spiegel. Man muss sich selbst ändern, damit sich sein Schicksal ändert und damit ändern sich auch Dinge im Leben.

Wenn wir uns intensiv damit befassen, wird irgendwann ‚der alte Geist‘ der Karten sprechen. Die Schwingungen reichen von uralter Vergangenheit bis in die Gegenwart. Sie sagen uns, wie die Bilder der Bibel: So war es einmal, so wird es immer sein!

Eigentlich gehört doch alles zusammen: das was war, ist und sein wird.

Katzen im Warntraum und die dunkle Ebene

Bild: Karin M.

Den Jahreswechsel 20/21 verbrachte ich notfallmäßig in einem Krankenhaus. Fast wäre ich an einer Blutvergiftung gestorben, weil ein Nierenstein meine Harnröhre blockierte. In letzter Minute wurde ich davor bewahrt. Eine ehemalige Kollegin schickte mich zum Corona-Test, nachdem ich ihr am Telefon von meinem andauernden Fieber berichtet hatte. Die mir unbekannte Ärztin, über die ich einen PCR-Test gemacht hatte, weil ich nicht mehr ein noch aus wusste, überreichte mir einen Urinbecher. Der Inhalt hat uns wohl beide aufgeschreckt, denn sie rief mich an, nachdem ich ihr den Becher per Taxi bringen ließ. Sofort in die Notaufnahme! Wie ein Fingerzeig von oben.

Ein paar Wochen zuvor hatte ich einen Traum vom Hochhaussturz.
Meine Katze balancierte auf der äußeren Fensterbank und fiel dort vom 20. Stock. Nach dem Aufprall, den ich miterlebte, hätte sie tot sein müssen, stand dann jedoch wieder auf und lief zum Eingang. Da mir ein Katzentraum meistens eine Krankheit beschert oder andere Unannehmlichkeiten, war ich damals beunruhigt. Doch dann habe ich die Warnung beiseitegeschoben und nicht mehr daran gedacht, bis zur Noteinweisung.

Auf jeden Fall ging es mir im Krankenhaus nicht gut. Wegen Corona gab es Besuchsverbot, aber ich habe weder Familie, noch sonst jemanden, der hätte kommen können. Mein Sohn war vor ca. 2 Jahren mit 37 gestorben. Er fehlt mir sehr! Mein Lieblingsmensch, mein Vertrauter, hatte mir 2018 während meines Schlaganfalls täglich zur Seite gestanden.

Kurz nach dem Jahreswechsel, da träumte ich in der Klinik einen sonderbaren Traum: Ich war plötzlich auf einer anderen Ebene. Sie war ganz und gar dunkel. Die Straßen, Häuser, Bäume, ja sogar der Horizont waren es, jedoch heller umrissen, ähnlich wie bei einem Negativ. Ich lief bis zu einem großen, offenen Torbogen. Dahinter befand sich mein Sohn. Er war ganz in schwarzes Leder gekleidet: schwarze Hose und Hemd und ein langer schwarzer Mantel, wie im Film „Matrix“.

Foto von meinem Sohn Patrick, mit Gemini generiert

Mein Sohn spielte mit einem schwarzen Panther. Als er noch lebte, träumte er immer davon, mit einem solchen Tier spielen zu können. Er liebte Tiere und besonders Katzen. In meinem Traum lagen viele davon um ein Feuer herum. Dort saß er. Überall schwirrten Blumen, mit Gesichtern, die sich öffneten und wieder verschwanden.

Dann sah ich Felder, wie auf einem Brettspiel aus Karton. Eines zeigte ein filmähnliches Geschehen: Da war eine Frau, die Ordnung machte und irgendwelche Unterlagen sortierte. Diese Bilder waren farbig. Ich fragte mich, ob ich diese Frau gewesen bin. Dann wurde das Spielfeld gelöscht, wie eine abgehandelte Episode. Mein Sohn hatte bei dieser Frau Ordnung lernen sollen. Falls ich dort dargestellt worden war: Es hatte nicht geklappt. Mit einem Mal verstand ich, warum das so war. In seiner Welt herrschte Chaos. Im Leben hier, war er immer genügsam gewesen und bestach durch seine Gelassenheit, die wiederum ein Schutz für ihn war. Aber er stand zwischen den Stühlen, denn niemand akzeptierte ihn, weder Schwarz noch Weiß.

Hier gab es die erzwungene Ordnung, in seiner Welt die zwanglose Idylle … die Freiheit. Doch die konnte er nur im Tod finden. Diese Welt verlangte einen Abschluss. Der Panther stand für den Tod, vor dem er keine Angst hatte.

Im Traum habe ich mir alles staunend angeschaut. Mein Sohn stand plötzlich am Tor und lehnte an einem der Pfosten. Ich lief dorthin und wusste, dass ich gehen muss. Wir umarmten uns lange und verabschiedeten uns mit einem Kuss. Ich wusste, dass es ihm gut geht, und das beruhigte mich. Sein Erscheinen im Traum war wie ein Besuch im Krankenzimmer. Ich war nicht alleine! Noch heute denke ich oft an dieses Traumbild. Es hilft mir, weiterzumachen. Jedes Mal, wenn ich traurig bin, denke ich daran und sehe meinen Sohn glücklich, mit seinen Tieren.

Wer mehr darüber erfahren möchte:
https://www.gottes-bilderbuch.de/ueber-mich/zum-gedenken

Traumgespinst

Alleine, mit Engeln gehen,
sich selbst im Traume sehen,
in fremden Sphären finden,
sekundenlang verbinden,

im Bild das längst vergangen,
Ängste von früher fangen,
auf einst Geliebte schauen,
Luftschlösser, die gebauten,

„Es ist vorbei!“ zu wissen,
der letzte Blick ein Müssen,
ohne Gefühl und Triebe,
verlassenes Bild der Liebe.

In alten Häusern leben,
wie durch die Räume schweben,
durch fremde Gassen eilen,
ganz schwerelos verweilen.

In Städten groß und schön,
nicht endend Stufen sehen,
vorbei an Menschenmassen,
die mich nicht sehen und fassen.

Nach Hause, will nach Hause!
Ein Suchen ohne Pause;
ein Fahren, Laufen, Warten
im Traum-Gedanken-Garten.