Reinkarnation

Hieronymus Bosch 1450-1516 – Der Aufstieg in das himmlische Paradies

Der Namen viele trug ich durch die Zeit,
von ihrer Last hat mich die Zeit befreit.
Denn Namen sind wie Rahmen um ein Bild
und schließen ein, was trotzig oder mild,

was lächelnd oder wichtig blickt und prahlt,
und doch nur Fläche ist und nur gemalt,
ein Teil des Wesens nur, ein blasser Schein.
Kein Rahmen fasst des Geistes ganzes Sein.

Der Namen viele trug ich durch die Zeit,
sie sind mir fremd und glänzen matt und weit.
Von manchen bröckelt Ruhm wie Blattgold ab
und sinkt zu Längstvergessenem hinab.

Das bisschen Gute, das ich je vollbracht,
gab weiter ich an den, der’s besser macht.
In jedem Bild gemahnt ein Zug an mich,
ein Zug, nicht mehr, erst alle sind mein Ich!

Der Namen viele trug ich durch die Zeit
zum namenlosen Strand der Ewigkeit
und tauch’ ins Meer der Namenlosigkeit…

<Ephides>

Kürzlich fand ich zum Thema Reinkarnation im NET eine ausführliche Stellungnahme von Herrn Prof. Dr. theol. habil. Werner Thiede. Der Vortrag ist zwar schon etwas älter (1996), trotzdem ist er wohl als grundlegende Auffassung der evangelischen Kirche zu sehen.

Schon beim Lesen der 1. Überschrift wurde mir klar, dass manche Vernunftmenschen gedanklich gar nicht imstande sind, sich in den Sinn des wiederholten Lebens hineinzudenken. Vielleicht wollen sie das auch gar nicht, weil ihr Ego die eigene Vergänglichkeit nicht wahrhaben will. Vom Verstand blockiert, der alles immer nur zeitlich begrenzt sehen will, vermögen sie niemals über „den Tellerrand“ zu schauen. Es kann nicht sein, was nicht sein darf! Wenn Wiedergeburt wirklich wahr wäre, würde das die Existenz der Kirchen noch mehr in Frage stellen. Das wussten die Päpste schon vor Jahrhunderten, als sie fleißig den Ablass kassierten und die Bibel fälschen ließen.

Durch wiederholte Leben „richten“ wir uns quasi selber, solange, bis wir freiwillig und ganz bewusst zu Gott zurückkehren. Wir sind nur zu einem Zweck hier: um bedingungslos lieben zu lernen. Das bedeutet, die innere Finsternis zu überwinden, das Ego zurück zu nehmen, die eigenen Belange klein und die der anderen groß zu halten. Und noch etwas lehrt uns die Reinkarnation: Jedes Leben ist gleichwertig; niemand steht über dem anderen!

Link zum Thema: www.origenes.de/lehre/Wiedergeburt.htm

Kein Mensch kann sich zu Lebzeiten an das „Jenseits“ erinnern, selbst wenn er schon viele Tode gestorben sein sollte, auch nicht an die vielen Persönlichkeiten, die sein Ich vielleicht ausmachen. Der Mensch hat doch viel mehr Facetten, viel mehr Talente, als die, die er in einem einzigen Leben auszubilden und zu zeigen vermag. Doch all seine Fähigkeiten und Talente bekommt er von Gott.

Auch verfügt der Mensch über keine eigene Lebenskraft. Wenn er das eingesehen hat, wird er bescheiden. Er fühlt, dass Gottes Stimme durch ihn ertönt, dass Gott ihn liebt und Absichten mit ihm hat. Dann wird der Mensch zum Offenbarungswerkzeug und wird freudig Gottes Willen tun, weil er sich als dessen Kind fühlt. Es wird offensichtlich, dass die seelische Stufe des Menschen kein Spiegel seines Wissens ist, sondern sie hängt davon ab, wie viel Liebe der Mensch in sich hat.

