Wiedergeburt

Hin zu den klaren Quellen,
mit Weisheit gesegnet.
 
Alte Seelen,
nichts wissend, nur ahnend,
unter tausend Schichten verborgen.
 
Zur Erhöhung
dem Leben verpflichtet.
 
Gesichter der Erde im Spiegel.
Geist des Himmels im Herzen.
 
Voran, weiter, höher!
Es gibt kein Zurück.

Mutter Erde

William Adolphe Bouguereau 1825-1905

Birgst alle Fassetten der Schönheit,
wie ein geschliffener Diamant,
 
bist Alpha und Omega,
Anfang und Ende;
 
du spiegelst unsere Taten in dir selbst,
verschenkst deine Reichtümer mit Liebe,
 
erträgst geduldig nicht endende Ausbeutung;
Mutter über Sein oder Nicht-Sein,
 
wir sind geboren aus deinem Schoss
und werden dorthin zurückgehen, wenn es an der Zeit ist;
 
du kredenzt uns Artenvielfalt und Wunder,
in jeder Blüte und in jedem Leben.
 
Paradies oder Hölle,
wir haben die Wahl!
 
Unter deinen tiefen Sorgenfalten
trägst du geduldig die Last der Menschheit.
 
Nur manchmal erhebst du warnend die Finger,
wenn wir die Pole zum Weinen bringen.
 
Und jede Träne wächst zu einem Meer,
in dem wir ertrinken werden.
 

Webe und erwache

Wie Goldfäden weben,
ist das Freudegeben,
des auf Erden ohnegleichen
beglückenden Wortes.
 
Wie ein Singen aus Sphären,
von himmlischen Chören,
in klanglosen Räumen,
aus Dornröschenträumen,
weckt die Stimme des Alls.
 
Wie die Schatten entfliehen,
flieht die Zeit. – Nur geliehen
sind der Menschheit Tage.
Wandle Leiden und Plage
auf den ewigen Stufen.
 
Reich dem Guten die Hände,
eil‘ entgegen der Wende.
Lass dich treiben vom Schönen
in Gedanken und Tönen,
bei dem Einen verbleibe.