Du suchst dein wahres Ich ein Leben lang und fragst dich oft nach einem Sinn. Dein Geld treibt dich auf falschem Weg voran, denkst trotz des hohen Alters an Gewinn.
Mit über achtzig Jahren noch ein Haus, das neu gebaut wird - viel zu groß für dich?! Bald gehst du auf die Neunzig und mir grausts: Ein sehr viel kleineres ist längst in Sicht.
Kurzlebig nur noch, treibt dich dein Besitz. Niemand der hilft, für alles musst du zahlen. Des nachts, wenn Tod auf deiner Bettstatt sitzt, treibst du im Traum die Handwerker in Qualen.
Denkst du denn wirklich, du wirst ewig leben? Dein letztes Hemd hat keine Taschen! Gibt es in dir ein spirituelles Streben? Du hast noch viel zu tun, es reinzuwaschen.
Bald wirst du in den neuen Morgen gehn und orientierungslos, wie kleine Kinder sind, geistigen Auges Wirklichkeiten sehen, für die bisher dein Lebensinhalt blind.
Luftschlösser, die du einst erbautest, mit Geld, an dem mental du hingst, und der Besitz, dem du vertrautest, war nicht mehr als ein Truggespinst.
Die Maske fiel. Alles vorbei!
Entblößt das wahre ICH im Spiegelbild.
Das Ende einer bloßen Gaukelei.
Es zeigt ein trauriges Gesicht,
ganz unverhüllt.
Du spielst die Rolle deines Lebens,
mit oder ohne Kreuz auf deiner Stirn.
Nur ein paar Tage suchtest du vergebens
in einem andern ICH dich zu verlier’n.
Doch du erwachst, nach Alkoholgenuss
erkennst zu spät das Übel deines Tuns.
Gefangener im Kerker deines Frusts,
wünscht du dir Asche auf dein Haupt
und kannst nicht ruhn.
Hört, wie sie lügen und die Welt betrügen, und wie sie Wahrheiten im Mund verdrehen! Gestikulierend werden sie im Schwall der Lügen und in der Flut der lauten Worte untergehn.
Ob sie bewusst Ursache mit Wirkung tauschen und „müssen“ sagen, wenn sie „wollen“ meinen; ein Nichts gedankenträchtig aufzubauschen, um da zu stehn, als gäb es nur ‚den Einen‘?
Erniedrigend, an Wehrlosen sich hochzuhieven! - Wir wählen selber, was wir Zufall nennen. Vielleicht sind es die Teufel, die wir riefen?! Ist Blindheit leichter als das Selbsterkennen?
Vintage Grafik – Pyramide des Kapitalismus, Quelle: Pinterest
Entflieht den Wirren dieser lauten Tage, in der die Wahl der Wägbarkeiten zur Bedrängnis wird, als Hin und Her der Meinungen und Fragen, Unvorstellbares als möglich präsentiert.
Es brodelt in den Töpfen des Geschehens - zu viele Köche, die den Alltag uns verderben; seh sie entkleidet, ohne Masken stehen, die nicht ihr wahres Innerstes verbergen.
Getäuscht! – Wie alle Bilder gleichen. Wer geht den Heilands Weg im Menschentum? Wollt ihr dem Volke Schierlingsbecher reichen? Geht die Welt dunkle Wege, nur für Macht und Ruhm?
Ihr Gottesleugner, faltet nur die Hände! - Trotz „C“ habt ihr Ihm abgeschworen. Nomen est omen! – Zeichen nur, nicht Wende. Nach Golgatha folgt lichtvoll Ostermorgen!
Das Schicksal dieser Tage, unumgänglich, als nicht vermeidbar mögen sie dir scheinen; das Resümee daraus – es ist vergänglich, die Wahl aus vielen Möglichkeiten eine.
Du wählst den Weg nach deinem Wollen; lass ruhig um dich die Massen toben, bring einen schweren Stein ins Rollen. Die Inhaltslosen schwimmen immer oben!
Frostige Tage, die im Jahr naturbefohlen; mal lärmt es laut, mal ist es still und kalt. Auf Barometern machen Wetter Kapriolen, es friert und schneit in eisiger Gestalt.
Des morgens unterm Federbett erwachen, der erste Schritt ins abgekühlte Zimmer, zeremoniös und frierend Kaffee machen, Kätzchen versorgen – alles ist wie immer.
Der Frühling lässt Kalenderblätter träumen, mit ersten Tulpen, die bewerbend blühen; ich laufe zu den durchgewärmten Räumen. Ich schreibe! Mein fast tägliches Bemühen.
Wie lang noch werden regsam die Gedanken und geistig wach, den neuen Tag verstehn? Bis sie ins Nichts des Universums sanken, im Schnee der Zeit vergessen untergehn.
Ängste – August Friedrich Albrecht Schenck (1828-1900)
War es nicht des Eisbergs Spitze, als ein Dreister, namens Fritze, fordernd vor die Massen schritt, der von Macht besessenen Leute; unnachgiebig johlt die Meute, als ihm letzte Anstandsmahnung, wie im Raum verhallte Warnung, achtlos durch die Finger glitt?!
Rücksichtslos des Redners Heischen - dass sie nicht mehr außen kreischen, als die Abwehrmauer bricht. Übers Pentagramm geschlichen, dessen Schutz fortan gewichen, bringt des Bösen Drang ans Licht.
Neunzehnhundertdreiunddreißig war’n des Satans Jünger fleißig, brachten Kanzleramt und Tod; sozial Ausgegrenzte jagen, welche „Judensterne“ tragen, brachte Holocaust und Not.
Machthungrig fraß sich die Ratte durch die gestrige Debatte, fraß den Stern des Pentagramms. Wie in jenen alten Tagen öffnet sich das Tor der Plagen, nur mit anderem Gesicht – „bitterböser Friederich“.
Erwacht ist das Dämonische im Menschen, in ihren Augen funkeln Eigennutz und Gier, zu nehmen nur - sie geben nie ein Quäntchen; das Kreisen um sich selbst ist ihre Kür.
Mit alten Sprüchen fangen sie die Vielen, die fasziniert sind von der Leichtigkeit, wie sie mit Freiheit andrer Menschen spielen. Gut ist nicht der, der nur polemisch schreit!
Folgt nicht dem Ruf zur nächsten Diktatur, die gegen Alles steht im Volksbegehren, nur Hass und Lügen pflastern ihre Spur. Treibt Böses aus - der Anfang ist zu wehren!
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