Herr Prof. Dr. Thiede schreibt, Zitat: „… in unserer Zeit hängen viele Menschen dem Reinkarnationsgedanken gerade deshalb an, weil er ihnen die beste Gewähr dafür bietet, dass mit dem Tod nicht alles aus ist.[..] Weiter: “Reinkarnation heißt ja: Es gibt etwas, das sich wiederverkörpert, das also der Macht des Todes eigentlich nicht unterworfen ist. In der Abfolge zahlreicher Existenzen nimmt sich der Tod demnach als bloße Bagatelle aus.“

Wir werden in das Leben hineingeboren, an einen Ort, der uns entspricht. Mit göttlichem Geist beseelt, erblicken Kinder das Licht dieser Welt, doch der Tod geht fortan mit an ihrer Seite. Im Laufe der Jahre vergessen wir unsere eigentliche Herkunft und den Geist, der in uns wohnt. Obwohl wir unseren Körper als Tempel betrachten sollten, zerstören und entweihen wir ihn. Wir verlieren uns an die Welt der Vielfalt, die nicht nur positive Dinge in sich birgt, sondern auch genau das Gegenteil. Dabei können wir gar nicht mehr erkennen, was gut oder nicht gut für uns ist. Jeder Mensch wird früher oder später an den Punkt kommen, an dem er sich verlassen und verloren fühlt. Dann erkennt er, wie sinnlos die Flut der von Menschen erschaffenen Vielfalt doch eigentlich ist und gerät in tiefste Verzweiflung, denn die innere Leere ist damit nicht zu füllen. Das erinnert an unsere eigene Sterblichkeit. Alles, was in der Welt ist, ist auch im Menschen. Gott erzieht uns nicht nur zur bedingungslosen Liebe, sondern auch dazu, umsonst zu handeln, denn der Tod macht das Leben eines jeden Menschen zu einer „ehrenamtlichen“ Handlung. Deshalb können Leben und Tod, die beide zusammengehören, nicht nur „Bagatellen“ sein. Ich bin davon überzeugt, dass der Augenblick des Todes der Moment des höchsten Fühlens sein wird.

Das Höhere Selbst, der göttliche Geist in einer jeden Menschenseele, ist unsterblich. Mit diesem Geist sind wir verbunden im Diesseits und im Jenseits. Die menschliche Urform und Präexistenz war Gott ähnlich: Erschaffen, als Mann und Frau in einem geistigen Wesen. 

Gewiss wird der Tod von den Lebenden verdrängt, denn er passt so wenig zur Lebendigkeit, zur Fülle des Alltags, dass wir ihn uns nicht vorstellen wollen und können, solange wir gesund und geistig aktiv sind. Das Denken an den Tod hemmt unseren Tatendrang, macht uns klein und abhängig von einer Größe, die wir nicht fassen können. Wir fühlen uns ausgeliefert an etwas, das unberechenbar ist. In diesen Momenten werden wir daran erinnert, das alles hier auf Erden endlich ist.

ALLES ist von Gott gegeben, aber nur auf Zeit. Irgendwann kommt der Tag, an dem wir all das zurücklassen müssen. Mit dem Unfassbaren befassen muss sich jeder Mensch früher oder später. Entweder aufgrund seines eigenen Schicksals oder aber wegen Krankheit und Tod eines Nahestehenden; manchmal auch „nur“ wegen einer Trennung, die zu Herzen geht. Auch das ist ein kleiner Tod, ein Weggehen für immer. Möglicherweise ist der Tod grundsätzlich so unfassbar, weil wir eigentlich in unserem tiefsten Seeleninnern wissen, dass es ihn gar nicht gibt. Gott existiert im zeitlosen Bereich. Auch wir gehen nach dem körperlichen Tod dorthin zurück, von der zeitlich begrenzten Seite des Werdens, auf die ewige Seite des Seins. Das Leben hier gleicht einem Traum, aus dem wir irgendwann aufwachen werden.

