Über die Weihnachtsgeschichte

Kaiser Augustus 63 v. Chr. – 14 n. Chr.

Volkszählung in Syrien

Ich möchte über die biblische Geschichte vor ca. 2000 Jahren schreiben. Gerade sie ist so manchem Verstandesmenschen der Anlass zum Glaubensabfall. Es steht geschrieben (Züricher Bibel):
„Es begab sich aber in jenen Tagen, dass vom Kaiser Augustus ein Befehl erging, dass der ganze Erdkreis sich einschätzen lassen sollte…“ Luk 2,1

Da gibt es Gelehrte, die das in der Bibel Erzählte in einen anderen Bereich historischer Realität zwingen wollen. Alles zeitlich Fixierte muss wissenschaftlich nachweisbar sein. Hierin liegt das Böse, das seinen Machtanspruch im Zeitlichen erhebt. Die Wissenschaft will sich der Einmaligkeit des Menschen Jesus entledigen, obwohl sie einsehen muss, dass seine Geistesströmung bis in die heutigen Tage fortbesteht.

So wird behauptet, dass die Volkszählung zu einem viel späteren Zeitpunkt stattgefunden hätte, als zu Jesus Geburt.

Es war eine dunkle Zeit, in die Jesus hineingeboren wurde. Eine Welt voller Grausamkeiten, in der das jüdische Hohepriestertum neben dem römischen Imperium regierte, lange nachdem Ägypten endgültig seine Unabhängigkeit in der antiken Welt verloren hatte.

Kurz vor Jesus Geburt erhielt der römische Kaiser Augustus den Titel Pater patriae, was bedeutet „Vater des Vaterlandes“. Augustus, von dem man sagte, dass er stets als Sohn seines vergöttlichten Vaters Cäsar auftrat, ging damals neue Wege. Der Kaiser, der sich als Herrscher über die Ostprovinzen üblicherweise in religiöser Verehrung anbeten ließ, verbot sämtliche Kulthandlungen, die sich rein auf ihn als Person bezogen.

Er wollte das Finanzwesen reformieren, was ihn veranlasste, die Provinzen des römischen Herrschaftsgebietes einer gründlichen Steuerprüfung zu unterziehen. Dies geschah, als Quinctilius Varus Proconsul in Syrien war.

Für die jüdische Bevölkerung war der ihnen auferlegte Zensus ein Gräuel, weil die Abgabe ihre Freiheiten beschnitt und die römische Staatskasse füllte. 7/6 v. Chr. bis 5/4 v. Chr. war Varus kaiserlicher Statthalter von Syrien.

So nahm der damals im Dienste des Varus stehende Publius Sulpicius Quirinius die 1. Zählung in Syrien und Palästina vor.

Quirinius übernahm als Nachfolger des Varus die Statthalterei Syriens und musste nun Judäa in eine Provinz des römischen Reiches umwandeln. Die Geburt Jesus fällt genau in diese Zeit.

Eine 2. Zählung folgte zehn Jahre nach dem Tod des Herodes, nachdem dessen Sohn Archelaus verbannt worden war. Der Regierungsantritt Archelaus dient zur Datierung der Rückkehr Jesu, Marias und Josefs aus Ägypten nach Nazareth, wohin sie vor dem Kindermord in Betlehem geflohen waren.

Das Volk, das bereits lange unter dem Druck der Herodes Herrschaft gelitten hatte, der sich die römische Oberherrschaft in der Provinz zu Nutzen machte, sah sich nunmehr einer noch viel stärkeren Macht und Willkür ausgesetzt. Das römische Joch wurde rücksichtslos auf die Bevölkerung gelegt, um es zu erniedrigen und Befehlsgewalt auszuüben. Auf Varus Befehl wurden 2000 Juden ans Kreuz geschlagen, eine Strafe, mit der Rom schwere Verbrechen wie Rebellion oder Hochverrat ahndete. Eine solche Bestrafung war nur für Ausländer vorgesehen, nicht für die Bürger des römischen Reiches.

Das Judentum erwartet bis heute sehnsüchtig den in den alten Schriften angekündigten Messias, der sie aus der Unterdrückung befreien soll. Der Heiland, den sich die Hohenpriester erhofften, war ein weltlicher Messias, der ihnen ein Leben in Fülle erstreiten sollte. Sie merkten gar nicht, wie sehr sie sich durch ihr Begehren dem „Herrn der Welt“ geöffnet und ihre Seelen dem Geistigen verschlossen hatten.

Es gibt hierzulande noch Gemeinschaften, die sich diesem Glauben angeschlossen haben. Besonders die aus Amerika kommenden Fundamentalisten warten seit langem auf den Weltuntergang und die Machtübernahme durch den Messias, der dann das Paradies auf Erden errichten wird. Sie würden erfreut sein, wenn dann die Masse der sündigen Menschheit vernichtet würde und dies als Gottes Wille ansehen.

Sind das christliche Gedanken?

Autor: Gisela

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8 Gedanken zu „Über die Weihnachtsgeschichte“

  1. Liebe Gisela, ich freue mich immer sehr, wie klar Du Ereignisse schilderst. Es ist schade, dass die reformierte Kirche sich so aufgesplittet hat. Es gibt so viele verschiedene unterschiedliche christlichen Gemeinden, und die meisten glauben, sie allein hätten Recht mit ihrer Interpretation der Bibel. Fundamentalistische Meinungen machen mich sehr misstrauisch. Ganz liebe Grüsse, Elisabeth

    1. Liebe Elisa, die Bibel zeigt Bilder vom Leben in der damaligen Zeit, und wie es heute leider immer noch ist. Wir alle sollten versuchen, es besser zu machen und die Bilder als mahnende Beispiele ansehen. Herzliche Grüße, Gisela

    2. Liebe Elisa, wichtig ist mir die ‚Religion‘ IN mir. Ich habe mich schon lange von den mittelalterlichen Standpunkten der Kirchen getrennt. Leider musste ich feststellen, dass jede noch so kleine Gemeinde einen gewissen Machtanspruch erhebt und auf die Wahrheit ihrer Denkweise pocht. Ich bin nur mir und Gott gegenüber verantwortlich, was den Glauben betrifft. Ein gesundes Misstrauen den Lehren der Kirchen gegenüber ist durchaus angebracht. Ganz liebe Grüße, Gisela

  2. Die sind auch hierzulande aktiv, untergraben nach Kräften die Trennung von Religion und Staat. Immer verdeckt, Zwietracht und Zweifel sähend. Ich lasse sie außen vor und biete ihnen keine Plattform für ihre Agitation, mehr kann ich nicht tun.

    Sei herzlich gegrüßt, liebe Gisela, einen guten dritten Advent dir!

    1. Ich denke, Du hast eine ganz andere Bewegung im Sinn als ich. Ich meine eine inzwischen als Glaubensgemeinschaft anerkannte Verbindung, deren Schwestern und Brüder von Haus zu Haus gehen und sich als überaus bibelkundig erweisen. Schlimm ist, dass sie die Bibel wörtlich nehmen. Sie feiern u. a. kein Weihnachten, weil es ihrer Meinung nach ein heidnisches Fest ist. Aber „sie geben dem Kaiser was des Kaisers ist“. Liebe Grüße, Gisela

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