Liebe

Maximilian Pirner 1854-1924

Dein Blick ist mir das hellste
Licht auf dieser Welt,
wenn du es löscht,
bin ich allein im dunklen Raum.
Und meine Liebe zu dir,
die mich unlösbar in Fessel stellt,
ist stark – will Früchte tragen,
wie ein Baum.
 
Doch du beschneidest ihn,
lässt ihn nicht blühen,
und er fragt Gott: „Wann wird es Frühling sein?“
Die trüben Himmel sind stets über ihm
es bleibt die Kälte, und er steht allein.
 
Auch, wenn ich meine Hände nach dir strecke,
so wie der Baum zum Himmel sein Geäst,
so bleibst du fern, bist unerreichbar fort,
bist wie ein Horizont, der mir kein Leuchten lässt.
 
Nicht immer hält der Liebe Band
uns sanft umschlungen,
unlösbar ist es – trennen wird die Zeit.
So leb ich zwischen Sehnsuchtsleid
im Taumel, hoffend, wartend,
und täglich sind es die Erinnerungen
an jene Stunden,
als wir weltvergessen, voller Liebe,
einander in die Herzen lauschten,
und Liebe dort, so wie ein sanftes, frisches Windesrauschen,
ein Frühlingsweben in die Seelen schrieb:
 
Ich hab Dich lieb!
 

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

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