Hat Jesus uns nicht selbst gesagt, dass Gott ein Gott der Lebenden und nicht der Toten sei?! Mat 22.32

Herr Prof. Dr. Thiede meint, „die verschiedenen Inkarnationen werden „nebensächlicher“ weil die Reinkarnationsgläubigen das Dasein und den Tod bagatellisieren.

Jede Person, jedes Leben, jeder Tod ist einzigartig, bedeutungsvoll für die Seele, die darin involviert ist und daran wachsen soll. Sie soll sich doch wandeln, um vom unbewusst handelnden Triebmenschen wieder zum bewusst Gott bejahenden Abbild desselben zu werden. Der Sinn des Lebens ist die Verbindung mit dem Ursprung zu suchen und dorthin zurückzukehren, wo sich die Gegensätze in Harmonie umwandeln.

Deshalb verstehe ich diese Auffassung von Herrn Prof. Dr. Thiede überhaupt nicht: „Wenn mein Leben nur eines von vielen aneinandergereihten ist, stellt es sich bedeutungsloser dar als in dem anderen Fall, daß jeder Mensch nur einmal auf dieser Erde lebt, wie es im Neuen Testament ausdrücklich der Hebräerbrief (9,27) sagt.“

Ist das wirklich die Aussage des Hebräerbriefes? Dort steht geschrieben: „Und wie den Menschen bevorsteht, einmal zu sterben, darnach aber das Gericht…“

Es ist kirchlich dogmatisch interpretiert, wenn man daraus schließt, dass es ein erneutes Erdendasein nicht geben kann. Wenn man die Betonung weglässt, steht dort doch lediglich, dass jeder Mensch irgendwann einmal sterben muss. Jede Persönlichkeit (Person) stirbt irgendwann, ist dann ohne irdisches Bewusstsein. Das bedeutet keinesfalls, dass jeder Mensch nur ein einziges Mal lebt. Ebenso ist es wichtig, auf die Aussage „darnach aber das Gericht“ zu schauen. Wann soll denn das Jüngste Gericht stattfinden? Zeitlich gesehen doch wohl immer direkt nach dem Tod. Wir werden also nach dem Tod gerichtet, nach unseren Taten, die wir zu Lebzeiten begangen haben. Bedeutet das, wir gehen einer gnadenlosen Strafe entgegen, von einem zornigen Gott, der nicht nur uns Menschen, sondern auch die Dualität erschaffen hat, damit wir daraus lernen und daran wachsen können? Er weiß doch, dass wir Menschen Gut und Böse nicht unterscheiden können, und manchmal tun wir Böses, obwohl wir genau wissen, dass es nicht gut ist. Gott wird uns gnädig die richtige Richtung weisen und uns an einen Ort bringen, an dem wir weiter lernen können. Dieser Ort wird den bisherigen Taten entsprechen, ist also das Resultat von Saat und Ernte. Um gerichtet werden zu können, müssen wir lebendig bleiben.

Den alten Körper legen wir im Tod ab, wie ein Kleid, aus dem wir herausgewachsen sind. Mit demselben Körper wiederauferstehen hieße doch „neuen Wein in alte Schläuche füllen“. Dabei steht geschrieben: „Sondern den Most soll man in neue Schläuche fassen, so werden sie beide erhalten.“ Luk 5.38

Kann das Gute, das eine Persönlichkeit im Leben vollbracht hat und sei es noch so gering, erhalten und gespeichert bleiben, wie alles, was ihn zu Lebzeiten ausmachte? Geist und Seele in einen neuen Körper fassen, so werden sie beide erhalten…und können dort reifen, bis Gott sie erlöst. Wir müssen ja noch „hochprozentiger“ werden, um zum geistlichen Menschen zu werden. Erst dann brauchen wir keinen Körper mehr, sind leibbefreit, und werden dem geistigen Zustand unserer Erschaffung gerecht. Dann sind wir tatsächlich „neue“ Menschen geworden, mit einem Auferstehungsleib, der dann ganz anders beschaffen sein wird, als der Körper, wie wir ihn jetzt kennen.  

