Der Segen des Himmels

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Das Frühjahrsblühen ging vorüber,
nur dürftig sind die Bäume tragend,
und in den Gärten schwebt ein trüber
Rauch vom Grill bis in den Abend.

Man röstet Fleisch in rauen Mengen
und sieht nicht, was der Erde blüht.
Wo Tierwohl schweigt bei Partygängen,
berührt der Tod nicht das Gemüt.

Der Erde Wohl sind reife Früchte,
sie wachsen nicht in den Regalen.
Der Supermarkt deckt viele Süchte,
dort schreit kein armes Tier in Qualen.

Die halbe Welt trägt ihr Verderben
auf kargen Böden, elendstief.
Wo viele Kinder hungers sterben,
kein Wasser eine Pflanze trieb.

Sie stehen da, sehn unser Plündern
mit leeren Mägen, und wir nehmen
das letzte noch aus ihren Mündern;
kein totes Kind wird uns beschämen.

Das Menschenleben ist begrenzt,
auch unser Wohlstand stirbt beizeiten,
es bebt in uns der letzte Lenz,
bringt scheinbar ew’ge Nacht des Schweigens.

Die Armut treibt im Himmel Blüte,
die Sehnsucht wird ins Licht gehoben,
himmlischer Segen wird zur Güte,
voll Harmonie, wie Frucht verwoben.

Was wir mit sehnsuchtsleerer Hand
entbehrten und was unerfüllt,
wird uns ein Blüh’n im lichten Land,
zum Segen, nicht von dieser Welt.

Winterwandel

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Die Straßen, fast gefegt
von Mensch und Wind.
Die letzten Flocken
kleben am Asphalt.

Die ersten milden Lüfte
schleichen lind,
gespenstisch leer und
matschig ist es bald.

Die Menschen nehmen
sich zurück und atmen schwer.
Sie ziehen ihre Schals
zu sich heran.

Nur hier und da ein Auto…
Kriechverkehr.
Ein jeder möcht‘ nach Haus,
nicht jeder kann.

Ein greiser Alter stapft
durchs Straßenbild,
an der Vergangenheit,
da trägt er schwer.

Er folgt dem
zugeschneiten Namensschild.
Die müden Augen
sehn den Weg kaum mehr.

Wie Puderzucker
schneit’s vom Himmel nieder
und schmilzt dahin,
wenn’s unten angelangt.

Vergeht das flüchtig‘
Element zu Wasser wieder,
treibt Wachstums Kraft
durchs frühlingshafte Land.

Der Mensch ist Eis,
das Fruchtbarkeit verloren.
Ein Wandel bringt des Segens Lenz:
In andern Sphären, neu geboren,
taut auf, was Eisblumen umkränzt.

Im warmen Licht- und Blüteregen
wird aufgetan das lichte Land,
macht jeden Stein des ird‘nen Lebens
zum Himmelssegen-Lichtgewand.