Hinter dem Vorhang

Musik, du Liebliche, bist Träger der Gedankenströme,
die aus mir fließen in die noch vorhandene Zeit,
und wie von weit erklingen unbekannte Töne,
die tief im Seeleninnern mir zum Lied gereift.

Hör es im Schlafe, singend, traumbeladen;
es teilt den Vorhang, öffnet, lässt mich sehen,
lässt Bilder aus dem Jenseits meiner Seele tragen,
die tief verschlossen ewig mit mir gehen.

Nur durch den Lichtstrahl eines edlen Fühlens,
das mehr als nur der bloßen Form entspricht,
die ohne Geistesinhalt, leer, die Normen trüben -
teilt sich der Vorhang, der sonst schwer und dicht.

Im feinstofflichen Reich der Geistesschäume,
zerfließen alle Formen wie in bunten Dünsten,
sie flammen auf, erlöschen, werden Träume -
als inneres Sehen lichter Nachtgespinste.

Autor: Gisela

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2 Kommentare zu „Hinter dem Vorhang“

  1. Wieder ein überwältigend schönes Gedicht von dir, liebe Gisela! Auch die animierten, von Musik begleiteten Van Gogh-Bilder versetzen mich in eine traumhaft-selige Stimmung. Herzlichen Dank und viele liebe Grüsse Elisa💓🌹💐

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