Geistige Reife kann nicht in einem einzigen Leben erlangt werden. Es ist ein Prozess! Das hat nichts mit Intelligenz und Verstand zu tun, denn auch ein böser Mensch kann durchaus intelligent und gebildet sein. Geistige Reife ist, wenn aus einem „Du sollst nicht“ ein „Ich will nicht“ wird. Erst dann hat der Mensch Gottes Gebote verinnerlicht. Denn jede Bejahung ist besser als eine Verneinung, unter deren Last man sich quält. Wenn Jesus sagt, wir sollen wieder wie die Kinder werden, dann müssen wir dem Kommenden nicht nur blindes Vertrauen schenken, sondern trotz Intelligenz und Verstand demütig sein. Beide sind stets auf der Suche nach Beweisen. Mit den Augen der Kinder können wir plötzlich wieder über die Wunder des Lebens staunen und Engel sehen. In den schwersten Stunden des Lebens kehren wir wie die Kinder gedanklich zu Gott zurück. Dann wird die Welt mit ihrer verlockenden Vielfalt plötzlich ganz unwichtig und alle irdische Weisheit fragwürdig und klein. Menschen neigen dazu die Wissenschaften zum Gott zu erheben und dienen ihr, weil sie sich dadurch Macht, Reichtum und irdisches Vergnügen erhoffen, doch sie töten damit auch die Demut gegenüber dem Unerklärlichen!

Herr Prof. Dr. Thiede vertritt den Standpunkt, Zitat: dass die Einmaligkeit eines jedes Menschen der Einmaligkeit des Sohnes Gottes in seinem geschichtlichen Kommen entspräche.

Ist es nicht vermessen und geradezu überheblich, diesen Vergleich anzustellen? Jesus Geburt war gewiss einmalig, weil er als einziger Mensch den christlichen Geist besaß. Er benutzte das Erdenleben in einem menschlichen Körper, um uns Menschenseelen den Weg nach Hause zu öffnen. Erst Jesus machte uns das erstmals möglich, denn er machte uns Menschen klar, was für unser Dasein hier wichtig ist. Das war seine Lebensaufgabe. Er hatte doch alle Weisheit und Liebe in sich! Wir Menschen dürfen nicht so vermessen sein und glauben, es ihm jetzt schon gleichtun zu können.

Zitat Prof. Dr. Thiede: „Eines freilich impliziert der Gedanke der Reinkarnation grundsätzlich: Der Tod wird zwar überlebt, aber meist nur, um wieder in ein weiteres dem Tod ausgeliefertes Leben zurückzuführen. Das „Leben nach dem Tod“ ist insofern lediglich eine Zwischenstation und rückt als mögliche Ewigkeitshoffnung – falls eine solche überhaupt in den Blick kommt- in weiteste Fernen.“

Ist Lazarus nicht letztendlich doch gestorben, nachdem er von Jesus wiederauferweckt worden ist?!

Manche Theologen haben nicht verstanden, dass der Tod, so paradox es auch klingen mag, die Folge der Existenz im zeitlich linearen Bereich ist. Was hier tot ist, ist andererseits noch sehr lebendig.

