Die maskierte Menschheit

Ausschnitt des Gemäldes von H. G. Leiendecker

Früh üben wir das Maskentragen,
bereits schon in den Kindertagen;
auch als Erwachs‘ne sehn wir nicht
das Wesentliche im Gesicht,

denn hinter wechselnder Fassade
sehn wir nur Maske, nicht die wahre.
Die echte Miene bleibt verborgen,
zeigt uns ein Lächeln ohne Sorgen.

Die Echtheit stempelt kein Gesicht,
nichts weist auf den, der unwahr spricht.
Von Andern in den Bann gezogen,
hat man für viele sich verbogen,

ist fasziniert vom fremden Tun,
dem gut zu sein, lässt uns nicht ruh‘n.
Erst bröckeln ihre Maskeraden,
wenn Böses wir durch sie erfahren.

Als Knechte eines falschen Herrn,
hatten wir ihre Masken gern.
Ist erst ihr Lächeln eingefroren,
geht was wir lieben schnell verloren.

Die Larve wird ihr Bild verdecken
und auch auf ihren Sterbebetten,
wo sie durch Lebensnot geschwächt,
sind erst die Totenmasken echt.

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

2 Gedanken zu „Die maskierte Menschheit“

  1. Liebe Gisela,
    du hast die Menschen durchschaut.
    So sind sie und leider müssen wir mit ihnen leben. Sie wählen den Weg des geringsten Widerstandes. So ein Leben ist doch einfach nur schrecklich. Jede eigene Persönlichkeit wird aufgegeben, nur um den anderen zu gefallen.
    Nein, so war ich nie und ich werde mit Sicherheit auch niemals so werden. Mich kann man in keine Schublade stecken.
    Nicht ohne Grund habe ich einen Zusatz in meinem Blog, der da lautet: *ICH BIN ICH*
    Ich wünsche dir noch viele Inspirationen für weitere Gedichte.
    Viele liebe Grüße Lilo.

    1. Liebe Lilo, ich verstecke mich nur, wenn ich andere Menschen nicht verletzen will. Dann schweige ich lieber. Ansonsten sollte niemand die eigene Persönlichkeit aufgeben. Wir sind geworden, wie wir sind. Ich lebe alleine, um besser damit klar zu kommen und möchte niemanden überfordern.
      Danke für Deine guten Wünsche und liebe Grüße, Gisela

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