Daumen hoch, Daumen runter

Pollice Verso „Daumen runter“ von Jean-Léon Gérôme 1872
Sport und Spiele sind eröffnet.
Sieger freuen sich, lachen, jubeln,
wenn vom eigenen Tun enttäuscht,
der Verlierer weint im Trubel.

Kleiner Krieg in Fangemeinden,
Pyrotechnik und Randale;
Böse werfen Böller, Becher,
fiebern hin bis zum Finale.

Heben Sieger auf den Sockel,
von dort stürzen ihn die Massen,
wenn er nicht ‚geliefert‘ runter.
Grölend treibt’s den Mob durch Straßen.

Der Kommerz reibt sich die Hände,
denn es blühen volle Kassen.
Die Athleten dieser Erde,
sie be-geistern Menschenmassen.

„Ich bin besser, größer, schneller!“,
stehts im Mienenspiel geschrieben;
Alkohol fließt durch die Reihen,
Mengen sind vom Wahn getrieben.

Ordnungshüter staatsbedienstet,
sind bezahlt vom Geld der Schwachen,
die sich wehrlos ausgeliefert
nichts aus Sport und Spielen machen.

Sex und Spiel und Alkohol
messen sich an falschen Göttern,
was im Rausch man finden wird,
sind des guten Geistes Spötter.

Autor: Gisela

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9 Kommentare zu „Daumen hoch, Daumen runter“

    1. Guten Morgen, lieber Reiner. Bist Du im Fußballfieber? Ich habe ein Kindheitstrauma, denn als ich noch klein war und mit meinen Eltern im Auto saß, hörte mein Vater einer Fußballübertragung zu. Ich durfte kein Wort sagen, sonst hätte ich eine Ohrfeige kassiert. Sport mag ich überhaupt nicht, aber die Massen müssen sich wohl abreagieren. Heute spielt Curaçao. Der Vater meines Sohnes stammt von dieser Insel. Seine drei weiteren Söhne spielten alle in dieser Mannschaft. Ob sie gewinnen werden? Hab einen schönen Sonntag! 🌞

        1. Liebe Elisa, der Sport ist zum neuen Gott geworden. In kleinen, wohldosierten Mengen mag er gut sein, aber er ist wie ein Tsunami aus den USA herübergeschwappt. Im Herbst wird mir wohler sein. 💛liche Grüße, Gisela

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