Herbst

Tropfen prasseln gegen die Scheiben;
ich freue mich, der Herbst wird nun bleiben,
mit heftigen Winden und feuchter Milde,
im bunt gefärbten Blättergebilde.

Auf „Pause“ im Wachstum eingestellt,
zeigt das Jahr die Reste der blühenden Welt.
Schon raschelt es unter den Füßen;
der Herbst lässt im Jägerwams grüßen.

Mit Halali reitet er durchs Feld,
verzaubert farblich die Heimatwelt,
Alles bunt Bemalte fliegt mit dem Wind,
vergangen, wie auch die Zeit verrinnt.

Fuchs und Hase huschen geschwind in den Bau,
wie Gewehre klingt’s im Gewitter Radau,
man hört nicht das Sterben der Tage,
und der Mensch, er stirbt mit, all die Jahre.

Herbstregen

Iwan Iwanowitsch Schischkin (1832 – 1898) – Regen im Eichenwald

Der Herbst zog ein, stürmisch und nass.
Die Zeit der Raben ist erwacht!
Die Sonne zeigt sich kühl und blass;
die Dunkelheit bringt frühe Nacht.

Die Kälte hat sich breit gemacht
auf allen Wegen, die ich gehe.
Die Wolken ziehn mit nasser Fracht
und Tropfen bilden kleine Seen.

Ein ständig Regenprasseln zieht
den Schmutz der Straße mit sich fort.
Ach, könnt ich mit den Vögeln fliehn,
wünsch mich an einen lichten Ort.

Die Krähen sammeln sich zuhauf,
mit Krächzen fliegen sie so weit.
Die Jahreszeit nimmt ihren Lauf.
Der Mensch sinnt still nach bessrer Zeit.