Fata Morgana

Quelle: Pinterest
Wenn der Sommer zur Vollendung
streut sein heißes Sonnenlicht,
wogt das Korn gereift und wartet,
dass es bald ein Mäher bricht.

Geht ein Flimmern über Felder,
lässt die schwere Luft erglühen;
sieht man in der Ferne Bilder,
die wie Wüstenblumen blühen,

spiegeln uns die Fieberträume,
flirrend heißer Sommerlüfte;
von der Sonnenkraft beschienen,
reifen an den Sträuchern Früchte.

Rot und Blau seh’ ich sie prangen;
erntereif, das braune Korn,
manches Obst seh’ ich schon hangen,
und im Windhauch, weht der Sporn.

Bald wird es ans Welken gehen,
und die Blumenpracht verblüht;
wenn die Farbpalette dunkelt,
und des Herbstes Farben sprüht.

Autor: Gisela

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2 Kommentare zu „Fata Morgana“

  1. Liebe Gisela,
    dein Gedicht hat mich beim Lesen in genau diesen flirrenden Zwischenraum versetzt, den du so schön beschreibst – dort, wo Luft und Licht ein wenig die Verlässlichkeit verlieren und die Wirklichkeit beginnt, leise zu schwingen.
    Besonders gelungen finde ich, wie sich in deinen Bildern die Hitze nicht nur als Wetter, sondern fast als Wahrnehmungszustand zeigt. Man sieht nicht nur das Kornfeld, man sieht es durch die Hitze hindurch – als würde die Welt für einen Moment selbst ein wenig ins Träumen geraten.
    Und vielleicht ist genau das das Schöne an einer Fata Morgana: Sie täuscht uns nichts vor, sondern zeigt uns, wie sehr Wahrnehmung immer auch Interpretation ist.

    1. Vielen Dank für Deinen Kommentar, liebe Rosie. Wenn ich in Tagträumen eine Fata Morgana sehe, weiß ich am Ende immer eine Oase zu erkennen.
      Dir, ein schönes Wochenende! 💚🍨

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