
Egal, was ich tue, ich lebe immer mit einem Bein in der Vergangenheit. Ich denke, das wird stärker, je älter ich werde.
Zwar lebe ich im Hier und Jetzt, habe mich aber von der „Fata Morgana“ dieser Welt zurückgezogen. Das konnte ich nur, weil ich aus dem Chaos meines Lebens, aus der ständigen Suche nach dem Sinn, eine Ordnung in mir geschaffen habe. Das ist schon seit Jahren so.
Nach außen hin erfüllte und erfülle ich alle weltlichen Pflichten, kleide mich wie andere Menschen und passe mich so weit wie möglich an. Ich bin nicht mehr so eitel, wie früher. Außen modisch dezent, könnte man sagen. Früher eher auffallend anders. Das bin ich heute IN mir.
Mein Gottesglaube ist tief und wahr. Trotzdem lese ich in der Bibel auch hinter den Zeilen. Die Schriften, vor allem das Alte Testament, haben mit dem Gottesbild, das ich in mir trage, nichts zu tun. Jesus nannte Gott „Vater“. So vertraut ist er mir auch, liebevoll und gerecht. Wie geduldig muss er sein, wenn er uns Menschen erträgt!
Ist irdische Liebe mehr, als eine romantische Kurzschlussreaktion? Die Ehe mehr, als eine wirtschaftliche Übereinkunft? Alles endet irgendwann. Lieben wir denjenigen am meisten, der uns am ähnlichsten ist? Wahre, bedingungslose Liebe gibt es erst nach dem Tod einer Person, der wir sehr nahestanden. Dann ist die Liebe völlig frei von Erwartungen.
Ich versuche, über alle Gefühle wie Sympathie oder Antipathie, über Liebe oder Abneigung, eine gewisse Weisheit zu stellen. Das ist oft sehr schwer, denn ich rege mich stark über die Ungerechtigkeiten dieser Welt auf. Wie sehr mir mein Verstand auch Wahrheit vermitteln will, ich sehe sie manchmal nur schwach. Ich achte darauf, mich nicht zu verirren. Deshalb meide ich die sogenannten sozialen Medien, wie Instagram, Facebook, X, etc. Dort zu schreiben, käme den Worten „Perlen vor die Säue werfen“ gleich. Auch diese WordPress-Welt kann herzlos und oberflächlich sein.
Da gibt es Beschimpfungen, Deformierungen und Beleidigungen verschiedenster Art.
Aber es geht noch unterirdischer! Da las ich woanders diesen Kommentar: „Zum Glück hast du dir dabei nicht das Genick gebrochen, weil unser gerechter Schöpfer für Spezies wie dich mit großer Wahrscheinlichkeit einen ganz anderen und vor allem langsameren Abgang ins Jenseits vorgesehen hat, den du ganz bestimmt, wo immer du dann auch bist, niemals vergessen wirst!!!“
Da musste ich wirklich tief Luft holen! Das sind die Worte einer besonders ‚netten‘ Frau. Den Vorlauf kenne ich nicht. Der spielt aber keine Rolle, denn diese Verwünschung ist so abgrundschlecht, weil sie wie ein Fluch klingt. Wie hässlich muss eine Person sein, wenn sie solche Worte in ihrer Gedankenwelt zulässt?! Und wie selbstverständlich schreibt sie dann auch noch von „unserem gerechten Schöpfer“. „Pfui Teufel!“, kann ich da nur sagen.
Dann gibt es da noch eine besonders arrogante Fakultät, nämlich die klerikale. Ich nenne sie „Kreuzspinnen“. Sie mögen es gar nicht, wenn man ihren ‚Tunnelblick‘ beleuchtet und die Kirchenfenster plötzlich in ganz anderen Farben erstrahlen als bisher.
Durch manche Worte hier, in Büchern und wohlgemeinten Kritiken, kann man durch Menschenhand und -mund die ‚Stimme Gottes‘ erfahren, aber leider auch seinen Widersacher. Deshalb musste ich meine Biografie auf „privat“ stellen, weil ich mich vor dummen Leserbriefen schützen möchte und vor Leuten, die meinen, meine Erfahrungen besser zu kennen, als ich selbst.
Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes, im Gegenteil. Wir sind hier, um ein wenig Freude zu haben, um uns über gegenseitiges Interesse zu freuen, und um uns von Beiträgen inspirieren zu lassen. Es gehört dazu, andere Meinungen zuzulassen und konstruktive Kritiken anzunehmen, um sich zu verbessern.
Lasst uns aus jedem Fluch einen Segen machen.
Ich wünsche allen Lesern eine angenehme Zeit.

Liebe Gisela, danke für Deinen Beitrag, der mich sehr beschäftigt. Ich könnte mir vorstellen, dass Du als starke, unbeirrbare Seele mit mehr Widerstand konfrontiert bist als andere Menschen. Vielleicht ist auch Deine dichterische Begabung für Schwache ein Stein des Anstosses? Du hast viele begeisterte Leserinnen und Leser. Jedenfalls freue auch ich mich stets über Deine wunderbaren Gedichte und tiefen Gedanken. Lass Dich nicht irritieren. Eine inzwischen verstorbene Freundin, der oft Unrecht geschah, sagte: „Ich muss nicht für Gerechtigkeit sorgen. Das macht ein anderer.“ Ganz liebe Grüsse, Elisa 💖
Vielen Dank, liebe Elisa. Meine dichterische Begabung wird von manchen als altmodisch abgetan, deren Inhalt man ohnehin nicht versteht. Früher sagte man: „Reim dich oder ich fress’ dich.“ Gedichte. Meine Gedanken sind nicht Allerweltsgedanken. Es gibt Tage, da möchte ich nicht mehr schreiben, und ich weiß, nach meinem Tod wird alles vernichtet. Ich kann nicht alles in einem Buch veröffentlichen. Gedichte werden nicht mehr gelesen. Ja, da hatte Deine Freundin recht: Für Gerechtigkeit sorgt ein anderer. Ganz liebe Grüße, Gisela 💕
Liebe Gisela, es ist wirklich schade, dass in der heutigen Zeit so viel Kultur verloren geht. Mach weiter mit Deiner kostbaren Dichtkunst, so lange Du kannst. Auch ich bedaure es, dass meine rund 50 Kurzgeschichten und mein Roman höchstwahrscheinlich nie gedruckt werden. Nach unserem Tod spielt das wohl keine Rolle mehr. Solange wir leben, wahrscheinlich schon! Herzlichst, Elisa💞💖
Liebe Elisa, Du hast 50 Kurzgeschichten und einen Roman geschrieben?! Unveröffentlicht?! Das ist tragisch, meine Liebe. Ich konnte wenigstens einige Arbeiten veröffentlichen. Das war relativ preisgünstig, weil es bei einem richtigen Verlag geschah. Ich wollte wenigstens bei der Deutschen Nationalbibliothek vorhanden sein. Aber es gibt sicher viele Schriftsteller, deren Werke in Schubladen ruhen und nie gelesen werden. Selbst Goethe und Schiller mussten ihre ersten Werke selbst bezahlen, weil niemand sie drucken wollte. Ein kleiner Trost. Es wird sich alles fügen. Liebe Grüße und ein schönes Wochenende, Gisela 🥰
Daß dies nichts mit guten Wünschen zu tun hat, wird mir inzwischen klar.
Und wenn ich mir vorstelle, daß 2 Frauen gegenseitig über einen Mann urtelten, der nicht anwesend war….
Aber vielleicht ist es gut, daß ich mir von der Situation kein klares Bild machen kann.
Am besten halte ich mich da heraus.
einfach vielen Dank für diese persönliche Sicht und weisen Gedanken zu „Liebe“.
Vielen Dank! 💚
Der erste Teil ist so schön; aber im 2. Teil befremdet mich einiges.
Warum denn eine Meinung, die man woanders gelesen hat, gleich „verteufeln“, ohne etwas über die Zusammenhänge zu wissen?
Ich jedenfalls kenne diese „nette“ Schreiberin nicht, und ich kann mir keinen „Reim“ auf diese Äußerung machen.
Es könnte ja vielleicht sogar ähnlich gemeint gewesen sein wie „Ich wünsche dir Kopf- und Beinbruch“, mit Schulterklopfen,
wenn man einem anderen „Gutes“ wünscht.
