Ballspiel

Bildauszug „Ballspielende Kinder“ -Albert Burkart (1898-1982)
Die Hauswand bebte,
als ich mit Kinderhänden,
ballwerfend,
das Spiel erlebte.

Aufprall und Takt,
mit kindlichen Gemüt erdacht,
bis Ballspiel schallend an den Wänden
Geräusche macht.

Ein altes Spiel -
geworfen, aufgefangen,
die Bälle, die die Hauswand trafen.
Niemals den Grund berühren,
bloß nicht daneben langen!

Zehnmal das Werfen zu Beginn,
zehnmal das Fangen;
neunmal in nächster Runde,
erhöhten Grad erlangen.

Mit einmal Händeklatschen oder zwei,
mal hinten und mal vorne,
im Stehen und im Bücken,
unter den Beinen durch,
zuletzt noch hinterm Rücken.

Schwierigkeitsgrad erhöht,
bei immer kürzeren Runden,
so scheint die Lebenszeit –
verkürzt mit Jahr und Stunden.

Mir war es verboten, im Haus zu spielen. Um drin zu bleiben, musste es draußen regnen und stürmen. Also ging ich auf den Hof, meist alleine, und spielte stundenlang mit zwei Bällen gegen die Hauswand. Meine Mutter muss wohl starke Nerven gehabt haben.

Das Ballspiel ist alt und den Kindern heutzutage unbekannt. Ich hatte viel Spaß daran und kenne heute noch die Regeln. Das Spiel besteht aus zehn Schwierigkeitsgraden. Die Runden reduzieren sich, nachdem man das Ziel erreicht hat.

Ein Ball oder mehrere werden zehnmal hintereinander an die Wand geworfen und wieder aufgefangen. Dabei dürfen sie nicht zu Boden fallen. Hat das geklappt, geht es in die nächste Runde.

Vor dem Fangen muss einmal in die Hände geklatscht werden. Weiter geht es achtmal hintereinander mit einem doppelten Klatschen. Siebenmal muss man einmal vor und einmal hinter dem Körper klatschen und sechsmal muss der Ball unterm rechten Bein hindurch an die Wand geworfen und wieder aufgefangen werden und danach fünfmal unterm linken Bein hindurch. Viermal wird der Ball wieder mit den Fäusten, den Knien oder auch dem Kopf zurück an die Wand geprellt, bevor er gefangen wird. Dreimal wird der Ball von hinten gefasst und über die Seite an die Wand geworfen und in der vorletzten Runde muss man sich drehen, bevor man den Ball auffängt. Zu guter Letzt wird der Ball vom Rücken aus über den Kopf an die Wand geworfen und wieder aufgefangen.

Bei diesem Spiel werden Kindheitserinnerungen wach.

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

6 Gedanken zu „Ballspiel“

  1. Das Spiel hatte ich völlig vergessen, liebe Gisela. Danke, dass Du diese Erinnerung geweckt hast. Da fallen mir gleich noch mehr Kinderspiele ein: Gummihopse, Verstecken und das Stelzenlaufen. Allerdings haben meine Schwester und ich mit Kindern aus der Nachbarschaft gespielt. Dabei galt immer von unseren Eltern: „Wenn es schummerig wird, dann kommt ihr nach Hause!“ Liebe Grüße, Bettina

    1. Ja, da gibt es einige mehr, die mir einfallen, z. B. „Landgewinnen“, ein Überbleibsel aus den Kriegsjahren und nur auf ungepflastertem Boden zu spielen. „Gummihopse“ nannte man hier „Gummitwist“. Mit einem großen Seil auf der Straße springen, was man heutzutage nicht mehr spielen kann. Wir hatten nicht viel, dafür aber viel Spaß und viele Kinder auf der Straße. Lang ist’s her und unvergessen. Danke Dir, Bettina und liebe Grüße, Gisela

      1. Liebe Gisela, danke für die wunderbaren Erinnerungen! Das Ballspiel spielte ich als Kind ebenfalls unzählige Male und langweilte mich nie damit. Die heutigen Kinder verpassen so manches – wie schade. Liebe Grüsse, Elisa 💚

        1. Liebe Elisa, es freut mich, wenn ich Erinnerungen wecken kann. Danke für Deinen Kommentar und Deine Grüße! Ganz herzliche von mir zurück, Gisela 💚🧡💛

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