Ich mag

Schneewittchen und die sieben Zwerge – gemalt von mir im Kindergarten 1957
Ich mag in der Vergangenheit wühlen –
habe so manche Träne vergossen.
Die bunten Eier …, spür‘ alte Gefühle;
hab sie tief im Herzen verschlossen.
Ich tue so, als wären ALLE bei mir,
denn nur, weil SIE lebten, bin ich hier.

Ich mag Kamine mit rauchenden Schwaden,
wie auf dem Kinderbild, wo sie nicht schaden,
auf Dächern vertrauter Häuser, darin
Menschen und deren Eigensinn;
Gesichter, die verändert in Jahren,
Falten, wie Jahresringe tragen.

Ich mag rote Ziegel, die sich dunkler verfärben,
wenn der Regen sie nässt und mein Leben auf Erden.
Kaminfeuer, das in Haus und Gemüt
Behaglichkeit und Wärme versprüht.

Ich mag Vögel, wie sie fliegen, dort oben,
jeden Flügelschlag und ihr Singen und Toben;
wenn sie Platz für neue Nester finden,
und dort kunstvoll Zweig mit Zweig verbinden.

Ich mag, wie in der Kindheit, auf dem Dörpel sitzen,
mit dem Tretroller über die Straßen flitzen,
Lakritz-Wasser trinken, Glanzbilder betrachten,
die Zigarrendose, in der sie Jahre verbrachten,
die Unbeschwertheit weniger Tage genießen
und abends mit Grießbrei den Abend beschließen.

Ich mag Erinnerungen an unseren Garten,
wo bunte Eier auf Entdeckung warteten.
Wo Osterfeuer der Freude dienten und dem Brauch,
und das innere Kind, wenn es lacht, mag ich auch!

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

9 Kommentare zu „Ich mag“

  1. Liebe Gisela, danke für die schönen, Herz-berührenden Fotos und ErINnerungen.
    Lass uns unsere inneren Kinder besonders jetzt zu Ostern beschenken mit einer zärtlichen Geste, vielleicht, dass wir uns selbst umarmen und dabei die Vorstellung haben, dass wir die KLEINE in uns liebevoll im Arm halten.
    Sie hat so eine liebe Ausstrahlung deine kleine Gisela von damals. Und unsere Kleinen inneren Kinder leben in uns weiter…immer immer immer… Manchmal nehme ich mir Zeit, einfach etwas zu malen oder auszumalen… dann bin ich meinem inneren Kind, der kleinen Ina ganz nahe, denn sie hat damals gern und viel ausgemalt in ihren Malbüchern…
    Ganz liebe berührte Grüße schicken dir und der kleinen Gisela
    Marina und Ina

    1. Herzlichen Dank für Deine lieben Worte und Grüße, liebe Marina. Das Giselchen (so wurde ich anfangs genannt) hätte mit der kleinen Ina sicher gerne gespielt und Malbücher bemalt. Ich habe immer gerne gemalt, später in Öl und Aquarell. Du hast recht: Bei dieser Tätigkeit bleibt die Welt draußen und man taucht tief ein in die Stille, wo die Liebe wohnt. So geht es mir heute noch beim Schreiben. Ich wünsche Euch beiden eine bunte Osterzeit. Ihr werdet Euch gewiss nicht verlieren. Liebe Grüße, Gisela 💚

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