Frei wie ein Vogel, der am Himmel kreist, die Flügel auferlegt dem Wind; mit Leichtigkeit trägt ihn sein Federkleid auf einem Luftstrom, der ihn heimwärts bringt.
Noch bin ich hier, weil ich die letzte Rast zu tragen habe, wie sie alle tragen. Bitt‘ nicht um Einlass, wie ein ungebetener Gast, eigens davongestorben aus den Lebenstagen.
Wenn Du mich rufst aus jener dunklen Schwere, die bis zuletzt ich dankend abgelebt, schweb ich in leibbefreiter Atmosphäre, die mich mit allem Sein des All‘s verwebt.
Am Arm der Freundschaft durch das Leben gehen - ein unbemerktes, stilles Dasein, das mir blieb; mit Leichtigkeit Bekanntschaften zu sehen, mit denen Oberflächlichkeit die Zeit vertrieb.
Gesiebt zu schauen, wer durch’s Raster fiel, ein eng gestricktes - wer nicht passte, ging; zu trennen, was, wie ein verlorenes Spiel, alltagsbeschwert in meinem Kopfe hing.
Der Arm der Freundschaft ist längst losgelassen, sie fortzuführen wäre Selbstbetrug; es trennten uns ungleiche Lebensstraßen. Saß wohl jahrzehntelang im falschen Zug!
Bücher waren Freunde junger Jahre, die Gedanken keimten aus dem Grund; warm war das Papier, das offenbarte, die geheimsten Wünsche ohne Mund.
Lautlos ließen sich die Seiten blättern, die gefüllt mit Fantasie und Träumen, das Papier, es trotzte allen Wettern, bot mir Wärme, auch in kalten Räumen.
Zeilen boten mir geschriebene Sätze, die ich auszusprechen gar nicht wagte; teilten mit mir weltverborgene Plätze, bis die Einsamkeit mich nicht mehr plagte.
Schreiben, um Missionen zu erfüllen, als Geschenke im geschriebenen Wort, sind heut Trost, der mir im Stillen Beistand ist aus einem reichen Hort.
Hände, die geschrieben, sind zerfallen, doch ihr Geist schwebt über dem Papier; unvergessen, die in Bücherhallen fruchtbar sind. Habt heut noch Dank dafür!
Sie ging vorüber, die geweihte Nacht, die Licht beglückt in Kerzen glänzte, die aller Welt ein tiefes Fühlen macht und karge Stuben festlich kränzte.
Und, als sie hinterm Horizont verschwand, kam nach Silvester kurz durchlebter Pracht, die Stille hinter ihr, wie ein Verband, der sich um alte Wunden legt in Neujahrsnacht.
Seh mich noch stehn, mit Mutter, Oma, am weiß-getünchten Fenster, als Raketen knallten, und es wie spukende Gespenster zur Geisterstunde durch die Scheiben schallte.
Die bunten Blitze blühten auf, wie Wunderkerzen; ein kurzes Schauen nur, ein kleiner Lichtblick für die Herzen. Mit großen Kinderaugen dort des nachts zu stehen, am Arm der Mutter, dem Treiben auf der Straße zuzusehen, wo Männer zündelnd, prostend tranken, Vater Lachen zeigte, was sich versteckte, bis erneut das Jahr sich neigte.
Es folgten viele Jahreswechsel – vertrieben die Gespenster; die Oma fehlt, der Mutter Gegenwart… ach ja, schon lang gehört es anderen an, das kleine Fenster.
Ich wünsche allen einen Guten Rutsch, Gesundheit und Wohlergehen!
Ich verabschiede mich hiermit in eine Pause bis ins neue Jahr. Nach neuen Veröffentlichungen werde ich trotzdem gelegentlich schauen. Allen Lesern wünsche ich ein friedvolles, besinnliches Weihnachtsfest!
Ein Tannenbaum liegt schonungslos und abgeschlagen auf dem Moos.
Er duftet noch nach nahem Wald; am Boden liegt er, tot und kalt.
Zu fernen Höhen ging sein Streben, in jeder Nadel pulste Leben.
Man arbeitet mit scharfem Beil ganz gnadenlos am Unterteil.
Entfernt die Zweige, welch‘ an Tagen, mit Sehnsucht in den Spitzen lagen.
Kein Gelbfink, der auf starken Ästen im Frühling singt, mit neuen Nestern.
Und auf dem Marktplatz, wie im Traum, ward aufgestellt der Weihnachtsbaum.
Ein kurzes Glitzern, lichterschwer, erhellt das Dunkel, seelenleer.
Die Herzen warm, die Glocken klingen, die kleinen Kinder stehn und singen.
Und schweigend glänzt ein Sternentraum dem abgeschlag‘nen Tannenbaum.
Durch jedes Lieben geht ein Lichtlein an, vermehrt entzündet an geweihten Tagen. Die Nächstenliebe schreitet dem voran, verstreut voll Güte ihre Liebesgaben.
Gemeinsamkeit im Mühn des Schenkens, der Zeiten Dunkel tröstlich aufzuhellen. Sei denen dankbar, die sich selbst verschenken, die ihre Lichtlein denen zugesellen,
die sterbend um ihr kleines Leben bangen, die einsam und voll Leid in Hospitälern, nach Atem ringend, Trost und Zeit verlangen. Lasst Licht entzünden in den Jammertälern!
Die Menschheit friert so lange schon, weil jeder nehmen will und keiner geben. Den Andern wärmen, nur für Gottes-Lohn, sein eigen Licht entzünden und zum Zeichen heben.
Schaut auf des Wunders lichten Schein, seht dort die Rose tief im Schnee! Sie fügt sich strahlend in den Winter ein, erleidet nicht des Wetters Frost und Weh.
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