Schlafende Welt

Heinrich Flockenhaus (1856-1919)
Tag, du senkst dein Licht ins Nebelgrau der Ferne,
wo zum Horizont die rosa Wolken ziehen,
die so hingehaucht, wie Rosen kurz erblühen,
und dann nachtverdunkelt untergehen
mit der Sicht auf erste Sterne.

Mondschein, der durchs Himmelgrau des Abends bricht,
hat sich zauberhaft hinzugesellt;
magisch formt er seine eigene Welt.
Erdverbunden schwindet alles, Licht an Licht.
Welt, sie schläft. Wer schläft, der sündigt nicht!

Meer der Sterne

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Das Universum ist das Meer der Sterne,
wohl angeordnet, kolossal und grenzenlos,
durch alle Zeiten ist es unbeschreiblich groß, 
ein Blick durchs Teleskop nur Hauch von Ferne.

Die Erde scheint der einz‘ge Ort des Lebens,
zeigt uns ein Bild des All-vertrauten Flusses,
der Seelen höchste Schwingung des Genusses,
doch auch ein Ort der Trauer und des Grämens.

Angeordnet durch Unfehlbarkeit der Mächte
hängen sie, wie Orden, die die Himmel küren,
wie Vögel, die sich nicht im Flug berühren,
sind Sterne die Laterna magica der Nächte.