Die „Ewigkeitshoffnung“ wird als gnädige Erlösung aus dem Rad der Erdenleben erfüllt. Durch seine Auferstehung wollte Jesus uns zeigen, dass es keinen Tod gibt, nur eine Wandlung. Er ist aber nicht in seinem alten Körper zurückgekehrt, sondern kam in neuer Gestalt, so dass ihn niemand erkannte. Nur an seiner geistigen Ausstrahlung, und an dem was er sagte, konnten ihn die Jünger erkennen. War es eine geistige Materialisation, die noch nicht abgeschlossen war, als Maria Magdalena ihn nach seiner Auferstehung  berühren wollte und es nicht durfte? Eine Odverdichtung erfolgt mit Hilfe starker Kraftströme. Eine Berührung wäre lebensgefährlich gewesen. Im Alten Testament wird davon häufig berichtet. Jesus ging als Christus schließlich wieder in die geistige Sphäre seines Vaters zurück. In einer materialisierten Odgestalt erschien er nach seiner Auferstehung den Jüngern am Himmelfahrtstage. Sie sahen, wie sich der Odkörper vor ihren Augen in eine Wolke auflöste. Und als diese durch eine weitere Auflösung unsichtbar geworden war, war auch Christus ihren Blicken entschwunden.

„Wahrlich, wahrlich ich (Jesus) sage euch: So jemand mein Wort wird halten, der wird den Tod nicht sehen ewiglich“ . Joh 8.51

Ist die Menschheit etwa schon dazu in der Lage und willig, Gottes Wort zu halten? Um Israeliten (Erleuchtete s. u.) zu werden, bedarf es wohl noch einiger Lebenserfahrung.

Herr Prof. Dr. Thiede hofft auf die Auferstehung des Fleisches, d. h., er nimmt sich so wichtig, dass er als Prof. Dr. Thiede auferstehen möchte. Viele kirchlich geprägten Menschen hoffen auf ein Königreich Gottes auf Erden und auf Wiederauferstehung der Person, die sie zu Lebzeiten einmal waren. Welche Persönlichkeiten waren denn so wichtig? Da würden zu allererst die Päpste den Finger heben, im Anschluss die Diktatoren, Wissenschaftler etc. Zum Glück macht der Tod alle gleich!

Jesus sagte doch : „Mein Reich ist nicht von dieser Welt!“

Alle Kirchen stellen das Materielle über das Geistige, obwohl sie scheinheilig den Anschein geben, dass sie genau das Gegenteil denken und tun. Die menschliche Heimat ist geistig und nicht materiell. Ziel für jedes Geschöpf ist, in die geistige Ebene aufzusteigen, denn nur dort gibt es keinen Tod; im materiellen Bereich des Werdens MUSS alles enden, ist der Tod Erlösung und Mahnung für die Zurückbleibenden zugleich.

Man kann dieses materielle Bild auch anders betrachten: In uns fließt eine Ur-Energie, die nicht sterben kann. Diese Energie materialisiert sich in allem was ist, immer wieder aufs Neue. Diesem Kreislauf müssen wir uns fügen, solange bis Gott uns daraus erlöst. Es gibt nichts, das sterben könnte, auch wenn man das wollte! Es gibt nur ewiges Leben. Das höhere Selbst, der Geist, kann nicht sterben, weil es nie geboren wurde. Der Körper kann ebensowenig sterben, weil er nie ein eigenes Leben gehabt hat und alleine, ohne das höhere Selbst, gar nicht lebensfähig ist. Körper leben nur, weil der Geist seine Energie durch die Körper manifestiert. Die Formen ändern sich, aber es gibt weder Anfang noch Ende.

Durch deine Augen schaue ich die Erde,
durch deine Seele seh ich sie verklärt,
seitdem ich leibbefreit und unbeschwert
zu neuen Fernen dringe, die mich riefen.

Ich bin nicht tot, und du bist nicht allein;
gebunden bleibt das Band, das uns verbindet.
Und wie dein Herz in mir den Schutz, so findet
das meine seine Erdenrast in dir,

wenn es, vergangnem Leben zugewendet,
des Erdendaseins Sinn zu deuten strebt.
Und in dem Maße, als es sich erhebt,
hebt es zu neuem Fühlen auch das deine.