„Hals- und Beinbruch“. Nein, das wünsche ich niemandem und würde es auch – glaube ich – auch im Spaß nicht sagen.
Daß man dies nun auch noch mit dem höchsten Namen zusammenbringt, der „Heilig“ ist, das nun etwas, was mich abstößt.
„Weisheit und Liebe“ – wunderbar🙏🤍✨💦🪻🍀🌈
Es hört sich aber doch eher wie ein Fluch an. Und das dann verbunden mit dem Gottesnamen
Wenn uns aber etwas trifft, was wir niemals vergessen werden, kann das Motiv auch Liebe sein.
GOTT ist LIEBE. ER verflucht nicht. ER ist aber auch GERECHTIGKEIT.
Gerechtigkeit und Liebe sind im Göttlichen eins. Und auch wir sollen uns darin üben, sie in diesem Sinne anzuwenden.
„Gerechtigkeit ohne Liebe ist….“ Dazu gibt es manche Aussagen.
Wir Menschen wollen oft „gerechter“ sein als unser Schöpfer und werden eines Tages erkennen müssen, wie sehr wir uns darin irrten.
Die zahlreichen Kommentare habe ich zu einem einzigen zusammengefasst, weil man sonst den Zusammenhang verliert.
Das erwähnte ‚Gespräch‘ habe ich selbst in den Kommentaren eines anderen Blogs gelesen. Zwei Frauen ließen Hasstiraden über einen Mann regnen, den ich auch aus den Blogs kenne.
Das war kein Glückwunsch, wie „Hals und Beinbruch“ einer sein soll. Das war ein peinliches Verunstalten einer dritten, nicht anwesenden Person.
Was die Schreiberin von sich gab, hatte nichts mit Gott zu tun. Ein Mensch mag päpstlicher als der Papst sein, aber niemals gerechter als der große Geist.
Liebe Gisela, ich finde in deinen Gedanken sehr viele Übereinstimmungen mit meinen eigenen Gedanken. Es verändert sich viel, wenn man älter wird – einiges wird schwieriger, aber es gibt auch Veränderungen, die guttun. Und damit meine ich nicht das „Nichtmehrarbeitenmüssen“, es ist ein wenig mehr das „ÜberdenDingenstehen“. Ich kann mich noch heftig ärgern, aber es bricht keine Welt mehr zusammen. Eine gewisse Gelassenheit fühlt sich nach einem Ärgernis besser an, als das ständige Nachdenken über Dinge, die ich nicht ändern kann.
Bisher hatte ich das Glück, keine so hässlichen Kommentare selbst zu erhalten, aber es irritiert mich doch, sie bei anderen zu lesen.
Ich freue mich über jedes Gedicht, das du mit uns teilst, auch wenn ich nicht oft etwas dazu schreibe, aber wenn ich ein Sternchen setze, dann habe ich es auch gelesen und es hat mich berührt.
Liebe Grüße
Regina
Ich danke Dir für jedes Like, das Du meinen Beiträgen gibst, liebe Regina. Gelassenheit, ja, die fehlt mir, und Geduld. Erwartungen werden meist enttäuscht, aber die Hoffnung bleibt trotzdem. Meine Gedanken kreisen größtenteils um Dinge, die ich nicht verstehen kann, weil sie mit der Leichtgläubigkeit der Menschen zusammenhängen. Aber alles wird so kommen, wie es kommen muss. Die Menschen tun es, obwohl sie damit „den Teufel an die Wand malen“. Nochmals danke für Deine Besuche, hier auf meinen Seiten. Liebe Grüße, Gisela
Ich würde dich gerne einmal im richtigen Leben treffen 🙂 Wir hätten bestimmt ein schönes Gespräch.
Oh ja, das würde ich auch gerne, liebe Brig! Möglicherweise wärst Du enttäuscht, wenn Du mit mir redest. Meinem Ruhrpott-Dialekt ist nämlich nichts Poetisches abzugewinnen, und Weisheiten spreche ich nur aus, wenn man mich danach fragt, denn ich mag nicht missionieren. Würden wir uns persönlich treffen, bliebe mir sicher Deine herzliche Art in Erinnerung. Schade, dass Du weit von mir weg wohnst. 💜❤️💚liche Grüße, Gisela