Durch deine Augen schaue ich die Erde –
du kannst durch meine jene Sphären sehn,
durch die wir Hand in Hand nun weitergehn,
bis wir den Ursprung allen Leuchtens finden.

<Ephides>

Friedrich Weinrebs Erklärung des Wortes “Israel”:

“Israel” ist ein Synonym für einen spirituell oder religiös “erleuchteten” Menschen, und diese “Erleuchtung” hat mit der persönlichen Einstellung eines Menschen zur Welt und zum Leben zu tun und nichts mit der Abstammung, Sprache, Kultur oder konfessioneller Angehörigkeit. “Israel” hat also mit dem Staat Israel, mit Judentum etc. nichts zu tun. Deshalb sind Israelis genauso wenig als “Israeliten” (Erleuchtete) zu betrachten, wie das christliche Abendland, als eine Ansammlung von Christen, was ja auch nichts anderes bedeutet, als im Christusbewusstsein Erleuchtete.

Überwunden
sind die Stunden
meines Sterbens. –
Und ich lebe!
Und erhebe
meine Stimme, und ich klage
an und frage euch,
ihr Priester des Verderbens:
Schreit ihr nicht durch alle Gassen,
gottverlassen
sei die Erde?
Und die Menschheit eine Herde
triebbesessner,
pflichtvergessner
Zufallswesen, preisgegeben
einem Leben,
das nichts birgt als den Genuss?
Und sein Schluss
die Grabesstille?
Keines Schöpfers hoher Wille,
nur der Willkür blindes Spiel,
ursachlos und ohne Ziel
ist das menschliche Gewimmel?
Über ihm ein leerer Himmel? –
Die ihr solches lehrt und lebet,
hört: Ihr gebet
Steine jenen,
die voll Sehnen
Brot erbaten.
Eure Taten
sind Verbrechen. Drei Mal Wehe!
Eure Nähe,
pesthauchgleich und krankheitsbringend,
glückverschlingend!
Euer Lehren,
euer Wehren
ist vergebens:
Das Gesetz wird euch erfassen.
Denn wir lassen
nicht vom Rufen, wir, die Toten,
wir die Boten
ew’gen Lebens.

<Ephides>

Autor: Gisela

Bitte auf meiner Seite "Über mich" nachlesen.

2 Gedanken zu „Reinkarnation“

  1. Liebe Gisela,
    vielen Dank, dass Du Dich diesem Thema widmest. Im Zuge der Religionsfreiheit ist es bei uns ja nicht üblich, die Inhalte der großen Volksreligionen zu hinterfragen, aber wenn die Unwissenheit und das Dogma dominieren und die Menschlichkeit auf der Strecke bleibt, muss man den Mut haben, die Wahrheit entgegenzuhalten. Danke, dass Du Dich getraut hast.

    Mit dieser Auffassung der Evangelischen Kirche, dass es nur ein einziges Leben gibt und danach alles aus ist, bin ich vor etwa 30 Jahren in Hamburg überraschenderweise konfrontiert worden, als ich im Wartezimmer einer Heilpraktikerin eine todkranke Frau kennenlernte. Sie hatte Lungenkrebs und ihre Tage schienen schon gezählt. Da sie allein lebte, musste sie mit dieser Situation, so gut es eben ging, klarkommen. Sie hatte zwar eine Tochter, aber diese arbeitete in München und war nur selten abkömmlich. Ich war beruflich auch ziemlich gefordert, aber ich hatte ein Auto und nachmittags auch schon mal frei und so konnte ich ihr ab und zu etwas behilflich sein.

    Was mir sehr bald auffiel, war eine große Angst, die sich von mal zumal steigerte. Kein Wunder, dachte ich, bei dieser Prognose! Aber als ich sie darauf ansprach, stellte sich heraus, dass sie sich mit dem Sterben eigentlich abgefunden hatte. Angst hatte sie vor dem, was danach kommen würde. Der Pastor ihrer Gemeinde hatte sie neulich besucht,
    um sie auf das, was sie nach dem Tod erwartet, vorzubereiten. Das ist aber schön, meinte ich. Meinen Sie? Und dann erzählte sie mir, was der Pastor in Aussicht gestellt hatte. Er sagte klipp und klar, dass nach dem Tod sowohl für den Körper als auch für die Seele alles vorbei sei d.h. sie werden in einen Schlaf versetzt bis zum Jüngsten Tag, wenn Gott kommen wird, um sie zu richten. Die Guten kommen in den Himmel (oder so) und die Bösen werden auf ewig verbannt.

    Ich war konsterniert. Meine Kenntnisse über die Geistige Welt waren damals zwar ziemlich rudimentär, aber eines war mir klar: Das konnte nicht stimmen. Das Leben nach dem Tod geht doch weiter u.zw. in der wirklichen Welt, die unser eigentliches Zu Hause ist und wohin wir lediglich zurückkehren. Beim Sterben schon bekommen wir tatkräftige Hilfe aus der Geistigen Welt und werden abgeholt und ins Licht geführt, wo wir liebevoll in Empfang genommen und betreut werden. Und kein zorniger Gott wird kommen, um uns zu richten, geschweige denn auf ewig zu verdammen. Im Gegenteil, die Seele bekommt nun uneingeschränkte Sicht auf ihr vergangenes Leben und kann somit auch ihre Verfehlungen erkennen, was sie mit so großem Bedauern erfüllt, dass in ihr der überwältigende Wunsch entsteht, diese wieder gutzumachen. Und das ist der Ausgangspunkt für ihre nächste Inkarnation.

    Währen wir darüber sprachen, konnte man richtig zusehen, wie ihre Angst sich allmählich in Erleichterung wandelte. Am nächsten Tag sollte ihre Tochter kommen und ich freute mich, sie nun in guten Händen zu wissen.

    Nach etwa einer Woche rief mich die Tochter an, um mir mitzuteilen, dass ihre Mutter gestorben sei. Es war nicht ganz so schwer gewesen, wie man es hätte erwarten können, ja, sie machte fast einen glücklichen Eindruck und sie starb mit einem Lächeln im Gesicht.

    Bei der Trauerfeier hielt ein Pastor eine schöne Rede und ich erfuhr nur Gutes über sie, doch plötzlich veränderte sich sein Tonfall und er teilte uns mit, wie sehr er es bedauerte, dass Frau* nach einem so guten Leben kurz vor ihrem Ende noch einem Irrglauben zum Opfer gefallen war und nun überzeugt war, dass das Leben nach dem Tod weitergehe, und wir nicht nur einmal leben.
    Aber da hat sie sich geirrt, donnerte er uns und dem Sarg entgegen, und legte ausführlich dar, was die Evangelische Kirche zu diesem Thema zu sagen hat. Aber ich glaube, sie wusste es inzwischen besser.

    Es ist nicht meine Absicht, diesen Pastor hier irgendwie vorzuführen, und ich will auch nichts verallgemeinern, denn es gibt bestimmt viele Pastoren, die weniger lieblos gehandelt hätten. Das ändert aber nichts an der Tatsache, dass die Evangelische Kirche mit ihrem dogmatischen Denken die Menschen in die Irre führt und ihnen somit die Wahrheit vorenthält.

    Abschließend möchte ich noch zu diesem Thema aus dem Buch „Das goldene Gesetz“ von Ryuho Okawa zitieren. Es ist der zweite Band einer Trilogie (I. Das Gesetz der Sonne, III. Der Aufstieg durch die Dimensionen).

    „Menschen, die glauben, dass mit dem Tod alles vorbei ist, haben zwar auch ihre eigenen Vorstellungen, doch für Menschen, die daran glauben, dass der Mensch an sich eine unsterbliche Lebensform ist, ist das Leben auf der Erde nicht mehr als einer der Schritte auf dem Weg zu Gott. Ob wir an all das glauben sollen oder nicht, ist keineswegs eine Frage des persönlichen Ermessens. Dass der Mensch ein ewig Reisender ist, ist eine unverrückbare Tatsache. In unserem persönlichen Ermessen liegt nur, ob wir uns für das himmlische Ziel der Wahrheit entscheiden oder dafür, am Wegesrand zu enden wie eine abgetragene Sandale.“

    Alles Liebe für Dich und danke für Deine schöne Homepage.
    Maria

    1. Danke für Deinen ausführlichen Kommentar, liebe Maria,
      es ist so eine Sache mit den Priestern und den Kirchen: einmal Dogma, immer Dogma. Sie korrigieren nichts und verstehen in den seltensten Fällen, dass sie den Menschen nichts Gutes tun, wenn sie einer Theologie anhängen, die sie nicht verstanden haben. Denn wenn sie verstehen würden, braucht es keine Kirchen mehr. Jesus wusste, weshalb er Priester und Schriftgelehrte ablehnte. Die Kirchen behaupten, in der Bibel gäbe es keine Stelle die etwas von Reinkarnation sagt. Das stimmt nicht. Ich gebe hier ein Beispiel, in dem es genauso steht. Aber es gibt noch andere.
      Hiob 33:

      14 Sondern Gott redet einmal und zum zweitenmal, aber man beachtet es nicht.
      15 Im Traum, im Nachtgesicht, wenn tiefer Schlaf die Menschen befällt und sie auf ihren Lagern schlummern,
      16 da öffnet er das Ohr der Menschen und besiegelt seine Warnung an sie,
      17 um den Menschen von seinem Tun abzubringen und den Mann vor dem Hochmut zu bewahren,
      18 damit er seine Seele vom Verderben[3] zurückhalte, und sein Leben davon, in den Wurfspieß zu rennen.
      19 Er züchtigt ihn mit Schmerzen auf seinem Lager, ja, er straft sein Gebein sehr hart,
      20 daß ihm das Brot zum Ekel wird, und seiner Seele die Lieblingsspeise.
      21 Sein Fleisch schwindet dahin, man sieht es nicht mehr, und seine Knochen, die man sonst nicht sah, liegen bloß;
      22 seine Seele naht sich dem Verderben und sein Leben den Todesmächten.
      23 Wenn es dann für ihn einen Gesandten[4] gibt, einen Mittler[5], einen aus Tausenden, der dem Menschen Seine Gerechtigkeit verkündigt,
      24 so wird Er sich über ihn erbarmen und sprechen: »Erlöse ihn, damit er nicht ins Verderben hinabfahre; ich habe ein Lösegeld[6] gefunden!«
      25 Alsdann wird sein Fleisch frischer sein als in jungen Jahren; er wird zurückkehren zu den Tagen seiner Jugend;
      26 er wird zu Gott flehen, und der wird ihm gnädig sein; ja, Er wird ihn Sein Angesicht sehen lassen mit Jauchzen, und Er wird dem Menschen seine Gerechtigkeit wiedergeben.[7]
      27 Der wird [dann] singen vor den Menschen und sagen: Ich hatte gesündigt und das Recht verkehrt; aber er hat mir nicht vergolten [wie ich es verdiente];
      28 er hat meine Seele erlöst, daß sie nicht ins Verderben hinabgefahren ist, so daß mein Leben das Licht wieder sieht!
      29 Siehe, dies alles tut Gott zwei- oder dreimal mit dem Menschen,
      30 um seine Seele vom Verderben zurückzuholen, damit sie erleuchtet werde mit dem Licht der Lebendigen[8].

      In nur einem Leben kann man ‚die Himmelsleiter‘ nicht ersteigen. Gott sei Dank haben wir Zeit uns zu bewähren.
      Danke für Deinen Besuch und Deine freundlichen Worte.

      Herzliche Grüße

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